Die bedeutendsten Amateurhistoriker

Es geht um bedeutende Historiker, die eigentlich keine sind, keine abgeschlossene Ausbildung dafür haben. Die Gründe dafür, diese Ausbildung nicht zu haben, sind vielfältig – wie man auch am Ersten in dieser Liste sieht. Wobei Geschichte spät eine eigene wissenschaftliche Disziplin mit genormter Ausbildung geworden ist. Die meisten Hobby-Historiker erarbeiten und veröffentlichen etwas im kleinen Rahmen; andere haben grosse Ansprüche, manche setzen diese auch durch. Welche „Amateur-Arbeiten“ ernst genommen werden, hat oft nicht so viel mit ihrer Qualität zu tun. Amateurhistoriker sind meist in der Erforschung lokaler/regionaler Geschichte aktiv, in Militärgeschichte (nicht zuletzt Offiziere), in der Familienforschung. Gerne nehmen sie sich auch Rätseln aus der Geschichte an, von den Kennedy-Morden bis zum Loch Ness, wo das Obskure ins Parawissenschaftliche übergeht.

In diesen Bereichen sind Amateur-Historiker oft „Konkurrenz“ zu professionellen. Das sind oft Bereiche, wo besonderes Interesse von Laien für Geschichte da ist. Oft ist ein Ehrgeiz gegeben, die Experten „auszumanövrieren“1. Das Internet hat auch hier die Schwelle für Veröffentlichungen niedriger gemacht. Nicht relevant hierfür sind populärwissenschaftlich agierende ausgebildete Historiker, Historiker die in anderen Gebieten tätig sind, und solche die wie Propagandisten werken.

* John Edward Bruce wurde 1856 in USA als Sohn von Sklaven geboren, ein Studium war ihm nicht vergönnt; er gründete die Negro Society for Historical Research, die sich der Erforschung afro-amerikanischer Geschichte widmete, wurde ein Mitstreiter von Marcus Garvey. In dieser insgesamt doch sehr westlich dominierten Liste Einer an der Spitze, der die Relativität westlicher „Progressivität“ vor Augen führt – zumal wenn man bedenkt dass er in vielen Bundesstaaten der USA auch noch in den 1950ern enorme Schwierigkeiten gehabt hätte, etwas zu studieren

* Sebastian Haffner: eigentlich Raimund Pretzel, Jurist, u.A. als Beamter tätig, wegen der jüdischen Herkunft seiner Frau ins britische Exil, hier das Pseudonym zugelegt und mit dem Geschichte-Schreiben begonnen, behandelte v.a. NS-Themen, wurde international von Bedeutung

* Winston Churchill hat Geschichte gemacht und (u.a.) darüber geschrieben. Seine Geschichtsphilosophie und sein Erzählstil waren einflussreich. Der Adelige ist bei seinen Tätigkeiten als Journalist, Militär, Politiker und Amateurhistoriker davon ausgegangen, dass den Angelsachsen aufgrund ihrer „einzigartigen Grösse“ eine Führungsrolle zukomme. Dass er als britischer Premier Nazi-Deutschland bekämpfen liess, ändert nichts an seiner Mit-Verantwortung für die Hungersnot in der Präsidentschaft Bengalen (Bengal Presidency) im britisch beherrschten Indien 1943 (3 Mio. Tote). Wie entscheidend seine Verantwortung dafür war, ist umstritten, es geht um die Zurückhaltung von Nahrungsmitteln, bzw die Abzweigung dieser für britische Truppen.2

Seine historischen Schriften umfassen solche über seine Familie, Autobiographisches, und, am wichtigsten, mehrbändige Arbeiten über die Weltkriege: „The World Crisis“ sowie „The Second World War“, ab 1945 geschrieben (teilweise als Oppositionsführer, teilweise als Premier), 1948–53 heraus gekommen. Den Nobelpreis für Literatur 1953 bekam er ja hauptsächlich dafür. Auch „A History of the English-Speaking Peoples“ (1956–58 erschienen) ist ein mehrbändiges Werk und in gewisser Hinsicht autobiografisch. Im Squire-Sammelband „If it had happened otherwise“ mit kontrafaktischen Geschichten träumte der Alkoholiker von einem anderen Ausgang der Gettysburg-Schlacht (und des USA-Bürgerkriegs in Folge) und der Entstehung einer (noch mächtigeren) Anglo-Weltpolizei als Konsequenz.

* David Irving: hat diverse Studien angefangen, diverse Jobs gemacht, dann mit historischen Publikationen begonnen, alle zum 2. WK, eine Zeit die er als Kind in GB mit erlebte. Ilan Pappe sagte über ihn, er sei ein „handwerklich“ guter Historiker, seine Schlüsse weniger gut, aber Gefängnis/Strafe für die Leugnung des Massenmords an Juden nicht unbededingt angebracht.

* Gavin Menzies, ein britischer Offizier und Schriftsteller, hat revisionistische Theorien zu Entdeckungsfahrten der frühen Neuzeit aufgestellt, die in der Fachwelt abgelehnt werden, aber ein breites Publikum interessieren

* Der jüdische Mediziner Immanuel Velikovsky (Russland/ Palästina/ USA) verband Sagen, religiöse Mythen, Geschichte und Astrophysik zu revisionistischen interdisziplinären Ideen, Theorien und Spekulationen, zB in „Welten im Zusammenstoss“ (1950). Er hat sich diverse „Kapitel“ antiker Geschichte vorgenommen, kontrafaktische Behauptungen zu diversen Völkern, Reichen, Herrschern aufgestellt, behauptete kosmische Katastrophen, übte auch etwas Chronologiekritik. Seine weitgehende Einstufung als pseudowissenschaftlich in der Fachwelt wird von seinen Anhängern (Heinsohn scheint einer davon gewesen zu sein) als „Belastungsmaterial“ gegen den Wissenschaftsbetrieb angeführt.

* Der Amerikaner Shelby Foote, Offizier, Journalist und Schriftssteller (u.a. der historische Roman „Shiloh“ über den USA-Bürgerkrieg), hat mit einem 3-bändigem Werk über diesen Krieg Anerkennung geerntet.

* Patricia Roppel: Abschluss in Hauswirtschaftslehre, Publikationen zur Geschichte von Alaska

* Pierre Plantard: französischer technischer Zeichner (1920-2000), der sich mit Verschwörungen und Geheimbünden befasste (selbst welche gründete), und Behauptungen rund um die Église Sainte-Marie-Madeleine in Rennes-le-Château aufstellte, die sich stark verbreiteten

* Fritz Tobias: Mitarbeiter im niedersächsischen Innenministerium, Recherchen über die Reichstags-Brandstiftung 1933, 1959/60 Serie darüber im „Spiegel“, 1962 Buch darüber, Marinus van der Lubbe war ihm zufolge der Alleintäter, Anerkennung durch Theodor Mommsen

* Erich von Däniken: der Schweizer Autor behauptet, dass ausserirdische Lebewesen seit langem mit der Erde in Kontakt stünden, Kulturen beeinflusst haben; manche Parallelen zu Velikovsky

* Jean-Claude Pressac beschäftigte sich mit den Gaskammern des KZ Auschwitz/Oświęcim, revidierte seine früher revisionistischen Vorstellungen darüber, lieferte neue Erkenntnisse dazu

* Georg Markus versteht es, Details aus der österreichischen Geschichte für ein breites Publikum aufzubereiten

* Ronald Wyatt: der OP-Pfleger und 7-Tages-Adventist hat sich der Suche nach den Überresten der Arche Noah’s, in Durupinar nahe des Ararat, und anderen Standorten biblischer Erzählungen, gewidmet

* Selwyn Raab: „Mafia-Historiker“, USA, Buch „Five Families“, eigtl. Journalist

Robert M. Edsel (der US-amerikanische Geschäftsmann beschäftigt sich mit NS-Raubkunst); Nancy Hatch-Dupree (ist Archäologin, aber auch als Historikerin tätig); Claude Cantini (Schweizer Psychiatrie-Krankenpfleger, der aus Italien stammt, beschäftigte sich mit Rechtsextremismus, v.a. dem schweizerischen); Slavko Goldstein; Gustav von Struve (Jurist und Politiker, publizierte Historisches, knapp bevor Geschichtswissenschaft als solche entstand); Gareth Glover (der britische Offizier beschäftigt sich mit den Napoleonischen Kriegen, v.a. der Waterloo-Schlacht); Graham Phillips (BBC-Reporter, schrieb über Hl. Gral oder König Artus); Conrad Black (kanadischer Geschäftsmann); Rémi Cuisinier (Museum, Bücher); Gerald Posner (>JFK-Mord); Andreas Peham (H. Schiedel, kann sich auf ein Netz nicht zuletzt im Medienbereich stützen, darf sogar an Schulen Vorträge halten, über Rechtsextremismus, wobei er dieses Engagement in den Dienst „anti“deutscher Ideologie stellt); Şahin Ali Söylemezoğlu (Deutsch-Türke, verharmlost und verdreht den Armenier-Genozid); Heinrich Bartsch (Vertriebener, zur Geschichte Schlesiens); Jared Diamond (gewissermaßen auch im historischen Bereich aktiv); Grégoire Bernache; William Doino (im katholischen Bereich aktiv); Karl Trotzig (schwedischer Lokalpolitiker, 19./20. Jh); Richard Labunski (USA, Politologe, Jurist, Journalist); David Cundall (auch ein Hobby-Militärhistoriker); Herbert Gold (Theorie über das Bernsteinzimmer); Claus Uhlrich (Leipzig); Ernest T. Parritt (ein Buch von ihm inspirierte das Album „Homo erraticus“ von Ian Anderson); Charles Guay (Abt, 1845-1922); M. C. F. Easmon (Arzt in Sierra Leone); Francis Napier (Lord, 19. Jh, im brit. Kolonialdienst); Anders Franzen (Schweden, Marine); Jacob Cove-Jones (Suche nach dem Schatz der Temeplritter); Sidney Webb (britischer Politiker & Jurist); Jeffrey Badger („Finding Granddad’s War“); Denis Coquoz des Marécottes, Samuel Mbajum, Jacques Mésségué, John Woodforde, René Laplanche, Charles Jenkins (Australien),

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

  1. So etwas gibt es aber auch innerhalb der akademischen Historiographie
  2. Zu der Hungerkatastrophe gibt es den historischen Roman „Ashani Sanket“ („Ferner Donner“) von Bibhutibhushan Bandyopadhyay, der auch verfilmt wurde. Die Inderin Madhusree Mukherjee brachte 2010 das Buch “Churchill’s Secret War” heraus

Heil und Unheil des Alkohols

Alkohol ist die verbreitetste Droge der Welt, auch die am meisten verharmloseste. Das gilt hauptsächlich für den Westen. Er ist schädlicher als viele verbotene Drogen. Gleichzeitig sind alkoholische Getränke aber auch Genussmittel und Nahrung. Und Kulturgut, wie alle Drogen. Alle Drogen bedürfen einer gewissen Bearbeitung des „Naturzustands“ um konsumierbar zu werden (etwa der Schritt vom Roh- zum Rauchopium). Alkohol, das hebt ihn hervor, entsteht erst durch einen Verarbeitungs- bzw Veränderungsschritt natürlicher Stoffe.

Dieser Schritt ist aber auch natürlich, er geschieht auch ohne menschlichen Eingriff in der Natur. Es heisst, Affen und andere Tiere sammeln in freier Wildbahn vergorene Früchte ein, um sich zu berauschen. Im Vergleich zu synthetischen Drogen ist Alkohol in seiner Herstellung einfach; manchmal gelingt Strafgefangenen die alkoholische Gärung aus (dort erhältlichen) Zutaten wie Früchten und Brot.1

Der Artikel gehört zur Reihe über Drogen2; die Gliederung sieht so aus: Kulturgeschichte des Alkohols, Systematik von Alkoholika, Trinkkulturen, Wirkungen und Sucht, Verbotsgeschichte, berühmte Konsumenten und Opfer, Verarbeitung/Referenzen in der Kunst, Links und Literatur

Kulturgeschichte

Menschen entdeckten, dass im Gärungsprozess überreifer (Feld-)Früchte Alkohol entstand (spontane Gärung). Entdeckten, dass kohlehydrathaltige Flüssigkeiten durch einen Gärungsprozess in berauschende Getränke verwandelt werden können. Hefe spaltet dabei Zucker in Alkohol und Kohlendioxid. Praktiziert wurde die alkoholische Gärung erstmals in Mesopotamien, von den Sumerern. Dies geschah im Rahmen des Übergangs zu Sesshaftigkeit, Ackerbau, Züchtung von Pflanzen. Die Herstellung alkoholischer Getränke basiert(e) auf Erfolgen der Landwirtschaft.

Für Bier braucht man grössere Mengen Getreide, musste es also anbauen. Aus dessen Körnern gewinnt man durch Keimung und Trocknung Malz (Stärke wird also in Zucker umgewandelt). Malz und Wasser vergären dann zu (noch ungehopftem) Bier. Auch bei der Herstellung von Weinen (aus Weintrauben wie aus anderem Obst) wurden landwirtschaftliche Vorgänge, Zwischenschritte, Kenntnisse notwendig. Der Saft der meisten Wildfrüchte enthält für eine natürliche Gärung nicht genug Zucker. Es mussten süsse Früchte gezüchtet werden, Obstkulturen angelegt werden. Die Wilde Weinrebe wurde domestiziert.

Chemisch gesehen ist Alkohol ein Produkt des Stoffwechsels, der bei der Gärung von Biomasse entsteht, wenn Hefe-Pilze Zucker (Glucose) abbauen bzw in Alkohol umwandeln. Ist ein bestimmter Alkoholgrad erreicht, vergiftet der Alkohol jene Hefepilze, denen er seine Existenz verdankt. Das bei der Gärung entstehende Ethanol (Äthylalkohol, auch Äthanol genannt, Trivialname Alkohol, Trinkalkohol, „Weingeist“) ist ein aliphatischer, einwertiger Alkohol mit der Summenformel C2H6O und der Halbstrukturformel C2H5OH. Alkohole bilden eine ganze chemische Stoffklasse.

Auch in anderen antiken Hochkulturen, v.a. Ägypten, wurden dann Malz-Sud (zu Bier), Traubensaft/-maische (zu Wein), Obstsaft (zu Obstwein), Honigwasser (zu Honigwein) vergoren. Auch in Ostasien und im „vorkolonialen“ Amerika lernte man, alkoholische Getränke herzustellen; aus Hirse, Reis, Honig, Maniok, Mais, Palmensaft. Der Rausch, den (auch) die alkoholischen Getränke hervorrufen, bekam in manchen Kulturen eine kultische Bedeutung. Diese Getränke konnten aber auch Nahrung oder Medizin sein. Und man lernte auch die unangenehmen „Nebenwirkungen“ kennen.

Ägyptische, mesopotamische, persische, kanaanitische und andere Einflüsse aus der südwestasiatisch-nordostafrikanischen Region haben den Tanach und damit die Bibel stark mit geprägt. Alkohol kommt in Bibel/Tanach vor; im Judentum erfährt Trauben-Wein religiöse Verwendung (und ist sein profaner Gebrauch durch religiöse Vorschriften geregelt), im Christentum wurde aus dem Pessach-Seder das Sakrament des Abendmahls. Die antiken Griechen tranken Wein, der meist mit Wasser vermischt wurde, widmeten die Gottheit Dionysos dem Wein und der Ekstase. Dies kam im Dionysus(-Mysterien)-Kult und in den Dionysien zum Ausdruck. Auch in eigentlich „profanen“ Trinkgelagen (Symposien genannt) spielte Dionysos eine Rolle.

Römisches Äquivalent zu Dionysus war ja Bacchus. Germanen, Slawen und Kelten kannten Bier und Met (Honigwein), lernten Wein durch die Römer kennen. Missionare gingen im Rahmen der Christianisierung Europas im Früh-Mittelalter gegen die dort ältere Trinkkultur vor, letztlich vergeblich.3 Das Bier-Brauen scheint erst mit dem „Übergang“ des Braubetriebs auf Klöster-Brauereien geregelt worden zu sein. Bis dahin wurde Bier mit unterschiedlichen Zugaben gebraut, einer „Grut“ (Kräutermischung), die oft auch psychotrope Pflanzen wie Bilsenkraut oder Stechapfel enthielt!4 Es blieb dann nur noch Hopfen übrig5; dessen Zugabe bringt die charakteristischen Bitterstoffe wie auch eine Verstärkung der beruhigenden Wirkung ein. Verwendet wurde obergärige Hefe.

Während sich in Europa das Christentum festsetzte und sich Reiche bildeten, entstand in West-Asien und Nord-Afrika ein grosses islamisches Reich (das ab dem Hoch-Mittelalter zerfiel). Alkoholische Getränke waren im Milieu des Propheten Mohammed verbreitet gewesen, Dattel- und Traubenwein. Im Koran gibt es (früher entstandene) Stellen, die Wein (arabisch „Khamr“) preisen, und spätere, die ihn verurteilen – es wurde Konsens, dass die negativen die positiven aufheben. Mohammed soll wegen eines Onkels, der Trinker war, seine Meinung geändert haben. Die Kalifen, unter denen das arabisch-islamische Reich entstand, haben das Alkoholverbot im Grossen und Ganzen anscheinend nicht streng ausgelegt, das betrifft die raschidischen ebenso wie die omayadischen und abbasidischen6. In islamisierten Ländern wie Persien und Ägypten kam es also nicht zu einem abrupten Bruch mit Alkohol. Was Ägypten betrifft, scheint es dann unter den (schiitischen) Fatimiden strenger geworden zu sein.

Die Destillation dürfte im früheren Mittelalter im islamischen Raum entwickelt worden sein, auch wenn es einigen Angaben zufolge in Europa etwa zur selben Zeit die selbe Entwicklung gab. Das bedeutet, das die Destillation zu höher konzentriertem Alkohol im selben Raum entwickelt wurde, in dem das Alkohol-Verbot galt. Man entdeckte, dass der berauschende Stoff im Wein destilliert und dadurch konzentriert werden konnte. Und benannte den Stoff „al Kuhl“, was das Feinste von etwas bezeichnet, bzw ein Pulver. Die Bezeichnung „Alkohol“, die von Arabern stammt, könnte sich aber auch von „Alkul“ ableiten. Oder sie könnte vom babylonischen oder akkadischen Wort „Guhlu“ kommen.7 Die Destillation wurde im 9. Jahrhundert von zwei persischen Alchemisten8, Geber und Razi, weiter verbessert; etwa haben sie den Destillierhelm weiter entwickelt.

Hochprozentiger oder gar reiner Alkohol kann nur durch zusätzliche Destillation gewonnen werden, da bei der Gärung  wie erwähnt Hefezellen bei höheren Alkoholkonzentrationen absterben. Bei der (ein-/mehrmaligen) Destillation wird der Alkohol teilweise vom Wasser getrennt, durch Verdampfen und anschließendes Kondensieren, unter Ausnutzung der unterschiedlichen Siedepunkte, der Alkoholgehalt dadurch erhöht. Branntwein wird als Oberbegriff für diese Produkte verwendet, wie auch Destillate, Spirituosen, Schnäpse.9 Das bei „unsauberer“ Destillation oft entstehende Methanol (Methylalkohol; CH3OH) ist ein gefährlicher Verwandter des Ethanols. Unter seinen Metaboliten (Abbauprodukte) ist zB Formaldehyd, und Konsum kann Blindheit und Tod verursachen.10

Im Laufe der Jahrhunderte wurde in den meisten Kulturen Alkohol auch für medizinische Zwecke eingesetzt. In Europa wurden Branntweine im Spät-Mittelalter, in der Zeit der Pest-Epidemien, als Arzneimittel verwendet. Die Pest und andere Seuchen führten zu einem Aufschwung der Destillate, obwohl diese als Gegenmedizin völlig wirkungslos waren. Die Menschen klammerten sich an die hochprozentigen Alkoholika, die Verdrängung und Betäubung bewirkten. Desinfizierend ist Alkohol nur in ziemlich reiner Form, als eine ca. 90% alkoholische Flüssigkeit, was alkoholische Getränke nicht sind. Das betrifft die äusserliche Anwendung, eine innerliche von so reinem Alkohol würde eher neue Probleme schaffen.11 Alkohol fand auch Verwendung als Schmerzmittel12, bevor man Opiate verwendete, als Narkotikum für chirurgische Eingriffe, bevor man Äther hatte. Und als Angstlöser; oft wurde/wird zB zum Tode Verurteilten vor der Hinrichtung der Konsum eines alkoholischen Getränks gestattet.13

Im islamischen Bereich wurde Wein das wichtigste alkoholische Getränk. Weinbau und -handel kam oft in die Hände von nicht-moslemischen Minderheiten, v.a. Armeniern (Christen), blieb es zT bis heute. Viele Dichter haben den Wein gepriesen (zB Abu Nawas, Omar Chayyam), es gibt eine richtige Weinliteratur im islamischen Raum (Khamriyat). Nach Gelpke ist in den Dichtungen, besonders den persischen, mit „Wein“ aber oft Opium gemeint. Viele moslemische Sufis, Derwische, Mystizisten verwendeten Alkohol in ihren Zeremonien, nicht zuletzt der Bektaschi-Orden. Insgesamt dürfte der nicht-europäische Alkohol-Konsum „gemäßigter“ gewesen sein als der europäisch-westliche; und das dürfte sich gehalten haben.

Die Entwicklung in Europa war ein Siegeszug für den Alkohol. Anbau, Gebrauch, Handel, Verarbeitung kamen v.a. hier auf Touren. Mit der europäischen Ausbreitung ab der frühen Neuzeit kam er zu neuer Verbreitung. Im Westen wird Be-Rausch-ung nur mit Alkohol als legitim erachtet, er wurde zur einzigen integrierten/akzeptierten Droge. Wirtschaftlich wurde Alkohol vielerorts ein Faktor (Brauer, Winzer, Brenner, Wirte, Kutscher, Kellner,…) und so sichert und vernichtet das Lebergift gleichzeitig Existenzen. Dass Wein und Bier in Europa Alltagsgetränke wurden, lässt sich auch mit der schlechten Wasserqualität vielerorts erklären und damit, dass sie als Lebensmittel galten.14 Schnaps erlebte vom 17. bis zum 19. Jh im Norden und Osten Europas einen Aufschwung auf Kosten der einfachen Gärungsprodukte Bier und Wein. Unter Anderem wegen der leichteren Schnaps-Herstellung durch die Einführung der Kartoffeln.

Im 17. Jahrhundert kam auch der Kaffee nach Europa. Zunächst blieb sein Konsum auf den Adel beschränkt, im Laufe des 18. Jh begann er sich vom Luxus- zum Alltagsartikel zu wandeln. Dies verdrängte wiederum alkoholische Getränke etwas; wurde zuvor etwa zum Frühstück gern eine Biersuppe gegessen, verbreitete sich nun die Kaffeesuppe. Dieser Wandel passte zur Aufklärung, die sich damals vollzog, der Wachmacher und Ernüchterer Kaffee statt dem berauschenden und dämpfenden Alkohol.

In den Napoleonischen Kriegen tranken viele Soldaten verschiedener Armeen Schnäpse, sowohl als „Motivation“, als auch als Nahrungsersatz. Und, diese Kriege in Folge der Französischen Revolution führten zu einem Ende des bisherigen Staats- und Wirtschaftsgefüges, mancherorts früher, andernorts später. Das kapitalistisch-bürgerliche System entstand. Und bald begann dann die Industrialisierung. Alkoholika wurden billiger. Einerseits weitete sich der Alkoholkonsum (in vielen Teilen des Westens) dadurch aus, andererseits wurde er immer weniger kompatibel mit der neuen, schnellen Welt… Alkoholkonsum war mit/in vielen Berufen nicht mehr kompatibel. Und Berauschung wurde weitgehend aus der Öffentlichkeit verdrängt.

Infolge von Industrialisierung und Kapitalisierung entstand im 19. Jh ein Alkoholproblem der Arbeiterschaft. Von „Branntwein-Epidemie“ oder „Gin Epidemie“ (bezüglich GB) war/ist da die Rede. Alkohol als Betäubung, als Flucht vor den Arbeits- und Lebensbedingungen, Sucht als soziales Phänomen. Diverse Anführer oder Theoretiker der Arbeiterbewegung nahmen sich des Themas an. Etwa Friedrich Engels, der im Alkohol-Konsum (nicht nur des Proletariats anscheinend) ein Symptom des Industriekapitalismus sah. Oder in Österreich Victor Adler, Sozialdemokrat und Arzt („Der trinkende Arbeiter denkt nicht, der denkende Arbeiter trinkt nicht!“).

Im frühen 19. Jh wurde Ethanol erstmals synthetisch hergestellt. Der Prozess wurde verfeinert, man kam auf die Hydratisierung von Ethylen (Reaktion von Ethen mit Wasser unter Benutzung eines geeigneten Katalysators; industrielle Ethanolsynthese). Der so hergestellte Industriealkohol oder technische Alkohol wird für andere Verwendungen des Alkohols als Rauschgetränk hergenommen15: Als medizinisches Desinfektionsmittel etwa. Dazu werden meist sekundäre Alkohole wie Propanol, vermischt mit Wasser, verwendet. Nur dank des Wassers kann der Alkohol die Zellwände eindringen, was reiner Alkohol nicht schafft. Für die Herstellung mancher Arzneimittel wird Alkohol verwendet, somit kommt dieser auch (noch immer) zu einer innerlichen medizinischen Anwendung.

Die chemischen Industrien verwenden Alkohol auch für die Herstellung von Konservierungsmitteln, Brenn-Spiritus, Kosmetika, Parfüms, Reinigungsmittel, Lösungsmittel und Lacke, Farben,… Da wo Industriealkohol mehr oder weniger rein verkauft wird, wie beim Spiritus, wird er durch Zusetzung von Chemikalien vergällt, um den Trinkkonsum auszuschließen. Dafür ist keine Branntweinsteuer zu entrichten. Wenn unvergällter Alk für die Forschung gekauft wird, ist diese Steuer fällig. Die Versuchung, daraus richtigen Schnaps herzustellen (etwa Gin, mit Wacholderauszügen), ist gegeben, und früher soll das in Labors auch gang und gäbe gewesen sein.

Systematik/Klassifizierung(en) alkoholhaltiger Getränke

Die grundlegende Unterscheidung ist jene nach Herstellungsart bzw Alkoholgehalt (Stärke):

– Einfache Gärungsprodukte (Bier, Wein, Sekt): Getränke, deren Alkohol lediglich durch alkoholische Gärung entstanden ist

– Destillate/Gebranntes/Spirituosen: Getränke, deren Alkoholgehalt auf die Destillation von Gärungs-Getränken oder vergorenen Maischen zurückgeht. Liköre oder Ansatzgetränke gehören auch hier zu, werden aber manchmal gesondert klassifiziert

Eine andere Einteilung wäre die nach Herkunft/Kulturraum oder nach Aroma/Geschmacksrichtung,..

Bier hat ca 5% Alkohol, Starkbier mehr, es gibt auch alkoholfreies Bier; zum Unterschied ober-/untergäriges hier einiges; dunkles Bier entsteht durch die Verwendung von dunklem Malz

Wein: Weisswein wird aus Traubensaft hergestellt, Rotwein aus Traubenmaische, dem Gemisch aus Saft, Schalen und Kernen; Bei der Gärung kommt es dann auf den Winzer an, welche Geschmacksrichtung/Stärke er dem Wein geben will. Je länger der Wein gärt, desto mehr Zucker wird in Alkohol umgewandelt und desto „trockener“ wird der Wein. Die Länge des Gärprozesses lässt sich etwa durch Schwefelung stoppen. Es gibt also eine Korrelation von Restzuckermenge und Alkoholgehalt, von Geschmack und Stärke. Der Geschmack wird auch vom Tannin-Gehalt bestimmt, der primär von der Trauben-Sorte (Rebsorte) abhängig ist. 16,5 Volumenprozent ist die Grenze beim Alkoholgehalt, wegen der Natur der Gärung

Als Sturm wird noch in Gärung befindlicher neuer Wein bezeichnet (wenig Alkohol). Durch Nachgärung eines weissen Weins (meist durch Zusatz von Zuckersirup hervorgerufen) entsteht Sekt, mit Kohlensäure. Beim Schaumwein wird Kohlensäure dagegen einfach hinzugesetzt. Champagner ist ein Sekt aus der Champagne-Gegend in Frankreich (in der Region Champagne-Ardennes). In der frühen Neuzeit haben Mönche in Südwest-Frankreich zufällig dieses Getränk „entdeckt“, das durch die Weitergärung nach der Abfüllung in Flaschen entstand, durch den Hefesatz darin. Wie auch im Bier beschleunigt Kohlensäure auch hier den Übertritt von Alkohol ins Blut. Die sogenannten Dessertweine werden durch Zugabe von Branntwein zum gärenden Wein erzeugt. Dadurch wird die Gärung abgebrochen, es entstehen süsse Weine. Ursprünglich geschah dies zur „Stabilisierung“ des Weines für einen wochenlangen Schiffstransport.

Andere vergorene Fruchtsäfte sind gewissermaßen auch Weine (Obstweine): Apfelwein/Most, Cider (mit Kohlensäure),… Most kann auch unvergorener Fruchtsaft sein, Traubenmost = Traubensaft, Wein vor der Gärung. Aus Palmensaft hergestellter Palmwein, Dattelwein, Met, Kräuterweine sind schon ziemlich ausgefallen. Reiswein und die aus anderen Süssgräsern hergestellten alkoholischen Getränke (Maiswein,…) werden teilweise als Bier angesehen, weil sie aus verzuckerter Stärke hergestellt werden.

Spirituosen enthalten ca 40% Alkohol, Rum aber zB deutlich mehr. Es gibt Weindestillate (Cognac u. a. Weinbrände, Ouzo/Arak/Raki/Pernod, die mit Anis aromatisiert werden), Getreidedestillate (Whiskey,…), Obstdestillate (/-brände, Schnäpse), Destillate aus sonstigen Pflanzen (Wodka wenn aus Kartoffeln, ansonsten aus Getreide; Gin ist ebf aus Kartoffelmaische oder Getreidesud, mit Wacholderbeeren aromatisiert; Rum aus Zuckerrohr/Melasse; Tequila aus Agave; Absinth aus Wermuth und anderen Kräutern;…).

Liköre sind Destillate mit viel Zucker und Aromen (Zusätzen); Inländerrum ist „Ethanol unbekannter Abstammung mit Zusatzstoffen unbekannter Abstammung. Nur zum Kochen, für Alkoholiker im letzten Stadium und für Deutsche verwendbar.“16 „Alkopops“ oder „Hyperdrinks“ sind Spirituosen gemischt mit süssen Limonaden, die Jugendliche ansprechen (sollen). Der Alkoholgeschmack wird durch die Süße überdeckt, worin eine gewisse Gefahr liegt. Bei Ansatzgetränken wird Ethanol/Weingeist oder ein definierter Brand mit Kräutern, Gewürzen, Zuckersirup, Karamel, Fruchtsirup, Früchten oder Eiern angesetzt.

In alkoholhaltigen Pralinen sind meist Liköre enthalten, oder auch Cognac oder Obstbrände. Cocktails, alkoholische Mischgetränke, sind ab der späten Neuzeit entstanden, enthalten in der Regel mindestens eine Spirituose.

Trinkkulturen

Alkohol ist die Droge des Westens, da die meistbenutzte, meist kultivierteste. Der Alkoholkonsum ist seit jeher fest in der Kultur des Abendlandes verankert, auch das übermäßige Rauschtrinken; vor allem bei festlichen Anlässen. Wenn Slavoj Zizek für das Recht auf Rausch eintritt, meint er da auch andere Mittel ausser Alkohol? Weinbau, -lese, etc wird als normale landwirtschaftliche Tätigkeit gesehen, bei Mohn, Kratom, Hanf,… (die hier aber meist eh nicht wachsen bzw potent werden) ist das anders. Trinken steht einerseits für Geselligkeit, Wohlstand, Belohnung, positive Stimulation, Umgang mit einem Kulturgut; andererseits dafür, ein Laster der unteren Bevölkerungsschichten zu sein, etwas das Elend schafft,…

Fast überall auf der Welt ist Alkoholkonsum mit Feiern verbunden, dient der Festigung (oder aber Knüpfung) sozialer Kontakte, ist oft Teil von Ritualen des Brauchtums. Von Frauen wird oft erwartet, dass sie weniger Alkohol trinken als Männer und einen Rausch nicht in der Öffentlichkeit ausleben17 Einschränkende Regeln zum Alkoholkonsum von Kindern bzw. Jugendlichen sind schon eher gesundheitlich zu argumentieren und sind meist offiziell. Von Frauen bevorzugte Getränke enthalten zT tatsächlich weniger Alkohol.

Bezüglich der westlichen Trinkkulturen wird unterschieden18:

  • Eine germanisch-slawische, nord-östliche Trinkkultur: gekennzeichnet durch sporadische (zB an Wochenenden) exzessive Berauschung, oft zur Schau gestellt (v.a. von Jugend), Trinken von Mahlzeiten abgekoppelt, geringer nutritiver Gebrauch, Alkohol reines Genuss- und Rauschmittel. Oktoberfest, Trinkspiele, Aufnahme mit der Bierrutsche oder über den Tampon (über die Haut), saufende Burschenschafter, das findet man hier.

Es werden hier noch unterschieden: alkoholexzessive Kulturen, in denen Alkoholkonsum und der Rauschzustand als eine Art Norm gilt und überwiegend hochprozentige Alkoholika konsumiert werden, v.a. osteuropäische Länder; Alkoholdeterminierte Kulturen, in denen Alkoholkonsum und Trunkenheit zu gewissen Anlässen, in einem gewissen Rahmen, gebilligt wird, hauptsächlich mitteleuropäische Staaten, hier überwiegt Bier; auch Abstinenzkulturen kommen aus dieser Trinkkultur, v.a. dem protestantischen Bereich (Skandinavien, Grossbritannien,..)

  • Die mediterran-romanische-südliche alkoholpermissive Trinkkultur: hauptsächlich in den Mittelmeerländern Italien, Griechenland, Spanien und Frankreich; Trinken ist Bestandteil des Alltags, ist integriert, auch ohne besonderen Anlass wird Alkohol serviert, er ist in die Mahlzeiten integriert, wird täglich konsumiert, jedoch in kleineren Mengen, ist Alltagsgetränk, Wein wird bevorzugt, es gibt wenig Abstinente, auch weniger Alkoholiker, es gab hier nie bedeutende Abstinenzbewegungen

Es gibt Mischtypen und Übergangszonen, in Frankreich entlang des Nord-Süd-Gefälles; im Süden der USA gibt es vielleicht auch so einen Übergang von einer Trinkkultur in eine andere19. Die Alkohol-„Dichtung“ gehört eher zum Norden, wo Alkohol weniger integriert ist und man mehr auf den Rausch hin trinkt. Trink-Lokale wie Bars, Kneipen, Pub, Shebeens, Heurige,… sind auch Bestandteile dieser Trinkkultur; in südlicheren Gegenden trinkt man mit dem Essen zusammen. In den italienischen „Wein-Bars“ (Enoteca, Taverna) ist das Essen genau so wichtig wie das Trinken. Und, restriktive Maßnahmen/Verbote werden eigentlich immer im Norden ergriffen, abgesehen von der nicht-europäischen Welt, v.a. der islamischen (aus anderen Gründen). Die Übergänge in der Trinkkultur gibt es auch im deutschsprachigen Raum; in mehrheitlich evangelischen Gebieten in Deutschland und in der Schweiz gibt es viele Gruppen der Anonymen Alkoholiker, kaum aber in deren katholischen Gegenden und in Österreich.20

Guinness-Bier steht nicht umsonst für Irland, Whiskey für Schottland (und Irland), Ouzo und Wein für Griechenland, Wodka für Russland (und Polen,…), Wein für Frankreich, Italien, Spanien (in Frankreich ist ausserdem Pernod, im Süden, und Bier, im Norden, verbreitet), Bier für Deutschland, Tequila für Mexiko, Sake/Reiswein für Japan,… Wenn man genauer hinschaut, ergibt sich teilweise ein anderes Bild: In Polen gilt Wein als Getränk der Mittelschicht, während Wodka und (einheimisches) Bier die Getränke der unteren Schichten sind. Champagner und Sekt gelten fast überall als Getränk für besondere, feierliche Anlässe. Importierte Getränke haben oft einen höheren Status als einheimische.

Was nicht-europäischen Umgang mit Alkohol betrifft: Mancherorts in der nichtweissen Welt kam Alkohol spät und schnell, mit der europäischen Unterwerfung.21. Die Trinkkultur in Lateinamerika steht der südeuropäisch-mediterranen nahe; in Afrika gibt es wohl eine „Spaltung“ zwischen moslemischen und christlichen Gebieten, aber auch nach anderen Faktoren.

Was den islamischen Kernraum betrifft, die Länder in West-Asien und Nord-Afrika, im Abschnitt über die Verbotsgeschichte folgt noch einiges dazu. Die Bezeichnung für den Alkohol stammt aus dem Arabischen und die Destillation wurde (wahrscheinlich) dort entwickelt – und Alkohol ist heute in der islamischen Welt vielfach verboten. Es gibt alkoholprohibitive Länder mit Verboten, wie Saudi-Arabien oder Iran seit der letzten Revolution, und alkoholexeptionelle, wo Alkohol grundsätzlich erlaubt ist, aber (in der Regel) nur bei definierten, seltenen Anlässen in begrenzten Mengen getrunken wird, wie Ägypten oder Syrien. Die Türkei ist teilweise der mediterranen Kultur zuzurechnen, auch so ein Übergang… Auch die islamische Diaspora ist diesbezüglich gespalten.

Süd- und Ostasien ist weitgehend alkohol-exeptionell; dabei soll ein genetischer Zusammenhang von Bedeutung sein: Einem Teil der Asiaten (sowie den aus Nordost-Asien stammenden „Indianern“ Amerikas) fehlt ein bestimmtes Enzym für den vollständigen Abbau von Alkohol; den Betreffenden wird schon nach dem Konsum kleinerer Mengen schlecht, weil ein giftiges Zwischenprodukt (Aldehyd) nicht umgesetzt werden kann.

Rausch und Sucht

Wenn der Alkohol ins Blut übertritt, beginnt die Wirkung, der Rausch, der Genuss. Was Menschen seit der Entdeckung der Gärung vor Jahrtausenden am Alkoholkonsum schätzen, ist die bald einsetzende Veränderung des Gemütszustands, v.a. die euphorisierende Wirkung, einhergehend mit körperlichen Veränderungen. Für bestimmte Sorten Trinker ist die Wieder-Aufnahme des Alkohols wie der „Flash“ bei Heroinsüchtigen nach der Spritze, eine „Umarmung eines Bären in einer kalten Nacht“, die alles von schlecht auf gut ändert. Und Probleme verdrängt.22. Genau auf diese quasi-opioide Wirkung sind viele Trinker aus. Manche sind eher auf andere Wirkungen aus, die enthemmende (etwa beim Feiern), die entspannende (nach Feierabend, als Abstresshilfe), die (körperlich) betäubende, die bewusstseinstrübende.

Ein leichter Schwips steht am Anfang der Rausch-Skala, irgendwann kommt ein Vollrausch mit folgenden Kater, dann eine leichte Alkoholvergiftung, bei rund 5 Promille Alkohol im Blut tritt der Tod ein. Erbrechen ist ein Wehrmechanismus des Körpers auf zu viel Alkohol. Wirkungen wie herabgesetzte Konzentrationsfähigkeit, Tunnelblick, langsamere Reaktionszeit sind verantwortlich für Verkehrsunfällen unter Alkoholkonsum. Aggression gegen Andere (etwa Gewalttaten in der Familie) oder gegen sich23 sind häufig. An Kombinationen/Mischkonsum sind v.a. jene mit Opiaten sowie Sedativa (Beruhigungsmittel, „Downer“) gefährlich.

Mit dem Konsum grösseren Mengen stellt sich bekanntlich Toleranz ein, beginnt der Übergang vom risikoarmen zum schädlichen Alkoholkonsum – chronischer Konsum, Alkoholabhängigkeit/Alkoholismus. Wie bei anderen Drogen ist es auch beim Alkohol so, dass man ihn zuerst wegen der Wirkung nimmt und dann nehmen muss. Die Grenze zwischen normalem/sozialem Trinken und Alkoholismus (Sucht) wird von Betroffenen gerne verwischt, verschleiert. Zu den bestehenden Problemen kommen weitere hinzu: Diverse körperliche und seelische Langzeitwirkungen und Schäden. Besonders Leber, Pankreas, andere Verdauungsorgane, und Blutgefässe (> Schnapsnase,…) werden betroffen. Auch nehmen Alkoholiker einen Teil ihrer Nahrung durch die Kalorien ihrer Drinks auf, dadurch können sie leicht einen Vitaminmangelzustand bekommen; andererseits ist auch Gewichtzunahme oft Folge von starkem Trinken. Wenn Alkohol schlechter Qualität konsumiert wird, sind noch schlimmere gesundheitliche Folgen zu erwarten.

Etwa 1 von 5 Alkoholikern kommt von der Sucht los, heisst es. Früher gab es bei schweren Trinkern mehr Verwahrung als Heilung/Begleitung. Im 18./19. Jh wurde übermäßiger Alkoholkonsum erstmals als Krankheit gesehen (auch als Ursache für gesellschaftliche Fehlentwicklungen), es gab die ersten Bücher, Untersuchungen darüber. Elvin Jellinek machte 5 Typen von Trinkern aus, zB den  Spiegeltrinker. Die Anonymen Alkoholiker wurden 1935 in der USA gegründet, 1982 eröffnete die Betty Ford-Entzugs-Klinik in Kalifornien. Das Anton-Proksch-Institut in Wien (Kalksburg) gibts seit den 1950ern.

Nicht allen Alkoholikern geht es so
Nicht allen Alkoholikern geht es so

Zu den Medikamenten, die in der Entzugs-Therapie eingesetzt werden, gehören: Disulfiram (Markenname „Antabus“), das gleich nach dem Alkoholkonsum unangenehme Symptome wie Übelkeit hervor ruft, diesen verleiden soll; Baclofen soll den Drang zum Alkoholkonsum unterdrücken (siehe Link unten); Naltrexon („Revia“ u.a.), zur Reduktion des Rückfallrisikos, Unterstützung der Abstinenz und Minderung des Verlangens nach Alkohol (Craving); Ibogain ist ein natürliches Mittel beim Alkoholentzug, auch zur Kontrolle des Suchtverhaltens; gegen leichtere Entzugserscheinungen werden Chlordiazepoxid („Librium“) oder Oxazepam („Praxiten“) gegeben; Clomethiazol („Distraneurin“) gegen die schwere Entzugserscheinung Delirium Tremens.

Der ehemalige Drogenbeauftragte der britischen Regierung, David Nutt, hat den Alkohol unter allen Suchtmitteln, was die Gefährlichkeit für die Gesellschaft angeht, an erste Stelle gereiht. Aufgrund der Legalität und Akzeptanz des Alkohols in den meisten Ländern gibt es viel mehr Alkoholiker als Junkies anderer Drogen. Nutt wurde 2009 gefeuert, nachdem er in einer Studie die Meinung vertreten hatte, dass Drogen wie Cannabis, Ecstasy und LSD weniger gefährlich seien als die legalen Suchtmittel Alkohol und Tabak. Nur Heroin, Kokain, Barbiturate und Methadon sind laut ihm gefährlicher für Individuen als Alkohol. Nutt arbeitet zur Zeit an einem Alkohol-Substitut auf Benzodiazepin-Basis.

Verbotsgeschichte

Alkohol wurde im aussereuropäischen Raum und in Ländern der nördlichen Trinkkultur immer wieder verboten. Natürlich betrifft ein Alk-Verbot auch den mäßigen Konsums, wird das Kind mit dem Bad ausgeschüttet. Aber Gesundheit ist oft gar nicht so entscheidend dabei. Verteufelung des Alkohols geht oft mit einer Verteufelung des Rausches (bzw des Lustprinzips) an sich einher; im islamischen Raum oft mit einer Verteufelung des westlichen. Oft geht es beim Umgang mit einer Droge nicht um ihre tatsächlichen Eigenschaften, sondern ihr zugeschriebene. Verbote von Drogen wie Alkohol haben auch viel mit sozialer Kontrolle zu tun. Die Besteuerung ist ein staatlicher Versuch der Einschränkung des Konsums aber auch des Mitschneidens.

Das Osmanische Reich war das wichtigste/grösste islamische Reich der Neuzeit. Trotz des islamischen Alkoholverbots wurde Alkohol auch in der herrschenden Klasse dieses Reichs konsumiert24, in Teilen der Bevölkerung ohnehin (von Christen wie Moslems), vorwiegend Wein. Im 17. Jh wurde eine Art Alkohol-Steuer im Osmanischen Reich eingeführt, die Müskirat resmi. Diese betraf Nicht-Moslems, also hauptsächlich Christen; für Moslems war Alkohol ja „eigentlich“ tabu.

Osmanische Behörden gingen gelegentlich hart gegen Handel und Ausschank vor. Das, obwohl Soldaten, v.a. Janitscharen, in den Tavernen stark vertreten waren. Da ging es hauptsächlich um die Demonstration von Frömmigkeit. Unter Sultan Murad IV. (1623-1640) ging es um die Wiederherstellung von Kontrolle in einer turbulenten Zeit, im Zuge dessen verbot er Alkohol, Tabak, Kaffee – obwohl er selbst ein Trinker war. Auch unter Sultan Abdul-Hamid II. (1876-1909) war Vorgehen gegen Alkohol Teil einer grösseren politischen Kampagne zur Aufrechterhaltung der Macht; hier gings auch um den (sunnitischen) Islam als Klammer, um diverse Bevölkerungsteile zusammen zu halten.

Persien/Iran, das in der frühen Neuzeit unter der Safawiden-Dynastie wieder neu „erstand“ (als unabhängiges Reich), hat eine lange Weintradition, die Anbaugebiete waren v.a. in Fars (Südwesten; Schiraz-Rebe) und Aserbeidschan (Nordwesten). Unter den Safawiden gabs nur unter Schah Sultan Hossein (17./18. Jh) ein richtiges Verbot des Alkohols, ansonsten höchstens eine „Verdrängung“ ins Private. Unter den Kadscharen war es ähnlich; unter den Pahlevis gewann Alkohol an Akzeptanz (s.u.), im Rahmen einer allgemeinen Verwestlichung, auf Kosten von Opium.

Was Europa und seine Ableger betrifft, Luther war schon kritisch gegenüber dem Alkohol. Im 19. Jh entstanden (meist „christlich“ motivierte) Abstinenz-/Prohibitionsbewegungen im Westen, etwa in Skandinavien. Im frühen 20. Jh kamen dort diverse Verbote und Beschränkungen, etwa in Finnland, für einige Jahre. Dieses wurde mit Schmuggel aus Estland (das in der Zwischenkriegszeit unabhängig war) zu umgehen versucht.25 Beschränkungen und hohe Steuern für Alkohol blieben in den skandinavischen Staaten, am wenigsten noch in Dänemark. In Island war 1915 ein Alkohol-Verbot erlassen worden, nach einigen Jahren wurden aber aus verschiedenen Gründen Wein und Spirituosen davon ausgenommen, so dass nur Bier (mit mehr als 2,25% Alkohol) verboten blieb, was so begründet wurde dass es billiger sei und zu mehr Trinkerei verführe. Am „Bier-Tag“ 1989 wurde Bier nach 74 Jahren wieder zugelassen.

Absinth wurde Anfang des 20. Jh in vielen Ländern verboten, nach einem Mord in der Schweiz 1905 (eines Alkoholikers, der meistens Wein trank). Der im 18. Jh in der Schweiz entstandene Kräuterschnaps galt als Heilmittel u. a. für Verdauungsbeschwerden, war im 19. Jh ein Getränk der französischen Soldaten in Algerien, wurde von Heimkehrern in Frankreich populär gemacht, war das Getränk von Künstlern wie Henri de Toulouse-Lautrec. Seine Gegner, darunter Emile Zola, glaubten an spezifische Schäden durch Absinth (am ehesten durch Thujone hervor gerufen), taten sich mit Weinproduzenten zusammen…26

In Australien und Canada ab es Ende des 19./Anfang des 20. Jh zeitweise regionale Verbote, Neuseeland war knapp an einem landesweiten Verbot dran. In Russland/Sowjetunion galt 1914-25 eine Beschränkung. In Nord-Amerika gab es (in der kolonialen Phase und der frühen der Unabhängigkeit von USA und Canada) Ausschankverbote für afrikanische Sklaven und Indianer, wobei v.a. zweitere gleichzeitig mit Alkohol überschwemmt wurden (sie sollten ihn nur nicht in „weissen“ Lokalen konsumieren). In der USA, einem der grössten Trinker-Länder, entstand im bzw aus dem puritanisch-pietistischen Protestantismus auch eine Alkohol-Verbots-Bewegung, organisiert in der Anti-Saloon League, der Prohibition Party oder der Woman’s Christian Temperance Union.

Die Prohibitions-Bewegung war im Süden und im ruralen Norden am stärksten. In der Diskussion kamen viele ethnische Vorbehalte auf, gegen diverse Einwanderer, und ihre (vermeintliche) Trinkkultur. Die Bewegung kam zu ihren Triumphen. Nachdem in einigen Bundesstaaten ein Alkohol-Verbot erlassen wurde, kam während des 1. Weltkriegs ein landesweites für den Kriegszustand. 1919 wurde dies auf Friedenszeiten ausgeweitet (mit dem „Volstead Act“), 1920 in die Verfassung aufgenommen, durch den 18. Zusatz. Die Alkoholindustrie stellte sich durch die Prohibition zwar (zwangsläufig) um; Budweiser etwa begann mit der Herstellung nicht-alkoholischer Getränke. Aber, das Verbot wurde in grossem Maß umgangen, auf verschiedenen Wegen.

Messwein und technischer Alkohol durften bleiben, wurden zT zweckentfremdet, das stillte aber nur einen kleinen Teil der Nachfrage. Fruchtsäfte haben einen geringen Alkohol-Gehalt, bei der Eigenherstellung wurden sie nun gern „etwas“ der Gärung überlassen. Vor allem aber gab es Schwarzbrennerei (illegale Destillerien, moonshine distilleries) sowie Schmuggel (bootlegging) aus Kanada und Mexiko. Dieser Schwarzmarkt, der auch den Verkauf und Ausschank in illegalen Kneipen (Speakeasies) mit einschloss, wurde durch Syndikate organisiert; hauptsächlich italienische (Mafia,…), aber auch jüdische („Kosher Nostra“) oder irische.

Zur Überwachung des Verbots war das „Bureau of Prohibition“ geschaffen worden, das dem Finanzministerium, später dem Justizministerium, unterstand. Die Agenten des Bureau waren sehr oft korrupt, viele sollen auch konfiszierten Alkohol selbst getrunken haben. Unbeliebt in der Bevölkerung waren sie weniger deshalb, sondern wegen ihrem „Daseinszweck“ (dem Vorgehen gegen Alkohol) und den Rechten, die sie dabei hatten. In Chicago leitete Elliot Ness 1927-33 das Prohibition Bureau, suchte unbestechliche Mitarbeiter aus, war hinter „Al“ Capone her, der von der anderen Seite wegen Steuerhinterziehung vom IRS „gejagt“ wurde, nur deshalb schliesslich verurteilt wurde. Zu einer gewissen Bekanntheit schaffte es auch ein Einstein vom Prohibitionsbüro in New York. Im Süden der USA soll der Ku Klux Klan der Einhaltung der Prohibition geholfen haben.

Das „Experiment“ des Alkoholverbots verlor Jahr für Jahr an Unterstützung. Sogar Staatspräsident Hoover soll die Prohibition von Alkohol umgangen haben, gerne Gin getrunken haben. Eine der Folgen der Prohibition war, dass harte Getränke (Spirituosen) an Boden gewannen, da diese den Schwarzmarkt beherrschten, dabei sollte das Verbot gerade sie treffen. Dann gab es viele Tote und Kranke durch Methanolvergiftungen, durch Destillationen die Fuselöle enthielten, ein Nebenprodukt, das eigentlich verworfen gehört. Und, während es Konfiszierungen gab, Verhaftungen und Verurteilungen von Konsumenten, Händlern, Wirten, blühte eine viel schlimmere Kriminalität, erwirtschaftete die Mafia hohe Gewinne, gab es v.a. bei Schiessereien von Verbrechersyndikaten untereinander viele Tote.27

Der Verlust von Steuereinnahmen, der während der Weltwirtschaftskrise ab 1929 besonders schwer wog, kam auch hinzu. 1933 wurde die Prohibition beendet28 hob der Kongress den 18. Verfassungs-Zusatz wieder auf, durch den 21. Zusatz. Als Präsident Franklin Roosevelt das Gesetz unterzeichnete, sagte er „I think this would be a good time for a beer.“ Die Alk-Gesetzgebung wurde wieder an Bundesstaaten übertragen, diese ratifizierten die Rücknahme dann.29 Das Bureau of Prohibition wurde zunächst ins FBI absorbiert, als dessen „Alcohol Beverage Unit“. Da aber die einzigen Bundesgesetze Alkohol betreffend die über seine Besteuerung waren, gingen die Reste des Bureaus ans Finanzministerium, als „Alcohol Tax Unit“. Schliesslich wurde daraus das „Bureau of Alcohol, Tobacco, and Firearms“ (ATF).

Die Prohibitions-Bewegung machte weiter, ist heute im „American Council on Alcohol Problems“ organisiert. In manchen Bundesstaaten gibt es „trockene“ Counties, in denen Herstellung, Verkauf, Bewerbung, Konsum von Alkohol eingeschränkt sind.

In der NS-Zeit gab es das „Gesetz zur Verhütung erbkranken Nachwuchses, das neben „Erbkranken“ auch „schwere Alkoholiker“ betraf, die unfruchtbar gemacht wurden.30 In der Sowjetunion gab es ab 1958, 1972 und 1985 Anti-Alkohol-Kampagnen. Die dritte, unter Gorbachov, 1985–87, umfasste Preis-Erhöhungen für Bier, Wein, Wodka und Einschränkungen beim Verkauf. Ausserdem wurden Leute, die betrunken in der Arbeit oder in der Öffentlichkeit erwischt wurden, angeklagt. Auch hier wanderten Alkohol-Einnahmen vom Staat an den Schwarzmarkt.

Alkoholverbote sind heute v.a. im islamischen Raum in Kraft. In Saudi-Arabien sehr strikt und durchgehend, allgemein im Raum des Golfs bzw der Halbinsel, dem eigentlichen Arabien. Zum Iran unten. Die islamischen Länder in denen kein Alkohol-Verbot herrscht (zB Ägypten, Syrien, Marokko, Oman, Irak, Algerien, Indonesien, Algerien, Jordanien, Aserbeidschan,..), sind aber in der Mehrheit.

Erst nachdem aus den Resten des Osmanischen Reichs die Türkei geworden war, wurde Moslems dort offiziell das Alkohol-Trinken erlaubt, 1926. Es wurde Teil des Verständnisses von Modernität – wie im Iran in dieser Zeit. Besonders Raki wurde Teil türkischer Kultur. In Teilen des Landes wurde diese Modernität nicht mit-getragen, jene (religiösen) Teile die jahrzehntelang „abseits standen“, abseits von der Macht. Mustafa K. Atatürk war selbst ein starker Trinker (Raki), starb auch an einer Leberzirrhose. Unter AKP-Regierungen wurden in den letzten Jahren Einschränkungen der Werbung für Alkohol-Getränke erlassen, ausserdem die Steuer dafür erhöht.

Im Iran war unter dem letztem Schah die Freiheit der Wahl gegeben; oft waren Armenier in Herstellung und Handel von Alkohol involviert. Dann die Revolution von 1979 und ihre Übernahme durch Islamisten. Philipp W. Fabry schildert in „Zwischen Schah und Ayatollah. Ein Deutscher im Spannungsfeld der Iranischen Revolution“ (1983) einiges aus diesem Übergang, auch bezüglich Alkohol: Im Hilton- und im Intercontinental-Hotel wurden Alkoholvorräte von „Komitees“ vernichtet (zusammengeschossen, zerschlagen). Auch Spirituosengeschäfte und Brauereien waren Zerstörungswut ausgesetzt. Alkoholiker saßen oft plötzlich am Trockenen, hatten die Wahl zwischen Rosskuren oder Draufgehen. „Manch einer versuchte, seine Entzugserscheinungen durch schwarz gebrannten Wodka zu lindern, doch der Methylalkohol liess ihn erblinden, andere bezahlten den ‚Genuss‘ dieses Fusels gar mit dem Leben.“

In anderen islamischen Staaten gab es nicht so einen abrupten Bruch (einer, der auch den gesamt-gesellschaftlichen widerspiegelte), sondern lange Traditionen entweder der Tolerierung oder des Verbots. Unter dem Ajatollah kehrten im Iran Manche oft zunächst „zurück“ zum Opium. Auf dem Schwarzmarkt ist Alkohol auch in der Islamischen Republik erhältlich und jene Beamten, die das Alkohol-Verbot kontrollieren, sind oft bestechlich.31 Bei privaten Parties wird oft exzessiv getrunken. Alkohol wurde durch das Verbot teurer, es gibt teilweise Dosierungsrisiken, Lebensmittelunsicherheit – Umstände, die Drogenverbote mit sich bringen. Die Shirazi-Reben werden heute vorwiegend in Australien angebaut. Auch hier zeigt sich, dass der Islam in vielen Ländern dieser Region über ältere Kulturen „gelegt“ wurde.

In Pakistan war Alkohol von der Staatsgründung 1947 bis 1977 legal, als Premier Z. A. Bhutto kurz vor seinem Sturz das änderte; seither ist er nur für Nicht-Moslems, in bestimmten Mengen, von einer heimischen Brauerei, legal. Gandhi war gegen Alkohol eingestellt. In Indien ist Prohibition den Bundesstaaten freigestellt, manche mach(t)en davon Gebrauch. Etwa Morarji Desai (Janata Party, früher INC) als Chefminister im damaligen Bombay State in den 1950ern; als er 1977 Premier wurde, wollte er ein landesweites Verbot durchsetzen, was ihm aber nicht gelang. In einigen Ländern, zB Thailand, ist Alkoholverkauf/-konsum an religiösen Feiertagen und/oder Wahltagen illegal.

Berühmte Konsumenten & Opfer

Boris Jelzin war so etwas wie der typische russische Trinker (Wodka), er hat viele betrunkene Auftritte als Präsident zu Buche stehen (http://www.youtube.com/watch?v=v9YnDirqwT4), ist auch in Folge seines Alkohol-Konsums gestorben, sein Herzleiden wurde dadurch zumindest verschlimmert.

„Jimi“ Hendrix starb indirekt an einer Kombination aus Wein und Schlaftabletten, erstickte an seinem Erbrochenen. John Bonham von der britischen Rockgruppe Led Zeppelin war einer Jener, die im Alkoholrauschschlaf an ihrem Erbrochenen erstickten

Der schwedische Eishockey-Tormann „Pelle“ Lindbergh starb, 1985, durch einen Autounfall infolge Alkoholkonsums, wie zB auch der amerikanische Stuntman/Schauspieler Ryan Dunn

Der Schauspieler Cory Monteith war einer Jener, denen die Kombination Alkohol und Heroin zum Verhängnis wurde

Amy Winehouse trank sich zu Tode, starb letztlich an einer Alkoholvergiftung; bei Gerhard Höllerich war die Alkoholvergiftung vielleicht eine Art Selbstmord, wegen seiner Herzkrankheit

„Billie Holliday“ (Elenora Fagan) nahm zwar hauptsächlich Heroin, starb aber an einer Leberzirrhose

Stephen Marriott von den „Small Faces“ starb 1991 durch einen selbstverschuldeten Schwelbrand in seinem Haus in GB; er war aus der USA rüber geflogen, hatte dafür Valium genommen, während und nach dem Flug auch einiges getrunken; und schlief mit einer brennenden Zigarette ein.

Gerry Rafferty’s Alkoholismus führte zu seinem Tod durch Leber- und Nierenversagen

Der amerikanische Senator Joseph McCarthy dürfte an einer Trinker-Krankheit gestorben sein, 1957, im Alter von 49, er soll auch Morphinist gewesen sein, um vom Heroin loszukommen; McCarthy hatte ein Naheverhältnis zum Drogenjäger Harry Anslinger

Gestorben am Alkohol sind auch: Larry Hagman (das Trinken hatte er mit seiner wichtigsten Figur J. R. Ewing gemein, ansonsten unterschied er sich grundlegend von diesem, er unterstützte die Peace and Freedom Party und rauchte auch Marijuana)32, Vladimir Vysotskij (sowjet-russischer Künstler, nahm neben Alkohol auch Amphetamine uA), George Best, Henri de Toulouse-Lautrec, Richard Burton, Jack Kerouac, John Cassavetes, „Garrincha“, Christopher Hitchens, Modest Mussorgsgy, Harald Juhnke, Truman Capote, Dylan Thomas, „Hank“ Williams, Branko Zebec, Errol Flynn, Mickey Mantle, Chögyam Trungpa (tibetischer buddhistischer Geistlicher), „Rio Reiser“, Frank Giering,…

Winston Churchill („I have taken more out of alcohol than alcohol has taken out of me“), Vincent van Gogh (Absinth), „Lemmy“ Kilmister (nahm reichlich Whiskey, gemischt mit Cola, zu sich, neben „Speed“ und Anderem), Franz Josef Strauss (angeblich Champagner), James Joyce, „Romy Schneider“ (Alkohol und Tabletten), Ernest Hemingway, Elizabeth Taylor, Robin Williams, Leopold Gratz, Orson Welles, Jeffrey Dahmer, Edgar Degas waren auch Sklave der Flasche bzw des Mittels, sind aber nicht daran gestorben

Den „Kampf“ mit dem Alkohol bestreiten z Zt (oder haben gewonnen) Paul Gascoigne, Gerard Depardieu, David Hasselhoff, Brigitte Nielsen, George W. Bush, „Ozzy“ Osbourne, Mel Gibson, Helmut (Stein)berger, „Johnny“ Depp, Wolfgang Ambros (u.a. Tequila), Matti Nykänen, Kurt Krenn, Walter Mayer, Udo Lindenberg, Katrin Sass, Stephen King, Hermann Nitsch, John Daly, Klaus Eberhartinger33, Sara Netanyahu,…

Künstlerische Referenzen 

„Leaving Las Vegas“ (1995) ist wohl der ultimative Alkoholiker-Film.

„Ich weiss nicht, ob ich zu trinken begann, weil mich meine Frau verliess oder ob mich meine Frau verliess weil ich zu trinken begann“

, sagt der Protagonist irgendwann. Nachdem er seinen Job, wegen Alkohol, verloren hat, fährt er nach Las Vegas, um sich zu Tode zu trinken, wobei ihm eine Prostituierte Gesellschaft leistet. Manche Alkoholiker bekommen Probleme erst durchs Trinken, andere trinken weil sie schon Probleme haben; der Teufelskreis von Problemen und Trinken.34 Der Film basiert auf dem gleichnamigen Roman von John O’Brien, der durch einen „echten“ Selbstmord endete (er erschoss sich), der Roman war eine Art Abschiedsbrief.

Eine wichtige Rolle spielt der Alkohol(ismus) auch in diesen Filmen: “The Lost Weekend” („Das verlorene Wochenende“, 1945, Ray Milland), “The Days of Wine and Roses” (1962, Jack Lemmon und Lee Remick), „The Morning After“, „The Rum Diary“ (nach Hunter Thompson) „Wer hat Angst vor Virginia Woolf?“ (verfilmtes Theaterstück, wie „Tage des Weins und der Rosen“), „Crazy Heart“ (Jeff Bridges als Country-Musiker), „Cocktail“ (Tom Cruise, nur die positive Seite des Alkohols gezeigt darin), “Bright Lights, Big City” (1988, Kokain und Alkohol), „Shining“, „Bad Santa“, „Afonya“, „Under the Volcano“, „Oldboy“ (2013),… und natürlich die James Bond-Filme mit den Martinis; In der TV-Serie „Falcon Crest“ gings um eine Winzer-Familie in Kalifornien; Mitte der 1960er verschob sich der Focus der im Film behandelten Drogen von Alkohol zu Drogen-Gebrauch und -Handel; In „Platoon“ sagt der von „Tom Berenger“ dargestellte Charakter, aus einer Whiskey-Flasche trinkend, zu den Opium und Haschisch rauchenden Kollegen: „Ihr müsst der Wirklichkeit entfliehen, ich bin die Wirklichkeit“

Die eigene Alkohol-Sucht literarisch verarbeitet haben „Jack London“ („König Alkohol“, 1913), Capote, Norman Mailer, Hemingway, Tennessee Williams, William Faulkner, Eugene O’Neill (zB in „Long Day’s Journey Into Night“, wurde auch verfilmt), Charles Bukowski (schrieb auch das quasi-autobiografische Drehbuch für den Film „Barfly“), die zT auch anderes nahmen. Der rebellische Südtiroler Dichter Norbert Kaser (wurde Mitglied der Kommunistischen Partei Italiens, PCI, und trat aus der katholischen Kirche aus) arbeitete zeitweise als Lehrer, war besonders in den letzten Jahren seines Lebens (ab Anfang/Mitte 1970er) schwer alkoholsüchtig, hatte diverse Heilaufenthalte. Im August 1978 starb er im Krankenhaus von Bruneck an den Folgen einer Leberzirrhose. Sein letztes Gedicht „ich krieg ein kind“ beschreibt den Verfall seines Körpers kurz vor dem Tod (Ascites). In „Fledermausmann“ von Jo Nesbo gehts auch um Alkohol.

Ozzy Osbourne nahm 1980 (solo) den Song „Suicide Solution“ auf, in dem es um Alkoholmissbrauch geht; 1984 brachte sich ein Amerikaner dazu um, seine Eltern klagten den Musiker. Commander Cody and His Lost Planet Airmen brachten 1971 „Lost in the Ozone“ („One drink of wine, two drinks of gin…And I’m lost in the ozone again…“) heraus. Auch der „Alabama Song“ (Doors), „Bloody Mary Morning“ (Willie Nelson), „Eisgekühlter Bommerlunder“ (Tote Hosen), „Red Red Wine“ (u.a. UB40), „Sippin‘ on Bacardi Rum“ (Groove Connection), „Whiskey in the Jar“ (irisches Volkslied, ua von „Dubliners“ aufgenommen), „Tequila Sunrise“ (Eagles), „Drunken Sailor“ (Seefahrer-Lied wahrscheinlich irischer Herkunft), „Schiffn“ (und andere von Alkbottle) handeln vom Trinken.

Weiterlesen

Über den Alkohol-Stoffwechsel im Körper

C. Rätsch über das frühe Bier der Germanen/Deutschen

Geschichte des Alkohols

Liste alkoholischer Getränke (Englisch)

Rund um das Bier

Über Baclofen

Anthroposophische Sicht

Rod Phillips: Alcohol: A History (2014)

Jack S. Blocker, David M. Fahey, Ian R. Tyrrell: Alcohol and Temperance in Modern History: An International Encyclopedia (2003)

Scott C. Martin: The SAGE Encyclopedia of Alcohol: Social, Cultural, and Historical Perspectives (2015; alle Bücher auf Englisch)

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

  1. Solche Gesöffe werden zB „Pruno“ genannt. Beim Hineinschmuggeln in Gefängnisse sind alkoholische Getränke wiederum im Nachteil gegenüber den meisten anderen Drogen. Eine Anleitung zur Herstellung von Gefängniswein: https://www.youtube.com/watch?v=OWo25-_oEw8
  2. Bereits erschienen: Opium, Heroin, Kratom, Kokain, Morphium, fiktive
  3. Schon damals bildeten sich die Trinkkulturen heraus, südlich der Alpen wurde lieber Wein getrunken, nördlich davon Bier
  4. Das Bier der alten Ägypter, Sumerer oder Inka enthielt auch gelegentlich Cannabis, Opium oder Coca
  5. Das bekannteste der Reinheitsgebote im deutschen Raum, jenes in Bayern, kam erst am Übergang von Mittelalter zur Neuzeit
  6. Die Abbasiden noch am ehesten, aber unter ihnen dürfte es starke Trinker gegeben haben
  7. Der Alchemist und Mediziner „Paracelsus“ hat die Bezeichnung „Alkohol“ im deutschen Raum mit eingeführt, davor war meist von „Weingeist“ die Rede. Paracelsus dürfte selbst ein Alkohol-Problem gehabt haben
  8. Persien/Iran hatte fast 1000 Jahre lang, zwischen Sasaniden und Safawiden, keine Unabhängigkeit
  9. Weinbrand entsteht durch Destillation von Wein, ist eine bestimmte Form von Branntwein
  10. Die Destillation zu hochprozentigem Alkohol (die allerdings vom Orient ausgegangen sein dürfte) stand am Anfang einer Entwicklung der Drogen im Westen, die eine globale wurde, und die die allgemeine Entwicklung widerspiegelte: Entwicklung stärkerer und konzentrierterer Mittel, durch chemische und technische Fortschritte; später Säkularisierung (Berauschung nicht mehr in Rituale eingebettet) und Kommerzialisierung (die auch Verbote harmloserer Mittel aus wirtschaftlichen Gründen und die Verbreitung gefährlicherer umfasste)
  11. In Tarantinos Film „Deathproof“ wird der von Kurt Russell dargestellte Psychopath am Ende von den Frauen die er drangsalierte, angeschossen, verwandelt sich in ein Weinbaby, und greift zu einer Flasche Whiskey (Uisce) im Handschuhfach, versucht seine Schmerzen damit zu stillen (mit oraler Anwendung), schüttet ihn auch auf seine Wunde am Oberarm, zur Desinfizierung, was bei den ca 40% Alkohol, die ein Whiskey enthält, sinnlos ist. http://www.youtube.com/watch?v=hkR8oeIBAz4
  12. Als solches ist Alkohol schlecht geeignet, da schlecht steuerbar, u.a. weil die Toxizität rascher eintreten kann als die Analgesie
  13. Siehe etwa http://www.youtube.com/watch?v=M1vc3Ut5mvs
  14. Die antiseptische Wirkung des Alkohols in Kombination mit der Säure von Bier und Wein tötet Mikroben in verschmutztem Wasser ab. In weiten Teilen Ostasiens dagegen gab es die Tradition, das Wasser zum Trinken abzukochen, gewöhnlich um Tee zu bereiten
  15. Agraralkohol (etwa Wein oder Apfelmost) wird in der Nahrungsmittel-Industrie etwa für die Herstellung von Essig verwendet
  16. http://www.chemryb.at/chemie2/sauerstoffv/alk_getraenke.htm
  17. Man denke etwa an den Song „Ich lieb dich überhaupt nicht mehr“, den Unterschied in der Version von Udo Lindenberg und der von Nena (die Zeile „Wenn ich manchmal nachts nicht schlafen kann, geh‘ ich in die Kneipe und sauf‘ mir einen an“ singt sie „geh‘ ich in die Kneipe von nebenan
  18. Etwa bei Thomas Hengartner: Genussmittel. Eine Kulturgeschichte (2001)
  19. Und nachdem sie ein Einwanderungsland ist, auch in nördlichen Gebieten südliche Trinkkultur, man denke an die Italo-Amerikaner
  20. Dort trinkt man anders oder geht anders damit um
  21. Was die „Indianer“ Nord-Amerikas betrifft, sie kannten anscheinend im Gegensatz zu jenen in Mittel- und Südamerika die Gärung nicht. Ob sie die Bezeichnung „Feuerwasser“ für Alkohol tatsächlich benutzten, ist umstritten. Alkoholismus wurde ein grosses Problem für sie, nicht zuletzt in den Reservaten
  22. Wilhelm Busch in „Fromme Helene“: „Wer Sorgen hat, hat auch Likör“
  23. Die Zerstörung der eigenen Gesundheit ist auch ein Akt der Autoaggression, ein zT bewusster
  24. Wie in vielen islamischen Reichen durch die Jahrhunderte
  25. Nachdem Estland mit dem Ende der Sowjetunion wieder unabhängig wurde, wurde diese Option wieder aktuell. Aus Schweden fährt man vorzugsweise nach Dänemark
  26. Über die Verbote des Absinth, sein „Leben“ im Untergrund, und die Wiederzulassungen, könnte man einen eigenen, feinen, kleinen Artikel schreiben; oder über den Uhudler
  27. Eine andere Folge der Prohibition war, dass neue Cocktails kreiert wurden, um den Geschmack von schlechtem Alkohol zu „überdecken“
  28. Bald danach ging auch die Weltwirtschaftskrise zu Ende
  29. Roosevelts Unterzeichnung war zwischen der Verabschiedung durch den Kongress und der Ratifizierung der Parlamente der Bundesstaaten, die Aufhebung hätte also noch scheitern können
  30. Siehe http://www.alk-info.com/index.php/reportagen-hm/367-alkoholiker-im-dritten-reich-alkohol-und-nazis-euthanasie-kz-konzentrationslager . Wenn man an die Hinterräume kleiner Bierlokale in München denkt, in denen die NSDAP und ihre Vorgängerpartei ihre ersten Anhänger fanden, oder die Biotope von Neo-Nazis… Der Nationalsozialismus und Drogen, das ist ein Kapitel für sich. Soldaten wurden Aufputschmittel gegeben für den „Blitzkrieg“, auch einige NS-Führer nahmen „Speed“; darum wird es hier ein ander Mal gehen
  31. Wie jene, die die Prohibition in der USA kontrollierten
  32. Marion Morrison („John Wayne“) etwa war dagegen ein Typ wie die Charaktere, die er darstellte
  33. In seiner Autobiografie brüstet er sich seines Alkoholkonsums u.a. als Skilehrer und beim Autofahren („Auge zuhalten half gegen doppelt sehen“, „Wir haben gesoffen wie die Bären“), beschuldigt gleichzeitig seine Ex-Partnerin, getrunken zu haben, daher habe er sie verlassen
  34. Nach Homer Simpson ist C2H5OH die Lösung aller Lebens-Probleme, wie auch die Ursache aller Probleme