Coca und Kokain

Der Koka (Coca)-Strauch kommt im Gebiet der nördlichen Anden vor, also im Nordwesten von Südamerika; er braucht Höhe und Hitze. Es gibt zwei verschiedene Arten von Sträuchern, mit jeweils zwei Unterarten: Erythroxylum coca, Erythroxylum novogranatense. Die Blätter des Strauchs enthalten Alkaloide, von denen eines, Kokain, für den Export gerne isoliert wird. „Indianer“, wie die Inkas (Quechua), verwenden die Blätter seit Tausenden Jahren, teilweise im Rahmen von Ritualen, als Antriebmittel (etwa bei der Jagd), Heilmittel (es hilft etwa gegen Höhenkrankheit), Rauschmittel, Genussmittel. Nachdem die Spanier 1533 unter Francisco Pizarro die Region eroberten, verboten sie den Konsum, duldeten ihn dann aber, weil die Inka oder Aymara damit mehr arbeiteten (Bergbau), verboten die „heidnischen“ Rituale, später besteuerten sie den Coca-Konsum. Während der Neuzeit kam die Pflanze durch die Spanier nach Europa. Auch verbreitete sich, dass das Kauen von Kokablättern das Durchhaltevermögen der Anden-Indianer verstärkte. Bald nach der Isolierung des wichtigsten Wirkstoffs begann dessen Vertrieb als Medikament und Genussmittel im Westen. Während der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts kamen Verbote des Kokains, dann übernahm die USA die Kontrolle über Anbau und Export. Seither kommt es in illegalen Wellen in die Erste Welt, ist eine der gefährlichsten und meistbenutzten illegalen Drogen. Das traditionelle Coca-Blatt-Kauen ist im Kampf dagegen auch gleich unter „Beschuss“ geraten.

Von 1857 bis 1859 war die „Novara“, eine Fregatte der österreichischen Kriegsmarine, auf einer Weltumseglung. Das Schiff hatte überhaupt eine „bewegte“ Geschichte, 1864 brachte sie Erzherzog Maximilian von Habsburg (Kommandant der österreichischen Kriegsmarine) nach Mexiko, wo er Kaiser von Mexiko wurde. 1868 holte sie seine Leiche zurück. 1866 war sie bei der Seeschlacht von Lissa/Vis in Dalmatien zwischen Österreich und Italien dabei. Zweck der Expedition ab 1857 (die in Triest begann und endete) waren naturwissenschaftliche (v.a. meereskundliche) Forschungen sowie Handelskontakte, vor allem in und um Südamerika und Ozeanien (Pazifik). Es gab aber noch ein Ziel, die Erkundung einer allfälligen Kolonialisierung der damals in dänischem Besitz befindlichen Nikobaren-Inseln östlich von Indien. Und, daher ist das hier auch relevant, im Rahmen ihrer Forschungen, brachte die Besatzung der Novara erstmals grössere Mengen Kokablätter aus Südamerika nach Europa. Diese wurden dem deutschen Chemiker Friedrich Wöhler zur Verfügung gestellt, in dessen Labor in Göttingen eine erste wissenschaftliche Analyse des Blattes durchgeführt wurde und seine Wirkstoffe isoliert und beschrieben wurden.

Albert Niemann hat ab 1859 in Wöhlers Labor Kokain und weitere Alkaloide vom Coca-Blatt extrahiert und ihnen ihre Namen gegeben. Er hat die Arbeitsschritte in seiner Dissertation „Über eine neue organische Base in den Cocablättern“ beschrieben, die 1860 veröffentlicht wurde. Niemann erkrankte während der Untersuchungen und starb kurze Zeit später. Grund dafür war wohl seine intensive Arbeit mit Senfgas vor seinen Kokain-Studien bzw eine Vergiftung mit diesem chemischen Kampfstoff, der dann im 1. Weltkrieg intensiv eingesetzt wurde. Wilhelm Lossen setzte Niemanns Forschungen fort. Die Firma „Merck“ in Darmstadt, damals in der Entwicklung von einer Apotheke zu einem pharmazeutischen Unternehmen, begann 1862, Kokain als Medikament zu produzieren und zu vertreiben. Es wurde u. a. gegen Husten, Depressionen und Syphilis empfohlen, später auch zur örtlichen Betäubung eingesetzt. 1898 beschrieb der spätere Nobelpreisträger Richard Willstätter während seiner Doktorarbeit an der Universität München erstmals die Molekularstruktur von Kokain (wie auch von Atropin). 1923 gelang Willstätter und Anderen die Synthese von Kokain. Der grösste Teil der chemischen Erforschung von Kokain, wie auch die frühe Produktion, spielte sich in Deutschland ab, wie auch beim Morphin oder Heroin – durch die chemische Isolierung wurde jeweils eine gefährlichere Droge geschaffen, als es der Ausgangsstoff war. Zur Zeit Kaiser Wilhelms II. waren die Chemiker in deutschen Laboren in Hochform… Die Pharma-Industrie als solche begann mit Substanzen, die später als Drogen verboten wurden.

Auch der Italiener Paolo Mantegazza beschäftigte sich um die Mitte des 19. Jh mit Kokain, hauptsächlich mit seiner Wirkung, auch in Selbstversuchen, auf Reisen nach Peru. Natürlich wirkt der konzentrierte Hauptwirkstoff allein stärker als das Blatt, in dem alle Alkaloide zusammen 0,5 bis 1% ausmachen. Kokain, in der Regel zu Hydrochlorid zubereitet, kann zudem auf verschiedene Arten eingenommen werden, peroral, intranasal, intravenös, als Inhalat, geraucht, oder subkutan aufgenommen –  die Wirkung unterscheidet sich auch aufgrund der Einnahme. Kokain ist ein Wiederaufnahmehemmer an Dopamin-, Noradrenalin- und Serotonin-Nervenzellen. Es verhindert den Transport und somit die Wiederaufnahme dieser Neurotransmitter in die präsynaptische Zelle, was eine Erhöhung der Transmitterkonzentration im synaptischen Spalt und damit ein erhöhtes Signalaufkommen am Rezeptor zur Folge hat, und unter anderem zu einer Erhöhung des Sympathikotonus führt. Der leistungssteigernde Effekt macht Kokain auch zu einem Aphrodisiakum. Ein „Kater“ ist nach einer Einnahme garantiert, zu den Nebenwirkungen können Angstzustände und Psychosen gehören, Bluthochdruck gehört zu den körperlichen Folgen; Sucht entwickelt sich schnell.

Nach seiner Markteinführung hiess es, Kokain kuriere Heuschnupfen wie Alkoholismus, mache Menschen froh und Soldaten tapfer, es wurde gegen Nasenschleimhautentzündungen und Asthma eingesetzt, sogar gegen Schwangerschaftsübelkeit. Ende des 19. Jh wurde es (wie Heroin) verwendet, um Morphinabhängigkeit zu behandeln, auch im Schweizer Sanatorium Bellevue unter dem Psychiater Robert Binswanger. 1879 entdeckte Vassili von Anrep an der Julius-Maximilians-Universität Würzburg die lokal schmerzstillende Wirkung des Kokains. Der Augenarzt Carl Koller nutzte die lokalanästhetische Wirkung ab 1884 in der Augenheilkunde, bei Operationen. Ungefähr zur selben Zeit, als Sigmund Freud über die Wirkungen des Mittels in seinem Artikel „Über Coca“ schrieb. Möglicherweise ist Koller durch Freuds Artikel auf die anästhesierende Wirkung des Kokains aufmerksam geworden, die auch davor punktuell in der Forschung bekannt war. „Gießt man zwei Tropfen einer 2%igen Lösung von salzsaurem Cocain, wie es Merck in Darmstadt zu dem allerdings noch sehr hohen Preise von 12 Mark pro Gramm fabricirt, ins Auge, so wird die Bindehaut und Hornhaut vollkommen empfindungslos“, schrieb Hermann Cohn 1885 in seinem Artikel über „Schmerzlose Augenoperationen“.

Simon Ernst Fleischl Edler von Marxow, aus einer prominenten jüdischen Familie in Wien, ein Arzt, verletzte sich bei einer Autopsie, nach einer Infektion musste  der Daumen amputiert werden. Gegen die Schmerzen, die ihn danach plagten, halfen auch Operationen von Theodor Billroth nichts. Er begann, Morphium gegen seine Schmerzen zu nehmen, wurde abhängig davon. Über seine prominenten Freunde lernte er den jungen Mediziner Sigmund Freud kennen (lange bevor sich dieser der Psychoanalyse zuwandte). Freud fand 1883 den Artikel eines deutschen Militärarztes namens Aschenbrand über Kokain und die Wirkung auf Soldaten. Er suchte zu der Droge weitere Informationen und stiess auf eine Artikelserie der „Detroit Therapeutic Gazette“ über die Wirkungen des Kokains, in der es etwa für den Morphin-Enzug angepriesen wurde. Freud scheint nicht bemerkt zu haben, dass es sich bei dem Journal um eine Promotion des Pharmazeutika-Unternehmens „Parke-Davis“ (das seinen Sitz in Detroit hatte) handelte – und das seit 1875 Kokain vertrieb. Freud kaufte Kokain von Merck, probierte es an sich und Leuten in seiner Umgebung aus, empfahl es seinem Freund Fleischl für den Morphinentzug. Und, er veröffentliche 1884 den Artikel „Ueber Coca“, in dem er Wirkung des Mittel anpries, beim Morphinentzug, anderen „nervösen Schwächezuständen“ und anderem. Dieser Artikel des damals jungen und unbekannten Assistenzarztes Freud half dem Mittel bei seiner medizinischen Verwendung; Merck und Parke-Davis nahmen die Werbung in Form des Artikels gerne an.

Bei Fleischl funktionierte mithilfe von Kokain eine Art Entgiftung vom Morphium (das ebenfalls von Merck hergestellt wurde), er wurde aber schnell rückfällig.  Kokain half nicht gegen Schmerzen und Sucht, er wurde davon süchtig, spritze sich dann neben Morphium auch Kokain, sein Zustand verschlechterte sich. Allerdings hatte ihm Freud geraten, das Kokain „intern“ anzuwenden, womit er „oral“ gemeint haben dürfte. In den 1880er und 1890er Jahren hat Freud Kokain an sich ausprobiert, an Freunde empfohlen und Patienten verschrieben (etwa zur lokalen Behandlung von Nebenhöhlenentzündungen). Anscheinend nahm Freud kleine Dosen des Mittels, entwickelte keine starke Toleranz/Sucht. Die Wissenschaftshistorikerin Anna Lindemann wird auf science.orf.at zitiert, „Jedoch gibt es keine Hinweise, dass er jemals süchtig wurde. Auch von Rauschzuständen ist keine Spur. Bei Freud hatte das Kokain eine leistungssteigernde Wirkung.“ Nun, der Rausch beim Kokain besteht aber gerade in der stimulierenden Wirkung, und die euphorisierende wird bei ihm nicht anders als bei Anderen gewesen sein, auch wenn er sie nicht erwähnt hat. In späten Jahren hat Freud seine postive Meinung über Kokain revidiert, schrieb, manche Schriften seien besser nicht erschienen, bezeichnete Kokain als „dritte Geißel“ der Menschheit, neben Alkohol und Heroin. Er wandte sich dem Kokain eventuell privat spät wieder zu, als er bereits an Rachenkrebs (wegen starkem Zigarrenrauchens) litt.

Ab 1863 brachte der Korse Angelo Mariani ein Kokain-haltiges Getränk aus Wein und Extrakten des Coca-Blattes heraus, „Vin Mariani“. Die Päpste Leo XIII. und Pius X., die Schriftsteller Jules Verne und Emile Zola, der Erfinder Thomas A. Edison, der Architekt der New Yorker Freiheitsstatue, Frederic-Auguste Bartholdi, haben zu den Konsumenten des Getränkes gehört. Vin Mariani war Vorläufer und später Konkurrent von „Coca Cola“ (s.u.), galt als Genuss- wie als Allheilmittel. Der „Armbrecht Coca Wine“ war ein ähnliches Produkt. Vieles wurde Ende des 19., Anfang des 20. Jahrhunderts, im Zuge der ersten Kokain-Welle, im Westen mit dem Zaubermittel versetzt: Zigaretten, Liköre, Stärkungsmittel,… Kokain-Pastillen wurden um 1900 für Sänger, Lehrer und Erzähler angepriesen, gegen Halschmerzen (anästhetische Wirkung), sowie als Muntermacher (aufputschende Wirkung). Auch der Gebrauch von unvermischtem Kokain für medizinische Zwecke war weit verbreitet und legal. Und auch für allerlei Zwecke im Graubereich zwischen „Genussmittel“ und „Medikament“ wurde es verwendet. Der britische Radrennfahrer Arthur Linton starb 1868, angeblich an den Folgen von Kokain-Doping. Die Gefährlichkeit der Substanz wurde nur allmählich erkannt. Der Psychiater Albert Erlenmeyer war einer der ersten Warner vom Kokain.

Werbung für amerikanische Kokain-Tropfen, 1885
Werbung für amerikanische Kokain-Tropfen, 1885

In den südamerikanischen Anden-Ländern kam also im letzten Drittel des 19. Jh zum eigenen (von manchen Bevölkerungsschichten vollzogenen) Gebrauch von Coca-Blättern der Export (und verstärkter Anbau?) der Blätter nach Nordamerika und Westeuropa dazu, zur Herstellung von Kokain für Medizin und Genussmittel. Dies betraf Peru und Bolivien. 1885 entwickelte der französisch-stämmige peruanische Pharmazeut Alfredo Bignon eine neue Art der Extraktion des Kokains aus den Coca-Blättern, die den diesbezüglichen Export bzw Handel revolutionierte. Er stellte krudes Kokain bzw Koka-Paste her, das dann das exportierte Zwischenprodukt wurde. In Peru war und ist hauptsächlich die Region Huanuco Ort von Anbau und Verarbeitung. Ein Arnaldo Kitz hat dort für Merck ab den 1880er-Jahren Coca-Paste herstellen lassen. Hamburg wurde europäischer Umschlagplatz für „Rohkokain“ aus Südamerika. Merck, aber auch andere Firmen wie „Boehringer“ oder „Bayer“ nahmen es dort entgegen, verfeinerten es dann zu medizinischem Kokain.

Weil es so ein erfolgreiches Produkt war, haben diverse Kolonialmächte versucht, den Strauch ausserhalb Südamerika heimisch zu machen, im südostasiatisch-ozeanischen Raum. Die Japaner haben es auf Taiwan versucht, ab den 1910ern, unter der Aufsicht von Jokichi Takamine (der als Erster Adrenalin isoliert hat). Der wichtigste dieser Versuche war auf Java, damals Niederländisch-Indien. Auch Merck hielt sich auf Java eine Plantage. Der wichtigste Abnehmer bzw Verarbeiter war aber die „Nederlandsche Cocaïnefabriek“ (NCF), die in Amsterdam Kokain herstellte, hauptsächlich für Pharma-Unternehmen, wie die deutsche „Gehe“. Merck beherrschte den Weltmarkt von Kokain, errichtete Produktionsstätten dafür in der USA, wo Parke-Davis der Konkurrent war. Produktpiraten in China sollen kokainhaltige Mittel samt Etiketten kopiert haben.

Der Apotheker John Pemberton war im USA-Bürgerkrieg ein Offizier bei den Konföderierten, wurde in der Schlacht von Columbus (Georgia) verwundet, mit einem Säbel. Diese Verletzung liess ihn zu Morphium greifen (um diese Droge wird es im nächsten Artikel aus dieser Reihe gehen). Beim Bemühen, einen Ausweg aus der Sucht, die sich bald entwickelte (wie bei vielen Veteranen dieses Kriegs!), zu finden, stellte er nach einigem Experimentieren ein Getränk aus Wein und einem Kokain-haltigen Extrakt aus Cocablättern, mit Cola und Soda, her. Das Getränk wurde als „Pemberton’s French Wine Coca“ in seiner Apotheke verkauft. Pemberton und seine Familie zogen dann innerhalb Georgias nach Atlanta um (wo bis heute die „Coca-Cola“-Zentrale ist). Er und seine Mitarbeiter waren dann durch ein Alkoholverbot in Georgia gezwungen, das Getränk ohne Wein herzustellen; so kam 1886 „Coca Cola“ in den Verkauf (neue Rezeptur, neuer Name). Es enthielt eine geringe Menge Kokain, ungefähr 0,0025 Prozent; und es wurde auch ein Heilanspruch darauf erhoben, für diverse Leiden, etwa Kopfschmerzen. Es war nur eine von vielen ähnlichen Marken damals, wie „Koca Nola“, Vin Mariani oder „Nerv Ola“. Pemberton musste sein Patent auf Coca-Cola wegen finanzieller Engpässe bald darauf verkaufen. Ab 1903 ging Coca-Cola dazu über, das Getränk ohne Kokain herzustellen, es den Blättern mit einem Lösungsmittel zu entziehen, und diese nur als Aroma beizubehalten. Der Name blieb aber. Das Koffein der Kola-Nuss wurde der wichtigste Wirkstoff. 1909 gab es in USA einen Versuch, Coca Cola zu verbieten, wegen dem hohen Koffein-Gehalt.

Ausser für medizinische Zwecke wurde das isolierte Alkaloid des Cocas Ende des 19., Anfang des 20. Jh als physisches und psychisches Hilfsmittel (eine Nutzung, die jener als Droge im Grunde nahe ist) genutzt, für verschiedene Tätigkeiten bzw Berufe, von Soldaten bis Kreativen. Elisabeth von Habsburg („Sissi“) nahm gelegentlich Kokain (die Spritze ist in „ihrem“ Museum ausgestellt), als es noch als Medizin galt, nicht als Droge. Die britische Pharma-Firma „Burroughs Wellcome“ war einer der Kunden der NCF, stellte medizinische Produkte mit Kokain her, etwa die „Forced March“-Tabletten, mit Bestandteilen auch der Kola-Nuss („Lindert den Hunger und verlängert die Ausdauer“). Der Brite Robert F. Scott und seine Gefährten haben diese auf ihrer Antarktis/Südpol-Expedition 1911/12 (mit Ponys) dabei gehabt. „All the day dreams must go“ schrieb Scott, als er die von Amundsen am Südpol zurückgelassene norwegische Flagge fand. Er und seine Männer dürften am Rückweg in aussichtsloser Lage Selbstmord mit Morphium- oder Opium-Pillen begangen haben.

Die „Forced March‟-Kokain-Tabletten wurden auch im 1. Weltkrieg genommen, v.a. von britischen Soldaten. Kokain, in diversen Verabreichungen/Formen, wurden in diesem Krieg von Soldaten verschiedener Seiten (USA, Deutsches Reich,…) überhaupt stark konsumiert. Es stärkte Kampfgeist und Ausdauer und galt damals nicht als verderbliche Droge. Der Gebrauch wurde von der militärischen und politischen Führung zumindest geduldet, wenn nicht organisiert; die Selbstüberschätzung die es verursacht, war ihnen eben von Nutzen. Jagdflieger nahmen es besonders gerne, um sich mutig und wach zu halten. In eingenommenen Ortschaften Europas wurden Apotheken danach geplündert. Die Niederlande waren im 1. WK neutral, Medikamenten-Exporte wurden Firmen eigentlich untersagt, NCF bekam aber mit ihrem Kokain eine Ausnahme-Genehmigung… Die NCF profitierte stark vom Krieg, wurde einer der führenden Kokain-Hersteller, und konnte expandieren.

Kokain galt lange nicht als gesundheitsgefährdende Droge. Das änderte sich im frühen 20. Jh allmählich. Bereits ab 1889 stand der Medizin durch die synthetische Herstellung des Procains (Novocain) durch Einhorn ein gleichwertiges Lokalanästhetikum ohne die zentralnervösen „Nebenwirkungen“ bzw die „Missbrauchsgefahr“ des Kokains zur Verfügung. Damit verlor Kokain seine letzte anerkannte medizinische Indikation weitgehend; es ist aber bis heute als Lokalanästhetikum in Verwendung, wenn auch selten. Der Opiumkrieg zeigt die ganze Widersprüchlichkeit der westlichen Drogenpolitik; das internationale Drogenregime begann ungefähr damit bzw in dessen Folge, in der späten Neuzeit, zum Höhepunkt westlicher Weltherrschaft. Bald darauf kam die Entstehung und Verbreitung der neuen, konzentrierten Drogen wie Heroin und Kokain.

Das Haager Drogen-Abkommen 1912, eines der ersten internationalen, hatte das Hauptaugenmerk auf Opium (Kapitel I, II und IV handelten davon). Grossbritannien drängte darauf, dass die pharamzeutischen Drogen Morphium, Heroin, Kokain auch reglementiert werden – an Opium verdienten sie noch mit (wollten daher etwas davon ablenken) und bei den Pharmaka war Deutschland führend, daher wollten sie Einschränkungen. Kapitel III behandelte schliesslich synthetische Drogen, aber die deutsche Delegation sorgte dafür, dass die Regelungen vage blieben. Die US-amerikanische Delegation unter Hamilton Wright beantragte erfolglos, dass auch Cannabis diskutiert wird. Das Deutsche Reich hatte geringes Interesse am Opium-Handel (keine Firmen des Landes involviert, keine Kolonie in der er eine Rolle spielte, wenige Konsumenten bei sich), unterstützte dessen Verbot/Regulierung. Das Abkommen verpflichtete die Unterzeichner-Staaten, eigene Gesetze gegen Drogen zu erlassen. Es wurde von allen wichtigen Staaten unterzeichnet, und 1915 von der USA und einigen wenigen Staaten implementiert, von Deutschland und vielen anderen nicht.

Im Friedensvertrag von Versailles zwischen dem Deutschen Reich und den Alliierten des 1. Weltkriegs 1919 wurde das Haager Drogen-Abkommen „angehängt“, womit  auch Deutschland gezwungen war, Kokain (die Droge dieses Krieges) zu verbieten, ausser für „wissenschaftliche Zwecke“. 1925 folgte nach einer weiteren Konferenz (vom Völkerbund organisiert) das „3. Genfer Opium-Abkommen“, das (gewisse) Drogen (darunter Kokain) weiter einschränkte, wieder in nationale Gesetze umgesetzt werden musste und ein (neues) internationales Aufsichtsorgan schuf. Erst die Convention for Limiting the Manufacture and Regulating the Distribution of Narcotic Drugs 1931 schränkte den medizinischen Gebrauch von Morphium, Heroin, Kokain auf internationaler Ebene strikt ein.

In der USA gab es bereits 1906 den Pure Food and Drug Act, ein Bundesgesetz, das eine Kennzeichnungspflicht für Inhaltsstoffe von Nahrungs-, Genuss-, und Heilmitteln vorschrieb. Coca Cola wurde schon seit 1903 ohne Kokain hergestellt. Kokain wurde weiterhin überwiegend als Medizin angesehen. Es mehrten sich aber Stimmen, diese Sichtweise bzw diesen Status zu ändern. Das aber teilweise mit höchst fragwürdigen Sichtweisen und Methoden. Ab Ende des 19. Jh erschienen viele Zeitungsartikel, in denen Kokain als „Negerdroge“ dargestellt wurde, Zusammenhänge zwischen Kokainkonsum von Schwarzen (Afro-Amerikanern) und Gewaltverbrechen behauptet wurden. In der „New York Times“ etwa am 8. Februar 1914, mit dem Titel „Negro Cocaine Fiends Are a New Southern Menace“. Vergleichbar damit ist der Umgang mit Crack ab den 1980ern (s. u.).

Es folgte 1914 der Harrison (Narcotics Tax) Act, der genau genommen auch kein Verbot von Drogen wie Kokain an sich darstellte, sondern ihrer Nutzung ausserhalb des medizinischen Bereiches; ein Sucht wurde als Indikation nicht (mehr) anerkannt. Kokain-haltige Mittel wurden also in der USA dadurch unter eine Rezeptpflicht gestellt, der freie Verkauf verboten. Auch Produktion und Import wurden geregelt. Der Konsum ging etwas zurück. Damit wars mit dem französischen Kokawein vorbei. Im 1. Weltkrieg wurde Kokain noch vom Militär eingesetzt. Der Jones-Miller Act 1922 (Narcotic Drugs Import and Export Act) schränkte die Produktion und den Import von Kokain deutlich ein. Erst durch dieses Gesetz und das internationale Abkommen 1931 wurde dem Kokain-Gebrauch in USA ein echter Riegel vorgeschoben. Vom Wirken des 1930 als Vereinigung zweier früherer Behörden geschaffene „Federal Bureau of Narcotics“ (FBN), einem DEA-Vorläufer, für 32 Jahre unter der Führung von Harry J. Anslinger, wird es im Zusammenhang mit Cannabis noch mehr geben.

In West-Europa und Nord-Amerika gab es nach dem 1. Weltkrieg hunderttausende kokainsüchtige Soldaten. Viele von ihnen wurden zu Kokain-Händlern. Die Droge erlebte in der Zwischenkriegszeit, speziell in den 1920ern, eine zweite Hoch-Zeit, gleichzeitig wurde ihr Gebrauch durch Verbote aber immer mehr eingeschränkt, sie ging so den Weg in den Untergrund. Kokain machte in der Zwischenkriegszeit in Deutschland (aber nicht nur da) eine Wandlung vom Wundermittel zur sozialen Plage durch. In Deutschland, wo die Droge entwickelt, von Merck erstmals auf den Markt gebracht worden war, fand die weltweit führende Produktion statt; neben Merck etwa bei „Hoechst“, Boehringer, Gehe und Bayer. Die Pharma-Unternehmen hatten sich zur „Fachgruppe Opium und Kokain“ zusammengeschlossen. Von den amerikanischen Kokain-Herstellern war v.a. die Parke-Davis Company in Detroit zu nennen, Mercks Hauptkonkurrent um die Vorherrschaft im weltweiten Kokainhandel, die Kokainzigaretten, ein kokainhaltiges Herzstärkungsmittel, Ampullen zur subkutanen Anwendung sowie kokainhaltige Einreibemittel und Sprays herstellte. Merck ist bereits seit dem späten 19. Jh in der USA präsent, als Georg(e) Merck eine Niederlassung in New York gründete. Diese wurde 1917 während des Ersten Weltkrieges konfisziert und zu einem von der Muttergesellschaft unabhängigen, US-amerikanischen Unternehmen gemacht.

In Deutschland wurde der freie Verkauf von Vin Mariani und anderen nicht-medizinischen kokainhaltigen Mitteln mit der Ratifizierung des Versailler Vertrags 1920 gestoppt (Umsetzung des Haager Abkommens von 1912; das erste deutsche Drogengesetz). Der Reichstag erliess 1921 ein weiteres Gesetz, das den Verkauf von Kokain-Produkten weiter erschwert hat; 1924 wurde der Verkauf von Kokain-Pulver in Apotheken verboten. Mit ärztlicher Verschreibung waren Kokain-Medikamente (und davon gab es genug) aber weiterhin erhältlich. Zuvor hatten nur wenige Kranke Recht auf vom Arzt verschriebenes Kokain in Reinform, in geringen Mengen. Daneben haben Ärzte in Krankenhäusern und Ordinationen reines Kokain bei Operationen und Behandlungen verwendet. Der Komponist Richard Strauss etwa musste sich 1928 in einer Frankfurter Klinik einer Nasenscheidewand-Operation unterziehen. Er bekam zur Vor-Betäubung zwei mit Kokain getränkte Wattebäusche in die Nasenlöcher. Zwei Stunden nach der Operation besuchte der Chirurg den Patienten und fand „den Boden des Krankenzimmers und die Bettdecke mit frisch geschriebenen Notenblättern bedeckt“ – zwei Arien zu seiner Oper „Arabella“.

Die Drogen-Einschränkungen wurden die 20er hindurch in Deutschland lax gehandhabt. Die Apotheker waren verpflichtet, alle auf „gefährliche Drogen“ lautenden Rezepte in einem „Kokainbuch“ zu registrieren. Viele Rezepte waren aber grobe Fälschungen („…die von einem Fachmann sofort als solche erkannt werden mussten“, wie ein Referent im Reichs-Innenministerium 1924 empört feststellt), die dennoch meist angenommen wurden. Daneben verschrieben aber auch Ärzte oft Kokain (oder Heroin), wenn es keine (damals anerkannte) medizinische Indikation dafür gab. Dass die deutsche chemische/ pharmazeutische Industrie mit dem Export von Morphin, Kokain und Heroin viel verdiente, war ein Grund für den Staat, im volkwirtschaftlichen Sinn grosse Rücksicht auf sie zu nehmen, etwa bei ihrem Absatz im Inland. Und so gingen Behörden allenfalls halbherzig gegen Süchtige, Ärzte und Apotheker vor, die sich Vergehen schuldig machten, gegen die Hersteller gar nicht.

Neben Deutschland waren es in der Zwischenkriegszeit v.a. Frankreich und USA (wo damals der „Speed Ball“ erfunden wurde), wo diese Kokain-Welle ablief. In Pitigrillis Roman „Kokain“ (s.u.) findet sich eine Schilderung der Szene im Paris der 1920er, wo die Droge gerne mit Champagner genommen wurde. In vielen westlichen Großstädten wurde Kokain unter den Intellektuellen, Künstlern und Wohlhabenden zur Mode. Berlin war diesbezüglich führend, das Mittel wurde von vielen Strassenhändlern eigentlich illegal angeboten und recht offen konsumiert. Das Schnupfen des weissen Pulvers kam auf. Dies ist effektiver als die orale Einnahme, weniger gefährlich als das Injizieren. 1927 scheint der Höhepunkt dieser Welle gewesen zu sein. Das „Opiumgesetz“ 1929/30, die deutsche Umsetzung der Beschlüsse der Drogenkonferenz 1925, hat den Handel und Konsum Kokains und entsprechender Mittel zu nicht-medizinischen Zwecken ausdrücklich verboten.

Die Weltwirtschaftskrise tat das ihrige, den Deutschen die teure „Champangnerdroge“ Kokain auszutreiben. Dazu kam noch, dass die Pharma-Industrie in den 1930ern neue Munter- und Mutigmacher auf den Markt brachte, v.a. Amphetamine wie „Pervitin“ (dazu auch ein anderes Mal mehr). Die Nazi-Grösse Hermann Göring hat anscheinend neben Codein auch Kokain und Morphium genommen; das „Koks“ hat er wohl im 1. WK bei den Fliegern kennen gelernt. Kokain spielte im Ersten Weltkrieg eine wichtige Rolle, Methamphetamin im Zweiten. Nichtsdestotrotz wurde das deutsche Opiumgesetz auch in der NS-Zeit mehrmals ergänzt und verschärft.

Die Implementierung der Beschlüsse der Genfer Konferenz 1925 in verschiedenen Ländern brachte für die NCF starke Rückgänge des Umsatzes – jene Länder, in die die Firma Kokain exportiert hatte. Daher produzierte NCF nun auch Morphium, Heroin, Codein, Ephedrin, Amphetamine oder Novocain. Für die Opiate nahmen die Niederländer Mohnstroh als Ausgangsmaterial. Aber auch diese Mittel durften bald „nur noch“ als Arzneimittel verwendet werden. Im 2. Weltkrieg ging die Umsatzkurve wieder nach oben, als sie Amphetamine herstellten.

Ein Wendepunkt war dieser Krieg auch insofern, als die US-Hegemonie danach in vielen Bereichen/Regionen nicht mehr herausgefordert wurde. Deutschland mit seiner Kokain-Produktion war etwa ausgeschaltet. Als Peru auf amerikanischen Druck Verarbeitung bzw Export einstellte, die USA also die Quelle des Kokain kontrollierten, war es mit seiner pseudo-medizinischen Verwendung vorbei. Die Transformation vom Medikament zur Droge ist spätestens hier anzusetzen. Andere Lokalanästhetika gab es schon lange, seit kurzem auch neue Stimulantien (Amphetamine).

Ende der 1940er stellte Peru auf Druck der USA (FBN, Anslinger) und der UN die Exporte von Coca ein (Paste war das Exportgut). Die peruanische Regierung selbst beantragte 1947, über ihren UN-Gesandten, eine UN-Untersuchung zum Coca in den Regionen Südamerikas in denen es verbreitet war. Die bolivianische Regierung unterstützte das 1949. 1948 gab es in Peru den Putsch von General Manuel Odría, gegen den demokratisch gewählten Präsidenten José Bustamante, dessen Minister er gewesen war. Bustamante hatte zuvor die linke Alianza Popular Revolucionaria Americana (APRA) aus der Regierung gedrängt, aber das war Odria nicht genug. Dann gab es 1949 den Besuch der Coca-Untersuchungs-Kommission der neu gegründeten UN bzw ihrer Commission on Narcotic Drugs (CND), in Peru und Bolivien, die das Coca-Blatt-Kauen und die Kokain-Herstellung in Südamerika beurteilen sollte.

Die Kommission kam 1949, September bis Dezember, nach Peru und Bolivien, bestand aus 8 Leuten. Vorsitzender war Howard Fonda, Vizepräsident des amerikanischen Zweigs des britischen Pharma-Unternehmens Burroughs Wellcome… Zumindest er sprach weder Spanisch noch Quechua oder eine andere der „indianischen“ Sprachen der Region, möglicherweise keiner in der Gruppe. In einem Interview bevor die Reise losging, nahm der Anslinger-Freund die Ergebnisse der Untersuchung vorweg: „Wir glauben, dass das tägliche Kauen von Koka-Blättern nicht nur schädlich ist, sondern der Grund für rassische Degeneration in Teilen der Bevölkerung, und der Dekadenz die sich bei vielen Indianern zeigt. Unsere Untersuchungen werden die Stimmigkeit unserer Annahmen zeigen und wir werden hoffentlich einen vernünftigen Aktionsplan präsentieren, um die sichere Abschaffung dieser verderblichen Gewohnheit zu erreichen.“

Der Untersuchungs-Bericht wurde im Mai 1950 vom Wirtschafts- und Sozialrat der Vereinten Nationen (ECOSOC), zu dem die CND gehört, präsentiert. Die Schlussfolgerungen darin waren, dass das Coca-Kauen negative Effekte hatte, auch wenn es als „Gewohnheit“, nicht „Sucht“, eingestuft wurde. Es sei schuld am „unmoralischen Verhalten“ des Anden-Mannes und seiner Unterernährung (bemerkenswert, dass zu den Lebensbedingungen sonst nichts kam), seine „Produktionsleistung“ schmälern würde. Das Coca-Blatt sei ein lösbares internationales soziales wie chemisches Problem. Der unausgewogene und rassistische Bericht wurde von der UN angenommen (auch die WHO verwendete ihn) und von der peruanischen Oligarchie willkommen geheissen. Es wurde seither viel Kritik an ihm und der zugrunde liegenden Untersuchung geübt, an den (dafür mangelnden) Qualifikationen und Parallelinteressen (!) der Kommissionsmitglieder, dem parteiischen und voreingenommen Vorgehen, den rassistischen Konnotationen, unwissenschaftlichen Beobachtungen und Schlüssen, der Nicht-Einbeziehung bestehender Literatur zum Thema.

In Peru gab es damals schon eine Zeit lang intensive Debatten um Coca und Kokain, das wirtschaftlich für das Land eine grosse Rolle spielte. Es gab die Anti-Kokainismus-Liga des Carlos Ricketts, und, quasi als Gegenpol, Carlos E. Paz Soldan, einen Mediziner mit USA-Erfahrung, der 1929 zu peruanischem Widerstand gegen globale Coca-Kontrollen und dessen Schutz durch ein Staatsmonopol aufrief. Dieses kam auch zu Stande, vor der internationalen Untersuchung, allerdings weniger zum Schutz als zur Einschränkung, noch unter Präsident Bustamante. Carlos Gutierrez Noriega, ein Mediziner aus Peru, Mitglied der weissen Oberschicht, verfasste 1947 die anthropologische Studie „Coca y cocaína en el Perú“. Darin wurde die Behauptung aufgestellt, dass die appetitzüngelnde Wirkung des Cocas negative Auswirkungen auf die Ernährung seiner Konsumenten hätte, zu weniger und unausgewogener Ernährung führe. Gutierrez, der auch über die „Probleme der Homosexualität“ schrieb, erwähnte immerhin auch, dass schlechte Lebensstandards und Mangel an verfügbarer Nahrung hierbei auch ein Faktor waren. Der Anthropologe Roderick Burchard schrieb 1992 im Fachjournal „Current Anthropology“ eine Entgegnung auf Gutierrez‘ Coca-Studie, „Coca Chewing and Diet“. Er verwies darin auch auf zwei Studien mit gegensätzlichen Schlussfolgerungen (von Norman Fine, William Carter).

Das Militärregime von Odria (1948-50) machte Coca und Kokain in Peru schliesslich illegal, vor dem Untersuchungs-Bericht, aber in Zusammenhang mit ihm (USA). Eine Entwicklung, die (bezüglich des Kokains) auch weit über Peru hinaus Folgen hatte. Dass das Coca-Blatt-Kauen in Peru (und einigen Nachbarländern) auch im Militär verbreitet war und nun von einem Militärregime verboten wurde, bringt die Umwälzung für das Land gut herüber; dazu kam der wirtschaftliche Aspekt. Die Ermächtigungen für die letzten privaten Produktionsstätten wurden aberkannt, die Kokain-Herstellung sollte nun ganz in staatliche Hände übergehen, und dem Export für medizinische und aromatische Verwendungen dienen. 1949 schuf die peruanische Regierung den Estanco de (la Hoja de) Coca, ein Regierungs-Monopol bzw -Monopson, Coca von den Bauern zu kaufen und für alle Transaktionen damit. Die Rechte und der freie Markt – nicht immer konsequent. Eingebracht hat den Gesetzesvorschlag Carlos Ricketts, damals Parlaments-Abgeordneter. In den 1950ern entstand die Behörde ENACO zur Ausübung des Staatsmonopols bzw der Kontrolle von Anbau, Handel, Verarbeitung, Konsum von Coca.

In Bolivien gab es in der Zeit nach dem 2. Weltkrieg eine ähnliche Entwicklung wie in Peru. Niederländisch Indien (Java, NCF) wurde um diese Zeit als Indonesien unabhängig, Taiwan kam von Japan zu China (zurück), wurde dann de facto unabhängig. Es scheint, dass es mit der Coca-Kultivierung in Asien durch diese Umwälzungen zu Ende war. Und über das Coca Lateinamerikas übte der globale Norden, der gerade einen Weltkrieg hingelegt hatte, die Kontrolle aus. Wichtige Anpflanzer/Hersteller/Exporteure von Coca in Peru wie Andres Soberon gingen in den 1950ern nun zu illegalem Wirken über, nach wie vor vorwiegend in der Huanuco-Region. Der Export in die USA ging vorwiegend über Chile und Kuba (amerikanische Mafia!). Das nun illegale Kokain war nicht mehr medizinisch rein. Nach dem Sturz von Kubas Staatschef Batista 1959 führte der Weg über Mexiko. Kolumbien kam erst in den 1970ern ins Spiel.

In der Single Convention on Narcotic Drugs 1961 („Einheitsabkommen über die Betäubungsmittel“), einem internationalen Vertrag unter UN-Aufsicht, wurden Coca-Blätter in die Klasse I eingestuft, mit Kokain und Heroin. Ausschlaggebend war dabei wiederum der Bericht von 1950! Coca-Sträuche und -Blätter sind damit in den Unterzeichner-Ländern illegal. Die Übereinkunft von 1961 machte eine Ausnahme für die industrielle Nutzung von Kokain-freiem Coca, somit hauptsächlich für Coca-Cola. Auch die medizinische (und wissenschaftliche) Nutzung blieb legal. In den Anden-Staaten wurde das Coca-Kauen dadurch weiter in die Illegalität gedrängt.

Nach dem blutigem, CIA-unterstützten Putsch in Chile 1973 gegen den demokratischen sozialistischen Präsidenten Salvador Allende überzeugten Angehörige der Nixon-Regierung Augusto Pinochet, den Kokain-Handel über das Land zu schliessen, die führenden Händler an die USA auszuliefern. Durch die Schliessung des chilenischen Korridors verschob sich die Route aus Peru und Bolivien aber einfach nach Kolumbien. Kolumbianische Mittelsmänner, die bereits als Kuriere arbeiteten, bekamen entscheidende Rollen im Kokain-Handel in die USA. Coca-Paste aus Peru und Bolivien wurde danach an Kolumbianer verkauft und von ihnen in den Norden nach Kolumbien mitgenommen, über Leticia, die Grenzstadt Kolumbiens im Süden, zu Peru.

Peru, Bolivien und Kolumbien sind die Coca-Staaten; jene Länder wo der Coca-Strauch hauptsächlich vorkommt, wo die Blätter von Teilen der Bevölkerung (hauptsächlich „Indios“) konsumiert werden, und wo daraus Kokain hergestellt und dann exportiert wird. Für einige umliegende Staaten oder Regionen davon gilt das auch noch, v.a. Ecuador. Die Herstellung von Kokain verlagerte sich durch die weitgehende Illegalisierung nach dem 2. Weltkrieg in die Anbaustaaten. Die Extraktion von Coca-Paste aus den getrockneten Blättern wird meist als Säure-Extraktion in Plastiktonnen, Badewannen oder ausgehobenen Erdlöchern durchgeführt (sonst als Lösungsprozess, wie früher). Dabei werden als Extraktionsmittel neben Schwefelsäure oft technische Chemikalien wie Kerosin oder Batteriesäure verwendet, was mit ein Grund für die vielfältigen Verunreinigungen des illegalen Kokains ist – und oft auch der Umwelt der Produktionsorte. Die dabei unter anderem durch Stampfen oder Pressen entstehende Coca-Paste („Basuco“, „PBC“ oder „Paco“; Kokain-Sulfat) hat einen Wirkstoffgehalt von 30 bis 80 %. Dieses Zwischenprodukt war früher lange das Exportgut und die weiteren Schritte nahmen westliche Pharmakonzerne vor.

Danach gibt es einen Reinigungsprozess, um aus der Paste eine Base herzustellen, meist in transportablen Labors, in Kolumbien. Die Paste wird in in Schwefelsäure gelöst, Kaliumpermanganat zugesetzt. Nun verfärbt sich die Paste von gelb-braun zu weiss (eigentlich farblos), sie wird gefiltert und mit Ammoniak behandelt. Im letzten Schritt wird durch Lösen, Filtern und Trocknen das gängige kristalline Kokain (Kokainhydrochlorid, HCl) gewonnen. Kokain-Hydrochlorid wird dann vor dem Export oder vor dem Endverkauf mit diversen Mitteln gestreckt, um das Volumen und damit die Profite zu erhöhen. Diese Mittel reichen von harmlosen wie Talk über andere Drogen wie Amphetaminen zu giftigen wie Strichnyn. Die Zwischenprodukte der Kokainproduktion, Paste und Base („Freebase“), sowie verschiedene Abfallprodukte bei der Verarbeitung von Kokainbase zu Kokainhydrochlorid, haben sich in Südamerika als Droge verbreitet, während das teurere Endprodukt nach Nordamerika oder Europa geht.

Zwar gibt es verschiedene Verfahren für eine Synthese von Kokain, jedoch sind diese aufwändiger als die Extraktion des Naturprodukts und werden daher wenig für die legale Herstellung des Kokains (für medizinische und aromatische Zwecke) oder die illegale angewendet. Für die illegale Drogen-Industrie wäre synthetisches Kokain einerseits sehr attraktiv, da es mit der Abhängigkeit von den Rohstoffen des Südens, den Gefahren des Exports, und im Süden mit der aufwändigen Herstellung Schluss machen würde, die Kokain-Produktion wie jene für Methamphetamin in Labore in den Endverbraucher-Staaten verlagern würde. Doch die natürlich Herstellung von Kokain ist einfach viel billiger. Aus 1000 Kilogramm Kokablättern, der Jahresernte von einem Hektar, entstehen etwa 10 kg Pulver (vor der Streckung).

Ende der 1960er, Anfang der 70er begann im Westen (ansonsten nur in manchen Oberschichten) eine neue Kokain-Welle, die erste vollends illegale. Die Leistungsdroge, die Droge der Reichen, der aufputschende Gegensatz zum Heroin, das eine Art Weltflucht darstellt. Mit einem Röhrchen oder einem Geld-Schein wird der „Schnee“ in die Nasenlöcher gezogen. Woody Allen musste in „Der Stadtneurotiker“ im falschen Moment niesen, prustete Stoff für einige hundert Dollar weg. Rockbands schicken auf Tourneen oft den Warnruf „No Snow – no Show“ voraus, erwarten von Tournee-Managern, das „Koks“ zu besorgen. Koks wurde die Droge der Yuppies (auch des fiktiven Patrick Bateman in „American Psycho“). Wurde/wird im Profi-Sport als Doping verwendet. Die Medizin, die Kokain lange als ein Heilmittel sah, musste endlich beginnen, mit der Kokain-Sucht und anderen Folgeerscheinungen seines Konsums umzugehen. Durchlöcherten Nasenscheidewänden etwa. Der Polizei gehen hauptsächlich die Strassen- bzw Endhändler ins Netz. Speed, Ecstasy, Meth haben Koks ab Anfang der 1990er etwas den Rang abgelaufen.

Prominente werden gelegentlich des Konsums überführt oder beichten ihn, etwa Miles Davis, Abraham Ofarim (Reichstadt), Joni Mitchell (neben Anderem), der Washingtoner Bürgermeister Marion Berry (beim Crack-Rauchen vom FBI gefilmt), Stephen King, Anton Szarközi („Tony Wegas“; „Auf Koks kannst du Wien-Hamburg und retour fahren ohne Pause“), Carlos Estevez („Charlie Sheen“), Fritz Wepper, „Nino de Angelo“ vulgo Domenico Gorgoglione, Whitney Houston (v.a. Crack), Michel Friedman (im Zusammenhang mit Zwangsprostitution), Marco Pantani, Kate Moss (auch unter anderen), die Fussballer Diego Maradona, Josep Guardiola, Paul Gascoigne, Claudio Caniggia, Adrian Mutu, Christoph Daum, Phil Bosnich, „Wim“ Kieft (er anscheinend nach der Karriere), oder Rainhard Fendrich, Eckart Witzigmann, Dennis Quaid, Lindsay Lohan, Drew Barrymore, Tim Allen, Robert Ford (der Ex-Bürgermeister von Toronto, beim Rauchen von Crack gefilmt und zusammen mit somalischen Dealern fotografiert).

Einen richtigen Boom gabs in der USA der 1980er, auch als Nebeneffekts der amerikanischen Destabilisierung Nicaraguas zu der Zeit, aber nicht nur. Die Verfügbarkeit war eine Sache; Kokain war aber vor allem die Droge dieser Zeit. Die von der Reagan-Regierung gegen die nicaraguanische Sandinisten-Regierung unterstützten Contras durften Kokain in die USA verkaufen. Im Rahmen der Aufdeckung der Iran-Contra-Affäre kam ans Licht, dass die CIA von diesen Aktivitäten wusste und sie duldete. Die Erlöse flossen grossteils in die Finanzierung der militärischen (bzw terroristischen) Aktivitäten der Contras. Das Kokain kam aus Kolumbien, vom Medellin-Kartell, kam über Mittelamerika in den Norden. Panamas Staatschef Noriega war an dem Handel auch beteiligt, solange er bei der Unterstützung der Contras half und überhaupt nützlich war, wurde das von der USA toleriert. Ein grosser Teil dieses Kokains wurde zu „Crack“ verarbeitet und Schwarzenviertel im Grossraum Los Angeles damit überschwemmt. Daddy Bush hat 1989 Noriega in Panama stürzen und festnehmen lassen.

Versuche, Kokain zu rauchen, gab es schon lange. Parke-Davis hat schon 1886 Coca-Zigarren auf den Markt gebracht. Aber Hitze zerstört Kokainhydrochlorid, anstatt es zu vaporisieren, daher wirkten sie nicht gut und verkauften sich schlecht. Freebase und Crack sind die rauchbaren Zubereitungen. Crack entsteht aus dem Aufkochen von Kokainhydrochlorid mit Backpulver (Natriumhydrogencarbonat/Natron) oder Ammoniak und Wasser. Es wird durch diese Streckung stärker. Crack ist wasserunlöslich, Spritzen oder Sniffen ist daher zur Einnahme ungeeignet. Es wird geraucht, die Dämpfe des verbrannten Zeugs eingeatmet, entweder von einer Glas-Pfeife oder einer Aluminium-Folie, der Name „Crack“ kommt vom Geräusch beim Aufkochen (knistern=crackle). Die Wirkung kommt sofort, schneller als bei einer intravenösen Verabreichung – und verschwindet nach wenigen Minuten wieder. Daher ist schon bald eine neue Einnahme nötig, um nicht einer tiefen Depression anheim zu fallen.

Der folgende Abschnitt ist von http://www.drogenmachtweltschmerz.de/2013/10/us-drogenpolitik-werkzeug-des-rassismus/ übernommen, da es da nichts hinzuzufügen oder zu verändern gibt: „Als Anfang der 80er an der Westküste der USA das erste Mal die Droge ‚Crack‘ auftauchte, entwickelte sich das äußerst billige und rauchbare Kokain bald zum Rauschgift der Armen. Kurz darauf kursierten in den Medien die ersten Bilder von Schwarzen, die, anscheinend unter dem Einfluss der Droge, die grauenvollsten Verbrechen begingen. Das Volk war empört und der damalige Präsident Reagan reagierte und beschloss das Strafmaß von Kokain und der neuen ‚Teufelsdroge‘ auf ein Verhältnis von 1:100 festzulegen. Wer also 50 Gramm Crack mit sich führte, den erwartete die gleiche Strafe wie denjenigen, der mit fünf Kilo Kokain erwischt wurde. Von Anfang an stieß dies auf Kritik, da es zum einen jeglicher wissenschaftlicher Grundlagen entbehrte und zum anderen normales Kokain zu verharmlosen schien. Dass Kokain als die Droge der weißen Mittel- und Oberschicht schlechthin gilt, muss man nicht weiter erwähnen.“

Kolumbien produziert heute ca. 80% des Kokain-Weltkonsums, den grössten Teil des Kokains für die USA, und 3/4 des Heroinbedarfs der USA. Seit Jahrzehnten spielt sich im Land eine bürgerkriegsähnliche Gewalt zwischen dem Staat, linken Milizen (v.a. FARC, ELN), und den Drogen-Kartellen von Cali und Medellin ab; und die USA mischt mit. Das Medellin-Kartell, entstand in den 1970ern, nachdem Pinochet die Kokain-Route über Chile schloss. Das Kartell unter ihrem Chef Pablo Escobar verarbeitete Coca-Blätter und -Paste aus Kolumbien, Peru und Bolivien in grossem Stil zu Kokain für die Erste Welt. Das amerikanische Koks der 80er kam hauptsächlich von diesem Kartell. 1993 wurde Escobar, der offiziell in Medellin eine Fahrrad-Werkstätte betrieb, von der Polizei erschossen. Eine Drama-Serie auf „Netflix“ behandelt sein Leben. Das Cali-Kartell im Süden Kolumbiens wurde von den Rodríguez Orejuela-Brüdern geführt und ist vom Medellin-Kartell weggebrochen. Beide Kartelle wurden Mitte der 1990er zerschlagen, durch Tötungen und Verhaftungen ihrer Führer; es gibt Nachfolger. Die Kartelle bilde(te)n einen Schattenstaat, verfügen über rechte Milizen.

Der „Krieg gegen die Drogen“ wurde 1971 unter Nixon ausgerufen; infolge wurde die Drug Enforcement Administration (DEA) ins Leben gerufen. Doch bereits 1961 haben die USA mit der Vernichtung von Coca-Sträuchen in Südamerika begonnen. Später hat die DEA neben dem SOUTHCOM des Militärs immer wieder eingegriffen, v.a. in Kolumbien, dem wichtigsten Produktionsland (eines der lateinamerikanischen Staaten mit permanenter USA-Militärpräsenz), aber auch den Anbauländern Peru und Bolivien, sowie den Transitländern in Mittelamerika. Dazu gehört das Versprühen von Herbiziden von Flugzeugen in den Anbauländern, eine sehr kontroversielle Methode aufgrund der ökologischen, gesundheitlichen und sozioökonomischen Folgen. Manchmal wird es von Söldner-Firmen wie „DynCorp“ durchgeführt. In Peru ist noch immer die Provinz Huanuco Zentrum des Coca-Anbaus (und der Erst-Verarbeitung zu Paste), v.a. das Huallaga-Tal; in den 1980ern haben dort, in Santa Marta, US-Soldaten zusammen mit peruanischen eine Militär-Aktion durchgezogen. USA-Regierungen animieren auch die Regierungen der Andenländer, ihre Wälder mit giftigen Chemikalien zu besprühen, um Kokasträucher zu eliminieren.

Die harmlosen Kokabauern, die die Blätter nicht weiter verarbeiten und auch nicht exportieren, geraten in diesem Krieg leicht zwischen die Fronten. Zumal mit den wechselnden bzw gemischten Interessenslagen. Und viele andere Zivilisten haben keine Wahl, als von Drogen zu leben, wie in Afghanistan, und sich der Macht der Kartelle zu beugen. Der Süden liefert Rohstoffe für den Norden, die dazugehörige Gewalt und Konflikte spielen sich hauptsächlich im Süden ab. Das ist auch bei der Herstellung von Kokain in Kolumbien und dem Transit durch Mittelamerika (v.a. Mexiko) in die USA so.

Von den vier Verwendungen von Coca-Blättern, Kauen, Verarbeiten zu Kokain, zu Medikamenten, zu Aromen für Getränke, sind in den meisten Staaten und international die letzteren zwei legal; und, ihre Herstellung hängt miteinander zusammen. Coca-Cola enthält seit über 100 Jahren nur noch nichtalkaloide Inhaltsstoffe (Aromen) der Cocablätter. Für ent-kokainisierte Blätter wurde im Abkommen 1961 eine Ausnahme gemacht, manche sagen, aus Rücksicht auf den Coca-Cola-Konzern. Auch bekam der Konzern eine Ausnahmeregelung vom Jones-Miller-Gesetz, das Coca-Importe in die USA verbietet. Dies kam Ende der 1980er ans Licht, als die „New York Times“ darüber berichtete. „Stepan Company“ in Maywood, New Jersey, ein Hersteller von Spezial-Chemikalien, importiert die Coca-Blätter, mit einer Sondergenehmigung der DEA, hauptsächlich aus Peru, und extrahiert das Kokain. Stepan hatte auch Protektion von Anslinger und der DEA-Vorgängerbehörde. Der nicht-alkaloide Auszug wird an Coca-Cola verkauft; das Kokain (quasi das Neben-/bzw Abfallprodukt) an den Chemie-/Pharmakonzern „Mallinckrodt“ in Missouri, für die Herstellung von medizinischem Kokain. Das Kokain wird in gepanzerten Lastwagen dorthin transportiert. Mallinckrodt darf auch Opium aus Indien importieren und in der USA angebautes Cannabis verwenden, zur Verarbeitung für Medikamente. Der Anteil an munter machenden Koka-Essenzen im Koka-/Kräuterlikör „Agwa“ wiederum entspricht laut Angaben des Herstellers 40 Gramm pro Liter. Blätter werden unter Militärbewachung aus Bolivien in die Niederlande verschifft, heisst es, dort entkokainiert. Auch in „Red Bull Cola“ findet sich „harmloses“ Coca als Aroma.

Der medizinische Gebrauch von Kokain wurde ab den 1910ern immer mehr eingeschränkt, der als Genussmittel noch früher. Es gibt aber noch immer medizinisches Kokain(-Hydrochlorid), in der 1. Welt. Mallinckrodt ist anscheinend der einzige Hersteller. Es findet als lokales Anästhetikum und Blutstiller Anwendung. Als Lokalanästhetikum wird es als Lösung oder Salbe für Augen, Ohren, Nase, Hals verwendet, für kleinere Operationen sowie Untersuchungen. Zahnärzte benutzten Kokain nicht mehr als Lokalanästhetikum; Augenärzte verwenden es, etwa um Fremdkörper aus dem Auge rauszuholen. Im Unterschied zu anderen lokalen Nervenbetäubungsmitteln wirkt Kokain nicht gefässerweiternd sondern gefässverengend. Das ist gut, wenn es nicht bluten soll. Kokain-Tinktur wird für Vasokonstriktion verwendet, als Blutstiller bei Operationen oder in der Notbehandlung. Die medizinische Verwendung wird überall streng reglementiert und kontrolliert, wie auch beim Heroin. Für Kokainisten ist medizinisches Kokain Luxus.

Die Illegalität des Kokains hat auch Nachteile, wie alles. Kokain ist eines der wenigen Produkte, die im Süden nicht nur gewachsen sind, sondern dort auch hergestellt werden und von dort exportiert werden. Schätzungen zufolge hat der Kokain-Handel ungefähr die Hälfte des Wertes des Welt-Kaffee-Handels. Der Transit in die USA geht über Mittelamerika oder die Karibik in die USA; aus dem Karibik-Raum auch nach Europa, Ostasien, Afrika. Der Weg des Kokains (zT auch des Heroins) von Südamerika nach Europa läuft heute zT über West-Afrika (Nigeria,…). Für die Transit-Länder bringt das viel Gewalt mit sich. Der vom organisierten Verbrechen gesteuerte internationale Drogenhandel wirft hohe Profite ab, durchläuft viele Stationen.

Die Mittelamerika-Route führt u.a. über Mexiko, wo Gewalt und Verbrechen explodiert sind. Ungefähr 90 % des in der USA konsumierten Kokains kommt über Mexiko. Auch Heroin, Methamphetamine und Cannabis kommen aus Kolumbien über die Route. Kokain ist etwas, wofür viel Geld von der USA nach Mexiko fliesst. Die illegale Einwanderung von Mexik in die USA ist zT mit Kokain-Schmuggel verbunden. In Mexiko organisieren Kartelle den Drogentransit, der viel Gewalt bringt. Joaquín „El Chapo“ Guzmán ist der Chef des Sinaloa-Kartells, nach dem Bundesstaat an der Pazifik-Küste benannt; er hat 2 Festnahmen und 2 Gefängnisausbrüche mit Hilfe von Beamten zu Buche stehen.

Auf der Karibik-Route starten von der südamerikanischen Nordküste Schnellboote mit der Ware an Bord, etwa von Venezuela über Trinidad-Tobago, der Dominikanische Republik, oder via Jamaika. Es gibt auch tauchfähige selbstfahrende Schiffe, die an der USA-Küste „entgegengenommen“ werden. In Jamaika hat Christopher „Dudus“ Coke das Geschäft seines Vaters übernommen, Kokain und Marijuana aus Südamerika in die USA zu exportierten. Er handelte auch mit Waffen, hatte eine Gang. 2010 wurde er in die USA ausgeliefert, was seine Anhänger (für die er ein Wohltäter war, der sich um Arme kümmerte) zu verhindern versuchten. Er ist in New York zu 23 Jahren Haft verurteilt worden.

Der „Stoff“ wird auch mit Kurieren transportiert, die Beutelchen schlucken, oft Dutzende, manchmal über 100, zB gefüllte Ballone oder Kondome. Geplatzte Päckchen bringen fast sicher einen Tod durch eine Überdosis; aber auch andere „Komplikationen“ können auftauchen. Für jene, die bei Kontrollen überführt werden, gibt es mancherorts spezielle Toiletten im Polizeigewahrsam, die es erlauben, ausgeschiedene Schmuggelware von Fäkalien zu trennen… Dann gibt es das sogenannte „schwarze Kokain“ („Coca Negra“) eine spezielle Form, die in jüngerer Zeit zum Schmuggeln verwendet wird. Dabei wird Kokain zB mit Kobalt- und Eisenchlorid vermischt. In dieser (nicht konsumierbaren) Form wird Kokain nicht mehr von den üblichen Tests erkannt. Im Zielland wird das Kokain dann reextrahiert.

Hauptumschlagplatz für den US-amerikanischen Kokain-Markt ist Miami, Florida. Dort tobt ein blutiger Bandenkrieg: Exilierte Kolumbianer und Kubaner kämpfen um die Vorherrschaft. Griselda Blanco, u.a. die „schwarze Witwe“ genannt, war für das Medellín-Kartell in den 70ern und 80ern in Miami, wurde 2012 in Kolumbien getötet.

Im Werbetext zum Buch „Kokain: Eine deutsche Dealer-Karriere“ (2014) von Stefan Liebert & Kajo Fritz heisst es: „Kokain, einst Treibstoff der Elite, ist zur neuen Volksdroge geworden: Neun von zehn Geldscheinen, die hierzulande um Umlauf sind, weisen Spuren des Stoffs auf. Das weiß niemand besser als Stefan Liebert. Der Spross einer Hamburger Kiez-Familie ist gerade mal achtzehn Jahre alt, als das weiße Pulver ihm zum ersehnten Aufstieg in die Upper-Class verhilft. Jahrelang versorgt er Ärzte, Manager und Politiker, aber auch Bankangestellte, Kellner und Handwerker mit Kokain. Er wird zu einem der einflussreichsten Drogendealer der Republik. Doch dann lässt er sich mit der albanischen Mafia ein – und das kostet ihn beinahe das Leben.“ Auch wenn man Kokain-Dealer ist, irgendwen gibts auch dann noch, den (die) man als den (die) wirklich Bösen darstellen kann. Und noch eine Beobachtung zu der Droge: Der Pharmakologe David Nutt war Drogenbeauftragter der britischen Regierung. In einem Interview mit der „Sunday Times“ sagte er, die globale Finanzkrise ab 07 sei vor allem auf den Kokainmissbrauch durch Banker zurückzuführen: Die Droge mache die Bankmanager zu selbstsicher und maßlos.

Indigene in der nördlichen Andenregion, vorwiegend Quechua und Aymara, kauen noch immer bzw wieder Coca-Blätter, meist angefeuchtet mit Kalklösung. Sie wirken leistungssteigernd, leicht euphorisierend, schmerz- und hungerstillend, helfen gegen Symptome der Höhenkrankheit. Auch wird gern ein Aufgussgetränk damit zubereitet. 4-5 Gramm an Blättern werden von Konsumenten durchschnittlich genommen, die in diesen Regionen normal wie wie Café bei uns sind. Wie beim Mohn ist hier mäßiger lokaler Gebrauch nahe beim Anbau und der Herstellung des Konzentrats für den Export. Coca verhält sich zum Kokain, heisst es, wie ein Esel zum Überschallflugzeug.

Anbau und Konsum von Coca-Blättern waren in den betreffenden Staaten in Lateinamerika (v.a. Peru, Bolivien, Kolumbien) zeitweise verboten. Inzwischen hat aber wieder eine Differenzierung zwischen Kokain und Coca eingesetzt, wurde der Coca-Konsum weitgehend als Teil der Landeskulturen anerkannt. Der Anbau ist meist beschränkt, in der Grösse und vom Ort; Coca-Bauern werden „Cocaleros“ genannt. Besitz, Verkauf und Konsum von unverarbeitetem Coca ist in der Regel legal. Das hat auch mit einem neuen lateinamerikanischen Selbstbewusstsein zu tun, welches dezidiert das Erbe der Ureinwohner des Kontinents miteinschliesst und nicht das europäische Element zum einzigen Bezugsrahmen macht. Boliviens jetziger Präsident Evo Morales ist Aymara, der peruanische Präsident Humala ist halber Quechua, Hugo Chavez hatte indianische und afrikanische Vorfahren. Morales zeigte bei seiner Rede vor der UN-Vollversammlung 06 ein Cocablatt herum, als er über das Anliegen sprach. Chavez hat 08 gesagt, dass er täglich Coca kaue.

In Bolivien wurde das Recht der Indigenen auf den Coca-Konsum 1964, unter der Diktatur von Barrientos, aberkannt – nach der Unterzeichnung der Single Convention on Narcotic Drugs. Einige bolivianische Militärregierungen traten hart gegen Coca auf, waren mit der Untergrund-Kokain-Industrie aber verbandelt. Das war unter den Generälen und Staatschefs Banzer und Garcia Meza so. Unter zweiterem gab es einen Bildungsminister namens Ariel Coca (!), auch einen Militär, der als Pate dieser Industrie gilt. Evo Morales war früher Chef der grössten Vereinigung der Coca-Anbauer Boliviens. 2011 hat sich Bolivien unter im als Präsidenten von der Convention von 1961 zurückgezogen. Es trat 2013 wieder bei, erhielt vom INCB eine Ausnahme für das Verbot des Kauens von Coca-Blättern. Wichtige Delegationen wie jene von USA, GB, Russland, lehnten das ab, mit dem Hinweis auf die Gefahren der Kokain-Herstellung. Coca-Kauen wurde in Bolivien wieder legal, während Kokainproduktion und -handel (weiter) strikt bekämpft werden. Wie in Peru ist der Anbau erlaubt, aber reglementiert. In Peru gibt es noch immer die staatliche Enaco, die jetzt Coca-Tee herausbringt.

In Kolumbien, einem Land, das von politischer Gewalt sowie jener der Kokain-Produzenten und ihrer Gegner erschüttert wird, ist die Sache weniger einfach. Anbau, Handel und Konsum ist dort enger begrenzt, im Grunde auf die Reservate der Chibcha/Muisca und anderer Indios – die in Kolumbien einen viel geringeren Bevölkerungsanteil ausmachen als in Peru und Bolivien. Die Gemeinschaft der Paeces brachten 2005 „Coca Sek“ auf den Markt, ein kohlensäurehaltiges Getränk mit Coca-Auszügen. 2007 hat die kolumbianische Regierung die Marke verboten, neben anderen Coca-Produkten, bzw den Verkauf ausserhalb von Reservaten. Dahinter soll Druck von Coca-Cola gestanden sein, die das Wort „Coca“ im Namen als ihr „Eigentum“ sehen, ein Wort, das in genau der betreffenden Region vor Tausenden Jahren entstanden ist.

Ausserhalb Südamerikas unterscheiden Gesetze in der Regel nicht zwischen Coca und Kokain, die Blätter (ihr Besitz, Konsum) werden genau so bestraft wie das Pulver. Der traditionelle Coca-Konsum wurde ein Opfer des Kokains bzw des Kampfes dagegen. Daneben spielen allgemeine prohibitionistische Gründe sowie Verachtung für die Kultur der Ureinwohner Amerikas eine Rolle. Die positiven psychophysischen, sozioökonomischen, ökologischen Aspekte der Pflanze fallen unter den Tisch. Und die Ereignisse im Peru der Nachkriegszeit sind dabei noch immer ausschlaggebend.

Der Weltrat der indigenen Völker hat 1987 in Lima eine Erklärung zugunsten des traditionellen Coca-Gebrauchs abgegeben. Peru und Bolivia versuchten, in die United Nations Convention Against Illicit Traffic in Narcotic Drugs and Psychotropic Substances 1988 Anerkennung für den traditionellen Gebrauch von Coca hineinzubekommen, heraus kam schliesslich der schwammige Satz, „The measures adopted shall respect fundamental human rights and shall take due account of traditional licit uses, where there is historic evidence of such use, as well as the protection of the environment.“ 1994 hat der Internationale Suchtstoffkontrollrat (International Narcotic Control Board, INCB), 1968 in Wien aufgrund des Abkommen von 1961 gegründet, festgehalten dass der illegale Status von Coca eigentlich nicht den Intentionen der Konferenz-Teilnehmer von 1961 entspricht. Bolivien, das „indianischste“ Land Südamerikas, hat sich hier am weitesten vorgewagt, unter Morales.

Opfer von Kokain oder Crack, Leute die direkt daran starben: John Belushi (Speed Ball), Stuart Ungar (Poker-Spieler), „Ike“ Turner, Georg Trakl (starb an einer absichtlichen oder versehentlichen Überdosis von Kokain, an das er Anfang des 20. Jh als Apotheker gekommen war), Rainer Werner Fassbinder (Überdosis, in Kombination mit Barbituraten), Brenda Fassie, Corey Haim

Fassbinder kam gerne in ein kokainfreundliches Schwabinger Künstlerlokal, in dem die Münchner Schickeria verkehrte, die dann in einem Prozess von nichts wusste. Der Film, den Fassbinder 1983 hatte drehen wollen – mit Romy Schneider in einer Hauptrolle -, sollte die Verfilmung des Romans „Kokain“ von Pitigrilli sein, die autobiografisch angehauchte Geschichte eines italienischen Journalisten, der nach Paris kommt, dort Frauen und Kokain kennenlernt. Der Roman „Kokain“ erschienen 1921 und wurde 1979 auf Deutsch neu wieder aufgelegt. „Pitigrilli“ war das Pseudonym für Dino Segre (1893 – 1975)

Weitere künstlerische Referenzen auf Kokain oder Crack:

Der Schotte Robert L. Stevenson schrieb 1885 „Strange Case of Dr Jekyll and Mr Hyde“, was 1886 herauskam. Laut späteren Biografen hat Stevenson während des Schreibens Kokain verwendet, evtl. aus (damals anerkannten) medizinischen Gründen. Und, in der Geschichte geht es ja auch um ein Mittel, mit deren „Hilfe“ sich der brave Dr. Jekyll in den verbrecherischen Mr. Hyde verwandelt, ein Mittel das irgendwie an Kokain erinnert. Vorbild für die Erzählung war allerdings der schottische Kunsttischler William Brodie, der tagsüber ein Vorzeigebürger war, nachts Einbrüche beging – und der keine Drogen nahm.

Der Meister-Detektiv Sherlock Holmes, Geschöpf von Arthur Conan Doyle, ebenfalls ein Schotte, injizierte sich Kokain als „überragendes Stimulans“ und zur „Klärung des Geistes“, sehr zum Mißmut des braven Dr. Watson. Ob Doyle selbst Kokainist war, ist nicht ganz klar. Gottfried Benn war einer, der Arzt und Dichter behandelte die Droge im gleichnamigen Gedicht. M. Agejew vulgo Mark Lewi veröffentlichte 1936 „Roman mit Kokain“ (Роман с кокаином), der während der russischen Revolution spielt. „Walter Rheiner“ schrieb eine Novelle namens „Kokain“ (1918 herausgekommen).

Zwei Tonfilme der 1930er, „Der weisse Dämon“ mit Peter Lorre und „Tango Notturno“ mit Pola Negri, kreisten um das Thema Kokain. Ein Signal für die Wiederkehr der Droge war 1969 die Eingangsszene des Films „Easy Rider“; vor dem Start zu ihrer Motorradreise schmuggeln „Captain America“ und „Billy“ Kokain von Mexiko nach LA, verkaufen es einem Grosshändler in einem Rolls-Royce (gespielt von Phil Spector), nehmen dort selbst eine Prise. In „Papillon“ kommt ausnahmsweise der Konsum von Coca-Blättern durch Indianer vor.

Filme und Serien, in denen der moderne Kokain-Handel oder -Gebrauch thematisiert wird, sind „Miami Vice“, „Goodfellas“, „Scarface“, „Frantic“, „Basic Instinct“, „Bad Lieutenant“ (Crack; es wird gemutmaßt ob Keitel in den entsprechenden Szenen Echtes geraucht hat), „True Romance“ (ein Koffer mit Koks), „Pulp Fiction“, „Gegen die Wand“ (Kokain in Deutschland, Opium in Istanbul…),…; bei den Dreharbeiten zu „Heaven’s Gate“ (Isabelle Huppert,…) soll der Stoff auch eine grosse Rolle gespielt haben

Konstantin Wecker thematisierte seinen Kokain-Konsum u.a. im Song „Kokain“ (1990) und und seinem 1993 erschienenen teils autobiografischen Roman „Uferlos“. Songs darüber gibts auch von J.J. Cale (1976), Dillinger („Cocaine In My Brain“, ein Reggae-Hit aus 1977), Falco (selbst Konsument; „Mutter der Mann mit dem Koks ist da“), Johnny Cash („Cocaine Blues“), Rolling Stones („Let it bleed“), Eric Clapton, Grateful Dead (“Casey Jones”), Eagles („Life in the Fast Lane“), Metallica („Master of Puppets“), Lynyrd Skynyrd („That Smell“), Grandmaster Flash („White Lines“), Black Sabbath („Snowblind“), Rammstein, Extrabreit, im Musical „Anything goes“

Der Maler Otto Dix hielt 1925/1926 die „Koksgräfin“ Anita Berber im Bilde fest, eine deutsche Tänzerin und Schauspielerin

Literatur und Links:

Paul Gootenberg (Hg.): Cocaine: Global Histories (1999)

Christian Rätsch und Jonathan Ott: Coca und Kokain (2004)

Roberto Saviano: ZeroZeroZero. Wie Kokain die Welt beherrscht (2014)

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