Südtirol zwischen Mussolini und Hitler

Es ist dies Fortsetzung eines früheren Artikels, mit dem zeitlichen Rahmen von 1922 (wo dieser Artikel aufhörte) bis 1948, als in Südtirol und Italien überhaupt die Weichen für die Zukunft gestellt waren. Diese knapp 25 Jahre waren (nicht nur für dieses Land und seine Leute) eben von den Regimen Hitlers und Mussolini geprägt. Will man diese Zeit gliedern, so kommt man auf:

  • 1922-43 (Faschismus, Italianisierung, Modernisierung, Industrialisierung; Ausverkauf durch Mussolinis Verbündeten Hitler)
  • 43 bis 45 (nazideutsche Herrschaft; der Weltkrieg kam dann an seinem Ende auch nach Südtirol)
  • 45 bis 48 (Wiederherstellung italienischer Herrschaft, Demokratie kommt erstmals nach Südtirol)

Der Faschismus

1922 wurde Benito Mussolini ja Premier, nach Gewalt-Ausübung durch seine Partei. Bis 1926 war die faschistische Machtübernahme (das Abwürgen der Demokratie) in Italien vollzogen: Auflösung oppositioneller Parteien (die PNF wurde Staatspartei), Ausschaltung des Parlaments, Gleichschaltung der Presse, Polizeiterror gegen Andersdenkende,… Das unter Duldung von König Vittorio Emanuele III.

Die Wahl 1924 war die letzte halbwegs faire in der Zwischenkriegszeit. 1923 kam das Acerbo-Gesetz zustande, eine Wahlrechtsänderung, die der stimmenstärksten Partei zwei Drittel der Parlamentssitze zumaß. Das war 1924 erwartungsgemäß die Lista Nazionale (PNF,…), vor der PPI. Slawen und Deutsche traten wie 1921 wieder zusammen an (Liste di slavi e di tedeschi), konnten in Venezia Giulia (Josip Vilfan,…) und Tridentina einige Sitze erringen. Auch trat eine eigene Liste der Sarden an (die grösste Minderheit Italiens, bis heute, falls sie als nicht-italienische Gruppe klassifiziert werden). Der Jurist Karl Tinzl, im 1. Weltkrieg in der österreichisch-ungarischen Armee, 1919 einer der Mitbegründer des Deutschen Verbands, 1923 Nachfolger von Reut-Nicolussi als dessen Vorsitzender geworden, 1921 bereits in die Kammer gewählt, behauptete 1924 seinen Sitz. Zusammen mit ihm zog Paul von Sternbach ein. Tinzl suchte in dieser Legislatur-Periode, 1924 bis 1929, anfangs eine Verständigung mit den faschistischen Machthabern.

Die PSU, die antimarxistische Abspaltung von der PSI, war dritt-stärkste Partei geworden. Giacomo Matteotti, ihr Sekretär1, verlangte kurz nach der Wahl 24 ihre Annullierung aufgrund von Unregelmäßigkeiten. Einige Tage später war er tot. Die anti-faschistischen Kräfte (die “Aventinianer”) verliessen darauf hin das Parlament. Im Rahmen der Parteien-Auflösung 1926 wurde auch der Deutsche Verband verboten und wurden die Mandate der Aventinianer (darunter war auch Alcide De Gasperi von der PPI) aberkannt. Bei der “Wahl” 29 und den folgenden traten nur die Faschisten an.

1923 wurde im Compartimento Venezia Tridentina die Einheitsprovinz Trentino (Trient) gebildet, die also Südtirol und Trentino umfasste. Mit einem Präfekten, in Trient, und einem Unterpräfekten in Bozen. Im selben Jahr wurden die ladinischen Täler Ampezzo und Buchenstein der Provinz Belluno angeschlossen (Compartimento Venezia Euganea). 1927 wurde im Rahmen einer Verwaltungsreform die Provinz Bozen (Provincia di Bolzano) geschaffen, herausgelöst aus der Einheitsprovinz. Dass Südtirol eigene Provinz wurde, hatte den Hintergrund, das Land der Kontrolle der Trentiner zu entziehen; die Faschisten begannen, den nach Südtirol berufenen Trentiner Beamten zu misstrauen, sie der “Verbrüderung” zu verdächtigen…2 Bei der Provinz Trient blieben das Südtiroler Unterland (Südgrenze Südtirols verlief nun bei Leifers, nicht bei Salurn) sowie der Deutschnonsberg; dies bestand bezüglich Wahlkreisen schon seit 1921 so.

Unter dem Faschismus wurden die Mitglieder der Deputazione provinciale, der Provinzregierung, ab 1923 vom Regime ernannt. Was die Provinzen Bozen und Trient betraf, wurden diese vor dem Faschismus nicht gewählt, weil sie noch nicht bestanden haben. Ende 1928 schaffte man die noch bestehenden Selbstverwaltungsorgane der Provinzen ganz ab und ersetzte sie durch einen ernannten Vorsteher (Preside) und durch ein Rektorat (Rettorato). Die Präfekten, die die Provinzen von Anfang an hatten, blieben. 1925 begann man auch damit, die Gemeindeautonomie abzuschaffen. 1926 wurden – überall in Italien – die gewählten Bürgermeister abgesetzt und staatliche “Amtsbürgermeister”, die Podestà, eingesetzt. In Südtirol waren die (nicht nur frei gewählten, sondern auch “andersstämmigen”) Bürgermeister zT schon vorher abgesetzt worden; in Bozen wurde Julius Perathoner ja 1922 durch einen “Sonderkommissar” ersetzt.

Die nach dem 1. Weltkrieg neu hinzu gekommenen Minderheiten im Norden, Deutsch(sprachig)e, Slowenen und Kroaten wurden eine Zielscheibe im Inneren, neben Regimegegnern. Über den Beginn der Italianisierung in der Venezia Tridentina (Südtirol und Trentino) und Venezia Giulia (Istrien, Görz, Fiume/Rijeka,…) steht schon im erwähnten ersten Südtirol-Artikel einiges. Nicht abzusehen war damals, dass die nationalistische Politik auf eine totale Italianisierung hinaus laufen sollte. Die drastische Einschränkung von Minderheitenrechten betraf auch “alte” Minderheiten, wie die Franco-Provenzalen im Piemont.3 Für die romanischen und/oder in Italien verwurzelten Volksgruppen, dazu sind auch die Sarden oder die Griechen in Kalabrien zu zählen, war der Faschismus in dieser Hinsicht aber wahrscheinlich weniger schlimm.

Als für die Süd-Slawen im Nordosten und die Deutschen, wozu neben den Süd-Tirolern auch die Sprach-bzw Minderheiteninseln der Zimbrer und Mocheni/Fersentaler, Kärntner Kanaltaler sowie weitere im Nordosten zu zählen sind. Nur die Walserdeutschen im Nordwesten (Piemont) waren schon lange in Italien heimisch. Der  Trentiner Irrendentist Ettore Tolomei war Antreiber der Italianisierung in Südtirol, er wollte ursprünglich die Ladiner als Instrument dafür. Ab der Zeit des Faschismus übte Tolomei in Italien Einfluss aus.

Unter der faschistischen Regierung Mussolini kam es zu einem gross angelegten Transfer von Italienern, meist aus dem Süden, Arbeiter- und Beamtenfamilien. Und zum Bau vom Wohnhäusern für die Neuen. In manchen Fällen war die Versetzung in die weit entfernte Provinz Bozen Strafe für mehr oder weniger schwere Vergehen. Die Einwohnerzahl Bozens wuchs von 1921 bis 1939 von etwa 26 400 auf 58 000.

Tolomei verlangte in den 1930ern die Umsiedlung Südtiroler Bauern nach Abessinien/Äthiopien, das Italien gerade in Besitz genommen hatte. Die Ansiedlung von Italienern in Kolonien war ein Projekt des Faschismus; in diesem Fall wäre sie mit einer Ausdünnung der “fremdstämmigen” Minderheit in ihrer Provinz einher gegangen. Österreichisch-stämmige Einwohner Südtirols, die keine italienische Staatsbürgerschaft hatten, wurden ausgewiesen. So der Kärntner Sebastian Weberitsch, der von 1900 bis 1925 als Facharzt in Bozen tätig war (einst von einem Bundesland ins andere gegangen war). Die Staatsbürgerschaft wurde ihm auf sein Ansuchen hin verweigert. Er verfasste Memoiren.

Italienische Einwanderung, industrielle Erschliessung und Modernisierung (von Kraftwerken bis Spül-Toiletten) kamen Hand in Hand nach Südtirol, unter dem Faschismus4. Die Industriezone Bozen wurde ab Herbst 1935 am Südrand der Stadt errichtet, unmittelbar vor der Ernte wurden Zehntausende Obstbäume und Weinstöcke abgeholzt. Es entstand dort das Lancia-Auto-Werk.5 Oder das Aluminiumwerk Montecatini. Diese Betriebe beschäftigten fast ausschliesslich aus dem Süden eingewanderte Italiener. Die städtischen Grosswohnbauten wurden in derselben Gegend errichtet.

Ab 1923 wurden Ortsnamen durch italienische ersetzt (Schilder übermalt,…), die fälschlich als „Rückübersetzungen“ deklariert wurden. Es handelte sich dabei um die Erfindungen Tolomeis. Auch andere Arten von topographischen Bezeichnungen wurden geändert, traten also nicht an die Seite der bisherigen, sondern an ihre Stelle. Die Bezeichnung Alto Adige (manchmal als “Oberetsch” übersetzt) für das Land wurde zu Beginn des 20. Jahrhunderts im Zuge des Irredentismus geprägt, in Anlehnung an den Namen des Départements Haut-Adige im napoleonischen Königreich Italien, das auch den Südteil des späteren Südtirols umfasste.

Auch viele Familiennamen wurden zwangsweise geändert. Und, deutscher Schulunterricht wurde verboten, mit der Lex Gentile 19236. Die Antwort waren Geheimschulen, sogenannnte “Katakombenschulen” (in Erinnerung an die verfolgten Christen im alten Rom). In den 1920er- und 1930er-Jahren wurden zudem in Bozen (v.a. im Stadtteil Gries) mehrere Gebäude im faschistischen Stil errichtet, wie das „Siegesdenkmal“, der Parteisitz (heutiges Finanzamt) und ein neue Gerichtsgebäude. Hinzu kamen Einberufungen ins italienische Militär. In der Phase der schwersten Unterdrückung der Südtiroler söhnte sich das Königreich Italien mit dem Papsttum bzw der katholischen Kirche aus, was seit der Eingliederung des Kirchenstaats in Italien im Zuge des Risorgimento 1870 ausständig war. Die Lateranverträge 1929 brachten die Unabhängigkeit des Vatikans.

Das Julische Venetien im Nordosten, das ehemalige österreichische Küstenland, wies viele Gemeinsamkeiten mit Südtirol auf: das österreichische Erbe, die grosse nicht-italienische Volksgruppe, umstrittene Grenzen. Und die Entwicklung nach dem 1. Weltkrieg bezüglich Italianisierung, vom Austausch von Beamten über die Schliessung anders-sprachiger Schulen und Änderungen von Namen bis zu Ansiedlungen von Italienern. Das Italienische war in der Venezia Giulia aber viel stärker als in Südtirol und die Volksgruppen hier nicht so klar voneinander abgegrenzt (die Kultur war entscheidend).

Und, dort gab es Widerstand der Slowenen und Kroaten. Von der 1924 gegründeten Organisation TIGR, die für Trst (Triest), Istra (Istrien), Gorica (Görz) und Reka (Rijeka) stand; der volle Name war Revolucionarna organizacija Julijske krajine T.I.G.R. Die Organisation bestand hauptsächlich aus Slowenen, die den Nordwesten dieser Region bevölkerten und weniger aus Kroaten Istriens; auch antifaschistische Italiener machten mit. Sie pendelte von rechts nach links. Der Triester Slowene Josip Vilfan, ein Führer der Slawen in Istrien und den umliegenden Ländern, war nicht Teil des radikalen Widerstands von TIGR, musste dennoch Übergriffe und Schikanierungen durch den Faschismus erdulden. 1928 ging er nach Österreich, dann nach Jugoslawien, wie viele Slawen aus dem faschistischen Italien.

Das SHS-Reich (Königreich der Serben, Kroaten und Slowenen, ab 1929 Jugoslawien) war einer jener Staaten, in dem es nach dem 1. WK eine italienische Volksgruppe gab. Circa 500 000 Slowenen und Kroaten lebten in der Venezia Giulia, einige Tausend Italiener im SHS-Königreich (v.a. Dalmatien). Es gab Auswanderungsaktionen, von Italienern v.a. nach Zara/Zadar, von Süd-Slawen in den SHS-Staat (ca. 70 000)7 Eine Art Bevölkerungsaustausch, wobei sich die Grenzen bald wieder ändern sollten. Der italienischen Minderheit verblieben gewisse Rechte (auf Grundlage des Rapallo-Vertrags), die die Südslawen im faschistischen Italien verloren, etwa Elementarunterricht in der Muttersprache. Das SHS-Reich wurde Hauptfeind Italiens. Italien bot etwa Exil/Unterstützung für die kroatische nationalistische Ustascha unter Pavelic.8 SHS/YU war jedenfalls Schutzmacht der Slawen in Italien, im Gegensatz zu Österreich für die Südtiroler.

Österreich und Deutschland

Die Grenzen und die Eigenständigkeit der ersten österreichischen Republik waren in in St. Germain festgelegt worden. Die Staatsform war ja auch neu. Wenige wollten diesen Staat. Ja, der Katholizismus taugte als Identitätsmerkmal Österreichs. Dass Österreich von Südtirol, der Untersteiermark und den Sudetenländern abgetrennt war, war v.a. in den angrenzenden Bundesländern ein Thema. Es gab nach dem Krieg einen kleinen Exodus von Alt-Österreichern (aus der Tschechoslowakei oder dem SHS-Staat) nach Rest-Österreich. Es kamen auch Nicht-Deutsche, v.a. solche, die Österreich-Ungarn gedient hatten. Feldmarschall Boroevic etwa, einer der Feldherren der Donaumonarchie an der Italienfront, diente sich nach dem Krieg der SHS-Armee an, wurde nicht genommen, liess sich in Österreich nieder. Der christlich-soziale Josef Schraffl war letzter Tiroler Landeshauptmann in der Monarchie, erster in der Republik; ein Anhänger der Monarchie, arbeitete er dann mit der Republik zusammen bzw in ihr.

Italien wurde einer der wichtigsten Partner Österreichs, sein faschistisches System ab 1922 und die Unterdrückung der Südtiroler änderte nichts daran. Österreich (die Politik) hat Südtirol sehr bald nach dem Krieg, sogar schon vor der Machterringung des Faschismus, fallen gelassen. Aus der Weimarer Republik kam dagegen etwas Protest. Grund war die aussenpolitische Isolierung der jungen Republik Österreich (jedes Zusammengehen von Österreich mit dem Deutschem Reich wurde von den Grossmächten argwöhnisch beobachtet). Das faschistische Italien war auch strikt gegen eine Restauration der Habsburger-Monarchie in Österreich, wohl im Hinblick auf die nach dem Krieg von Österreich gewonnenen Gebiete. Im Februar 1928 wurde das Südtirol-Thema und auch speziell die Verbannung Josef Noldins (russische Kriegsgefangenschaft, Dt. Verband, Engagement für Geheimschulen) auf Lipari im Parlament in Wien behandelt. Die österreichische Sozialdemokratischen Partei brachte 1931 eine Broschüre mit dem anklagenden Titel “Südtirol verrecke!” heraus, wo sie den österreichischen Umgang mit Südtirol anprangerte.

Eduard Reut-Nicolussi, der nach dem 1. Weltkrieg Abgeordneter im österreichischen Parlament (1919) und dann im italienischen (1921 bis 1924) war, betätigte sich nach Beendigung seiner Mandate auf einer anderen Ebene politisch. Er war in Bozen als Rechtsanwalt tätig, und verteidigte vornehmlich Leute, die aus politischen Gründen oder ethnischen vom faschistischen Regime verfolgt wurden, etwa Gewerkschafter oder (Hilfs-)Lehrer des verbotenen Deutsch-Unterrichts. 1927 wurde er schliesslich von der Anwaltsliste gestrichen,  daraufhin ging er nach Innsbruck. Dort verfasste er das Buch „Tirol unterm Beil“. Dann war er aktiv als Leiter des österreichischen „Deutschen Schulvereins (Südmark)“ sowie beim “Andreas-Hofer-Bund Tirol” (AHBT), die bei der Unterstützung des deutschen Geheimunterrichts in Südtirol zusammen arbeiteten.

Südtiroler, die in faschistischer Zeit schon vor der Option nach Österreich oder Deutschland umsiedelten, wie Reut-Nicolussi, gab es einige. Etwa der Historiker Leo Santifaller, der Maler Paul Flora oder der Raketentechniker Max Valier. Oder auch Karl Ebner, der Südtirol verliess, als er 1923 ins italienische Militär eingezogen werden sollte. Er wurde Jurist und nach dem Anschluss stellvertretender Leiter der Gestapo Wien.

Natürlich gab es in Südtirol in der schweren Lage Hoffnung auf Österreich oder auf Deutschland. Mit dem Anschluss Österreichs waren es Deutschland und der Nationalsozialismus, die als Alternative zur Lage unter dem italienischen Faschismus blieben. Aber grossdeutsche Hoffnungen und der deutsche Faschismus etablierten sich bereits davor in Südtirol, auch vor der Machterringung Hitlers im Deutschen Reich. 1932 wurde der “Völkische Kampfring Südtirol” (VKS; aus der „Südtiroler Heimatfront“) gegründet. Auch bei Kanonikus (Domherr) Michael Gamper trat das Christlich-Soziale zeitweilig in den Hintergrund.

1933, als im Deutschen Reich Hitler an die Macht kam, wurde auch in Österreich die Demokratie ausgeschaltet, wurde der austrofaschistische Ständestaat errichtet, unter Bundeskanzler Dollfuss. Dieser war sehr von Mussolini beeinflusst. Die Machtübernahme der Nazis in Deutschland führten zu einer noch engeren Anlehnung der Republik Österreich, der Christlich-Sozialen, an das faschistische Italien. So hoffte man, die Eigenständigkeit Österreichs erhalten zu können. Während des Nazi-Putschversuchs in Österreich 1934 zog Mussolini am Brenner Truppen zusammen, um Hitler davon abzuhalten, diesen zu unterstützen. Die Kanzler des Ständestaats, Dollfuss und Schuschnigg, setzten auf eine Allianz mit zwei Nachbarländern bzw deren autoritären Regimen – Horthy in Ungarn und Mussolini in Italien (34 römische Protokolle).

So gab es unter dem Austrofaschismus schon gar keine Forderungen an Italien nach Grenzrevisionen oder Minderheitenschutz bezüglich Südtirol. Widerstand gegen diese Linie gab es hauptsächlich aus/in (Nord-) Tirol. Und so richteten sich Südtiroler Hoffnungen noch mehr auf Hitler und Nazi-Deutschland. Eduard Reut-Nicolussi musste 1935 auf Druck der austrofaschistischen Regierung bzw auf Wunsch Italiens als Obmann des Andreas-Hofer-Bundes zurücktreten… Auch die Ablöse von Ernst Rüdiger Starhemberg, 1934 bis 1936 Vizekanzler unter Dollfuss und Schuschnigg, stand in diesem Zusammenhang.

Starhemberg, im Ersten Weltkrieg wie Dollfuss an der Italienfront im Einsatz, war vom monarchistischen Flügel der Christlichsozialen. 1936 näherte sich zum einen Schuschnigg etwas an Hitler an, auf Kosten der Beziehung zu Mussolini; zum anderen gelang Italien im zweiten Anlauf die Annexion Abessiniens (durch den Angriffs-Krieg 1935/36). Starhemberg wollte weiter eine enge Anlehung an das faschistische Italien, um nicht von Nazi-Deutschland “geschluckt” zu werden. Er schickte ein überschwengliches Glückwunschtelegramm an Mussolini, dessen Regime nach dem Krieg nun etwas isoliert war.

Italien hatte 1895/96 erstmals versucht, Abessinien/Äthiopien einzunehmen (Erster Italienisch-Äthiopischer Krieg). Abessinien unter Kaiser Menelik II. gewann die Schlacht von Adua, konnte seine Unabhängigkeit wahren. Italien behielt nur das, was Eritrea wurde. 1935 marschierten das italienische Militär unter General Emilio De Bono von Eritrea aus in Äthiopien ein und begann den zweiten Italienisch-Äthiopischen Krieg; führte ihn unter Einsatz von Giftgas. Im Mai 1936 wurde Äthiopien schliesslich Teil des italienischen Kolonialgebietes Ostafrika (Kaiser Haile Selassie ging ins Exil) und blieb das bis zum Zweiten Weltkrieg. Die Invasion wurde vom Völkerbund verurteilt, und das faschistische Italien unter Mussolini wurde als Aggressor bezeichnet, allerdings wurden keine richtigen Sanktionen verhängt.

Etwa 1300 Südtiroler mussten bei dem Kolonial-Abenteuer im italienischen Heer mitmachen, wo insgesamt um die 500 000 Italiener aufmarschierten. Viele davon blieben bis 1941 bei der Besetzung beteiligt und machten Niederlage, Kriegsgefangenschaft, Abzug mit. Hunderte Südtiroler die 1935 eingezogen wurden, desertierten/flüchteten nach Österreich, Deutschland oder in die Schweiz. 17 Südtiroler sollen in Ostafrika gefallen sein. In der Literatur-/Linkliste unten finden sich zwei Darstellungen zum Thema Südtiroler in Abessinien-Krieg (ein Buch und ein Film), die beide auf den selben Historiker zurückgehen.

1936 die Bildung der Achse Berlin-Rom; 1937 liess Mussolini Hitler freie Hand für Österreich; im März 1938 der Anschluss. Rolf Steininger hat es in einem Satz zusammen gefasst: Hitler opferte nicht das Bündnis mit (dem faschistischen) Italien für Südtirol, sondern Südtirol für das Bündnis mit Italien. Bereits 1922 erklarte Hitler in einer Rede in München: “Mit Italien, das seine nationale Wiedergeburt erlebt und eine grosse Zukunft hat, muss Deutschland zusammengehen. Dazu ist nötig ein klarer und bündiger Verzicht auf die Deutschen in Südtirol.” Das Bündnis mit Mussolini galt ihm als wichtigste Voraussetzung eines erfolgreichen Kriegs in Mitteleuropa, im Mittelmeerraum, am Balkan und in Nordafrika. 1926 liess er in seiner Schrift “Die Südtiroler Frage und das deutsche Bündnisproblem” erneut erkennen, dass er Südtirol dahingehend als ein Hindernis sah. Bei einer Wahlrede 1928 soll er gesagt haben: „Wenn ein Andreas Hofer aufsteht, soll er sich hüten, dass er auf der Flucht nicht nach Deutschland kommt, sonst wird er verhaftet und ausgeliefert.“

Doch für die meisten Südtiroler kam die Ernüchterung erst am 7. Mai 1938, mit Hitlers Besuch in Rom. Hier machte er erneut klar, dass es sein “unerschütterlicher Wille und sein Vermächtnis an das deutsche Volk” sei, “die von der Natur aufgerichtete Alpengrenze für immer als eine unantastbare anzusehen”. Ausserdem wurde mit Mussolini prinzipielle Übereinstimmung in der Frage der „Auswanderung“ der Südtiroler gefunden. Für so etwas wie “Minderheitenschutz” hatte der grössenwahnsinnige Hysteriker höchstens Verachtung über und hätte Mussolini das aufgezogen, hätte er wohl die Achtung vor ihm verloren. Hitler fuhr zum Treffen mit dem faschistischen Diktator mit dem Zug, auch durch Südtirol. Dort versammelten sich in den Bahnhöfen tausende Menschen, um ihm zuzujubeln. Der “Führer” liess die Vorhänge seines Abteils zu.

1935 wurde der Schneidergeselle Peter Hofer, zuvor Obmann der katholischen Gesellenjugend, Führer des VKS. Ein führender Vertreter des VKS, Norbert Mumelter, erlebte die Rede Hitlers 38 in Rom mit. Er war bestürzt, schrieb aber schliesslich in sein Tagebuch: “Für Großdeutschland muss man selbst seine Heimat opfern können.” Ja, Hitler und Tirol. Osttirol wurde im Juli 1938 mit Kärnten zum „Gau Kärnten” vereinigt.

Im Mai 1939 der Stahlpakt zwischen Hitler und Mussolini. Im Oktober ’39 schlossen die beiden das Abkommen über die Option der Südtiroler auf Auswanderung. Aufgabe der Heimat oder die Aufgabe aller Rechte in Italien waren die Alternativen. Bevölkerungsaustausche gab es in der Zwischenkriegszeit einige, etwa den 1923 vereinbarten zwischen Griechenland und der Türkei. Der deutsche Botschafter in der Türkei, Rudolf Nadolny, hatte seinem italienischen Amtskollegen Montagna bereits 1925 eine Umsiedlung der Südtiroler vorgeschlagen. Der deutsche Publizist Siegfried Lichtenstaedter machte in den 1920ern den Vorschlag, die italienische Bevölkerung des Schweizer Kantons Tessin mit der deutschsprachigen Bevölkerung in Südtirol “auszutauschen”.

Der nun klandestine Deutsche Verband (katholisch-konservativ) und der nazistische VKS beschlossen bei einem Treffen bei Michael Gamper in Bozen, die Heimat keinesfalls zu verlassen. Doch der VKS schwenkte nach einem Treffen seiner Führung mit Heinrich Himmler (dem Organisator der Umsiedlung) um und propagierte die Auswanderung als bessere Option. Der VKS leistete Propagandaarbeit fürs Wegziehen. Die Arbeitsgemeinschaft der Optanten für Deutschland (AdO) entstand 1940 als Vereinigung von Südtiroler Aussiedlern oder Ja-Optanten (was ja nicht dasselbe war). Karl Tinzl war gegen die Option über die Auswanderung, optierte aber dann dafür, war in der AdO tätig.

Das Abkommen zur Umsiedlung betraf neben den Südtirolern auch die Ladiner und andere deutsche Minderheiten (Angehörige deutscher Sprachinseln) in Norditalien. Das waren die Bewohner des Kanaltals und der Gemeinden Sauris und Timau in der Venezia Euganea. Unterschiedliche Angaben gibt es darüber, ob auch die Zimbrer und Fersentaler im Trentino sowie die Ladiner ausserhalb Südtirols, im Trentino und der Provinz Belluno mit einbezogen waren.9

Südtirol war erfüllt mit Spekulationen, was mit “Optanten”, was mit “Dableibern” konkret geschehen würde. Ansiedlungen waren v.a. in vom nationalsozialistischen Deutschen Reich annektierten Gebieten geplant, zur Veränderung von deren Bevölkerungsstruktur. Die Nazis behaupteten, dass diejenigen Südtiroler, die nicht für Deutschland optieren würden, nach Sizilien transferiert werden würden. Mussolinis Präfekt in Südtirol (Provinz Bozen) 1933-40, Giuseppe Mastromattei, versprach, dass alle jene, “die immer Treue zu Italien und zu den Einrichtungen des Regimes bewiesen haben”, im angestammten Lande bleiben dürften. Mit der Option sah Ettore Tolomei sein Lebenswerk vollendet. Die faschistische Regierung Italiens hatte auch Befürchtungen bezüglich eines Weggangs der Südtiroler, vor entvölkerten Tälern und Dörfern.

Bis Jahresende 39 musste entschieden werden; Familienväter stimmten für die Familien. 86% waren schliesslich fürs Gehen (die NS-Option), optierten für Auswanderung. Ab 1940 wurde die Auswanderung umgesetzt, sie geriet bald ins Stocken, wegen Fehlens geeigneter Umsiedlungsgebiete. Etwa 75 000 verliessen bis 1943 das Land, vor allem nach Nordtirol, Vorarlberg und Bayern. Wenige Ja-Optanten wurden in Tschechien und Luxemburg angesiedelt.

Der niedere Klerus war für das Dableiben, der höhere fürs Wegziehen. Vorwiegend Städter und Gebildete sind ausgewandert. Viele Südtiroler Beamte verloren erst mit der Option ihre Stellen. Die vierzehnprozentige Minderheit – 34 000 Menschen – , die bleiben wollte, bestand hauptsächlich aus Bauern. Ihr Führer war Michael Gamper; auch der Abgeordnete zum italienischen Parlament 1924-29, von Sternbach, nahm eine führende Rolle ein. Aus Widerstand gegen das nazistisch-faschistische Aussiedlungsprojekt formierte sich der Andreas-Hofer-Bund (AHB), nicht zu verwechseln mit dem Andreas-Hofer-Bund Tirol (AHBT). Es ging diesem Bund um den Verbleib der Südtiroler in ihrem Land und um darüber hinaus gehenden Widerstand. Hans Egarter, Journalist beim katholischen Athesia-Verlag, war sein Leiter. „Dableiber“ wie Egarter, Sternbach, Volgger waren oft Antifaschisten und im AHB.

Viele deutsch(sprachig)e Volksgruppen in Europa wurden unter Hitler umgesiedelt, noch mehr verloren ihre Heimat infolge der Nazi-Politik. Wie auch anderswo (und am Ende durch den Rückstoss überall) mussten “Volksdeutsche” draufzahlen für Nazis, widersinniges “Grossdeutschtum”. Von den Nazis kam nicht die “Erlösung” für die schlimme Unterdrückung unter dem Faschismus sondern eine Steigerung: Auswandern oder jede nationalen Rechte aufgeben. Im Budweiser Becken wurden einigen Zimbrern aus dem Trentino Höfe “in Verwaltung” übergeben. Wer von den Umsiedlern geglaubt hatte, eine neue Heimat gefunden zu haben, wurde gegen Kriegsende eines Besseren belehrt. Eine erneute Flucht stand an; in ähnlicher Weise wurde etwa in der Untersteiermark die slowenische Bevölkerung aus und Volksdeutsche aus der Dobrudscha und Bessarabien sowie der Gotschee angesiedelt. Bis 1945.

Im Krieg

Das faschistische Italien trat 1940 in den 2. Weltkrieg ein, um italienische Interessenssphären sowie jenen der Deutschen, gewann für einige Jahre neue Gebiete hinzu, am Balkan, im Mittelmeerraum, Nordafrika. Optanten kamen ab 1939 in die Wehrmacht, Dableiber ab 1943; im 2. WK gab es damit kaum eine Südtiroler Mitwirkung in der italienischen Armee. Infolge des alliierten Sieges  von El Alamein 1942 verlor die Achse in Nord-Afrika (in Nordost-Afrika bereits zuvor). 1943 setzten die Alliierten nach Sizilien über, rollten Italien von unten auf. Auch am am Balkan gab es in dieser Zeit Niederlagen und Verluste.

In dieser Situation wurde Mussolini vom König entlassen, neuer Premierminister wurde Generalstabschef  Pietro Badoglio. Unter diesem wechselte Italien von den Achsenmächten auf die Seite der Alliierten. König Vittorio Emanuele di Savoia und die Badoglio-Regierung begaben sich unter den Schutz der Alliierten in Süd-Italien (USA, GB und “Hilfstruppen”)10. Politische Parteien entstanden in dieser Machtsphäre wieder, schlossen sich zum Comitato di Liberazione Nazionale (CLN) zusammen, das in die Badoglio-Regierung eintrat.

Nach dem Ende des Bündnisses Hitler-Deutschlands mit Italien wurde Hitler-Deutschland in Norditalien Machhaber (anfangs auch in Mittelitalien). Es entstand unter dem aus seiner Gefangenschaft befreiten Mussolini die “Repubblica Sociale Italiana” (RSI), die von der Wehrmacht abhing. Diese gründete im September 1943 die „Operationszone Alpenvorland“ (Provinzen Bozen, Trient, Belluno) und die „Operationszone Adriatisches Küstenland” (bestand aus Friaul, Teilen des Julischen Venetiens und der bislang auch italienisch verwalteten slowenischen Krain). Deutsche Truppen rückten u.a. nach Südtirol vor (wurden dort mit Jubel empfangen), entwaffneten Teile der italienischen Armee, stellte eine neue auf, für die RSI, die “Esercito Nazionale Repubblicano” (E.N.R.) unter Rodolfo Graziani. Kommunistische Partisanen, mehr oder weniger mit dem CLN bzw der “Süd-Regierung” verbunden, leisteten im Norden Widerstand gegen deutschen und italienischen Faschismus.

Offiziell blieb Südtirol bzw das Gebiet der “Operationszonen” also, wieder aus Rücksicht auf den von den Nazis befreiten Duce, ein Teil Italiens (bzw der “Repubblica di Salò”, wie die RSI auch genannt wurde). Die Umsiedlung wurde gestoppt, die Option kam zum Erliegen. Die AdO wurde aufgelöst und in “Deutsche Volksgruppe” umbenannt; Peter Hofer wurde zum „Volksgruppenführer“ und Präfekt der Provinz Bozen befördert. Nach dessen Tod durch eine Fliegerbombe im Dezember 194311 wurde Karl Tinzl Nachfolger als Präfekt. Unterstellt war er dem Salzburger Franz Hofer, der als Oberster Kommissar der Operationszone Alpenvorland und ausserdem als NS-Gauleiter von Tirol-Vorarlberg fungierte (dieser Gau umfasste das nördliche, österreichische Tirol). Adolfo de Bertolini war unter Hofer für das Trentino zuständig.

Im deutschsprachigem Teil des “Alpenvorlands” stand erst recht Nationalsozialismus über Faschismus. Hitler nahm aber auch nach dem italienischen Regime- und Frontwechsel Rücksicht auf Mussolini und dessen Reststaat. Südtirol wurde nicht dem Deutschen Reich angeschlossen (Hofer war dafür). Franz Hofer verbot alle Parteien, liess aber die italienische Verwaltung bestehen, freie Stellen wurden durch geeignete Vertreter der „deutschen Volksgruppe“ besetzt. Diverse faschistische Maßnahmen wurden ausser Kraft gesetzt.

Die deutschsprachige Tageszeitung “Dolomiten” konnte ab 1925 wieder erscheinen, Michael Gamper hatte dies mit Unterstützung des Vatikans erreicht. Unter Mussolini konnte dieses eine deutsche Printmedium in Südtirol also meist erscheinen, unter der deutschen Herrschaft wurde sie nun verboten, zu christlich-sozial, zu südtirolerisch-partikularistisch war es. Die Mehrheit der Südtiroler war davon überzeugt, dass ihr Land nun nie mehr zu Italien kommen würde: Gewann Hitler den Krieg, würde er es behalten12; verlor er ihn, so würden es die Alliierten an Österreich zurückgeben.

Einige Mitglieder der AdO schlossen sich zum “Südtiroler Ordnungsdienst” (SOD) zusammen und waren ab September 1943 maßgeblich beteiligt (neben SS u.ä.) an der Verfolgung von Kommunisten und anderen Dissidenten, Partisanen, Juden13, Südtiroler Kriegsdienstverweigerern, Behinderten, in der „Operationszone Alpenvorland“. Auch gab es Repressalien an Dableibern/Nein-Optanten. Familienangehörige wurden in Sippenhaft genommen.

Die ethnisch oder politisch Verfolgten wurden in der Regel in das Lager Gries bei/in Bozen eingeliefert, das auch “KZ Sigmundskron” oder “Durchgangslager Bozen” genannt wurde. Von dort wurden sie zT in “echte” “Konzentrationslager” abtransportiert. Das Lager Bozen war vom Juli 1944 bis zum 3. Mai 1945 in Betrieb, aber bereits seit dem Winter 1943 wurden darin einige Südtiroler gefangen gehalten. 11 000 bis 15 000 Gefangene wurden dorthin gebracht. Im Unterschied zu anderen Lagern in Italien wurde es von deutschen Dienststellen geleitet und verwaltet, verantwortlich war Franz Hofer. In Aussenlagern des Bozner Lagers in Südtirol mussten Gefangene Arbeitseinsätze leisten. Ettore Tolomei kam 1943 auch in deutsche Lager.

Mit dem Einmarsch der deutschen Wehrmacht in Norditalien 1943 verschärfte sich auch die Verfolgung der Mitglieder des Andreas-Hofer-Bundes. Der Geistliche Michael Gamper konnte sich in einem Kloster bei Florenz in Sicherheit bringen. Friedrich „Friedl“ Volgger, seine rechte Hand in der Redaktion der “Dolomiten”, wurde in ein Konzentrationslager verschleppt. Hans Egarter, der in den letzten Kriegsjahren die Leitung des AHB übernahm, unterhielt ab 1944 Kontakte zum französischen und britischen Militärgeheimdienst in die Schweiz.

Kriegsende

Vom Süden rückte, wenn man so will, mit den amerikanisch-britischen Truppen  das künftige Italien vor. Im April und Mai 1945 fand die finale Offensive der Alliierten unter dem amerikanischen General Mark Clark in Nord-Italien statt. In ihren Reihen waren neben dem amerikanischen und britischen Militär auch Teile des italienischen, die üblichen Truppen aus Ländern des britischen Commonwealth (hier aus Neuseeland, Südafrika, Indien, Palästina), die polnische Exil-Armee sowie brasilianische Einheiten. Auf der Gegenseite die Wehrmacht in Italien unter Von Vietinghoff (Kesselring wurde am Kriegsende an die Westfront beordert) sowie das Militär von Mussolinis Salo-Republik. Vietinghoffs Quartier wurde Ende April in Bozen von Partisanen belagert, die ja die königlich-alliierte Seite unterstützen. Er nahm Kapitulations-Verhandlungen mit den Alliierten in Italien auf; auch andere nazi-deutsche Führer in Nord-Italien wie Hofer (mit einem Fuss nördlich des Brenners, mit dem anderen südlich davon) suchten Verhandlungen. Am 29. April wurde eine Kapitulation der deutsch-faschistischen Kräfte in Norditalien unter v. Vietinghoff für den 2. Mai ausgehandelt.

Mussolini versuchte, in die Schweiz zu entkommen, von dort wollte er in das franquistische Spanien weiter. Am 27. April wurden er und seine Vertrauten am Comer See (Lombardei) von kommunistischen Partisanen gestoppt und am nächsten Tag erschossen. Starace, jener Faschist der 1922 die Besetzung Bozens anführte, war einer jener, die zusammen mit Mussolini hingerichtet wurden. 2 Tage später der Selbstmord Hitlers. Es war das Ende des Krieges überhaupt, das Nazi-Reich implodierte, Vietinghoff wurde abberufen, es gab Verwirrung.

In Südtirol fanden zwischen der Kapitulation und dem Eintreffen der Alliierten diverse Bemühungen für die Zeit nach dem Krieg statt. Das CLN etablierte sich in Bozen, unter dem Mailänder Geschäftsmann Bruno De Angelis. Noch hatten die verbliebenen nazideutschen Behörden und Truppen die Macht.14 Partisanen wurden gegen sie aktiv. Es ging nun auch darum, ob die Machtübergabe der Nazis an die amerikanischen Truppen oder die demokratischen italienischen Parteien, das CLN, erfolgen würde. Auch um die Zugehörigkeit Südtirols zu Italien oder Österreich.

Am 3. Mai kam es in der Bozner Industriezone, wo die Arbeiter der Lancia-Werke bewaffnet worden waren, zu einem Angriff auf die nach Norden zurückflutenden deutschen Truppen. Die “Schlacht von Bozen” forderte etwa 50 Tote, hauptsächlich bei den Partisanen und italienischen Zivilisten. Am selben Tag übergab der führende SS-General in Italien, Wolff, anscheinend die Verwaltung Südtirols (dessen Grenzen wie auch staatliche Zugehörigkeit noch nicht ganz fest standen) an das CLN unter De Angelis, nicht an Tinzl. Am 4. Mai erreichten die amerikanischen Truppen das grün-weiss-rot beflaggte Bozen. Sie bestätigten die italienische Verwaltung Südtirols durch das CLN unter De Angelis, die sich auf die Carabineri stützen konnte. Wehrmachts-Soldaten (auch Südtiroler) kamen in Gefangenschaft.

In Südtirol wie auf nationaler Ebene wurde also das CLN unter Kontrolle der anglokeltischen Alliierten bestimmende Kraft; die nicht unbedeutende Rolle der kommunitischen PCI darin war auch in den Augen der Amerikaner oder italienischen Christdemokraten noch kein grosses Problem. In Südtirol war das Machtgerangel der Partisanen mit den Amerikanern nicht so gross. Clark wurde Militär-Gouverneur in Italien, später Chef des USA-Militärs in Österreich. Italiener übernahmen unter amerikanischer Kontrolle also 1945 wieder die Kontrolle über Südtirol. Unter De Angelis als Präfekt der Provinz Bozen wurden alle Verordnungen aus der Zeit der nazi-deutschen Verwaltung ausser Kraft gesetzt, nicht jedoch alle faschistischen Gesetze. Es gab in mancher Hinsicht eine Rückkehr zu Rahmenbedingungen bis 1943, wie die fast alleinige Stellung der italienischen Sprache und die fast alleinige Besetzung öffentlicher Stellen durch Italienisch-Sprachige.

Zum 2. Vizepräfekten ernannten die Amerikaner, am 5. 5., Karl Tinzl, den Vorgänger von De Angelis als Präfekt. Die deutschsprachigen Südtiroler mussten sich nun wieder mit Italien und den Italienern arrangieren, bei der Vorbereitung der Nachkriegsordnung. Kontaktpersonen der US-amerikanischen Militärverwaltung waren auch Hans Egarter und andere AHB-Mitglieder wie Erich Amonn. Dableiber, oft solche die im Andreas-Hofer-Bund mitarbeiteten, waren nun “obenauf” bei den Südtirolern; daneben noch Optanten, die nicht mehr ausgesiedelt wurden und keine Nationalsozialisten waren. Tinzl nahm dabei eine seltsame Stellung, zwischen NS-Kollaborateuren und NS-Gegnern, ein.

Die führenden Südtiroler strebten nach dem Krieg eine Wiedervereinigung mit Nordtirol und Österreich an. Die Übernahme der Zivilverwaltung im Land durch Italien(er) war diesbezüglich eine erste Niederlage. Reut-Nicolussi in Österreich, der während des Krieges im Widerstand zum NS-Regime gestanden war, arbeitete auch dafür, hielt auch Kontakte zum semi-clandestinen Movimento Separatista Trentino (MST), das auch das Trentin(o) aus Italien herauslösen wollte.

Am Ende des Kriegs führten die Fluchtwege von zwei entgegen gesetzten Gruppen aus dem (von Alliierten besetzten) deutschen Raum heraus über Südtirol, nach Italien und weiter aus Europa heraus. Zuerst von Juden, dann von Nazis. Eine Route führte über den Brenner, eine andere über die Birnlücke. Tirol war bis in die 1950er Drehkreuz bzw Transitland des jüdischen Exodus. Wichtigste Zwischenstation in Südtirol war das jüdische Sanatorium in Meran, von wo aus die Transporte meist zu den Schiffen von Genua weiter gingen. Von dort nach Palästina.15 Nazi-Funktionäre gingen die „Klosterroute“, später „Rattenlinie“ genannt, mit Hilfe der katholischen Kirche (Papst Pius XII., der österreichische Bischof Alois Hudal). Auch sie über Genua, meist nach Argentinien. Dort traf man sich manchmal wieder; die Wege der Beiden kreuzten sich auch in Südtirol: Es kam vor, dass sich Juden und Nazis zur selben Zeit im gleichen Flüchtlingsversteck (zB Klöstern) aufhielten. Die Bevölkerung Südtirols hatte trotz des “Verrats” durch den Nationalsozialismus anscheinend noch immer Sympathien für seine Vertreter und half oft den Flüchtigen. Die katholische Kirche half auch den Flüchtlingen.

Zuvor, am Ende des Kriegs, im April 45, gabs den Transport von „Sonder- und Sippenhäftlingen“ über das KZ Dachau nach Südtirol. Das waren deutsche Widerstandskämpfer und Regimegegner wie Fabian von Schlabrendorf, Martin Niemöller, Friedrich L. v. Preussen oder Fritz Thyssen, Verwandte von Angehörigen des Widerstands-Kreises in der Wehrmacht wie Stauffenberg, hohe Kriegsgefangene wie der SU-General Bessonow, in Ungnade gefallenen Nazis wie Schacht oder Halder, Überlebende des Great Escape, Schuschnigg mit Familie, der ehemalige französische Premier Blum, Xavier de Bourbon-Parma, der griechische Generalstabschef Papagos, der britische Geheimagent Sigismund Payne-Best, die Angehörigen von ehemalige NS-Verbündeten wie Badoglio oder Horthy. Georg Elser wurde vor dem Transport in Dachau ermordet. Anscheinend waren sie als Geiseln/Verhandlungsmasse für sie SS mit den Westalliierten in der „Alpenfestung“ gedacht. Kurz vor Inkrafttreten der Kapitulation Wehrmacht in Italien befreiten Soldaten der Wehrmacht unter von Alvensleben die Gefangenen aus der Gewalt der SS und brachte sie in ein Hotel in Niederdorf im Pustertal. Dort wurden sie bald von amerikanischen Soldaten übernommen.

Am 8. Mai 1945 wurde die Südtiroler Volkspartei (SVP) gegründet, aus Resten des Deutschen Verbands (von dem auch das Edelweiss-Symbol übernommen wurde) und dem Andreas-Hofer-Bund. Dableiber bzw Nein-Optanten dominierten die Partei anfangs, wie der erste Obmann Erich Amonn, Egarter, Volgger, Raffeiner, v. Guggenberg. Dass Tinzl und andere Optanten im Hintergrund waren, hatte auch den (pragmatischen) Grund, dass diese als NS-nahe gesehen wurden und man die Zulassung der Partei durch italienische und alliierte Stellen nicht gefährden wollte. Daneben waren viele von ihnen damals staatenlos (nicht mehr Italiener, noch nicht Deutsche geworden) und konnten keine politischen Mandate/Funktionen übernehmen. Am 17. Mai 1945 wurde Tinzl auf Betreiben des CLN als Vizepräfekt abgesetzt. Tinzl, der aufgrund seiner Staatenlosigkeit auch seinen Anwaltsberuf nicht ausüben konnte, widmete sich nun der Aufbauarbeit für die SVP und verfasste das erste Parteiprogramm.

Die SVP verhandelte mit den CLN-Stellen über die Rückkehr der Optanten und Minderheitenrechte, obwohl man damals nicht Teil des neuen Italiens werden wollte. Präfekt De Angelis wollte anscheinend die Ausweisung jener Südtiroler, die für die Auswanderung optiert hatten, aber das noch nicht getan hatten, der nichtumgesiedelten Optanten (das waren etwa 137 000 Personen), wie Tinzl einer war. Auch wurde die Frage der Kollaboration mit Nazis als Kriterium für die Wiedererlangung der Staatsbürgerschaft vorgeschlagen, was angesichts der Achse Hitler-Mussolini und der Nicht-Ahndung der meisten faschistischen Tätigkeiten irgendwie absurd gewesen wäre.16 Viele ausgesiedelte Südtiroler kehrten vor einer Regelung der Frage heimlich in das Land zurück. Im Oktober 1945 wurden wieder deutsch-sprachige Schulen in Südtirol zugelassen. In Rom wurde der Trentiner De Gasperi von der Democrazia Cristiana (DC) im Dezember 1945 erstmals Premier. Präfekt der Provinz wurde 46 Innocenti.

Die Entwicklungen in Nordost-Italien (Julisches Venetien, Friaul) wiesen am Ende des Krieges wieder Ähnlichkeiten und Affinität zu Südtirol auf, auch Unterschiede. Auch dort gab es also 1943 die Änderungen der Fronten. 1945 kämpften dort Wehrmacht, Faschisten, Kollaborateure gegen Partisanen (südslawische und italienische), Anglo-Alliierte; ein CLN bildete sich. Hier waren die Alliierten am Ende nicht überall die Ordnungsmacht bis zum Finden einer Nachkriegsordnung; die jugoslawischen Partisanen drangen (zum Abschluss der Eroberung Istriens) bis Triest vor (2. 5.; das nach 40 Tagen an die Alliierten übergeben wurde), schufen Fakten bezüglich künftiger Grenzen (das Äquivalent in Südtirol wären vorgedrungene österreichische Milizen gewesen, die aber auch die Wehrmacht bekämpft hätten). Es hatte hier mehrere deutsche Gefangenen-Lager gegeben, für Slawen, Juden und italienische Antifaschisten; die Behandlung der Slowenen und Kroaten dort war unter den Faschisten allgemein harscher als jene der Deutschen Südtirols – und entsprechend waren auch die Reaktionen/Repressalien (durch die jugoslawischen Partisanen) am/nach Kriegsende. Es gab Massaker und Vertreibungen an/von Italienern, wobei die Frage der Kollaboration mit Faschismus/Nationalsozialismus oft gar keine Rolle spielte. Und, die Grenze Italiens im Nordosten zu Jugoslawien war umstritten – und das sollte auch Rückwirkungen auf Südtirol haben.17

Nachkriegsordnung

Auf der Pariser Konferenz 1946 wurde u. a. das “Schicksal” Italiens entschieden. In Südtirol wurden dafür Unterschriften für eine Petition gesammelt, die die Wiedervereinigung mit Nordtirol und Österreich (wieder selbstständig geworden) forderte. Fast alle grossjährigen, deutschsprachigen Südtiroler unterschrieben. Die Unterschriften wurden April 1946 auf einer Südtirol-Grosskundgebung in Innsbruck (Nord-Tirol; französische Besatzungszone) an Österreichs Bundeskanzler Figl überreicht. Österreich erhob auch diese Forderung; der Tiroler Landeshauptmann und spätere (ab 45) Aussenminister Karl Gruber übergab die Petition an die Pariser Konferenz. Österreich hatte selbst eine Territorialforderung abzuwehren: Tito-Jugoslawien erhob Ansprüche auf Südost-Kärnten, das Siedlungsgebiet einer slowenischen Volksgruppe. Bis zum Staatsvertrag 1955 (mit der definitiven Festlegung der Grenzen) erhob Österreich seinerseits Ansprüche auf einige Gebiete, neben Südtirol waren das das Kanaltal (ebenfalls von Italien), das Berchtesgadener Land (kleines deutsches Eck) und der Rupertiwinkel von Deutschland, Ödenburg/Sopron von Ungarn und ein Gebiet an der Thaya von der Tschechoslowakei.

Die nächste Protestaktion der Südtiroler war die Kundgebung von Castelfeder vom 30. Mai 1946, wo gefordert wurde, die Südgrenze der Provinz Bozen wieder unterhalb Salurn zu ziehen, das Unterland wieder vom Trentino an Südtirol zurück zu gliedern. Während dessen gab es im Julischen Venetien/Venezia Giulia/Julijska krajina die Vertreibungen von Italienern und die Kontrolle Dalmatiens, der Kvarner Bucht und Istriens durch Jugoslawien. Da sich dort ein Ausgang zuungunsten Italiens abzeichnete, verteidigte Italien umso zäher die Brennergrenze, zumal es das betreffende Gebiet unter seiner Kontrolle hatte. Und, von alliierter Seite war man bereit, Südtirol wie schon nach dem ersten WK Italien als Kompensation für jene Teile des Julischen Venetiens zu überlassen, die es nicht bekam. Inzwischen gab es ja auch die Konkurrenz zwischen den West-Alliierten und der Sowjetunion; und Italien (mit einer starken kommunistischen Partei) hätte sich zur SU neigen können, wenn sich die West-Alliierten für die Rückgabe Südtirols an Österreich eingesetzt hätten. Südtirol geriet zwischen die Mühlsteine des frühen Kalten Krieges, wenn man so will, während Triest Frontstadt des Kalten Kriegs wurde.

Ja, die Atlantik-Charta vom August 1941 von Franklin Roosevelt und Winston Churchill, genau wie Wilsons 14 Punkte 1918, gerechte Grenzen, Selbstbestimmungsrecht der Völker, usw. Nationale Ansprüche spiessen sich oft gegenseitig und ausserdem ging es gar nicht um eine gerechte Lösung sondern Belohung, Bestrafung, Vorbeugung und eigene Machtausübung.

Im Rahmen der Pariser Konferenz wurde 1946 ein Vertrag zwischen Österreich und Italien geschlossen, von den Aussenministern Gruber und De Gasperi, nach der alliierten Entscheidung über den Verbleib Südtirol bei Italien. Er sah Autonomie innerhalb Italiens vor, den Schutz der Kultur der deutsch(sprachig)en Südtiroler, Gleichberechtigung, die Revision verschiedener faschistischer Verordnungen, darunter die Rückkehr der ausgesiedelten Optanten18. Auch die Sprachinseln in der Provinz Trient wurden darin erwähnt. Der “Rahmen” der Autonomie sollte “auch” in Beratung mit lokalen deutschsprachigen Vertretern festgelegt werden. Das Abkommen wurde an den Pariser Vertrag der Alliierten mit Italien angehängt, der 1947 unterzeichnet wurde. Österreich, nach dem 2. WK erstmals nun für Südtirol engagiert, wurde durch den Vertrag indirekt Schutzmacht.

Es gab Aufruhr in Nord- und Südtirol nach der Entscheidung des Verbleibs Südtirols bei Italien, Protestkundgebungen in mehreren Städten. Im Pustertal, der österreichischsten Gegend (Bezirk wurde es erst später) Südtirols, gab es Zusammenstösse zwischen Bevölkerung und Carabineri. Österreich versuchte dann (erfolglos), wenigstens dieses Pustertal (der östliche Teil Südtirols) zu bekommen, die in der Ablehnung erwähnten möglichen “kleinen Grenzkorrekturen” einzulösen.

König Viktor Emanuel war nach der Befreiung Roms durch die Alliierten im  Juni 1944 in die Hauptstadt zurück gekehrt; er übertrug in der Folge die meisten seiner Rechte an seinen Sohn Umberto, behielt jedoch den Königstitel. Anfang Mai 1946 dankte er zugunsten seines Sohnes ab. Zu diesem Zeitpunkt gab es von verschiedenen Seiten Rufe nach einem solchen Schritt wie auch nach einer Abschaffung der Monarchie. Anfang Juni fand eine Abstimmung über die Staatsform sowie die Wahl einer Verfassungsgebenden Versammlung statt. Italien wurde Republik.

Das Resultat der Pariser Friedenskonferenz vom Juli bis Oktober 1946 waren die im Februar 1947 unterzeichneten Verträge, darunter der Italien betreffend. Italien war gewissermaßen gleichzeitig Gewinner und Verlierer des Kriegs gewesen, war an der Seite der Achse und der Alliierten gestanden, war an Hitlers Kriegen beteiligt gewesen und auch am Sieg über ihn. Dann war auch das damals mit Stalins SU verbündete Tito-Jugoslawien ein Faktor. Am Ende musste Italien erhebliche Gebietsverluste hinnehmen, verlor in etwa das, was seit Kriegsende nicht mehr unter seiner Kontrolle war. Das war alles unter dem Faschismus eroberte (wie Albanien), alle Kolonien, und im Nordosten ganz Istrien (über Triest sollte erst entschieden werden), Teile von Friaul, Fiume, Dalmatien, an Jugoslawien. Wie Deutschland in dessen Ostgebieten (bzw über diese hinaus) hatte Italien im Ost-Adria-Raum zuviel gewollt und verlor alles. Im Nord-Westen wurden kleinere Grenzgebiete Frankreich zugesprochen. Hinzu kamen militärische Beschränkungen. Italien gewann aber seine Souveränität wieder, die Alliierten zogen ab.

Infolge der Gruber-De Gasperi-Vereinbarungen wurden diverse faschistische Maßnahmen zurück genommen, von der Italianisierung von Namen bis zur Auswanderung der Optanten. Anfang 1948 trat das Optantendekret in Kraft, welches die Rückkehr der Optanten und die italienische Staatsbürgerschaft für sie ermöglichte. Es betraf auch die Kinder der Optanten. Davor waren zwischen 2 000 und 12 000 ausgewanderte Optanten “illegal” nach Südtirol zurückgekehrt. Viele blieben aber weg, aus verschiedenen Gründen, hauptsächlich in Österreich und West-Deutschland. Etwa Claus Gatterer, der im Österreich der Nachkriegszeit als Journalist, Historiker, Autor und Dokumentarfilmer von sich reden machte.

Die Südtiroler wurden durch die Option noch stärker ein “Bauernvolk”, da die Gebildeteren meist wegblieben; auch weil Italien mit verschiedenen Maßnahmen das Entstehen bzw Florieren einer Südtiroler Mittelschicht verhinderte. Michael Gamper leitete das Versöhnungswerk zwischen Dableibern und Optanten ein. Reut-Nicolussi, einer jener Südtiroler, die vor der Option gegangen waren, wegen der Zustände unter dem Faschismus, war nach dem Krieg kurzzeitig in der (Nord-) Tiroler Landesregierung, resignierte aber, nachdem 1946 klar wurde, dass Südtirol bei Italien bleiben würde, und zog sich weitgehend aus der Politik zurück. Im selben Jahr wurde er zum Vorsitzenden des „Verbandes der Südtiroler“ gewählt. 1945 erhielt er an der Universität Innsbruck einen Lehrstuhl für Völkerrecht und Rechtsphilosophie, 1951 wurde er Rektor der Universität Innsbruck.

Die gewählte Konstituante arbeitete eine Verfassung Italiens aus, die 1948 in Kraft trat. Italien wurde in Regionen eingeteilt, die die Compartimenti ersetzten. Südtirol wurde Teil der Region Trentino-Alto Adige (Trentino-Tiroler Etschland), als Provinz Bozen, blieb also mit dem Trentino (Provinz Trient) zusammen. Das Unterland kam von der Provinz Trient zu Südtirol zurück; das Gebiet um Ampezzo (nach dem 1. Weltkrieg abgetrennt) nicht. Trentino-Alto Adige wurde eine von fünf autonomen Regionen, die alle geographische, historische oder ethnische “Besonderheiten” aufweisen.

Nach der Ausarbeitung der Verfassung wurde 1948 gewählt, das nationale Parlament. Es gab, zu Zeiten des frühen Kalten Kriegs, mancherorts Angst vor einem kommunistischem Wahlsieg (PCI, Togliatti). Es siegte aber die DC, unter De Gasperi, und es wurde eine Koalition ohne die PCI gebildet. In Südtirol siegte die SVP, die fünf Abgeordnete ins Parlament in Rom senden durfte (u.a. Tinzl, v. Guggenberg, Volgger, Raffeiner). Auch in den autonomen Regionen und ihren Provinzen wurde erstmals gewählt.

In Trentino-Alto Adige (TAA) wurde der Regionalrat in zwei Wahlkreisen (Bozen, Trient) gewählt, Regionalrats-Abgeordnete wurden gleichzeitig Landtags-Abgeordnete. Die Wahl im Kreis Bozen war gleichzeitig Wahl zum Provinzrat (Landtag) Bozen (Südtirol). Bei dieser ersten Landtags-Wahl siegte die SVP klar, vor DC, MSI, PCI und anderen gesamtitalienischen Parteien verschiedener Richtungen. Die etwa 68% für die SVP dürften ziemlich dem Bevölkerungsanteil der deutschen/österreichischen Südtiroler (zu denen sich auch die meisten Ladiner zählen) entsprochen haben, wie er sich nun darstellte. Da Trentiner etwas zahlreicher sind, gab es 48 im (damals wichtigeren) Regionalrat eine (relative) Mehrheit für die DC, vor SVP, PATT (die Trentiner Autonomisten-Partei), PSI.

Landeshauptmann (Presidente della Provincia) der Provinz Bozen/Südtirol wurde Karl Erckert, ein nicht ausgesiedelter Optant. Der italienische Faschismus, der sich 1943 durch die de facto-Annexion durch Nazi-Deutschland weitgehend aus Südtirol verzogen hatte, kam nach dem Krieg wieder, in Form der neofaschistischen Partei MSI und ihrer Anhänger. Erckert bemühte sich um eine Überwindung der Gegensätze zwischen zurückgekehrten oder nicht ausgesiedelten Optanten und Dableibern, um Aufgaben des infrastrukturellen Wiederaufbaus, sowie eine Umsetzung der Autonomie innerhalb Italiens

Resümee

Die 4 Jahre vom Ende des Krieges zur Errichtung des Faschismus waren zu kurz und die italienische Herrschaft zu ungefestigt als dass diese Zeit wirklich zählen würde; die erste italienische Zeit für Südtirol war somit die faschistische und die ist in mancher Hinsicht für das Land noch immer prägend. Die Südtiroler waren ab Ende der 1930er nicht nur dem italienischem Faschismus sondern auch dem deutschem Nationalsozialismus ausgesetzt. Sie waren aber nicht nur Opfer, wie sie sich gerne für diese Zeit darstellen, sondern auch Täter, wie viele andere „volksdeutsche“ Gruppen. Die Umsiedlungen von deutschen Volksgruppen in europäischen Ländern unter den Nazis zeigt den Wahnsinn des Nationalsozialismus’; mit der Angliederung Südtirols (und Österreichs) und Westpreussens wären sie durchgekommen, diese Gebiete würden heute noch zu Deutschland gehören. Das Schicksal von Südtirol und den Südtirolern pendelte vom Abschluss der Option über die deutsche, dann alliierte Besatzung bis zum Pariser Vertrag zwischen Italien und “Gross-Deutschland” bzw Österreich.

Luis Trenker wird ein Lavieren bzw Taktieren zwischen Mussolini und Hitler vorgeworfen. Dies kommt auch im 2014 gedrehten Film “Luis Trenker – Der schmale Grat der Wahrheit” von Wolfgang Murnberger heraus. 1945 hat er die ladinische Kulturorganisation “Union di Ladins de Gherdëina” mitbegründet. In gewisser Hinsicht steht er stellvertretend für die Südtiroler Bevölkerung. Es gab aber einen Südtiroler Widerstand gegen den NS. Kanonikus Gamper, Organisator der Katakombenschulen, war etwa Verfechter der Rechte der Südtiroler UND Nazi-Gegner.

Aber es gab wenig Aufarbeitung mit der Verstrickung in den NS. Der Dableiber Egarter, der sich dafür engagierte, geriet dadurch an den Rand der Gesellschaft. Aber, bevor man schnell urteilt: der Vietinghoff, der Nachfolger Kesselrings als Wehrmachts-Oberbefehlshaber in Italien war, spielte etwa eine wichtige Rolle beim Aufbau der Bundeswehr in der BRD (nach zweieinhalb Jahre in britischer Kriegsgefangenschaft), gehörte der Expertengruppe an, die 1950 im Auftrag der Regierung Adenauer die Himmeroder Denkschrift über einen westdeutschen Beitrag zur westeuropäischen “Verteidigung” verfasste. Und, das 1946 gegründete MSI ging vorwiegend aus Kämpfern und Funktionären der RSI hervor.

Das Schicksal der Südtiroler in der Zwischenkriegszeit, im 2. Weltkrieg und der Nachkriegszeit ist ein Lehrstück über die Unvereinbarkeit von rechten Ideologien verschiedener Länder, ein Kapitel aus dem Zeitalter des Nationalismus, mit Dramen und Paradoxa nationalistischer Flurbereinigungen. Deutsch-Sprachige Rechte sind bezüglich Südtirol unter den Nazis in einer Zwickmühle. Hitler wie Dollfuss haben das Land nicht nur Italien überlassen, sondern auch dem Faschismus, der die Minderheiten-Rechte der Bevölkerung (Sprache,…) mit den Füssen trat. 1943 wurde das von Hitler nur beendet, um etwas zu verhindern, was für Südtirol eine gemäßigte italienische Verwaltung bedeutet hätte… Ja, und die Alliierten waren dort der endgültige Befreier vom Faschismus. Entsprechende Nationalitäten-Rechte einzufordern für jene Gebiete, die von Nazis besetzt wurden, etwa Polen, wie für die Südtiroler in Italien, das fällt natürlich auch schwer. Ja, und ethnische Grenzen oder Selbstbestimmung oder zumindest Minderheitenrechte in Südost-Kärnten, im Gebiet der slowenischen Volkssgruppe?

Aber, die Parteinahme geht hier oft so weit, dass der Angriffskrieg Italiens gegen Äthiopien/Abessinien in den 1930ern (mit Giftgas-Einsatz) skandalisiert wird, die Rechte der Äthiopier als schützenswert firmiert werden, gibt man sich richtig antiimperialistisch… Ja, auch im äthiopischen Heer gab es 1935/36 Soldaten, deren Gebiete durch Angriffskriege einst äthiopisch geworden waren, etwa die kuschitischen Afar oder die omotischen Kaffa, und die nolens volens im Heer dieses “Vaterlandes” mitmachten, wie die Südtiroler im italienischen. Menelik II. (der Italien beim ersten Versuch der Einnahme weitgehend abwehrte) hat Abessinien Ende des 19. Jh gehörig erweitert. Und, die Eingliederung Eritreas nach dem 2. WK durch Äthiopien führte zu einem Sezessionskrieg; Eritreas Andersartigkeit gegenüber Äthiopien kam eigentlich nur durch die längere italienische Kolonialherrschaft zu Stande, diesseits und jenseits der Grenze leben Tigre.

Der Haupt-Organisator der deutschen Geheim-Schulen, Michael Gamper, floh vor der nazideutschen Verwaltung Südtirols 43-45, in ein Kloster in der Toskana. Reut-Nicolussi durfte nach dem Anschluss Österreichs an Nazi-Deutschland 1938 wegen seiner erklärten Opposition gegen die nationalsozialistische Südtirol-Politik (in Österreich) nur mehr Zivilrecht lehren. Bezeichnenderweise befand sich der beschämendste Ort nationalsozialistisch-deutschen Wirkens in Südtirol, das Anhaltelager, im selben Stadtteil Bozens wie die faschistischen Protzbauten, die gegen die ursprüngliche Bevölkerung Südtirols gerichtet waren, in Gries. 1938 erfolgte die Zwangsauflösung des Andreas-Hofer-Bunds Tirol durch die Nationalsozialisten, nicht die Faschisten.19 Der Deutsche Verband Südtirols ging vor der Ausschaltung der Demokratie in Italien durch den Faschismus Wahlbündnisse mit der italienischen Südslawen-Partei ein. Dableiber wurden ausser von Faschisten auch von Nazis (und Weggehern zT) angefeindet; führende Dableiber/Nein-Optanten wie Sternbach wurden 43 oft interniert.

Multiethnische Regionen wie Istrien oder Banat wurden im 20. Jh zerstückelt, auch Tirol auseinander gerissen. Besetzungen, wechselnde Herrscher, ändernde Grenzen (mal aus versuchter Gerechtigkeit, mal aus arrogantem Machtanspruch), Aussiedlung oder Flucht von Bevölkerungsteilen, Verfolgung anderer. Das war das 20. Jahrhundert, waren die europäischen (“Welt”-) Kriege.

Das Buch “Von Reval bis Bukarest” (1991, 2 Teile) von Mads Ole Balling gibt einen Überblick über die Parlamentarier deutscher Minderheiten in Ost-Europa in der Zwischenkriegszeit. In Westeuropa gab es in dieser Zeit die Elsässer und Lothringer in Frankreich, die Nord-Schleswiger in Dänemark und die Eupener in Belgien, deren Gebiete im Versailles-Vertrag vom Deutschen Reich im Westen und Norden abgetrennt worden waren. Wie die Südtiroler in Italien, die durch St. Germain von Österreich(-Ungarn) abgetrennt wurden, kamen auch sie im Laufe des Hitler-Kriegs unter deutsche Herrschaft, für eine Zeit. Im Unterschied zu jenen in Osteuropa gab es hier am Ende des Kriegs nicht solche Fluchtströme und Vertreibungen – was auch damit zu tun hat, dass die Nazis und ihre Kollaborateure in Westeuropa nicht ganz so wüteten.

Den Kampf um die Erhaltung ihrer Eigenart haben die Südtiroler eigentlich gewonnen; es sollte mehr als ein halbes Jahrhundert vergehen, bis sie innerhalb Italiens zu ihrem Recht auf Minderheitenschutz und einem gehörigen Maß an Selbstverwaltung kamen. Darum wird es in Teil III gehen.

Literatur-/Linkliste

Manfred Alexander, Umberto Corsini, Davide Zaffi: Die Minderheiten zwischen den beiden Weltkriegen (1997)

Sabina Donati: A Political History of National Citizenship and Identity in Italy, 1861–1950 (2013; Englisch)

Günther Pallaver und Leopold Steurer (Hg.): „Deutsche! Hitler verkauft euch!“ Das Erbe von Option und Weltkrieg in Südtirol (2011)

Rolf Steininger: Autonomie oder Selbstbestimmung? Die Südtirolfrage 1945/46 und das Gruber-De Gasperi-Abkommen (2008)

Rudolf Lill: Südtirol in der Zeit des Nationalsozialismus (2002)

Manfred Kittel: Deutschsprachige Minderheiten 1945. Ein europäischer Vergleich (2006)

Leopold Steurer: Südtirol zwischen Rom und Berlin 1919–1939 (1980)

Karin Golle: Kanonikus Michael Gamper und seine Bedeutung für die deutsche Sprachgruppe Südtirols zur Zeit der Italianisierung“. Diplomarbeit Wien 2011

Klaus Eisterer, Rolf Steininger: Die Option: Südtirol zwischen Faschismus und Nationalsozialismus (1989)

Gerald Steinacher (Hg.): Zwischen allen Fronten: Ludwig K. Ratschiller, Autobiografie eines Südtiroler Partisanen (2003)

Gerald Steinacher (Hg.): Zwischen Duce, Führer und Negus. Südtirol und der Abessinienkrieg 1935–1941 (2006)

Annuska Trompedeller: Karl Tinzl (1888–1964). Eine politische Biografie (2007)

Patrick Lobis: Südtirol und die Optionsfrage (2013)

Edmund Theil: Kampf um Italien: Von Sizilien bis Tirol, 1943-1945 (1983)

Lilli Gruber: Der Sturm. Die Kriegsjahre meiner Südtiroler Familie (2015). Über ihre Familie im Südtirol in dieser Zeit, ihre Grosstante Hella Rizzoli, die „Katakombenschulen“ organisierte aber anscheinend auch dem NS treu blieb

Stefan Lechner: Die Eroberung der Fremdstämmigen. Provinzfaschismus in Südtirol 1921-1926 (2005)

Gerald Steinacher: Nazis auf der Flucht. Wie Kriegsverbrecher über Italien nach Übersee entkamen (2010)

Luciano Happacher: Il Lager di Bolzano, con appendice documentaria (1979; Italienisch)

Ein Film von Gerald Steinacher und Franz Josef Haller über Südtiroler in Abessinien; ziemlich tendenziös

Anita Rauch: Polizeiliches Durchgangslager Bozen. Diplomarbeit Innsbruck 2003

Rolf Wörsdörfer: Krisenherd Adria 1915-1955: Konstruktion und Artikulation des Nationalen im italienisch-jugoslawischen Grenzraum (2004)

Die Sonder- und Sippenhäftlinge und ihre Befreiung

Teja Krašovec: Primorski priseljenci v Ljubljani v luči popisa prebivalstva iz leta 1928. Geschichte-Diplomarbeit Koper 2010 (Slowenisch). Über die Auswanderung von Slowenen und Kroaten aus der Venezia Giulia in der Zwischenkriegszeit aus dem faschistischen Italien in das SHS-Reich bzw Jugoslawien, besonders Laibach/Ljubljana 

Über das Movimento Separatista Trentino (Italienisch; fragliche Seriosität)

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

  1. Sein Vater stammte aus dem Trentino
  2. Was die Trentiner über/in Südtirol nach dem 1. WK betrifft: das gabs/gibts öfters in der Geschichte, dass die “Unterdrückten” dann mal oben sind, etwa die Rumänen in Transylvanien in der selben Zeit, über den Ungarn
  3. Und auch regionale Identitäten der Sizilianer, Lombarden oder Trentiner
  4. Weshalb das Urbane, Intellektuelle, Moderne bis weit in die 1960er hinein unter Südtirolern verpönt war
  5. 1950 vor dem Konkurs mit Marshallplan-Dollars gerettet
  6. Als die österreichisch-italienische Grenzziehungskommission in den 1920ern noch dabei war, die Bestimmungen von St. Germain umzusetzen
  7. Oft nach Laibach
  8. In SHS/YU gab es wiederum grosse Konflikte zwischen den Nationalitäten bzw zwischen Zentralismus und Föderalismus
  9. Es tauchen auch Zahlen von Italienern auf, die für eine Auswanderung in das “Grossdeutsche Reich” gestimmt hätten. Möglicherweise sind damit Ladiner gemeint
  10. Die Deutschen konnten Vittorio Emanueles Tochter Mafalda in Rom gefangen nehmen. Sie kam 1944 im KZ Buchenwald ums Leben
  11. Bozen wurde zwischen dem 2. September 1943 und dem 28. Februar 1945 bombardiert
  12. Der Eiertanz, den die Nazis nun um Südtirol vollführten, sollte dieses Gefühl auch wach halten – ohne die Faschisten zu vergraulen
  13. Mussolini erliess 38 auf deutschen Einfluss hin “Rassengesetze”, mit Augenmerk auch auf die Kolonien. Deportationen und Morde gab es erst nach der deutschen Besatzung
  14. Franz Hofer übergab Innsbruck am 3. 5. den Amerikanern. 3 Tage später wurde er von diesen anderswo in Tirol verhaftet und inhaftiert. 1948 gelang ihm die Flucht nach Deutschland. In Mülheim an der Ruhr setzte er seine gelernte Arbeit als Kaufmann ab 1949 fort, ab 1954 auch unter seinem richtigen Namen, bis zu seinem natürlichen Tod 1975
  15. Tom Segev schrieb in “Die siebte Million” auch darüber, wie sie dort von den Zionisten gesehen und behandelt wurden
  16. Tolomei etwa war nach dem Krieg wieder politisch tätig
  17. Ein anderes Thema ist das Schicksal der nicht-kommunistischen slawischen Widerständler gegen Faschismus im kommunistischen Nachkriegs-Jugoslawien. Ehemalige TIGR-Kämpfer durften kaum an der Macht teilhaben, wurden vielmehr bis in die 1970er vom Geheimdienst UDBA überwacht. Vilfan lehnte die Kommunisten ab bzw sie ihn. Er wurde von der jugoslawischen Regierung zwar zeitweise als Experte für die Triest-Verhandlungen konsultiert, man kann aber sagen, dass er von Österreich-Ungarn, dem faschistischen Italien und dem kommunistischen Jugoslawien verfolgt wurde
  18. „…in einem Geist der Billigkeit und Weitherzigkeit die Frage der Staatsbürgerschaftsoptionen, die sich aus dem Hitler-Mussolini-Abkommen von 1939 ergeben, zu revidieren.”
  19. 1994 wurde der Bund wiedergegründet

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