Der Versuch, einen objektiven Artikel über Hanf zu schreiben

Hanf/Cannabis zählt zu den ältesten Nutzpflanzen der Welt. Er wird zu Rausch-, Genuss-, Heilzwecken genutzt. Seine Pflanzenteile bzw -extrakte „Marihuana“ und „Haschisch“ sind neben Alkohol, Kaffee, Tabak die meistbenutzte und weitverbreitetste Droge der Welt. So lange existent wie die Cannabis-Mittel sind nur Opium (< Mohn), Koka, Meskalin (< Peyote) und einige weitere Pflanzen (-Produkte). Doch, obwohl Cannabis von verhältnismäßig vielen Menschen ausprobiert wurde oder konsumiert wird, und in fast allen Teilen der Welt verbreitet ist, es ist kaum noch in einer Kultur verwurzelt, nur in Gegen-Kulturen1. Seit dem frühen 20. Jahrhundert haben die meisten Staaten der Welt Gesetze erlassen2, die die Nutzung von Cannabis verbieten. Ein Gegentrend ist erst in der jüngsten Vergangenheit aufgekommen. Schmidbauer/v. Scheidt schrieben in ihrem Drogenbuch: „Von den mehr als 100 Substanzen, die in diesem Handbuch beschrieben werden, ist Cannabis ohne Zweifel die umstrittenste.“ Die Autoren fällen in dem Buch (s.u.) dann übrigens ein eher negatives „Urteil“ über Cannabis, im betreffenden Kapitel. Die Einschätzungen schwanken allgemein zwischen Verherrlichung und Verteufelung, zwischen Fan-Tum und Verdammung.

Biologie, Anfänge der Nutzung

Die Hanf-Pflanze (Cannabis) gehört zur Familie der Hanfgewächse, wie etwa auch Hopfen. Sie stammt aus Asien, hat sich global verbreitet; es ist nicht gewiss, ob Hanf in Amerika vor den Europäern existent war, ansonsten ist er das wahrscheinlich auf allen Kontinenten sehr lange. Die Systematik des Hanfes ist umstritten, es gibt verschiedene Modelle dazu, seit Carl von Linné. Cannabis sativa (gewöhnlicher Hanf) und Cannabis indica (indischer Hanf) sind jedenfalls zu unterscheiden; Kultur- und Wildhanf könnten Unterarten des gewöhnlichen sein. Verschiedene Produkte aus Hanfpflanzen, die Fasern oder die Blüten, werden ebenfalls als Hanf bezeichnet. Die beiden Geschlechter kommen auf getrennten Pflanzenexemplaren vor. Die weiblichen Pflanzen produzieren den psychisch und körperlich aktiven Wirkstoff Tetrahydrocannabinol (THC), in Blättern und Blüten.

Aufgrund von Funden nimmt man an, dass arische/indo-iranische Völker in Zentralasien sowie semitische in Mesopotamien die psychoaktiven Eigenschaften bzw Wirkstoffe des Cannabis gekannt und genutzt haben. Mithin einige der ältesten Hochkulturen. Aus der persischen Bezeichnung „Kanab“ dürfte bei den Assyrern (in Mesopotamien) „Qunubu“ geworden sein; die Assyrer benutzten es in religiösen Zeremonien. Die Perser stellten Cannabis bzw seine Nutzung auch den Skythen vor, die es ebenfalls kultisch nutzten, mittels Dampfbädern, die eine schamanische Trance bzw Ekstase bewirken sollten. Aus „Qunubu“ dürfte bei den Griechen das Wort „Cannabis“ geworden sein. Die älteste bekannte schriftliche Referenz auf Cannabis ist eine von Herodot. Im vorislamischen Iran wurde Cannabis u.a. „Dugh-e-wahdat“ genannt und mit grosser Vorsicht genossen. Die negativen Seiten der Wirkung waren längst bekannt. Bei den Mazdakiten, einer religiös-politischen Bewegung zur Zeit der Sassaniden, wurde es als „ahrimanisch“ (teuflisch) verurteilt.

Auch in Indien wird der Hanf sehr lange genutzt, er wurde und wird dort „Ganja“ (गञ्जा) genannt. Ganja bezeichnet aber auch spezifisch Gras/Marihuana. Es besteht die Vermutung, dass Cannabis/Ganja das in den Veden erwähnte Rauschgetränk „Soma“ war – auch für die im Mysterienkult von Eleusis verwendete Droge ist Hanf ein Kandidat, sowie für das in der „Odyssee“ bezeichnete „Nepenthes“. Aber nicht der einzige. Neben dem Gebrauch als Rauschmittel wird Hanf ja auch als Arzneimittel sowie als Faser- und Ölpflanze verwendet. Als Arznei auch meist in Form von Marihuana und Haschisch. Als solche ist Hanf auch in der Ayurveda-Heilkunst behandelt, die ja auch auf den Veden basiert. „Charas“ ist die indische Bezeichnung für Haschisch. Im Hinduismus verwurzelt ist die Mischung „Bhang“ (s.u.).

Aus den weiblichen Pflanzen von Cannabis sativa wie von Cannabis indica werden die Rausch- bzw Heilmittel „Haschisch“ und „Marihuana“ gewonnen. Der Wirkstoff THC befindet sich im Harz aus den Blüten-Spitzen und oberen Blättern (Haschisch), und in den Blüten und Blättern (Marihuana). Cannabis sativa soll eine mehr psychedelische und anregende Wirkung als Cannabis indica haben, dem eine mehr sedative bis einschläfernde Wirkung nachgesagt wird. Haschisch ist eigentlich ein Extrakt, wenn auch kein Konzentrat; es ist eine Verarbeitung notwendig. Pflanzenhaare und Blütenspitzen (Kif) werden zusammengepresst und so das kuchen- bzw platten-artige Hasch hergestellt. Der THC-Gehalt darin ist höher als im Gras.

Konsum, Wirkung, frühere Kulturgeschichte

Hanf wächst wild oder wird kultiviert, und das entweder als Nutz-/ Industrie-/Kulturhanf oder als Rausch-/ Medizinhanf. Jener Hanf der für seine Fasern oder Samen gezüchtet wurde bzw wird (der Nutzhanf), enthält weniger „Rauschstoffe“ (THC), als jene Pflanzen, die der Gewinnung der Rauschmittel oder als Medizin dienen sollen („Rausch-Hanf“). Es kann klar unterschieden werden zwischen Nutzhanf und Rausch/-Medizinhanf. Die Grenze zwischen der Nutzung des zweiteren als Rauschmittel oder Medikament oder Geselligkeitsmittel oder Entheogen/Kultmittel ist aber sehr unscharf, eine Grauzone.

Beide Pflanzen-Teile bzw -produkte, Hasch wie Gras, werden dazu jedenfalls geraucht (gerne mit Tabak zusammen) oder oral aufgenommen, gegessen oder getrunken, ebenfalls vermischt bzw zubereitet mit anderen Zutaten. Es gab und gibt sowohl für die Pflanze und ihre Produkte als auch für die Rauch-Zubereitungen diverseste Bezeichnungen, auch für den (angestrebten) Rausch-Zustand. Oral eingenommenes Cannabis wirkt stärker als gerauchtes.

Was die medizinische Anwendung betrifft, THC ist zB ein Antiemetikum (Mittel gegen Übelkeit), wird seit langem als solches eingesetzt. Cannabis kann medizinisch (zur Behandlung medizinischer Probleme) eingesetzt werden, kann aber auch selbst solche Probleme verursachen – wie alle wirksamen Medikamente. Als Entheogen wurde es in vielen Kulturen genutzt, v.a. in Asien, v.a. in antiken. Die spirituelle /religiöse /kultische Verwendung /Perspektive /Auffassung des Mittels ist wohl ab dem Mittelalter stark zurück gegangen. Cannabis hat sich, wie erwähnt, in alle Kulturen bzw alle Erdteile ausgebreitet, in  manche mehr, andere weniger.

Was islamische Kulturen betrifft, der Koran verbietet Cannabis nicht explizit bzw erwähnt es nicht. Daher wurde und wird es von vielen Moslems als halal bzw erlaubt gesehen. Es gibt aber auch die Auffassung, dass es khamr sei (ein Rauschmittel) und daher haram (verboten). Der Ausdruck „Haschisch“ ist auch arabischen Ursprungs, soll „Heu“ bedeuten. Cannabis-Mittel bzw ihre Nutzung sind auch in der Märchensammlung von „Tausendundeiner Nacht“ (persisch hazār-o-yak šab, arabisch alf laila wa-laila) erwähnt. In der islamischen Literaur werden Cannabis wie Opium aber oft mit „Wein“ umschrieben. Zu quasi-religiöser Nutzung von Cannabis im Islam weiter unten noch etwas. „Marihuana“ bezeichnet die Pflanze wie auch die leichtere „Zubereitung“ aus Blüten, Blättern und Stielen der weiblichen Pflanze.3

Haschisch gibt es in verschiedenen Sorten, Farben und Konsistenzen. Zum Teil kann von der Farbe auf die Herkunft geschlossen werden. Schwarzes Haschisch kommt hauptsächlich in bzw aus Afghanistan („Schwarzer Afghane“) sowie anderen mittel- und südasiatischen Staaten (vor). Rotes Haschisch wird meist im Libanon gewonnen. Das auf dem mitteleuropäischen Markt häufige marokkanische Haschisch hat in der Regel eine hell- bis dunkelbraun-grünliche Färbung. Das südasiatische (Indien,…) Charas wird im Unterschied zum „eiegntlichen“ Haschisch aus dem Harz einer lebenden Hanf-Pflanze gewonnen. Die betreffende Hanf-Art wächst im nördlichen Indien sowie den angrenzenden Gebieten von Pakistan oder Nepal.

Das indische Bhang ist eine milde (< 5 % THC) Zubereitung aus Gras (und etwas Hasch) und diversen Aromen, die oral eingenommen wird (oder auch geraucht wird) und die in die hinduistische Kultur eingebettet ist. In Marokko gibt es Kif, das nicht nur die Vorstufe zum Hasch (>) bezeichnet, sondern auch eine traditionelle Rauch-Mischung aus Gras und Tabak und in meist in einer langen Pfeife („Sebsi“) geraucht wird. Das arabische Wort „Kif“ (كيف) bedeutet ausserdem Wohlbefinden und das Wort „kiffen“ (Cannabis) rauchen.

Wenn Cannabis irgendwo geraucht wird, verbreitet sich der typische, intensive Geruch. Und bei den Rauchern entfaltet sich bald die Wirkung der psychedelischen Droge. Diese kann in Entspannung und einer harmlosen Zerstreuung liegen, nicht unähnlich der von Bier, und in Euphorisierung. Cannabis wirkt meist auch phantasie-anregend, was sich auf die Kreativität in irgend einem Bereich auswirken kann. Die Wirkung kann aber auch beängstigend sein, kann einen nicht nur in den Himmel, sondern auch in die Hölle bringen. Das Empfinden ändert sich, zB auch jenes der Zeit. Das kann aufregend und interessant sein, aber auch beunruhigend. Es kommen Einsichten in das eigene Wesen und das Wesen der Dinge. Und wenn daran etwas beunruhigend ist (oder so empfunden wird), können Angstgefühle ziemlich schnell zu Horror, Paranoia, Wahnideen „ausarten“.

Manche sagen, Cannabis ruft so etwas nicht hervor, verstärkt „nur“ Vorhandenes; die Panik und die Zwangsgedanken, die unter seinem Einfluss wach werden können, sind aber so und so unangenehm. Und, es handelt sich dabei nicht um unangenehme Nebenwirkungen, psychedelisch-halluzinogene Mittel bewirken immer so eine Art Gratwanderung, die zu einem „Absturz“ führen kann. Bei höheren Dosen (an THC) sind auch Halluzinationen möglich; diese werden als Projektionen innerer Vorgänge in die äussere Welt definiert, aber auch als durch Aufhebung der Filter der Wahrnehmung zu Stande kommend (somit das Gegenteil: aus der äusseren Welt dringt etwas in das Innere ein!). Bei psilocybin-haltigen Pilzen, Meskalin, LSD ist das alles noch viel stärker ausgeprägt. Auch veränderte Bewusstseins-Zustände bis zur Depersonalisation, der Veränderung des ursprünglichen, natürlichen Persönlichkeitsgefühls.

Die aphrodisierende Wirkung von Cannabis besteht eigentlich in der Anregung der Phantasie… Im Gegensatz zur Opiat-Wirkung wird die Lust auf Nahrungs-Aufnahme eher gesteigert. Das durch THC verstärkte Serotonin ruft körperliche Wirkungen wie „Kaninchen-Augen“ und Erhöhung der Pulsfrequenz hervor. Durch Herabsetzung der Aufmerksamkeit, Reaktionsfähigkeit und Urteilskraft sind Unfälle möglich. Was Langzeitwirkungen betrifft, ist eine Veränderung der Persönlichkeitsstruktur wahrscheinlich.4 Es können Psychosen auftreten. Cannabis soll auch Schizophrenie auslösen bzw verstärken. Das Gedächtnis soll unter dem Konsum leiden. „Flashbacks“ (Echoräusche) werden teils als angenehm, teils als unangenehm empfunden. Langzeit-Konsum kann eine psychische Sucht hervorrrufen. Und, diverse Krebse (nicht zuletzt durch die Aufnahme über das Rauchen) sowie Herz-Leiden können die Folge sein.

Spätere Kulturgeschichte und Erforschung

Hanf wurde in moslemischen Sufi-Orden benutzt, ab dem Spät-Mittelalter, etwa bei den Qalandar-Derwischen. Man nahm dort an, dass Cannabis einen in grössere Verbundenheit mit Gott (Allah) bringen würde. Über die (vermeintliche) Cannabis-Verwendung der ismailitischen Haschischiuns/ Assassinen wurde viel geschrieben, es stellt sich aber die Frage der Faktizität dieser Verwendung und ggf ihrer Bedeutung. In den islamischen Reichen der Neuzeit (Osmanisches Reich, Persien, Mogul-Indien) war Cannabis die Droge der Sufis und der Unterschichten. In China hat es nie so eine grosse Rolle gespielt; Opiumpfeifen wurden in und ausserhalb Chinas aber auch zum Rauchen von Tabak und Hanf verwendet. In Afrika und der afrikanischen Diaspora (v.a. Karibik-Raum) erfreut sich Cannabis durchwegs grosser Beliebtheit.

Hanf hat in europäischen Gefilden eine Tradition, aber der in mildem Klima gewachsene ist immer schwach rauschmachend. Die Sonneneinstrahlung bestimmt den Gehalt (an Cannabinolen). Hildegard von Bingen empfahl, im 12. Jh, die medizinische Anwendung von Hanf, äusserlich. In Hexensalben war er dann oft enthalten, auch im Bier früher. Francois Rabelais, der auch Arzt war, schrieb darüber (in „Le tiers livre des faits et dits héroïques du noble Pantagruel“, 1546), Shakespeare hat ihn angeblich genommen (man fand Reste), und auch Goethe angeblich – alle wahrscheinlich die milden heimischen Produkte. „Linnaeus“ erforschte und kategorisierte im 18. Jh den Hanf. Angeblich wurden erst durch den Import durch französischen Soldaten der napoleonischen Invasion in Ägypten starke Hanf-Produkte in Europa etabliert.

Mitte des 19. Jh entstand in Frankreich durch J.J. Moreau de Tours der Club des Hachichins, dem die Künstler Charles Baudelaire, Theophile Gautier, Eugène Delacroix, Arthur Rimbaud, Alexandre Dumas der Ältere, Honoré de Balzac, Gérard de Nerval, Gustave Flaubert u.a. angehörten. Der Club traf sich im Hôtel Pimodan in Paris und trug zur Verbreitung des Cannabis in Europa bei. Baudelaire malte ein Selbstportrait unter dem Einfluss von Haschisch, schrieb darüber, auch die anderen verarbeiteten es künstlerisch. Da Anfang des 20. Jh die Verbote kamen, hatte potentes Cannabis in Europa nur eine kurze legale Verwendungs-Phase.

Viele Bauern rauch(t)en aber wild gewachsenes oder von ihnen kultiviertes Hanf (bzw seine Blätter), mit wenig „Gehalt“, im deutschen Raum wurde es meist „Hanfkraut“ genannt. Ende des 19., Anfang des 20. Jh wurde (importiertes) Cannabis in Apotheken verkauft (zur medizinischen Anwendung) und Hanf-Tabakmischungen in Trafiken. Man nannte sie „orientalische Tabakmischungen“, sprach von “Sonntags-Pfeifen”. In Deutschland gab es die Zigarettenmarken “Nil” (mit 8% Cannabis) und “Harem” (7%). Eine Massendroge war Hanf in Europa nie -nur angeblich in Griechenland nach dem 1. Weltkrieg!

Die Bezeichnung „Marihuana“ kommt aus Mexiko, breitete sich global aus. Das Wort dürfte sich aber nicht von „Maria Juana“ (> Mary Jane,…) ableiten, sondern vom Nahuatl5-Wort „Malihuan“ bzw „Mariguan“. Die Ausbreitung des Ausdrucks begann wahrscheinlich mit der Eroberung mexikanischer Gebiete durch die USA Mitte des 19. Jh. Besonders im nachmaligen Texas (grosse Teile der vormaligen mexikanischen Provinz Coahuila y Tejas) war Marihuana verbreitet, als Rauschmittel, als Medizin (zur Behandlung von Asthma und zur Herbeiführung von Geburten) und als „Kultmittel“ (um Hexen abzuwehren). Als ersteres gerne zusammen mit Tabak geraucht oder dem Tequila beigesetzt, oft mit etwas Zucker hinterher, um die Wirkung zu verstärken. Auch mit Stechapfel zusammen wurde es eingenommen.

Wahrscheinlich hat Marihuana ursprünglich in Mexiko auch Haschisch bezeichnet, nicht nur das heute gemeinte („Gras“). Im mexikanischen Bürgerkrieg (bzw mexikanische Revolution, ca. 1910-1920), der den Sturz nicht nur des Langzeitpräsidenten Porfirio Díaz brachte, sondern auch des politisch-gesellschaftlichen Systems des Landes, das noch stark vom Erbe der spanischen Kolonialherrschaft gekennzeichnet war, sollen sich die Truppen des Aufständischen-Anführers Francisco „Pancho“ Villa (José Doroteo Arango Arámbula) mit Cannabis aufgeputscht haben. Wie bei den Assassinen ist es fraglich, ob dem wirklich so war. Das Mittel macht eigentlich eher passiv/friedlich, es löst aber auch eine gewisse „Verwirrung“ aus, die vielleicht genutzt werden kann.

Im Anglo-Zulu-Krieg in Südafrika Ende des 19. Jh sollen sich die Zulus ebenfalls mit Cannabis sowie psychoaktiven Pilze „vorbereitet“ haben. Auch hier also Halluzinogene, und nicht die „speedigen“ Aufputschmittel. In Südafrika6 gab es Dagga (Cannabis)-Kulte in Religionen der „schwarzen“ Völker, die staatlich zu unterbinden versucht wurden. Im südlichen Kongo gab es an der Wende vom 19. zum 20. Jh einen Cannabis-Kult bei den Bena Riamba unter ihrem Häuptling Kalomba-Mukenge; der Hanf für den Riamba-Kult kam über die Araber.

Zu den möglichen oralen Einnahmen kamen jene durch Cannabis-Tinktur (aus Gras) sowie Haschisch-Öl. Dieses, aus Hasch isoliertes Cannabinol, ist ein Konzentrat, das nicht mit dem nicht berauschenden „fettigen“ Öl der Hanfpflanze verwechselt werden sollte. Dieses wird aus dem Industrie-, Nutz- oder Faserhanf gewonnen, der aus wenig berauschenden Hanfarten gezüchtet wird. Zu gebrauchen ist dieser für Kleidung(sfasern), Segel, Seile, Fischernetze; die Papier-Herstellung; Lebensmittel, etwa Speiseöle; als Tier-Futtermittel (etwa Hanfsamen); als Baustoff, etwa für Isolierungen; als Basis für Farben, Lacke, Waschmittel. Es gab eine lange Tradition auch dieser Nutzung. Im 19. Jh kam es zu einem Niedergang des Industriehanfs, durch die Konkurrenz durch Baumwolle (> Kleidung), Holz (> Papier), u.a.

T. B. Wood identifizierte Ende des 19. Jh in Cambridge Cannabinol (CBN), eines der Cannabinoide (bzw Wirkstoffe) des Cannabis. Auch über die Taxonomie des Hanfes wurde in dieser Zeit geforscht und gestritten. Ob es also eine Spezie davon gibt, mit mehreren Unterarten/Variationen, oder mehrere Hanf-Arten. Der sowjet-russische Botaniker D. E. Janichevsky etwa vertrat in den 1920ern das zweitere Konzept. Ab den 1940ern wurden weitere Wirkstoffe des Cannabis, die Cannabinoide, entdeckt, zunächst Cannabidiol (CBD). Eigentlich ist dabei von Phyto-Cannabinoiden zu sprechen, die im Cannabis (und anderen Pflanzen) vorkommen, in Abgrenzung zu den Endo-Cannabinoiden, körpereigenen Substanzen, die ähnliche pharmakologische Eigenschaften haben, sowie synthetischen Cannabinoiden.

Verbotsgeschichte

Erst im 20. Jh wurde der Hanf als Rauschmittel stigmatisiert, vom Westen ausgehend. Das Rauschfeindliche der globalen westlichen Moderne bei gleichzeitiger Herstellung und Verbreitung von gefährlicheren konzentrierten Drogen wurde auf diesem Blog schon thematisiert. Seit dem frühen 20. Jh haben jedenfalls die meisten Staaten der Welt Gesetze gegen die Kultivierung, den Handel, die Verarbeitung, den Besitz, den Konsum von Cannabis erlassen. Vorgeschoben, als Begründung, wurden in der Regel gesundheitliche Folge-Schäden (körperliche, seelisch-geistige) durch den Konsum.

Bei den internationalen Drogen-Konferenzen in Shanghai 1909 und Den Haag 1911/12 spielte Hanf noch keine Rolle, der Schwerpunkt an diesem Beginn des internationalen Drogenregimes lag auf dem Opium – daher auch die Bezeichnungen „Opiumkonferenz“ und „Opiumabkommen“. 1925 die Zweite Opiumkonferenz des Völkerbundes in Genf, das dort verabschiedete Abkommen (das „3. Genfer Opium-Abkommen“) schloss auch Cannabis mit ein7. Die medizinische Nutzung war von diesem Verbot noch nicht betroffen. Die meisten Völkerbund-Mitglieds-Staaten setzten das Abkommen in den folgenden Jahren in nationale Gesetze um. Das Deutsche Reich etwa 1929/30, durch das „Opiumgesetz“, das sein erstes Drogengesetz von 19208 ersetzte. Damit wurde der „indische Hanf“ (Haschisch und Marihuana) verboten.

Die Entwicklung in der USA war eine andere. Die USA war nicht Mitglied des Völkerbundes, unterzeichnete damit auch nicht das Abkommen von 1925 oder setzte es in ein Gesetz um. Das Hanf-Verbot kam hier später, bald wurde die USA aber im internationalen Drogen-Regime federführend, und drängte Hanf dann weiter zurück.9 Dieses Verbot ging auf das Federal Bureau of Narcotics (FBN) zurück, die 1930 im Finanzministerium gegründete Anti-Drogen-Behörde der USA. Finanzminister der USA 1921 bis 1932 war der Geschäftsmann Andrew Mellon, unter den republikanischen Präsidenten Harding, Coolidge, Hoover. Mellon setzte seinen Schwiegerneffen Harry Jacob Anslinger als ersten Chef (commissioner) des FBN ein. Anslinger (Eltern aus Schweiz und Deutschland) war 32 Jahre lang Chef der Drogenbehörde.

Harry Anslinger und das FBN nahmen ihre Arbeit auf, als in der USA die 1919/20 eingeführte Alkohol-Prohibition galt. Es soll hauptsächlich die ärmere Bevölkerung gewesen sein, die in dieser Zeit auf (aus der Karibik und Mexiko eingeführtes) Cannabis zurück griff, und die Besserverdienenden eher zu illegal hergestelltem oder eingeführten Alkohol. Für die Überwachung des Alkoholverbots war hauptsächlich das Bureau of Prohibition zuständig. Mit dem Ende der Prohibition 1933 wurde es aufgelöst, ging der Grossteil der Mitarbeiter zum neu gegründeten Bureau of Alcohol, Tobacco, and Firearms. Das FBN begnügte sich nicht damit, die Einhaltung des Harrison-Gesetzes und des Jones-Miller-Gesetzes durch zu setzen (das Verbot von Opium, Heroin, Kokain,…), es bemühte sich um ein Verbot von Cannabis. Anslinger und seine Behörde starteten dazu eine Kampagne, die inhaltlich und formal höchst fragwürdig war, auch oder gerade aus heutiger Sicht.

Hanf, bzw seine psychoaktiven Teile/Produkte, sei eine Gewalt verursachende Droge, wurde verbreitet.10 Wahrscheinlich hat sich erst im Zusammenhang mit dieser Kampagne der Begriff „Marihuana“ (bzw „Marijuana“) im Englisch-sprachigen Bereich und global durchgesetzt. Das Stigma des Exotischen, Fremden sollte dem Hanf aufgedrückt werden. Marihuana sei ja nicht nur ein in Wahnsinn und Tod führendes Rauschgift sei, es werde auch von “Negern“ oder „Mexikanern“ eingeführt, die damit und mit ihrer Musik das Land vergiften und „weisse“ Frauen verführen wollten. Anslinger ging auch mit heroinsüchtigen weissen Show-Stars wie „Judy Garland“ ganz anders um als mit schwarzen wie „Billie Holiday“.

1936 kam der Kreuzzug Anslingers gegen Cannabis auf Touren, erschien der Propaganda-Film „Reefer Madness“.11 Anslinger und das FBN waren nicht direkt involviert, der Film geht aber zumindest auf die von ihm geschaffene Hysterie um Cannabis zurück. Auch in „Reefer Madness“ wurde eine rassistisch gefärbte Propaganda betrieben, Marihuana daneben als krank-machend und Droge der Perversen dargestellt. Auch der Victor Licata-Fall wurde im Film ausgeschlachtet; der hat 1933 in Florida seine Familie mit einer Axt getötet, angeblich unter Marijuana-Einfluss, der Mann war aber psychisch gestört. Es gab ähnliche Propaganda-Filme in dieser Zeit, wie „Assassin of Youth“ (1937, Elmer Clifton).12

Mit dabei bei der Kampagne gegen Hanf waren die Zeitungen des „Medienmoguls“ William Randolph Hearst, zB der „San Francisco Examiner“. Darin wurden etwa häufig Verbrechen mit Marihuana in Verbindung gebracht. Das Verbot richtete sich dann ja auch gegen Hanf an sich, und hier haben die Hearst Corporation sowie der Chemie-Konzern DuPont Interessen gehabt. Der Vorwurf lautet bis heute, das FBN habe (mit Unterstützung von Finanzminister Mellon) mit Hearst und Du Pont gemeinsame Sache gemacht, ein Verbot der Hanf-Nutzung zu erreichen, aus wirtschaftlichen Gründen. Industriehanf war in den Branchen, in denen diese Industriellen tätig waren, eine Konkurrenz. William R. Hearst war nicht nur Zeitungsmagnat, sondern auch Waldbesitzer und Papier-Hersteller – und Hanf ist eine (preisgünstigere?) Alternative zu Holz als Ausgangsstoff für Papier. Du Pont wiederum entwickelte in dieser Zeit Kunststoffe wie Nylon für Kleidung, die ebenfalls in Konkurrenz zum Hanf standen. Hearst und Du Pont förderten anscheinend das FBN und weitere Träger der Kampagne in der USA. Und Mellon hatte Geschäftsbeziehungen zu Hearst und Du Pont.

Der Zusammenhang mit der Kriminalisierung von Cannabis in der USA mit der wirtschaftlichen Konkurrenz zur Hanfindustrie wird von anderen Historikern abgelehnt bzw abgestritten. Der Lobbyismus von Hearst und Du Pont wird hier als nicht entscheidend angesehen. Dass Anslinger Cannabis als Rauschmittel aus ideologischen Gründen verboten haben wollte, ist ziemlich unumstritten; die Frage ist, warum Hanf als „Ganzer“ unter das Verbot fiel. Es wird eingewandt, dass nur etwa ein Drittel von Hanf-Fasern lang und stark waren und auch Verbesserungen bei den Maschinen, die Fasern vom Stiel trennten, Hanf-Fasern wirtschaftlich nicht attraktiv machen konnten. Und dass sich Nylon auch ohne Hanf-Verbot durchgesetzt hätte.

Tatsache ist aber, dass beide Familien, Hearst und Du Pont, im 19. Jh in der USA sehr einflussreich wurden und es bis heute sind. Die Hearst-Presse spielte eine wichtige Rolle bei dem Krieg, den die USA Ende des 19. Jh gegen Spanien vom Zaun brach und u.a. dessen Kolonie Kuba eroberte. William Hearst war auch Vorbild für die Titelfigur in Orson Welles‘ Filmklassiker „Citizen Kane“.13 Du Pont ist nach wie vor ein führender Chemie-Konzern in der USA. Die Familie geht zurück auf Pierre Samuel du Pont de Nemours, der aus einer calvinistischen (hugenottischen) Familie aus dem Burgund stammte und 1800 aus Paris in die USA auswanderte, dort zunächst mit einer Schiesspulver-Fabrikation begann. Pierre „Pete“ du Pont („IV“) ist ein republikanischer Politiker, war Gouverneur von Delaware und bewarb sich 1988 für die Präsidentschafts-Kandidatur seiner Partei.

1937 erliess der Kongress der USA jedenfalls den Marijuana Tax Act14, ein Gesetz das den Anbau, Handel und Gebrauch von Hanf verbot. Dieses Gesetz war wie das Harrison-Gesetz 191415 ein fiskalisch formuliertes Drogen-Verbots-Gesetz. Inwiefern Anslinger und seine Behörde, im Zusammenspiel mit wirtschaftlichen Lobbies, nun für sein Zustande-kommen verantwortlich waren, ist eben umstritten. Das US-amerikanische Gesetz von 1937 wurde jedenfalls richtungsweisend, für viele Länder sowie internationale Abkommen. Das mit der Droge auch die Pflanze verboten war, begriff man in der USA erst nach und nach. Kurz nach dem Verbot meldete das Magazin „Popular Mechanics“ noch die Erfindung und Produktion effizienter Erntemaschinen für den bis dahin aufwändig zu erntenden Hanf. Es hatte das Verbot des Hanfanbaus noch nicht realisiert und prophezeite der Nutz-Pflanze goldene Zeiten.

Im Auftrag des New Yorker Bürgermeisters Fiorello LaGuardia untersuchte das LaGuardia-Komitee von 1938 bis 1944 die Gefahren von Cannabis, und widerlegte in seiner Studie im Wesentlichen die Behauptungen des FBN und des Finanzministeriums, dass das Rauchen von Marihuana zu Wahnsinn führe, die körperliche und geistige Gesundheit angriff, kriminelles Verhalten fördere, körperlich abhängig mache und eine Einstiegsdroge für gefährlichere Drogen sei.  Im 2. Weltkrieg kam Hanf in der USA nochmal zu einem „Comeback“. Das Militär brauchte Hanf, v.a. für Taue für die Marine, daher ermunterte die Regierung Bauern zum Anbau von Hanf. Die „Hemp-for-Victory“-Kampagne gipfelte in einem gleichnamigen vierzehn-minütigen Propagandafilm, der 1942 im Auftrag des Landwirtschaftsministeriums der Vereinigten Staaten gedreht wurde. Anscheinend wurde das Gesetz von 1937 für die Dauer des Kriegs ausser Kraft gesetzt.

Kunstfasern besonders des Herstellers Du Pont setzten sich Mitte des 20. Jahrhunderts in der Bekleidungs-Industrie durch, in der USA und global. Der Hanf wurde auch aus der Papier-Herstellung verdrängt.16 Die britische Weltherrschaft wurde nach dem 2. Weltkrieg in grossen Teilen der Welt durch eine US-amerikanische ersetzt. Ein strenges internationales Drogenregime entstand erst jetzt allmählich. Anslinger bekämpfte Hanf nun in der UN-Drogenbehörde Commission on Narcotic Drugs (CND); der Anbau und die industrielle wie medizinische Nutzung sollten auch international verboten werden. Im nationalsozialistischen Deutschland war der Anbau von Hanf noch verstärkt worden, als Rohstoff für diverse Kriegsproduktionen.

Der Rassist und Antikommunist Anslinger setzte seinen Kreuzzug gegen Drogen also auch auf internationaler Ebene fort. Er war auch beim Verbot von Coca/Kokain in der Nachkriegszeit führend beteiligt, schüttete auch hier das Kind mit dem Bade aus, liess Coca wie Kokain verbieten. Nicht betroffen von seinem Kreuzzug waren natürlich Alkohol, Tabak und Medikamente; und unter letztere Kategorie fielen nach dem Krieg auch noch Mittel wie LSD und Methamphetamin. 1961 kam in der UN auf Anslingers Betreiben das Einheitsabkommen über die Betäubungsmittel (Single Convention on Narcotic Drugs) zu Stande. Darin verpflichteten sich die Unterzeichnerstaaten zum Verbot des Hanf-Anbaus; Cannabisprodukte wurden Opiaten gleich gestellt. Anslinger trat als FBN-Commissioner 1962 zurück, wurde noch für 2 Jahre USA-Repräsentant bei der UN-Drogenkommission CND. Aus dem FBN und anderen Behörden ging 1973 die DEA hervor.

Zumindest die Staaten des Westen folgten dem Abkommen von 1961, passten ihre Gesetzgebung daran an, in der BRD das Betäubungsmittelgesetz (aus dem Opiumgesetz hervor gegangen). Im Ostblock war alles etwas anders (Hier über Cannabis in der Sowjetunion), anders repressiv. Einige Staaten der „Zweiten“ und „Dritten“ Welt, wie Indien, beugten sich nicht ganz. Drogen-Hunde überall auf der Welt kennen heute den Geruch von Cannabis, werden darauf abgerichtet, es aufzuspüren. Der Handel mit Cannabis wurde illegal, von „Syndikaten“ übernommen, wurde ein weltweites Multimilliardengeschäft, von keiner Behörde reguliert; besonders Haschisch ist meist gestreckt.

Gegenwart

Die Art der Aufnahme selbst änderte sich nicht so stark über die Jahrhunderte. Was man heute mit einem Vaporizer/Verdampfer macht, hat man früher mittels sauna-artigen Dampfbädern gemacht (> Skythen). Auch das „hotboxing“, kiffen in einem geschlossenen, kleinen Raum wie einem Auto (stärkere Wirkung), kennt man, in anderen Rahmen, schon sehr lange. Und Blunts, mit Marihuana gefüllte Zigarren, werden mindestens seit dem 19. Jh geraucht, wenn nicht früher. Das Rauchen in Pfeifen verschiedener Art hat sich im Westen in der jüngeren Vergangenheit stärker verbreitet. Joints sind hier wahrscheinlich noch immer die häufigste Aufnahme-Art. Oraler Konsum (bzw über das Verdauungssystem) haben eine lange Tradition, ob als Cannabis-Tinktur oder in Form von Süssigkeiten.

In Marokko gibt’s etwa Majoun, ein Konfekt, in das üblicherweise Cannabis verarbeitet wird, teilweise auch andere Mittel. Klaus Mann, Sohn von Thomas, auch Schriftsteller, reiste 1930 mit seiner Schwester nach Spanien und Französisch Marokko; in Fes nahm er eine orale Überdosis von Haschisch (zeitverzögerte Wirkung, zu schnell nachgelegt…). Die Horrortrip-Hölle führte ihn in ein Militär-Krankenhaus, bekam dort ein Schlafmittel. Mann beschrieb das in seiner zweiten Autobiografie (Der Wendepunkt. Ein Lebensbericht. 1952) ausführlich. Er war hauptsächlich Morphinist, nahm sich nach dem Hitler-Krieg in Frankreich mit Schlafmitteln das Leben. Cannabis wird gerne mit anderen Mitteln kombiniert, hierzulande gerne mit Alkohol17, in Teilen des Orients mit Opiaten. Über dabei entstehende Wechselwirkungen könnte man sicher einen eigenen Artikel schreiben. Cannabis hat keine Kreuztoleranz zu anderen Halluzinogenen.

Wie erwähnt, ist Cannabis (trotz Verboten) global stark verbreitet, fast überall, relativ wenig vielleicht noch in Nordost-Asien. Es wird in Gefängnissen, Kasernen, Schulen, Krankenhäusern geraucht. Mit dem Konsum ist eine gewisse (regional und zeitlich unterschiedliche) „Kultur“ verbunden.18 Die frühere religiöse/kultische Nutzung ist aber beinahe ganz „verschwunden“. Schon lange, seit dem Beginn des Mittelalters wahrscheinlich. Die kultische Bedeutung hatte Cannabis (wie andere Mittel) in antiken Religionen/Kulten. Modernere Religionen sind allgemein eher negativ zu Rausch, Lust, Ekstase. Cannabis hat heute wahrscheinlich nur im Hinduismus und in der Rastafari-Bewegung eine Rolle, einen Stellenwert. Indien mit seinem Hinduismus ist eines der ganz wenigen Länder, in denen Cannabis bis heute in der Landeskultur verwurzelt ist (v.a. als Bhang).

Cannabis kam Mitte des 19. Jh nach Jamaika (vielleicht generell in die Karibik), durch Kontraktarbeiter aus Indien, „Nachfolger“ der Sklaven in den britischen Kolonien (das waren sowohl Jamaika als auch Indien). Daher stammen viele Ausdruck der Cannabis-Kultur dort aus Indien, wie „Ganja“. Die Rastafari-Kulte entstanden ab den 1930ern, als religiös-politische Bewegung, unter Schwarzen im Karibik-Raum, der Jamaikaner Marcus Garvey war einer der wichtigen „Urheber“. Jamaica ist auch ein Zentrum der Rastafari, die dort entstandene Reggae-Musik ist stark damit verbunden. Die Rastafari stehen aber im Gegensatz zum „Mainstream“ der jamaikanischen Gesellschaft, sind dort nicht prägend sondern Aussenseiter. Und Cannabis wurde unter den Briten in Jamaika bereits 1913 verboten.19

Die chemische Struktur des Cannabis wurde in den 1960ern erforscht. Mechulam/Gaoni „entdeckten“ (isolierten) 1964/65 an der Hebräischen Universität Jerusalem20 seinen Hauptwirkstoff Tetrahydrocannabinol (eigentlich Δ9-Tetrahydrocannabinol; Summenformel C21H30O2). Neben diesem THC und Cannabidiol gibt es noch an die 100 weitere Cannabinoide. Der Gehalt an dem psychoaktiven THC wird von Umwelt-Faktoren beeinflusst; das Verhältnis THC/CBD ist genetisch fest gelegt. Heutige Cannabis-Produkte sind angeblich stärker/gehaltvoller als frühere.

In den Nachkriegs-Subkulturen des Westens spielte Cannabis eine wechselnde Rolle. Bei den Rockern und Mods war es nicht gut angeschrieben, da es eine verlangsamende Droge ist, während in diesem Lebensstil Beschleunigen angesagt war. Für die Beatniks und die Hippies wiederum waren Hasch und Gras  wichtig, für zweitere quasi elementar. Über die ideologischen Unterschiede zwischen Elvis und den Beatles auch anhand ihres Drogen-Konsums war im Speed-Artikel schon die Rede. Lennon & Co sollen 1963 von „Bob Dylan“ in der USA mit Cannabis bekannt gemacht worden sein; davor hatten sie anscheinend nur Amphetamine (seit Hamburger Zeiten) gekannt. Das Linke, Intellektuelle kam bei den Beatles aber erst mit der LP „Sgt. Pepper’s Lonely Hearts Club Band“ 1967 richtig heraus, damit gingen sie in der Hippie-Kultur auf, bis dahin waren sie hauptsächlich eine Teenie-Band.

Auch beim linksradikalem Aufbruch in der BRD in den 60ern (ausgehend von West-Berlin) waren die Hanf-Extrakte wichtig, ein Gruppe nannte sich ja auch „Umherziehende Haschrebellen“.21 Und beim Woodstock-Konzert schwebten dicke Hasch- und Gras-Wolken herum, etwas das heutzutage bei solchen Festivals gang und gäbe ist. Dass es eine Droge ist, die gewissermaßen vom äusseren Universum ins innere führt, sie nie eine Droge der Oberschicht war, nahe an der Natur ist, und global „verwurzelt“, machte sie so passend für diese Bewegung. Für Linke stehen auch heute Aufputschmittel (von Koks bis Amphetaminen) aber auch Opiate dem („öffnenden“) Cannabis negativ gegegnüber; das eine als Droge der Leistungsgesellschaft, das andere als jene der „Dekadenz“, die einen vor Problemen nur abschirmt, einen aber nicht damit/daran arbeiten lässt, die „egozentrisch“ wirke im Gegensatz zum „sozialen“ Cannabis. Für rechte Drogen-Gegner gilt aber (auch) Cannabis als von der Realität weg-führende Droge.

Der von der USA angeheizte Krieg zwischen Süd- und Nord-Vietnam war für die Flower Power-Bewegung ja ein wichtiges Thema, v.a. für jene in der USA. Es wäre zu einfach, die nach Vietnam geschickten amerikanischen Soldaten als gesellschaftlichen Gegenpart der Hippies hinzustellen, schon allein weil auch diese von der Wehrpflicht betroffen waren. Jedenfalls wurde Marihuana auch von den US-amerikanischen Soldaten in Vietnam (circa 1964 bis 1973) stark konsumiert. Bis 1968 wurde das von der militärischen Führung toleriert, ehe man aufgrund von Medienberichten darüber die Politik änderte. Das hatte aber zur Folge, dass viele Soldaten auf Heroin umstiegen, auch meist in einem Joint mit Tabak geraucht.22

Von der linken Bewegung der 60er und 70er kam auch erstmals Widerstand im Westen gegen die bestehende Einstufung von Cannabis. Die in anderen sozialen Realitäten als die oft aus bürgerlichen Verhältnissen stammenden Hippies lebenden Black Panther hatten zum Cannabis eine andere Haltung, sahen es als etwas dass vom notwendigen Widerstand abhielt. Viele berühmte Cannabis-Konsumenten, die also damit erwischt wurden oder ein Bekenntnis dazu ablegten, konsumierten es (auch) in der Zeit von Mitte der 1960er bis Mitte der 1970er: LSD-Papst Timothy Leary (Verurteilung dafür), Louis Armstrong, Ernst Bloch (jeweils in ihren letzten Jahren), der jüdisch-amerikanische Astronom Carl Sagan, Peter Bourne („Jimmy“ Carters Drogen-Berater), William „Bill“ Clinton.

Clinton studierte in Georgetown, Oxford (68-70) und Yale (70-73), wo er seinen Abschluss in Jus machte und Hillary kennen lernte. Im Präsidenten-Wahlkampf ’92 sagte er auf eine Journalisten-Frage im Fernsehen: “When I was in England, I experimented with marijuana a time or two, and didn’t like it. I didn’t inhale, and I didn’t try it again.” An der Universität Oxford wurde David Cameron etwa 20 Jahre später damit erwischt.23 Barack Obama redete seinen Cannabis-Konsum in jüngeren Jahren nicht „schön“. Zu Berühmtheiten, die sich in späteren Jahren dazu bekannten, zählen zB Yannick Noah, Kate Moss oder „Lady Gaga“. Und weitere

Die Clintons an der Yale-Universität in New Haven, ~1971. In dieser Zeit hat er vielleicht auch gezogen jedoch nicht inhaliert

Der Mediziner Gabriel Nahas, ein US-Amerikaner libanesisch-französischer Herkunft, war wohl der namhafteste jener ernstzunehmenden Wissenschaftler, die negativ zu Cannabis standen/stehen und keine Liberalisierung woll(t)en. Nahas war hauptsächlich in den 70ern aktiv, schrieb Cannabis-Konsum schwere Gesundheits-Schäden zu. In den 1980ern beteiligte er sich an der Anti-Drogen-Werbung der Reagans.24 Konservative geiseln Liberale wegen ihrer Toleranz ggü Drogen, nehmen und propagieren selbst welche, andere.

Ein Einwand gegen Cannabis ist, dass es die Einstiegsdroge für härtere Drogen sei. Bei Christiane Felscherinow war das zumindest von der Reihenfolge so: Mit zwölf der erste Joint, bald der erste Schuss Heroin. Gibt es Todesfälle durch Cannabis? Googelt man das nach, tauchen Beiträge dazu von „Die Welt“ oder aber „Hanf-Magazin“ auf, auf beiden Seiten wird das jeweilige ideologische Anliegen in wissenschaftliche Argumentation gepresst. Verkehrsunfälle unter Cannabis-Einfluss wird es geben, und Langzeiterkrankungen (s.o.) die durch den Konsum hervor gerufen wurden. Bei tödlichem Mischkonsum war es sicher öfters involviert, ohne entscheidend dafür zu sein. Aber es soll auch tödliche akute Herz-Kreislauf-Erkrankungen geben, durch hohe Dosen Cannabis (bzw entsprechende Veranlangung) ausgelöst.

Eine der ersten Liberalisierungen von Cannabis in der westlichen Welt nach dem Abkommen 1961 und seinen Ratifizierungen war jene Gesetzesänderung in der Niederlande, in deren Folge dort die Coffeeshops eingerichtet wurden. Auf Empfehlung einer Kommission gestaltete die Regierung 1976 die Drogenpolitik neu; Cannabis als weiche Droge blieb illegal, aber der Staat verzichtete auf eine Strafverfolgung bei „Verstössen“.25 Ziel war eine effektivere Bekämpfung harter Drogen wie Kokain und Heroin, für die Holland ein Umschlagplatz war und ist. Für die Coffee Shops, wo Cannabis verkauft und konsumiert werden darf, galten immer verschiedene Auflagen. 2012 kamen dann gesetzliche Verschärfungen der Auflagen, die u.a. die Schliessung jener in Grenzgebieten erzwang.

Über alternative Wege und Liberalisierungen wird viel nachgedacht und diskutiert, teilweise auch vernünftig. Johann Hari legt in seinem Drogenbuch nahe, dass eine weltweite, geregelte Abgabe sämtlicher harter Drogen und eine Freigabe von Cannabis zwar zu einem leichten Anstieg des Drogenkonsums führen würde, aber die Drogenkriminalität ganz wegfiele und der Anteil an Süchtigen harter Drogen und die Zahl der Drogentoten zurückginge. Die Forderung nach einer Legalisierung bzw Rehabilitation von Cannabis wurde lange von Aussenseitern wie Jack Herer (1939 – 2010) erhoben.26 Eine Übersicht über den gesetzlichen Status von Cannabis in den Staaten der Welt in der englischen Wikipedia.

Auch in Indien war Cannabis eigentlich immer illegal, zumindest auf Bundesebene, in einigen Bundesstaaten ist aber zumindest die Bhang-Mischung legal und wird Cannabis toleriert. Auch Jamaica ist einer der Staaten mit einer Politik der Tolerierung bei offiziellem Verbot gewesen. 2015 wurde der Anbau, Handel, Besitz und Konsum in gewissen Mengen ent-kriminalisiert – und wurde die Bedeutung von Cannabis für religiöse und medizinische Zwecke sowie für die Fauna anerkannt. Der Anbau für den Export in die Industrieländer des Westens (Westeuropa, Nordamerika,…) war unter den aus der britischen Kolonial-Zeit stammenden cannabis-feindlichen Gesetzen in Schwung gekommen. Ähnlich wie auch in Marokko gab es eine Politik der Tolerierung bzw Korruption, nicht zuletzt aufgrund der Profite für das Land dadurch.

Am strengsten bestraft wird Cannabis in verschiedenen Ländern Ost-Asiens, wo bis hin zur Todesstrafe viel möglich ist, und auch keine Liberalisierung diskutiert wird. Im Westen ist die Frage der Befürwortung oder Ablehnung einer Liberalisierung von Cannabis im politischen Koordinatensystem normalerweise klar zwischen Links und Rechts verteilt. Verantwortliche von Pharmakonzernen sind entschiedene Gegner einer Rehabilitierung von Cannabis, sie hätten dabei zu verlieren. Die französische Senatorin Samia Ghali (PS, algerischer Herkunft), Bürgermeisterin von zwei Bezirken Marseilles, kämpft für weitere Sanktionen gegen Dealer und Konsumenten jeder Drogen, gegen die Legalisierung von Cannabis. Hans-Christian Ströbele, deutscher Grünen-Politiker, kämpft seit 50 Jahren für die Legalisierung von Cannabis, die deutschen Grünen als Gesamtpartei inzwischen auch. Es gibt in verschiedenen Teilen der Welt auch Parteien, die sich primär der Cannabis-Legalisierung widmen, hier eine Übersicht.

David Nutt war Vorsitzender des britischen Advisory Council on the Misuse of Drugs, das dem Innenministerium untersteht, also Drogenberater der britischen Regierung. Er wurde ’09 nach einem Streit mit Innenminister Alan Johnson (Labour) entlassen. Dabei ging es um die Einstufung von Cannabis: Die britische Regierung hatte es zuvor wieder als weiche Droge der Kategorie B eingestuft, deren Besitz mit bis zu fünf Jahren Gefängnis bestraft werden kann. Damit machte sie eine Entscheidung von 04 rückgängig, als Cannabis als einfaches Beruhigungsmittel der Kategorie C eingestuft wurde. Nutt kritisierte diese „Rückstufung“, als politisch mehr denn als wissenschaftlich motiviert. Nutt gründete sodann das Independent Scientific Committee on Drugs, ein unabhängiges Wissenschafter-Kommitee zur Erforschung von Drogen. Suchtmittel müssten nüchterner eingestuft und die Menschen besser über die tatsächlichen Gefahren der einzelnen Drogen informiert werden, so Nutt.

Über einige Attentäter der Pariser Anschläge vom November 15 (Bataclan-Theater, Stade de France,…) gibt es Erkenntnisse, denen zufolge sie weniger gottesfürchtige Fundamentalisten waren als vielmehr ein Leben zwischen Alkohol, Drogen und Strassenkriminalität führten, bevor sie zu Mördern wurden. Der Terrorist Saleh Abdeslam etwa galt im Brüsseler Stadtteil Molenbeek als notorischer Kiffer. Gemeinsam mit seinem Bruder soll er eine Kneipe betrieben haben, die als Drogenumschlagplatz bekannt war. Seinem Anwalt sagte Abdeslam, er habe den Koran nie komplett gelesen. Nur eine Zusammenfassung im Internet. Bekifft waren auch jene Maghrebiner, die zu Sylvester 15/16 in Köln und anderen deutschen Städten Frauen sexuell belästigten. Cannabis ist also nicht nur die Droge der Einkehr, der Lockerheit und des Friedens. Andererseits, beim Alkohol ändern tödliche Verkehrsunfälle oder „Komasaufen“ von Teenagern auch nichts an der Legalität. Man gesteht den Konsumenten hier eine Eigenverantwortung zu.

Insgesamt geht der Trend beim Cannabis in Richtung Liberalisierung, auch wenn (noch) kaum grundsätzliches Umdenken stattfindet. Uruguay legalisierte 2013 unter Präsident Mujica Anbau, Verkauf und Konsum von Cannabis. Allerdings mit der Einschränkung, dass dieses in Uruguay von einem lizensierten Hanfbauern angebaut wird (worden ist). Chile begann 2014 damit, Cannabis zu therapeutischen Zwecken anzubauen. Der genaue Ort der Zuchtanlage in Santiago de Chile ist geheim. Aus der Ernte wird Cannabis-Öl extrahiert und an Krebspatienten verteilt. Das Ganze läuft versuchsweise und unter einer Ausnahmegenehmigung, es ist keine Legalisierung von Hanf damit verbunden.

Kürzlich wurde in Kanada Cannabis unter Auflagen legalisiert. Sogar in der USA wurden die Bestimmungen für Cannabis in den letzten Jahren liberalisiert, und zwar auf der Ebene der Bundesstaaten (sowie der Indianer-Reservate!). Überraschenderweise hat Schwarzenegger in Kalifornien als Gouverneur Cannabis weiter ent-kriminalisiert. Anscheinend ist er selbst gelegentlicher „Kiffer“. Noch wird ein Grossteil des Cannabis für die USA in Mexiko angebaut, der Bedarf sinkt aber stetig mit den Liberalisierungen. In dem vom Drogenkrieg geschüttelten Mexiko befeuert dieser Wandel eine Debatte über eine Freigabe im eigenen Land. In Kalifornien wurde der Sinsemilla-Hanf gezüchtet, eine Kreuzung aus hawaiianischem und mexikanischen Hanf, mit hohem THC-Gehalt.

Afghanistan ist eines der führenden Länder beim Anbau, Konsum und Export von Opiaten; für Cannabis gilt das auch so ähnlich, besonders für Haschisch. Es ist eines der Länder, in denen Cannabis in die Kultur bzw Gesellschaft integriert ist und nicht eine Droge der Aussenseiter ist. Das obwohl es 1973 (wie Opium) von Schah Sahir verboten wurde, was seither nicht geändert wurde, trotz aller Umstürze. Wichtige Anbau-Länder für Cannabis sind meist solche, in denen ein nennenswerter eigener Konsum stattfindet, aus denen nicht nur exportiert wird. In Marokko verhält es sich ähnlich wie in Afghanistan: Cannabis ist verboten, dennoch wird es stark angebaut (hauptsächlich im Rif im Atlas-Gebirge), ist im Volk verbreitet und wird exportiert (auch eher Haschisch)27. Auf Libanon und Nepal trifft das auch grossteils zu. Führende Anbauländer für Marihuana sind Mexiko, Kolumbien, Jamaika, Niederlande (Indoor), Kongo.

In Mitteleuropa ist nur „milder“ Hanf (mit wenig THC) züchtbar, ausser in Innenräumen mit künstlichem Licht und Heizung, oft genetisch aufgemotzt. Solche Züchter (die meist auch Händler und Konsumenten sind) fliegen gelegentlich auf. Die Bestimmungen für den Anbau von Faserhanf wurden auch in verschiedenen Ländern in der jüngeren Vergangenheit liberalisiert. Seit Anfang der 1990er hat der Anbau von Hanf für industrielle Zwecke (jener Hanf, der wegen seiner Stengeln und nicht wegen seinen Blättern und Blüten angebaut wird) kontinuierlich zugenommen. Dabei werden meist Pflanzen angebaut, die aus Kulturen mit minimalem THC-Gehalt stammen.

Cannabis-Plantage Österreich

Die Produkte des Rausch-/Medizinhanfs durchlaufen nach Ernte und Verarbeitung bis zum Konsumenten in der Regel viele Stationen und weite Strecken – und werden gestreckt, wenn auch nicht so stark wie H und K. Und auf dem Weg vom Hanf-Feld in Afghanistan oder Marokko in die U-Bahn von Wien oder Berlin ist auch der Preis etwas in die Höhe gegangen. Umsätze machen diverse Branchen auch ohne Legalisierung von Cannabis: Jene die Zigarettenpapier, Pfeifen oder Merchandising-Produkte mit dem Hanf-Symbol herstellen oder vertreiben, Head Shops, Grow Shops,…

Synthetische Cannabinoide (zT aus chinesischen Labors) sind heute in Mischungen enthalten, die als „Badesalze“, „Pflanzendünger“ oder Räucherwerk („Spice“ genannt) gehandelt werden. Synthetische Cannabinoide sind entweder dem THC strukturell verwandt oder den Endo-Cannabinoiden. Auch synthetisches Cannabis bzw THC gibt es natürlich längst. Unter Markennamen wie „Synhexyl“ bzw „Parahexyl“ war ein THC-Homolog auf dem Markt. Medizinisches Cannabis ist teilweise auch synthetisch; Markennamen sind „Dronabinol“ oder „Marinol“.

Aktuelle medzinische Nutzung

Cannabis kann beim Tourette-Syndrom helfen, bei Multipler Sklerose wie Culitis Ulcerosa, gegen Übelkeit, Spasmen,… Als medizinischer Hanf kommen sowohl Cannabis sativa als auch Cannabis indica zur Verwendung. Industrie-/Kulturhanf, mit wenig THC, wird medizinisch nur selten, als Hanföl, eingesetzt. In Deutschland war Hanf-Tinktur 1941 aus dem Arzneimittelbuch gestrichen worden, die „Haschisch-Sucht“ wurde in dieser Zeit endeckt. Heute ist Cannabis als Medizin zT wieder zugelassen, in einigen Ländern, unter bestimmten Auflagen. Die Forschung an der medizinischen Nutzung von Cannabis ist (noch) durch gesetzliche Beschränkungen beim Umgang mit der Pflanze behindert.

Der Spanier Manuel Guzman ist einer Jener, die am Einsatz von Cannabis bei Krebs forschen. Cannabinoide, die aktiven Bestandteile von Cannabis, und ihre Abkömmlinge weisen bei Krebspatienten lindernde Eigenschaften auf, indem sie Übelkeit, Erbrechen und Schmerzen verhindern und den Appetit steigern. Zudem wird darüber geforscht28, inwiefern Cannabinoide – natürliche oder synthetische – das Wachstum von Tumorzellen hemmen können.

Wie in Chile steht der Anbau von Cannabis für medizinische Zwecke normalerweise unter staatlichem Schutz. Verarbeitet wird er zu Rauchmischung oder zu Pillen-Form.

Künstlerische Referenzen 

Hier geht es um Songs, Bücher, Filme, die unter dem Einfluss von Cannabis entstanden oder von ihm handeln.

Fitz H. Ludlow, der amerikanische Autor aus dem 19. Jh, hat viele Haschisch-Experimente unternommen, darüber geschrieben, etwa „Der Haschisch-Esser“ (1857 erstmals erschienen). Seine Offenheit auf diesem Gebiet hielt ihn nicht von zutiefst rassistischen Überzeugungen ab, gegen Alle, die er als „un-amerikanisch“ sah, in erster Linie die amerikanischen Ureinwohner.

Paul Bowles, ein anderer amerikanischer Schriftsteller, lebte über die Hälfte seines Lebens in Marokko, scheint für andere Kulturen aufgeschlossener gewesen zu sein. Bezüglich Cannabis ist seine Zusammenarbeit mit dem berberischen Marokkaner Mohammed Mrabet (eigentlich Mohammed ben Chaib el Hajam), einem Geschichtenerzähler aus der Rif-Region, von Bedeutung. Die beiden trafen sich in Tanger, Mrabet erzählte bzw diktierte Bowles seine mündlich überlieferten oder selbst erfundenen (bzw erlebten) Geschichten, auf Spanisch, einer Sprache, die Beide halbwegs konnten und die in Tanger verbreitet war, durch den spanischen Einfluss in der internationalen Zone, die dort (1923-1956) bestand. Bowles übersetzte Mrabets Geschichten ins Englische und liess sie verlegen. „M’Hashish“, eine Sammlung von „Kiffgeschichten“ aus Marokko, kam zB 1969 heraus.

Alfred Kubins phantastischer Roman “Die andere Seite” (1908/09) basiert – wie Kubin erklärte – auf Cannabis-Erfahrungen. In „Das Geheimnis der Orakels“29 von Philip Vandenberg spielt Cannabis im Orakel von Delphi eine Rolle. Viele kennen das ‚Magische Theater‘ im „Steppenwolf“ von Hesse und haben das eingangs gerauchte Zeug unschwer identifiziert. In „Der Graf von Monte Christo“ von Alexandre Dumas wird dem Baron D’Epinay auf der Insel Monte Christo von einem Sinbad neben einem Essen eine grüne Paste serviert, die dieser als Haschisch deklariert, als Epinay schon Halluzinationen hat.

William Burroughs hat ja mit einigen Drogen „experimentiert“, auch mit Cannabis. „Für den Künstler ist diese Droge ist zweifellos sehr nützlich, da sie Assoziationen auslöst, die ansonsten unzugänglich wären, und ich verdanke viele der Szenen aus ‚Naked Lunch‘ direkt dem Gebrauch von Cannabis.” Auch Hunter Thompson hat viele Drogen genommen, seine Räusche literarisch verabeitet.

James Hadley Chase (ein Pseudonym) schrieb Thriller und Krimis, darunter „Figure it out for Yourself – The Marijuana Mob“ (1950 heraus, deutsch „Jeff Barratts Ratten“), ein Roman der der Richtung von „Reefer Madness“ folgen dürfte.

Auch H. Michaux, A. Crowley, Humphry Davy oder G. d.Nerval haben ihre Erfahrungen mit Cannabis literarisch verarbeitet.

Was Musik betrifft, sind einige Richtungen zu nennen, die stark mit dem Konsum von Hanf(-Teilen) verbunden sind: Der aus Jamaika stammende Reggae ist Teil der Cannabis-Kultur geworden. „Bob“ Marley maß dem Cannabis religiöse Bedeutung zu, seiner Zugehörigkeit zu einem der Häuser (Gruppen) der Rastafari gemäß. Peter Tosh brachte 1976 das Album „Legalize it“ heraus, mit dem gleichnamigen Song. Dann ist die Psychedelik zu nennen, von Iron Butterfly bis Pink Floyd. Angeblich auch der griechische Re(m)betiko (u.a. Markos Vamvakaris), hier würde sich eine Nachforschung lohnen (Kommentare dazu willkommen). „Cannabis-Musik“ macht auch die Band Cypress Hill aus der USA, setzt sich auch für die Legalisierung ein. 1989 kam eine Kompilation von Jazz-Songs über Cannabis aus dem frühen 20. Jh als LP mit dem Titel „Reefer Songs“ heraus. Nicht drauf ist aber dazu gepasst hätte “When I Get Low, I Get High” von Ella Fitzgerald.

Ob Hans Söllners Musik zum Reggae zu rechnen ist, ist fraglich. „Irgend ein“ Bezug ist schon da, klar, aber vielleicht ist es eher ein „Para-Reggae“ oder ein bayerischer Reggae. Den Bezug zum Kraut hat er natürlich auch, viele Songs handeln davon, er wurde wegen Besitz davon angezeigt (auch wegen Anderem) und setzt sich für seine gesetzliche Legalisierung ein. Söllner stammt aus einer eigentlich zerrütteten Familie in Reichenhall im Chiemgau. Er ist volkstümlicher als andere Linke, daher nicht so von Trends abhängig, ist konsequent gegen Rechts. Nichtsdestotrotz lebt er heute bürgerlich mit BMW, Haus, Garten, in 2. Ehe, und hat sogar zum CSU-Bürgermeister seines Wohnortes ein ganz gutes Verhältnis.

Janis Joplin sang auch von „Mary Jane“, eben so Rick James, Muddy Waters von „Champagne & Reefer“, W. Ambros vom „Schwarzen Afghanen“, Waldeck von „Dope Noir“. Heinrich Walchers „Gummizwerg“-Song handelt von diversen Drogen, darunter auch Grass.30

Filme & TV:

„Easy Rider“: 1969… zumindest Peter Fonda & Jack Nicholson haben auch privat ziemlich viel Cannabis konsumiert; Fonda & Hopper waren später zerstritten; auch der Song „Don’t bogart me“ von Fraternity of Men im Soundtrack handelt davon. „American Beauty“: Ein Mann mittleren Alters kehrt durch den Nachbars-Sohn in seine Jugend zurück. „Midnight Express“ handelt von den Folgen des Handelns. In „The Big Lebowski“ raucht die Hauptfigur viel Cannabis, daneben trinkt er „White Russian“ (Wodka, Kaffelikör, Sahne/Milch). In „Contact High“ (09) aus M. Glawoggers Sex-’n’-Drugs-’n’-Rock-’n’-Roll-Trilogie spielen Magic Mushrooms, Ecstasy, Haschisch-Kekse & -Zigaretten eine Rolle. Der Titel bezieht sich auf ein angebliches psychologisches Phänomen, wonach ein Rauschzustand von einer Person auf eine nüchterne „übertragen“ werden kann.

Weiters: Die „Cheech & Chong“-Serie (u.a. „Up in smoke“, 1978), „Half Baked“, „Kid Cannabis“, „Jackie Brown“, „Lammbock“, „Homegrown“, „Charas“, „Kids“, „Eyes Wide Shut“, „La Haine“, „The Wall“, „Coogan’s Bluff“, „Trainspotting“ (geht neben H ganz unter), „Lost in Translation“, „Purple Haze“ (1982), „Dazed and confused“, „Super Troopers“, „Marihuana“ („The Marihuana Story“, 1950, Argentinien),…

Die Serie „Weeds“ („Kleine Deals unter Nachbarn“, 05-12 erstmals ausgestrahlt) handelt von einer bürgerlichen Frau in einer kalifornischen Kleinstadt, die sich nach einem Unglücksfall mit dem Handel von Marihuana etwas dazu verdient.31 Arte hat die Miniserie „Cannabis“ produziert, in der es um den Handel von Haschisch von Marokko nach Spanien und Frankreich geht.

Der mexikanische Maler Diego Rivera hat anscheinend viel Marihuana geraucht, auch beim Malen. Comics: Fritz the Cat kifft auch. Die Fabulous Furry Freak Brothers noch um einiges mehr. Im 1967 erstmals aufgeführten Hippie-Musical „Hair“ (1979 verfilmt) spielt Kiffen natürlich auch eine Rolle. Wie auch im PC-Spiel „Pot Farm“.

Literatur & Links

Charles Baudelaire: Die künstlichen Paradiese (1860). Hätte man auch zur Cannabis-Literatur einordnen können, und Ludlow zur Literatur über Cannabis

Rudolf Gelpke: Vom Rausch in Orient und Okzident (1966). Cannabis steht darin nicht im Mittelpunkt, eher Opium

Martin Booth: Cannabis: A History (2015)

Hans Georg Behr: Von Hanf ist die Rede. Kultur und Politik einer Droge (1982). Angeblich nur mehr antiquarisch erhältlich

Jack Herer, Mathias Bröckers: Die Wiederentdeckung der Nutzpflanze Hanf (1996). Englisch: Hemp and the Marijuana Conspiracy

Julie Holland (Hg.): The Pot Book: A Complete Guide to Cannabis. Its Role in Medicine, Politics, science, and culture (2010)

Robert C. Clarke: Haschisch: Geschichte, Kultur, Inhaltsstoffe, Genuss, Heilkunde, Herstellung (2000)

Franjo Grotenhermen (Hg.): Cannabis und Cannabinoide. Pharmakologie, Toxikologie und therapeutisches Potential (2004)

Leslie Iversen: The science of marijuana (2008 2. Auflage)

Ernest L. Abel: Marijuana – The First Twelve Thousand Years (1980)

Bernd Werse: Cannabis in Jugendkulturen: kulturhistorische und empirische Betrachtungen zum Symbolcharakter eines Rauschmittels (2007)

Jorge Cervantes: The Cannabis Encyclopedia: The Definitive Guide to Cultivation & Consumption of Medical Marijuana (2015). Vorwort von Vicente Fox Quesada

Johann Hari: Drogen. Die Geschichte eines langen Krieges (2015). Hauptsächlich über das internationale Drogenregime

Ricardo Cortés: It’s Just a Plant (2005)

Hans Gros: Rausch und Realität. Eine Kulturgeschichte der Drogen (1996, 3 Bände)

Peter Cremer-Schaeffer: Cannabis: Was man weiß, was man wissen sollte (2016)

Gabriel Nahas: Histoire du hash (1979)

Roger Pertwee: Handbook of Cannabis (2014)

Marcus Boon: The Road of Excess: A History of Writers on Drugs (2002)

Steve Elliott: The Little Black Book of Marijuana: The Essential Guide to the World of Cannabis (2011)

Lester Grinspoon, James B. Bakalar: Marihuana: The Forbidden Medicine (1997)

Steffen Geyer, Georg Wurth: Rauschzeichen – Cannabis: Alles, was man wissen muss (2008)

Pierre Bouloc (Hg.): Hemp: Industrial Production and Uses (2013)

Andreas Müller: Kiffen und Kriminalität. Der Jugendrichter zieht Bilanz (2015).
Müller tritt für die für Legalisierung von Cannabis ein

Walter Benjamin: Über Haschisch: Novellistisches, Berichte, Materialien (1972)

Jack Herer: The Emperor Wears No Clothes (1990)

Hans-Georg Behr: Haschisch-Kochbuch (1970)

Sidney Cohen und R.C. Stillman (Hg.): The Therapeutic Potential of Marihuana (1976)

Edward Reavis: Rauschgiftesser erzählen. Meskalin / LSD 25 / Haschisch / Opium (1967)

Mathias Broeckers: Warum Cannabis legalisiert werden muss (2014)

Christian Rätsch: Hanf als Heilmittel. Ethnomedizin, Anwendungen und Rezepte (1992)

Wolfgang Schmidbauer, Jürgen vom Scheidt: Handbuch der Rauschdrogen (1971)

Lark-Lajon Lizermann: Der Cannabis Anbau: Alles über Botanik, Anbau, Vermehrung, Weiterverarbeitung und medizinische Anwendung sowie THC-Messverfahren (2010)

Vera Rubin (Hg.): Cannabis and Culture (1975)

M. I. Soueif: The use of cannabis in Egypt: A behavioural study (1971)

Karl-Artur Kovar und Dieter Kleiber: Auswirkungen des Cannabiskonsums (1997)

Doug Fine: Hemp Bound: Dispatches from the Front Lines of the Next Agricultural Revolution (2014)

Oriana Josseau Kalant (Hg.): Cannabis: Health Risks (1983)

Gabriel G. Nahas: Keep off the Grass: A Scientific Enquiry Into the Biological Effects of Marijuana (1979)

Joseph Berke, Calvin C. Hernton: Cannabis Experience: Interpretative Study of the Effects of Marijuana and Hashish (1974)

Kurosh Yazdi: Die Cannabis-Lüge: Warum Marihuana verharmlost wird und wer daran verdient Taschenbuch (2017)

Michael Pollan: Die Botanik der Begierde. Vier Pflanzen betrachten die Welt (2001). Er beschreibt am Beispiel der Züchtung von vier Pflanzen menschliche Begierden, wobei er der Tulpe die Schönheit, der Hanfpflanze den Rausch, dem Apfel die Süße und der Kartoffel die Kontrolle zuordnet

Günter Amendt: Haschisch und Sexualität (1982)

Murphy Stevens: Marijuana-Anbau in der Wohnung mit künstlichem Licht (1978). Original: How to grow Marijuana indoors (under Lights), 1975

Liat Kozma: Cannabis Prohibition in Egypt, 1880–1939: From Local Ban to League of Nations Diplomacy. In: Middle Eastern Studies Vol. 47 , Iss. 3, 2011

Brian M. du Toit: Man and Cannabis in Africa: A Study of Diffusion. In: African Economic History, No. 1., Frühjahr 1976, S. 17–3

Das Magazin „High Times“ erscheint monatlich aus New York, widmet sich der legalisierung von Cannabis

Mahmoud E. A. El-Ghany: Molekulargenetische Diversität einer monözischen und einer diözischen Hanfsorte und Analyse des Fasergehaltes von verschiedenen Hanfformen (Cannabis sativa L.). Dissertation, Martin Luther Universität Halle, 2002

Cannabis Regulation and the UN Drug Treaties (TNI)

Haschmuseum

Cannabis: A journey through the ages

Marihuana als Heilmittel

Hanfjournal

History of Cannabis in India

Cannabis Culture

Cannabis-Slang

Das steirische Unternehmen HGV Kräutergarten mit seinem „Hanfgarten“ baut Hanf an, verkauft Pflanzen und Stecklinge, und fördert die Cannabis-Forschung für medizinische Zwecke

Artikel über Auswirkungen von Cannabis auf’s Gedächtnis

Wikipedia-Portal zum Thema

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

  1. Die Rastafari sind auch eine solche, in Jamaica und anderswo
  2. Oder übernommen, von früheren Kolonialmächten, von Staaten von denen man sich abgespalten hat, oder von internationalen Bestimmungen
  3. Im Englischen bezeichnet „Marijuana“ heute meist den Hanf generell, das „eigentliche“ Marihuana wird dort meist „Weed“ genannt
  4. Was nicht unbedingt etwas Schlimmes sein muss. Manche Menschen hätte „Kiffen“ wahrscheinlich zum Besseren verändert
  5. Die Sprache der Azteken
  6. Das als solches auch infolge des britischen Siegs über die Zulus zu Stande gekommen ist; die Kulte gab es freilich schon vor 1910
  7. Unter anderem auf Betreiben Ägyptens
  8. Auch dieses war die Umsetzung eines internationalen Abkommens
  9. Vielleicht kann man es auch so formulieren: Das Verbot in der USA kam durch eine Kampagne zu Stande, welche sich dann auch auf internationaler Ebene fort setzte
  10. Später wurde die gegenteilige Wirkung als Vorwurf aufgebracht, Cannabis würde die Menschen passiv machen und einschläfern
  11. 1939 kam eine neue Version davon heraus. Ab Ende der 1990er wurden Musicals als Satire auf den Film produziert
  12. Dass auf der Gegenseite (bis) heute mit ähnlich hanebüchener Einseitigkeit operiert wird, wird schnell klar wenn man im IT auf entsprechende Seitens stösst und Sätze liest wie: „Die nützlichste Feldfrucht des Planeten wurde als Droge bezeichnet und unsere Gesellschaft leidet darunter bis heute.“
  13. Seine Enkelin Patricia wurde in den 1970ern berühmt, durch ihre Entführung durch die linksextreme SLA und ihre darauf folgende Mitarbeit in dieser Gruppe
  14. oder Marijuana Transfer Tax Act
  15. Das auf Anslingers Druck hin verschärft wurde
  16. In der Bekleidungsherstellung wurde das auch die Baumwolle von synthetischen Fasern grossteils
  17. Der einen in gewisser Hinischt auf den Boden der Realität zurück bringt, von Höhenflügen oder Höllenfahrten
  18. Etwa der Spass-Kult um die „Heilige Cannabia“
  19. Man denke an die Diskussionen nach der deutschen Bundestags-Wahl ’05 mit dem Patt, unter dem weder SPD und Grüne noch CDU/CSU und FDP eine Mehrheit hatten. Es kam dann eine grosse Koalition (Kabinett Merkel I). Aber zuvor wurde eine Ampel-Koalition (Rot-Gelb-Grün) und eine Jamaika-Koalition (Schwarz-Grün-Gelb) ins Gespräch gebracht, an die Farben der Nationalflagge des Inselstaats angelehnt. Und „Joschka“ Fischer, ein Politiker der mit Cannabis sicher Erfahrungen hat, brachte auch die Assoziation damit vor, deutete die „Unvereinbarkeit“ von grünen und schwarzen (eigentlich auch gelben) Werten an, indem er auf die Absurdität der Vorstellung von „Unionsleuten mit Dreadlocks und einer Tüte in der Hand“ verwies
  20. Damals auf den Westteil der Stadt beschränkt
  21. Karl-Heinz Kurras blieb beim Alkohol
  22. Erinnert etwas an Iran nach der Revolution, wo harte Alkoholika illegal erhältlich sind, aber kaum mehr Bier und selten Wein. Durch das Risiko des Schmuggels werden Wodka und ähnliches bevorzugt, die im selben Volumen mehr Alkohol enthalten. Somit hat das Alkoholverbot der Mullahs eine Verschiebung zu harten Alkoholika bewirkt
  23. In seiner Studienzeit hat Cameron überhaupt so einiges ausprobiert, scheint es
  24. Der „Krieg gegen Drogen“, den auch Reagan führte, ist immer einer gegen bestimmte Drogen bzw bestimmte Verteiler. Für antikommunistische Gruppen machte die DEA (und amerikanische Politiker) immer wieder Ausnahmen, wie die nicaraguanischen Contras (Kokain) oder das blauchinesische Militär in Nord-Thailand (1950er, Opium)
  25. Anscheinend gab es schon vor ’76 vereinzelte Coffee Shops in der NL, in welchem gesetzlichen (oder ungesetzlichen) Rahmen auch immer
  26. Der Amerikaner Herer schrieb u.a. „The Emperor Wears No Clothes“ über das Thema, gründete die Organisation „Help End Marijuana Prohibition“ (HEMP); der „Jack Herer Cup“ findet jährlich in Las Vegas zu seinen Ehren statt
  27. Es wird auch im Land von Ausländern, Touristen (hauptsächlich Westlern) konsumiert
  28. An Mäusen und Ratten
  29. Eine Art historischer Roman, vielleicht aber eher eine Alternativgeschichte
  30. So etwas war im Jahr 1972 möglich: Walcher sang im Fernsehen ein schweres Drogenlied und die ORF-Big Band spielte dazu… Gut, die Meisten haben nicht kapiert, worum es geht
  31. Erinnert an „Breaking Bad“, aber die Serie ist definitiv später gedreht worden

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