Fiktive Drogen

Aus Krötenhaut gewonnenes Bufotenin, Arsenik, psychoaktive Lianen, Äther, Hexensalben oder Engelsstaub (PCP) gibt es wirklich und diese Stoffe wurden/werden von Menschen als Drogen verwendet. Hier eine Übersicht zu nicht-existierenden, meist in künsterischen Zusammenhängen erfundenen Drogen; das Science-Fiction-Genre dominiert.

* Moksha, im Roman „Eiland“ von Aldous Huxley. Wie Soma kommt der Ausdruck aus der indischen Religiosität, er bedeutet Erleuchtung/Befreiung. Es ist im Buch eine bewusstseinserweiternde Droge, wirkt wie ein Halluzinogen, mit denen Huxley privat recht viel experimentierte. Das Gegenstück zu Soma, sozusagen

* NZT-48 im Film „Ohne Limit“/“Limitless“, das dem Protagonisten hilft, seine geistigen Kräfte voll zu nutzen

* Soma in „Schöne neue Welt“ (Brave New World) von Huxley. Es gab in der indo-iranischen Kultur einen Götter-/Opfertrank, der von Indern als Soma in die Veden und bei den Iranern als Haoma in die Avesta eingebracht wurde, somit in Hinduismus und Zoroastrismus auftaucht. Die Identität des Tranks ist ein ungelöstes Rätsel, siehe dazu den Artikel auf der englischen Wikipedia. In dem Roman ist Soma aber ein Mittel zur Ruhigstellung von Menschen in einem totalitären System, das sie in einem Zustand problemvergessener Infantilität festhält. Dieses Soma wirkt wie eine Mischung aus Benzodiazepinen und Opiaten.

* Der vom Druiden zubereitete Zaubertrank in „Asterix“; wäre am realistischsten so etwas ähnliches wie aus Kräutern zubereitete Schlankheitstropfen, die „speed“-ähnlich wirken.

* „Funky cold medina“ in Song von Tone Loc

* Melange/Spice in „Wüstenplanet“ (Dune) (zuerst die Romane, von F. Herbert, dann der Film)

* Das blaue „Meth“ aus „Breaking Bad“

* Moloko Plus und andere in „A Clockwork Orange“

* Valkyr im Computerspiel „Max Payne“ (gibts auch als Film)

* Neuroin in „Minority Report“ (der Verfilmung liegt eine SF-Kurzgeschichte von Philip K. Dick zugrunde)

Weitere in Filmen: Nuke in „Robocop“, Adrenachrome in „Fear and loathing in Las Vegas“ (ursprünglich ein Roman), Contrari in „C.S.A. – The Confederate States of America“ (eine Mockumentary aus 2004), Retinax V, Ketracel und Romulan Ale in „Star Trek“, die Blaue & Rote Pille in „Matrix“ (von Morpheus, sind eigtl. nur Symbole), Prozium in „Equilibrium“, Bacta in „Star Wars“, The Jeffery in „Get Him to The Greek“, Fluid Karma in „Southland Tales“, The Crippen Virus in „I am Legend“, CPH4 in „Lucy“, Eyedrops in „Looper“, Ephemerol in „Scanners“, The Slo-Mo in „Dredd“, HFS in „21 Jump Street“, Ladder in „Jacobs Ladder“, Scat in „The Faculty“, Soy Sauce in „John Dies at the End“, Gleemonex in „Kids in the Hall: Brain Candy“, POS 51 in „Formula 51“ (wird im Film als Placebo als enttarnt), Quietus in „Children of Men“, in „THX 1138“ (Film, Romanumsetzung) gibt es eine Droge zur Ruhigstellung im System, ohne Namen

In TV-Serien: Red Kryptonite in „Smallville“, Teomicil in „Arrested Development“, Retcon in „Torchwood“, die Wunderpille/Power Pill  in „Immer wenn er Pillen nahm“/“Mr. Terrific“, The Formula in „Heroes“

in Büchern: das Zauber-Pulver in Wilhelm Hauffs „Die Geschichte vom Kalif Storch“ (1826), die Liebesdroge in Marmeladenform mit Nebenwirkungen in Miguel de Cervantes‘ Kurzgeschichte „Der gläserne Lizenziat“ bzw „Der Lizenziat Vidriera“ (aus 1613), Betaphenethylamine in „Neuromancer“ von W. Gibson, getrocknete Froschpillen in den Scheibenwelt-Romanen von Terry Pratchett, Can-D in „Die drei Stigmata des Palmer Eldritch“ von Philip K. Dick, der pangalaktische Donnergurgler (pan-galactic gargle blaster) in „Per Anhalter durch die Galaxis“ (Hitchhiker Guide to the Galaxy) von Douglas Adams (auch Hörspiel, Film,…), Cyclomit in „Against the Day“ von T. Pynchon, Dittany in „Harry Potter“, DMZ in „Unendlicher Spass“ von David F. Wallace, Iocaine in „Die Brautprinzessin“ von W. Goldman, Lot Six in „Feuerkind“ (Firestarter) von S. King, Snow Crash im gleichnamigen SF-Roman v. N. Stephenson, Boosterspice in Larry Nivens SF-Romanen, Screw in „Cult of Loretta“ von Kevin Maloney, Dylar in „Weisses Rauschen“ (White Noise) von D. De Lillo, Altruizine im gleichnamigen Roman von Stanislaw Lem, die Schwarze Pille in Herbert W. Frankes „Glasfalle“ (SF-Roman), Dreamgum in P. J. Farmers „Riverworld“-Romanen, Metaphorizin und wmk in „DZ“ von S. Özdogan, The Substance D in „Ein dunkler Schirm“ (A Scanner Darkly) von P. K. Dick (auch verfilmt), Abulinx in „Unentschlossen“ (Indecision) von Benjamin Kunkel, die Nano-Droge Nexus im gleichnamigen Cyberpunk-Thriller aus 2012 von Ramez Naam, die es erlaubt, das Gehirn von Menschen zu programmieren

In den „Das Lied von Eis und Feuer“ (A Song of Ice and Fire) – Romanen von George R. R. Martin kommen Drogen unter Namen wie Mohnblumensaft (Milk of the Poppy) vor, die Platzhalter für unschwer zu erratende reale Drogen sein dürften. Der in der antiken Literatur öfters genannte Lotos-Baum bzw seine Früchte: Plinius hat damit wahrscheinlich die Lotuspflaume gemeint; in Homer’s „Odyssé“ kommt ein Völkchen vor, die Lotusesser bzw Lotophagen, die Lotus als Droge verzehren; die Pflanze ist nicht sicher identifiziert, vielleicht handelt es sich um die Lotosblume, vielleicht ist sie fiktiv, vielleicht „Platzhalter“ für eine reale Substanz. Mit den „Elixieren des Teufels“ im gleichnamigen Roman von E.T. A. Hoffmann können aber auch reale Drogen gemeint sein, zumal Hoffmann welche nahm. Schwarzes Fleisch (Black Meat) in „Naked Lunch“ von W. S. Burroughs (verfilmt) ist wahrscheinlich nur ein Codename für Heroin, wie auch weitere in dem Buch. In den Alice-Romanen von Lewis Carrol kommen auch Anspielungen auf Drogen und ihre Wirkungen vor (zB gewisse Pilze), die aber nicht eindeutig fiktive sind.

in Comics: Venom in „Batman“, Banshee in „Ultimate X-Man“ (sind eher fiktive Muskelaufbaupräparate), APTX 4869 im Manga „Detektiv Conan“, Red Eye/Bloody Eye im Anime „Cowboy Bebop“, Slurm in „Futurama“ (eigtl. ein Soft Drink, aber ein süchtig machender), Chemical X („Powerpuffgirls“), Moonajuana („Aqua Teen Hunger Force“, Zeichentrickserie)

in PC-/Video-Spielen: der blaue Trank in „Zelda“, Triptocaine in „Heavy Rain“, Sumpfkraut („Gothic“), Cardamine („Freelancer“), Punga-Samen („Fallout“), Spank („GTA“), Adam („BioShock“), Phazon („Metroid Prime“), Skooma („The Elder Scrolls“), CeX („Drugwars“)

Weiters: Habafropzipulops (in „Church of the SubGenius“, einer Pseudoreligion), Jenkem (Urban Legend), Bindro (in Fragenkataloge über Drogenkonsum „eingeschmuggelte“ fiktive Droge, ebenso Morgaptan, Astrolite,…), Complasix (Herkunft unbekannt), Strawberry Quick (Facebook Hoax-Warnung), Derbisol (bei medizinischen Tests zur Unterscheidung vom realen Debrisol „eingeschleust“)

Medikamente: Provasic („Auf der Flucht), Novril („Misery“), Cloviterol („Scrubs“), Athelas („Lord of the rings“, fiktive Heilpflanze), Gambutrol („The Exorcism of Emily Rose“), Bramitol (bei psychologischen Experimenten zur Einnahme gegeben), Dypraxa („Der ewige Gärtner“/“The Constant Gardener“ von John Le Carré, auch verfilmt)

Siehe auch:

http://pharmama.ch/2011/03/14/fiktive-medikamente-und-drogen-in-buch-und-film/

Diese Drogen gibts wirklich

Selbst welche erfinden

John Hickman: When Science Fiction Writers Used Fictional Drugs. Rise and Fall of the Twentieth-Century Drug Dystopia. In: Utopian Studies Vol. 20, No. 1 (2009)

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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