LSD & Co

Das semi-synthetische LSD (Lysergsäurediethylamid) ist eine junge Droge, das stärkste Halluzinogen. Es geht hier hauptsächlich um seine (Kultur-)Geschichte, und andere Halluzinogene werden mit-behandelt. LSD oder Meskalin können ausser als Halluzinogen (Droge, die Sinnestäuschungen hervorruft) auch als Psychedelika (seelen-öffnend) eingestuft werden, sowie als Entheogene, also als zu einer spirituellen Erfahrung hinführende Mittel. Pflanzlich „zugrunde liegt“ dem LSD der Mutterkornpilz (Claviceps purpurea), der schmarotzend auf Getreide wächst, u.a. Lysergsäure enthält, daneben Ergotamin.

Das Mutterkorn geriet früher manchmal versehentlich ins Brot, Bauern warfen  früher manchmal, aus Unwissen, Geiz oder Lust, befallene Ähren nicht fort. Die so durch Brot konsumierten Mutterkorn-Alkaloide wie Ergotamin verursachen eine Art Vergiftung, die als “Antoniusfeuer” oder “heiliges Feuer” bezeichnet wurden, wissenschaftlich als Ergotismus oder Mutterkornvergiftung (eine Form von eine Mykotoxikose). Diese Vergiftungen oder Räusche traten meist epidemisch auf und beinhalteten (im Gegensatz zum LSD) auch starke körperliche Wirkungen.

Kykeon war in der griechischen Antike ein Getränk aus Wasser und Getreide, möglicherweise war es durch mit Mutterkornpilz versehenes Getreide “potent”. Ansonsten kamen Mutterkorn-Vergiftungen in der Antike kaum vor, da damals vorwiegend Weizen angebaut wurde und Mutterkorn bevorzugt Roggen befällt. Sondern im Mittelalter und der Neuzeit. Legendär wurden eine “Tanz-Epidemie” 1518 in Mitteleuropa, rund um Strassburg (Elsass, damals Heiliges Römisches Reich Deutscher Nation), bei der Betroffene tagelang tanzten. Unabsichtlich gegessene Ergotalkaloide könnten auch eine Rolle bei der “Hexen”-Verfolgung in Salem in der damals englischen Kolonie Massachusetts 1692 gespielt haben, das Verhalten, das den Frauen zur Last gelegt wurde, bewirkt haben.1

1926/27 kam es in der Sowjetunion zu Massenvergiftungen durch mutterkornhaltiges Brot, die um die 10 000 Menschen getötet haben sollen. Aus jüngerer Zeit ist ein möglicher Mutterkorn-Vergiftungsfall aus dem französischen Pont-Saint-Esprit (Occitanie) aus 1951 bekannt. Brot aus einer örtlichen Bäckerei hat anscheinend schwere körperliche und seelische Schäden bewirkt, sieben der etwa 200 Erkrankten sind gestorben. Über diese “Affaire du pain maudit” („Affäre des verfluchten Brotes“) wurde und wird spekuliert, es weist Einiges auf eine Mutterkornvergiftung (Ergotismus) hin. Weitere Hypothesen drehen sich um eine Quecksilberverbindung, die zur Desinfektion von Getreide verwendet wurde, oder einen “Feldversuch” der CIA zur Wirkung von LSD. In West-Deutschland soll 1985 durch mutterkornhaltiges Müsli eine Vergiftung bewirkt worden sein.

Ergotamin, das Hauptalkaloid des Mutterkorns, hauptverantwortlich für die Mutterkornvergiftungen, ist ein Kondensationsprodukt aus Lysergsäure und einem tricyclischen Tripeptid aus Alanin, Phenylalanin und Prolin. 1918 wurde es bei der Schweizer Pharma-Firma Sandoz unter Leitung von Arthur W. Stoll isoliert und beschrieben. Es wird, als Tatrat, als Arzneistoff eingesetzt, zur Behandlung vaskulärer Kopfschmerzen wie Migräne und Cluster-Kopfschmerz, wird dazu aus dem Mutterkornpilz gewonnen, welcher zu diesem Zweck auf Getreide kultiviert wird. Es wurde von Sandoz als „Gynergen“ in den 1920ern in den Handel gebracht. Heute ist es hauptsächlich in Kombination mit Coffein als “Cafergot” von Novartis im Handel.

Bei Sandoz in Basel, nach der Fusion mit Ciba-Geigy in den 1990ern heute Teil von Novartis, arbeitete in den 1930ern der Schweizer Chemiker Albert Hofmann, in der pharmazeutisch-chemischen Abteilung, unter Arthur Scholl.2 Er entwickelte dort das erste exakt dosierbare Herzmedikament aus Digitalis-Glykosiden, wandte sich dann dem Mutterkornpilz und anderen psychedelisch-halluzinogen wirkenden Pflanzen zu, isolierte und synthetisierte ihre Wirkstoffe, um deren Wirkungen zu untersuchen. 1938 widmete Hofmann sich dem Mutterkorn, unter der Zielsetzung, ein Kreislaufstimulans zu entwickeln. Er isolierte daraus im Pharma-Industrie-Labor Lysergsäure und synthetisierte verschiedene ihrer Derivate, darunter – als 25. Substanz dieser Versuchsreihe – das Diäthylamid. Lysergsäurediäthylamid (LSD bzw LSD-25) ist also ein Derivat der (im Mutterkornpilz vorkommenden) Lysergsäure. Seine Summenformel lautet C20H25N3O.

Was die Wirkung des LSDs betraf, man testete sie bei Sandoz an Tieren, der Stoff löste bei ihnen Unruhe aus, die Wirkung deutete aber nicht auf verwertbare Eigenschaften, daher wurde die Substanz zunächst nicht weiter untersucht. Im April 1943 entschied sich Hofmann aber, LSD erneut herzustellen und seine Wirkungen nochmals zu überprüfen. In Basel in der neutralen Schweiz, rundherum war damals die Hölle los. Anscheinend kam es zunächst zu einem ersten unfreiwilligen Selbstversuch, Hautaufnahme von LSD durch unsauberes Arbeiten. Dieser erste menschliche LSD-Rausch der Geschichte war demnach versehentlich und schwach. Einige Tage später, am 19. April 1943, unternahm Hofmann einen bewussten Selbstversuch mit 250 Mikrogramm LSD, einer hohen Dosis. Die Folge war ein starker Rausch, er erlebte eine beängstigende Veränderung der Umgebung und von sich.

Er bat seine Laborassistentin, ihn mit dem Fahrrad nach Hause zu begleiten. Auf diesem Weg verschlechterte sich Hofmanns Zustand, wurden seine Halluzinationen und Angstgefühle stärker. Zuhause liess er den Hausarzt kommen, dieser konnte keine körperlichen Anomalien erkennen, ausser stark erweiterte Pupillen. In Hofmann aber, so berichtete dieser dann, ein Gefühl der Machtlosigkeit gegenüber den grotesken Wahnvorstellungen, Todesängste. Milch erwies sich als wirkungslos. Gegen Ende des mehrstündigen Rausches beruhigte sich Hofmann, konnte sogar etwas geniessen, die Entwicklung euphorischer Gefühle und jetzt auch (andere) halluzinogene Sensationen (optische und akkustische Visionen). “Der Schrecken wich und machte einem Gefühl des Glücks und der Dankbarkeit Platz, je mehr normales Fühlen und Denken zurückkehrten, und die Gewißheit wuchs, dass ich der Gefahr des Wahnsinns endgültig entronnen war”. LSD-Fans feiern den 19. April heute als Bicycle Day.

Hofmann hat als Forschungschemiker bei Sandoz später das Geriatrikum “Hydergin” (Codergocrinmesilat), das Kreislaufmittel “Dihydergot” und das Gynäkologie-Medikament “Methergin” entwickelt. Er hat viele wissenschaftliche Arbeiten veröffentlicht. Und, er hat auch zu anderen Halluzinogenen geforscht (s.u.). Bei Sandoz unternahm man bezüglich LSD zunächst neue Tierversuche, unter einem Aurelio Cerletti. Die ersten ernsthaften Versuche des Medikaments an Menschen wurden nach dem Krieg durchgeführt, vom Arzt Werner Stoll, dem Sohn von Arthur (s.o.), in der Psychiatrischen Universitäts-Klinik Zürich, und wurden dann in einer Fachzeitschrift publiziert.

Sandoz brachte LSD 1949 als “Delysid” auf den Markt, als blaue Tabletten, Tropfen sowie als Injektionslösung. “Delysid” sollte der psychiatrischen Behandlung und Forschungszwecken dienen, kam fast überall im damaligen Westen auf den Arzneimittelmarkt, in der Regel streng rezeptpflichtig. Der tschechoslowakische Konzern Spofa stellte das LSD-Präparat “Lysergamid” für den Ostblock her. In beiden Fällen dürfte das LSD halbsynthetisch aus den Alkaloiden des Getreidepilzes Mutterkorn hergestellt worden sein.

Hofmanns Rausch von 1943 enthielt alle typischen LSD-Wirkungen. Durch Änderung der chemischen Struktur des Mutterkorns war eine Droge viel stärker (und auch sonst anders) als dieses entstanden. Wobei LSD-Wirkungen sehr stark variieren können, von Person zu Person, von einer Einnahme zu einer anderen, unabsehbar sind, von vielen Faktoren abhängen, stark von Erwartungen und Stimmungen. Und, die Schilderungen aus der Zeit der psychiatrischen Verwendung sind anders als jene aus der darauf folgenden “illegalen”; was natürlich auch damit zu tun hat, dass in Untergrundlaboren hergestelltes LSD von einer anderen Qualität und Art ist als das in pharmazeutischen Fabriken produzierte. Winzige Mengen dieser potenten Droge reichen jedenfalls. Die Wirkung beginnt etwa 30 bis 45 Minuten nach der Einnahme (als Tablette, als Injektion schneller). Und hält dann für mehrere Stunden an.

Sie läuft über das Zentralnervensystem. LSD ahmt gewissermaßen den Gehirn-Botenstoff Serotonin nach. Erweiterete Pupillen sind oft das einzige körperliche “Signal”, während sich innerlich die “Hölle” abspielt; es sind aber auch Herzklopfen u. a. möglich. Die psychischen Veränderungen werden durch die Aufhebung von “Wahrnehmungs-Filtern” ermöglicht. Halluzinationen (Sinnestäuschungen), die Gemeinsamkeiten mit Fieberträumen haben, zT Pseudo-Halluzinationen sind, treten sehr häufig auf. Bei Vielem, was einem im LSD-Rausch widerfährt, stellt sich die Frage, ob es sich um Bewusstseinserweiterung oder Bewusstseinstäuschung handelt. Man kann über Erkenntnisse erschrecken, aber auch über Wahnvorstellungen. Man kann, über sich und die Welt, lernen, aber auch in die Irre geführt werden. Zur Frage, ob man unter LSD religiöse Erfahrungen bzw mystische Erlebnisse machen kann, unten noch mehr; wobei so eine gefühlte Höllenfahrt jedenfalls eine Art religiöses Erlebnis sein kann.

Das Zeitgefühl wird in der Regel gestört. Und das Selbstbild ändert sich. Es besteht die Gefahr der Selbst- oder Fremdgefährdung, es gibt Leute, die auf LSD aus dem Fenster im 4. Stock “spazieren”, weil sie eine Treppe sehen, oder anderen mit dem Messer was antun, weil sie “Gespenster” sehen. Oder das Gefühl haben, Autos mit Gedankenkraft aufhalten zu können und es ausprobieren. LSD kann einen Horrortrip bewirken, ein meist stundenlanges Angststadium mit Wahnvorstellungen, Panikgefühlen, der typischen halluzinogenen/ psychedelischen Paranoia. Der Horror kommt dabei meist in Wellen daher, und man kann ihm nicht so leicht entrinnen. Die einem bekannte (Gedanken-) Welt erscheint auf einmal fremd und bedrohlich. Depersonalisations-Erfahrungen oder Zwangsphantasien über den eigenen Körper können solche Wahnvorstellungen sein. Bei gewissen Persönlichkeitstypen ist LSD eher kontraindiziert. Manche Konsumenten fallen nach der Einnahme auch in depressive Phasen. Andere schweifen in die eigene Gedankenwelt ab. Oder verlieren sich in Komik.

Horrortrips/ Bad trips und ihre psychische Folgen sind die grösste Gefahr von LSD. Manche streifen auch nur daran.3 LSD kann auch “echte” (nicht vorüber-gehende) Psychosen auslösen, nicht als Akutwirkung, sondern als Langzeit- oder Folgewirkung, “Auf einem Trip hängen bleiben”, die spezielle Form einer Drogenpsychose, die Hallucinogen Persisting Perception Disorder (HPPD; fortbestehende Wahrnehmungsstörung nach Halluzinogengebrauch) oder Halluzinogenen-Psychose. Auf dem Beipackzettel von Delysid stand: “Es können gelegentlich gewisse Nachwirkungen in Form phasischer Affektstörungen noch während einiger Tage andauern”. Damit sind aber wahrscheinlich eher “Flashbacks” gemeint, die können auch noch nach viel längerer Zeit auftreten. Ansonsten besteht auch noch die Gefahr einer psychischen Gewöhnung.

Zunächst (ab Anfang der 50er) kam LSD wie erwähnt in der Psychotherapie zum Einsatz, unter kontrollierten Bedingungen, aber in zu erforschendem Neuland. Das Mittel wurde noch knapp zu Lebzeiten Sig(is)mund Freuds erfunden, des Erfinders der Psychoanalyse, aber zu spät als dass sich dieser damit hätte beschäftigen können. Lysergsäurediäthylamid eröffnet einen Zugang zum Un(ter)bewussten, schafft eine Art experimentelle und temporäre Psychose, und das ist günstig für die Psychotherapie. Der Anstoss zu dieser Nutzung kam auch aus der Schweiz, durch den Psychiater Gion Condrau. 1950 erschien der erste Artikel bezüglich LSD im “American Psychiatric Journal”, von Robert Hyde. Hyde war einer der “Pioniere” der LSD-unterstützten Psychotherapie in der USA. Er dürfte über seinen Psychiater-Kollegen Max Rinkel auf LSD gekommen sein, der, bald nach der Markteinführung in Europa, das Mittel von Sandoz als Erster nach Nord-Amerika gebracht haben soll. Rinkel und Hyde testeten es u.a. in einem psychiatrischen Krankenhaus in Boston an Patienten. Ein Psychiater namens Nick Bercel verwendete LSD (ab) Anfang der 1950er in seiner Praxis in Los Angeles.

In West-Deutschland war der Hamburger Psychiater Walter Frederking an der Einführung von LSD entscheidend beteiligt. Frederking hatte seit langem mit Meskalin experimentiert, persönlich und in der Therapie Anderer. Nach der einen Darstellung erfuhr Frederking durch den Schriftsteller Ernst Jünger von LSD (und bekam es von Albert Hofmann), nach anderer hat Frederking Jünger damit vertraut gemacht. Jedenfalls hat Frederking ab Anfang der 50er LSD in seiner Psychotherapie eingesetzt, statt Meskalin. In Grossbritannien hat Ronald Sandison in dieser Zeit mit dem Einsatz von LSD in der psychiatrischen Behandlung. Einer der führenden Personen in der Erforschung des psychiatrischen Potenzials von LSD/”Delysid” war der US-amerikanische Psychoanalytiker Sidney Cohen. Cohen nahm das Medikament (das es damals war) selbst 1955 und erlebte eine unangenehme Überraschung. “Begleitet” wurde er bei seinen eigenen Experimenten von Aldous Huxley.

Der britischer Psychiater Humphrey Osmond prägte, 1957, den Ausdruck “psychedelisch”. Er beschäftigte sich (u.a.) mit der Wirkung halluzinogener Drogen auf die menschliche Psyche, und war Pionier bei der Behandlung von Alkoholismus mit LSD. In den 1950ern berichteten Medien in der USA darüber, dass Psychologie- oder Medizin-Studenten LSD zur Zeit ihrer Ausbildung selbst einnahmen. 1959 fand in der USA die erste internationale Konferenz über LSD-gestützte Psychotherapie statt, gesponsert von der New Yorker Josiah Macy Foundation. Zu dieser Zeit wurde LSD im Westen zunehmend in der Psychatrie verwendet. Im Ostblock war der Pole Rostafinski in diesem Zusammenhang bahnbrechend, er setzte die in der CSSR produzierte “Raubkopie” von LSD etwa bei der Behandlung von Epilepsie ein. Dass die Betroffenen dabei (und vielen anderen medizinischen Einsätzen des LSD) gewissermaßen Versuchskaninchen waren, Zwangsexperimente mit ihnen durchgeführt wurden, kann man sich dazu denken.4

Der tschechoslowakische Psychiater Milan Hausner begann Mitte der 1950er mit LSD-Versuchen an Patienten in einem Sanatorium bei Prag. Der Hirn-Forscher George Roubicek knüpfte daran in gewisser Hinsicht an, an der Prager Karls-Universität; er unternahm auch Selbstversuche. Kurioserweise bezog Roubicek sein LSD zumindest zeitweise aus der Schweiz (jenes von Sandoz); er las auch die Untersuchungsberichte von Werner Stoll’. Bei Roubicek lernte damals der (angehende) Psychiater Stanislav Grof, über LSD-Wirkungen und ihre Anwendbarkeit in Psychotherapie. Auch er erforschte das Mittel auch an sich. Grof wanderte 1967, im Jahr vor dem kurzen Prager Frühling, in die USA aus. Dort war LSD gerade verboten worden (s.u.) und er hatte grosse Schwierigkeiten, seine Forschung fortzusetzen. Grof und seine Frau Christina, eine Esoterikerin, unternahmen auch LSD-Experimente mit Sterbenden. Die therapeutische LSD-Dosis nach dem tschechisch-amerikanischen Psychiater ist übrigens 200 – 400 µg.

Der US-amerikanische Neurophysiologe John C. Lilly führte in den 1960ern Experimente mit Delphinen und LSD durch, verabreichte den Tieren das Mittel hauptsächlich im Bestreben, mit ihnen zu kommunizieren. Häufiger waren Versuche, mit LSD Menschen gegen Depressionen, psychotische Krankheiten, Alkoholismus und andere Süchte, zur Unterstützung der Psychoanalyse zu helfen, sowie auch Einsätze in der Schmerztherapie (etwa bei Cluster-Kopfschmerz). Aus den Tausenden Untersuchungen und Studien zu LSD in der Psychotherapie scheint hervorzugehen, dass das Mittel Patienten erreicht, die sonst “therapie-resistent” sind, und tiefere Bewusstseinsschichten öffnet. Auch der Einfluss von LSD auf spirituelle Sitzungen und kreatives Arbeiten wurde erforscht und ausprobiert. Der chilenisch-US-amerikanische Psychiater Claudio Naranjo bewegt(e) sich genau in diesem Grenzbereich zwischen Psychotherapie und Spiritualität, setzt(e) dabei LSD ein. Zu den prominenten Patienten, die es in (der relativ kurzen) Zeit der legalen therapeutischen Verwendung nahmen, gehörte „Cary Grant“ (Archibald Leach).

Dass LSD das Bewusstsein erweitert und einen Verlust der Selbst-Kontrolle (die natürlich auch be-hinderlich sein kann) bewirkt, birgt aber nicht nur Nutzen, sondern auch Gefahren. Wenn man so will, ist es eine Art Wahrheitsserum und kann als solches eingesetzt werden, gegen die Betreffenden. Das mit LSD eng verwandte Meskalin (s.u.) wurde von den Nazis unter Kurt Plötner im KZ Dachau als „Wahrheitsdroge“ erprobt, an (politisch-rassischen) Gefangenen. Es war dann hauptsächlich die USA, bzw diverse ihrer Behörden, die sich das Wissen der Nazis im Kalten Krieg zu Nutze machten. Der Raketenmann Wernher von Braun5 war nur der Prominenteste. Von Braun war kurz im amerikanisch-britischen Gefangenen-Lager “Dustbin” in Kransberg bei Frankfurt6 inhaftiert, dorthin kamen jene Funktionäre des NS-Systems, die als Technokraten, Wissenschafter, Unternehmer angesehen wurden, nicht politische und militärische Führer waren, bzw die nicht direkt zum NS-Machtapparat gehörten, aber auch Speer oder Schacht, die Führer des IG-Farben-Chemie-Konglomerats, auch Leute die Menschenversuche mit Drogen in KZs gemacht/beaufsichtigt hatten. Viele davon wurden für eine Weiterverpflichtung in der USA (seltener in GB) vorgesehen, wurden in den Nürnberger Nachfolgeprozessen freigesprochen. Passenderweise kam in das Schloss in Kransberg, das als Gefangenenlager diente, später die Gehlen-Organisation/ der BND und Stellen des USA-Militärs und –Geheimdienstes unter.

Spätestens 1948 wurde die US-amerikanische Politik auf allen Ebenen militant anti-kommunistisch. Nun spielte es auch keine Rolle mehr, ob ein Wisschenschafter im Dienste Hitlers Gefangene gequält hatte. Diese Politik war eine Chance für West-Deutschland. Noch im Schloss-Kransberg-Komplex gab es Menschenversuche mit Drogen, an Spionen u.ä., dann anderswo weitergeführt, unter Mitarbeit von Ex-Nazis, oder nach Abschöpfung ihres Wissens. Auch die in Dachau unter Plötner durchgeführten Tests mit Meskalin für Verhöre wurden von der USA aufgegriffen. Der amerikanische Arzt Henry K. Beecher (Unangst) wertete im Nachkriegsdeutschland für US-Behörden die medizinischen Versuche in deutschen Konzentrationslagern aus – insbesondere zu Meskalin als „Wahrheitsdroge“. In einem geheimen CIA-Gefängnis mit dem Namen “Villa Schuster” (später “Haus Waldhof”) in Kronberg bei Frankfurt leitete Beecher medizinische Experimenten zur Nutzung von Meskalin und LSD. Dies stand im engen Zusammenhang mit der Verhörungszentrale Camp King, ebenfalls im Westen Deutschlands.

In Camp King im Taunus wurden zunächst prominente deutsche Kriegsgefangene verhört, ab 1948 sowjetische „Spione“. Auch Beecher war daran beteiligt, an den Menschenexperimenten mit Drogen im Rahmen dieser Verhöre, arbeitetet mit dem an Menschenversuchen in Konzentrationslagern beteiligten ehemaligen “Generalarzt” Walter P. Schreiber zusammen. Auch ein anderer “Nazi-Arzt”, Richard Kuhn (ein Nobelpreisträger), unterstützte die US-Amerikaner dabei, durch die Entwicklung chemischer Substanzen, die vor allem im Camp King bei sowjetischen Gefangenen eingesetzt wurden. Die CIA führte Ende der 1940er, Anfang der 1950er, verschiedene Programme durch, nach einander die Operationen „Bluebird“, “Artichoke”, „MKUltra”, in denen die Nutzung von Drogen wie LSD für Bewusstseinskontrolle und ähnliche Zwecke untersucht wurde…etwa durch das Verabreichen dieser Mittel an unfreiwillige Personen. Und ehemalige Nazi-“Mediziner” waren mit dabei.

Auch Kurt Blome, Arzt und Wissenschafter, NS-Funktionär (u.a. Vize-Gesundheitsminister), führte in der NS-Zeit Menschenversuche zur biologischen Kriegsführung durch, an Gefangenen in Auschwitz mit Krankheitserregern, Euthanasie; er führte Dokumentationen darüber. Im März 45 flüchtete er aus Posen vor der Roten Armee, im Mai 45 wurde er in München von USA-Kräften verhaftet. In Kransberg interniert, wurde er ’47 im Ärzteprozess freigesprochen, auch entnazifiziert. Dafür hat er Infos über biologische und chemische Kriegsführung an die Amerikaner weitergegeben, wurde im Rahmen von “National Interest”/ “Project 63” engagiert, einem der Nachfolge-Programme von “Operation Paperclip”, arbeitete im Nachkriegs-Deutschland und dann für die USA-Armee in Fort Detrick in Maryland, wo u.a. das United States Army Medical Research Institute of Infectious Diseases (USAMRIID) beheimatet ist. Von den 1940ern bis weit in die 1970er hinein wurden dort biologische Waffen entwickelt und getestet. Das durften eben auch ehemalige Nazi-Forscher wie Kurt Blome, Samuel Rascher7), Walter Schreiber dort tun.

“MK-ULTRA” war ein geheimes Programm der CIA8 von Anfang der 1950er bis Anfang der 1970er, zur Entwicklung und Testung biologischer und chemischer Mittel (darunter LSD) als Kampfstoffe und Verhörhilfen, die über Bewusstseinskontrolle und Gehirnwäsche wirken sollten.9 Geleitet wurde MK-ULTRA die längste Zeit vom jüdischen Chemiker Sidney Gottlieb (Scheider), eingespannt waren einige rekrutierte Ex-Nazis (als “Berater”,…). Gottliebs eigenes Forschungsgebiet waren tödliche Gifte, die gegen unliebsame (USA-Interessen zuwider handelnden) Politiker in “Dritte-Welt-Staaten” eingesetzt werden sollten, wie Fidel Castro (Cuba), Patrice Lumumba (Congo), Abdelkarim Qassem (Irak)10 Die Ambivalenz des Rausches, sein Einsatz in der chemischen Kriegsführung… Es heisst, die CIA bezog das LSD für MKULTRA nicht von Sandoz, sondern vom amerikanischen Pharmakonzern Eli Lilly, der es extra (und nur) dafür herstellte.

Mit Wissen von bzw unter dem Dach der USA-Regierung wurden Menschenversuche durchgeführt, bei denen zufällige sowie ahnungslose Testpersonen, darunter auch CIA-Agenten und andere Staatsbedienstete, unter den unfreiwilligen Einfluss von Halluzinogenen wie LSD gesetzt wurden. Die Experimente wurden u.a. in Krankenhäusern, Gefängnissen, Kasernen, Universitäten, durchgeführt. Viele Versuchspersonen trugen dabei schwerste körperliche und psychische Schäden davon, bis hin zum Tod. Zu den Todesopfern gehören der Soldat James Thornwell (der an den Spätfolgen von unfrewilliger LSD-Verabreichung starb), der Psychiatrie-Patient Harold Blauer11 und Frank Olson.

Der Wissenschaftler Olson war im USA-MiIitär mit bakteriologischer Kriegsführung befasst, hatte im 1952 begonnenen “Projekt Artischocke” gearbeitet, kam dabei “in die Nähe” des MKULTRA-Programms, wurde selbst zu einem Versuchsobjekt darin. Olson, der also Täter und Opfer war, hat dabei anscheinend ohne sein Wissen LSD verabreicht bekommen. Er starb 1953 durch einen Sturz aus einem Hotelfenster in New York, nahm sich wohl das Leben, als Folge dieser Versuche. Sein Sohn Eric Olson führte Recherchen dazu durch. Die meisten Unterlagen zu dem Projekt wurden 1972 unter dem damaligen CIA-Direktor Richard Helms vorsätzlich vernichtet. Helms war bis zu seiner Berufung zum CIA-Direktor der maßgebliche Verantwortliche für MKULTRA innerhalb der CIA. Der spätere Verteidigungsminister Donald Rumsfeld (“altes Europa”…) war für die Vertuschung im Olson-Fall mit-verantwortlich. 1975 wurde von der USA-Regierung eine Untersuchungskommission zu CIA-Aktivitäten innerhalb der USA eingesetzt, sie war dem damaligen Vizepräsidenten Nelson Rockefeller untergeordnet. Die Rockefeller-Kommission gestand die Existenz von MKULTRA ein, gestand Schuld der CIA (und von MKULTRA-Projektleiter Sidney Gottlieb) ein, zahlte Schadenersatz an die Familie Olsons.12

Im Rahmen von Project Bluebird war Soldaten des USA-Militärs Ende der 1950er LSD verabreicht worden, mit dem Ziel, aus der Wirkung Rückschlüsse auf den Nutzen des Mittels als Kampfstoff zu gewinnen. Videos von dem Versuch in einer Militäranlage in Maryland zirkulieren heute im Internet.13 Ausgerechnet John Lennon wird der Ausspruch zugeschrieben: “We must always remember to thank the CIA and the Army for LSD. That’s what people forget. … They invented LSD to control people and what they did was give us freedom”. Was ja vorne und hinten nicht stimmt. In der Sache kam man bei diesen Experimenten zu dem Schluss, dass die Wirkung von LSD zu vielseitig und unkontrollierbar sei, um aus ihr praktischen Nutzen für die Verwendung als Kampfmittel oder Wahrheitsserum zu ziehen.

LSD hat Ähnlichkeiten und eine Kreuztoleranz mit anderen Psychdelika/Halluzinogenen. Nicht zuletzt mit Meskalin, dem Alkaloid/Wirkstoff des Peyote(l)-Kaktus (Lophophora williamsii) in Mexiko. Meskalin wurde von den Azteken (Nahua) verwendet, was von den Spaniern bekämpft wurde, auch wegen der kultischen Bedeutung des Konsums. Nach Nordamerika bzw die USA kam Peyote/Meskalin im späten 19. Jh. Auch Meskalin wurde erstmals in Deutschland chemisch isoliert, 1896 oder 1897 von Arthur C. Wilhelm Heffter – von diesem stammt anscheinend auch der Name “Meskalin”. Sein Landsmann Louis Lewin erforschte/ananlysierte die Wirkungen des Meskalins. Einem Ernst Späth gelang die Synthetisierung. Der Psychiater Kurt Beringer habilitierte sich 1925 in Heidelberg mit einer Schrift über die Geschichte und Erscheinungsweise des Meskalin-Rausches, die 1927 veröffentlicht wurde.14

Peyote-Kaktus

Der Brite Havelock Ellis hatte bereits Ende des 19. Jh Meskalin probiert und literarisch verarbeitet, nach Europa kam das Mittel aber erst richtig in den 1920ern. Aldous Huxley widmete sich teils wissenschaftlich (aber mit einem anderen Zugang) dem Meskalin, nachdem er es (sowie LSD und Psilocybin) in den 1950ern kennen lernte. Er schrieb darüber die Essays “Die Pforten der Wahrnehmung”15  und “Himmel und Hölle”. Meskalin erhielt er vom erwähnten Humphrey Osmond, LSD erstmals vom amerikanischen “LSD-Pionier” “Al” Hubbard. An seinem Lebensende, 1963, krank mit Kehlkopfkrebs, wünschte er sich eine Injektion von LSD. “LSD, 100 µg, intramuscular”, notierte er seiner Frau, nicht mehr in der Lage zu sprechen. Es heisst, Huxley war der Meinung, dass LSD nur von gewissen “auserwählten” Menschen verwendet werden solle.

Auch Henri Michaux verarbeitete seine Meskalin- (und -LSD-) Erfahrungen literarisch. Dann kamen die Ethnologen an die Reihe, Claude Levi-Strauss (“Traurige Tropen”) oder J. S. Slotkin beschäftigten sich mit Peyote/Meskalin (und seine ursprüngliche Nutzung). Danach waren im Westen (abermals) die Hippies, Bohemiens und Denker an der Reihe mit der Nutzung von Meskalin, Allen Ginsberg oder Jean-Paul Sartre. Der US-Schauspieler David Carradine (der evtl Cherokee-Vorfahren hat) wurde 1974 verhaftet, nachdem er unter Meskalin-Einfluss nackt in der Umgebung von Los Angeles in ein Haus einbrach, sich dabei schwer am Arm schnitt und sein Blut über das Klavier des Hausbesitzers goss. Rituell genutzt wird Meskalin heute angeblich nur noch bei kleineren Indianer-Ethnien in Mittel-Mexiko.

Im Unterschied zum LSD muss man beim Meskalin eine beträchtliche Menge (des in “Buttons” geschnittenen Peyote) einnehmen und einen extrem bitteren Geschmack überwinden. Gefahren sind die selben wie beim LSD. Eine “künstliche Schizophrenie” (irreale Welt, Einbildungen, Sinnestäuschungen), die Himmel wie auch Hölle sein kann. Meskalin wurde spätestens in den 1960ern von LSD überschattet, wie Opium einst von Morphium und dann Heroin oder Coca von Kokain. Natürliche (meist pflanzliche) Mittel wurden überall weit zurückgedrängt, durch Verbote und synthetische Mittel, sind in ausser-westlichen Kulturen noch eher verbreitet. Die Agaven-Spirituose Mezcal (seltener Meskal, Mescal) hat nichts mit Meskalin (Mescaline, Mescalina) zu tun, auch wenn sie ebenfalls aus Mexiko kommt.16

Auch psilocybin- und psilocinhaltige Pilze, zB der Teonanacatlaus, wirken halluzinogen. Psilocybin-Pilze, auch „magic mushrooms“ oder „narrische Schwammerl“ genannt, haben eine dem LSD und dem Meskalin vergleichbare Wirkung.17 Auch hier kann der Rausch zum Horror werden. Der britische Drogenexperte David Nutt sagte, das Verbot von psychoaktiven Pilzen sei „absurd“ und „blödsinnig“. Denn damit könne die Wirkung des Stoffes Psilocybin, der etwa gegen Depressionen eingesetzt werden könnte, nicht erforscht werden. Von Bedeutung auf diesem Gebiet ist Steven Pollock, der Pilzforscher wurde 1981 ermordet. Der amerikanische “Stunt-Journalist” und  Drogenkonsument (v.a. synthetische) Hamilton Morris schrieb über den Mord an Pollock, hinter dem er die Pharmalobby vermutet. Andere natürliche Halluzinogene sind Ergin/ LSA (D-Lysergsäureamid)/ LA-111, das in den Samen verschiedener Windengewächse vorkommt. Etwa in den Prunkwinden (Ipomoea) und ihrer Unterart Ipomoea tricolor. Ololiuqui ist ein ritueller Trank in Mittelamerika, hergestellt aus den (LSA-haltigen) Samen von Trichterwindengewächsen.

LSA/Ergin ist verwandt mit (dem künstlichen) LSD, gehört zur Gruppe der Mutterkornalkaloide, kann als Grundstoff für die Synthese von LSD dienen. Erstmals synthetisch hergestellt wurde es bei Albert Hofmanns Studien mit den Mutterkornalkaloiden Ende der 1930er/ Anfang der 1940er, während der er auch LSD entdeckte.18 Weiters sind manche Sorten von Salbei/Salvia zu nennen, besonders der Salvia divinorum (auch Azteken-Salbei, Götter-Salbei oder Wahrsage-Salbei genannt), mit dem Wirkstoff Salvinorin. Auch Ibogain oder die Liane Banisteriopsis caapi sind natürlich vorkommende schwächere “Verwandte” des LSD. Muskat-Samen wirken psychedelisch und speedig.19

Timothy Leary, Dozent für Psychologie an der Harvard-Universität in Massachusetts, wurde in den 1960ern so etwas wie der LSD-Papst. 1960 studierte er vor Ort rituelle Einnnahmen von Psilocybin-Pilzen bei “Indianern” in Mexiko, im Rahmen eines universitären Forschungsprojekts. Danach begannen er und seine Mitarbeiter (wie Richard Alpert) in Harvard mit Versuchen an sich und Studenten mit diesen Pilzen. Auch wurde ihm gestattet, Experimente an Gefängnisinsassen damit durchzuführen. In dieser Phase entdeckte er LSD, für sich, und begann, es zu “predigen”. 1962 begann die Universität Learys Aktivitäten kritisch zu sehen. Dabei ging es hauptsächlich um Experimente mit LSD, die er mit Studenten durchführte. Aber auch um die “Promotion” generell, die Leary mit dem damals als Medikament gehandelten starken Mittel zukommen liess. Es heisst, dass auch die CIA damals auf ihn aufmerksam wurde. 1963 wurden Leary und sein Mitarbeiter Richard Alpert von Harvard entlassen.

Leary und Alpert zogen zuerst nach Mexiko, um weiter mit Psychedelika experimentieren zu können, wurden dann aber des Landes verwiesen. Sie zogen nach Millbrook im USA-Bundesstaat New York, wo ihnen ein grosses, privates Anwesen zur Verfügung gestellt wurde. Von William Hitchcock, der paradoxerweise (?) ein Verwandter von Andrew Mellon war, Finanzminister der USA 1921 bis 1932, Gründer des Federal Bureau of Narcotics (FBN), der Anti-Drogen-Behörde, die sich nach dem Ende der Alkohol-Prohibition 1933 hauptsächlich im Kampf gegen Cannabis engagierte, unter dem berüchtigten Harry Anslinger.20 Der Aktienhändler “Billy” Hitchcock, einer der Erben des Vermögens von Mellon, unterstützte Leary auch finanziell. Seine Geschwister Peggy und “Tommy” Hitchcock waren auch mit dabei in der International Federation for Internal Freedom (IFIF), die Leary in New York gründete. In dem Anwesen wurden LSD-Experimente fort gesetzt, mit mehr oder weniger wissenschaftlichem Charakter. Für Leary und seine Jünger spielten Grenzen zwischen Drogenforschung, Drogenkonsum, Privatleben, Religion, Politik immer weniger eine Rolle…

1966 wandelte Leary die IFIF, die zeitweise auch als Castalia Foundation firmierte, in die League for Spiritual Discovery um, die er als eine Art Kirche bzw Religionsgemeinschaft sah. Learys enger Weggefährte Richard Alpert trat 1967 vom Judentum zum Hinduismus über und nennt sich seither Ram Dass. Leary vertrat die Ansicht, dass LSD durch die Bewusstseinserweiterung die Menschen und damit auch die Gesellschaft positiv verändern könne und Jedem zugänglich gemacht werden solle. Er hat bei seinen Anpreisungen von LSD schon darauf hingewiesen, dass die psychische Verfassung des Konsumenten, das richtige Setting, die Dosierung wichtig sind, also nicht “unkontrollierten” Konsum empfohlen.21 Viele, die von ihm oder Ken Kesey “inspiriert” wurden, in den 1960ern oder später, übersahen das aber und sahen nur Leary’s “Mantra” “Turn on, tune in, drop out”.

Der wilde, ausser-therapeutische Gebrauch von LSD nahm im Laufe der 1960er in einigen Ländern des Westens überhand, damit kamen auch Zweifel am therapeutischen Wert und an der Legalität des Mittels auf. So stellte Sandoz 1966 die Produktion ein.22 1966 war der LSD-Konsum so weit verbreitet, dass sogar das „Time“-Magazin vor den Gefahren warnte. Dieses hatte zwischen 1954 und 1959 6 positive Berichte über LSD bzw seinen Einsatz in der Psychotherapie veröffentlicht. In der USA wurde es 66 in Kalifornien illegal23, danach auch in anderen Bundesstaaten. 1970, unter Nixon, wurde es das auf nationaler Ebene durch den Controlled Substances Act. In der BRD wurde LSD mit der vierten Betäubungsmittel-Gleichstellungsverordnung 1967 den betäubungsmittelrechtlichen Vorschriften des Opiumgesetzes, dem Vorläufer des heutigen Betäubungsmittelgesetzes (BtMG), unterstellt. Es darf dort seither nur mehr unter strengsten Auflagen, mit Genehmigung der Bundesopiumstelle, zu wissenschaftlichen und therpeutischen Zwecken freigegeben werden. Viele andere Staaten erliessen in dieser Zeit eben solche Gesetze(sänderungen). Auf internationaler Ebene kam LSD 1971 unter die Convention on Psychotropic Substances (Übereinkommen über psychotrope Stoffe) der UN, das Unterzeichnerstaaten dazu verpflichtet, das Mittel zu illegalisieren. In Österreich wurde es auch 1971 verboten.

LSD hatte noch zu legalen Zeiten seinen Weg von der Psychiater-Couch auf die Strasse gefunden, hauptsächlich in die Hippie-Bewegung. Nachdem es mit der psychiatrischen Verwendung um 1967 vorbei war (in einzelnen Kliniken wurde es darüber hinaus noch eine zeitlang geduldet mit Sondergenehmigungen), wurde es noch stärker Teil dieser Subkultur, vor allem in jenem Teil von ihr, in dem nicht politische Veränderungen sondern jene des Bewusstseins der Individuen die Priorität waren. In der Psychotherapie wurde zT auf Psilocybin-Pilze ausgewichen. Und es begannen nun illegale Herstellung und Konsum von LSD  (“Acid”, „Trip“). Der Amerikaner Augustus Owsley „Bear“ Stanley betrieb so ein frühes Untergrund-Labor. Er arbeitete dann als Toningenieur für die Band Grateful Dead, die das Genre des Acid-Rock (kann als Synonym von Psychedelic rock gesehen werden) Ende der 1960er mit-prägte. In der USA und anderswo gab und gibt es die Gross-Produzenten24 und die “kleinen Fische”, Kreise von Leuten mit mehr oder weniger guten chemischen Kenntnissen, die LSD im begrenzten Umfang herstell(t)en und nur regionale Märkte erreich(t)en. Grundstoff zur Synthese des LSD ist Ergotamin-Tatrat, dessen Verfügbarkeit international daher eingeschränkt ist.

Darreichungsform seit dem Weg in den Untergrund sind nicht mehr die Tabletten, sondern hauptsächlich Löschpapier (“Blotter”), auf das gelöstes LSD gegeben wurde und das in “Tickets” (oder “Trips”) zerteilt ist. Die Papierstücke werden unter die Zunge (sublingual) oder auf die Backenschleimhaut (buccal) gelegt, oder auch geschluckt (oral). Seltener bekommt man die Lösung als solche, in Ethanol, sie wird dann auf Würfelzucker getropft oder in „Micros“ genannte Tabletten oder in Gelatinekapseln verarbeitet. Mikrokügelchen/ Micros enthalten viel mehr LSD als Tickets (bis zu 1000 µg), werden in der Regel in einer Flasche mit einem Getränk aufgelöst und von mehreren Leuten getrunken. Geraucht kann LSD nicht werden, da es durch Hitze zerstört wird. Auch das Strecken ist aus chemischen Gründen schwierig. Im Handel sind heute auch LSD-ähnliche Präparate im Umlauf, die aus anderen, ähnlich wirkenden Wirkstoffen bestehen, welche billiger herzustellen und oft (körperlich) gesundheitlich deutlich gefährlicher sind. Typische Lookalike-Substanzen sind Derivate von DOx (zB DOM, DOB) und 2-C-NBOMe. Während LSD praktisch geschmacklos ist weisen diese Präparate oft einen stark bitteren Geschmack auf. Dass Herstellung und Abgabe nicht mehr unter pharmazeutischer und ärztlicher Aufsicht erfolgt, bringt für die Konsumenten eine Reihe von Nachteilen. Abgesehen von dem falschen und gefährlicheren “LSD” fällt die Dosierungs-Sicherheit weg. Gleich aussehende Tickets können eine völlig unterschiedliche Wirkung haben.

Ken(neth) Kesey arbeitete 1959/60 als Pfleger in einem Krankenhaus in Kalifornien, wo im Rahmen eines Teilprojektes vom MKULTRA auch LSD-Experimente durchgeführt wurden. Diese Erfahrungen verarbeitete er in dem Roman “Einer flog über das Kuckucksnest”, der 1962 veröffentlicht wurde, dann zu einem Theaterstück und zu einem Film (1975) umgearbeitet wurde. Kesey war wie Leary davon überzeugt, dass LSD die Menschheit an sich zum Positiven verändern könnte. Zur Zeit, als LSD noch legal war, tingelte er mit einer von ihm gegründeten Hippie-Gruppe, den Merry Pranksters, in einem bunt bemalten Schulbus durch die USA und verteilte (bzw verkaufte) LSD an Interessierte, veranstaltete sogenannte Acid Tests. Bei einigen dieser Happenings traten auch Grateful Dead auf. Die Fahrten der Merry Pranksters wurden vom Autor Tom Wolfe, der zeitweise in dem Bus mitfuhr, in dem Buch “Electric Kool-Aid Acid Test” literarisch verarbeitet. Sie spielten eine Rolle bei der Entstehung der Hippie-Bewegung und auch des Psychedelic Rock. Es heisst, Kesey hat Ende der 60er seinen “Glauben” an das LSD verloren.

Timothy Leary prägte in den 1960ern die Flower Power-Bewegung mit, mit seiner Propagierung von LSD-Gebrauch. Auch unkontrollierte Selbstbehandlungen (etwa in Kommunen) waren eine Folge davon, LSD-Konsum als Mutprobe, oder (für sich/andere) gefährliches Ausflippen, negative Spätfolgen,… 1965 kehrte Leary mit seinen beiden Kindern und einer Freundin von einer Reise nach Mexiko in die USA zurück, bei der Grenzüberquerung wurde im Auto Marihuana gefunden. Leary wurde dafür 1966 (aufgrund des Marihuana Tax Acts) zu 33 Jahren Gefängnis verurteilt, ein Urteil gegen das er berief und das 1969 aufgehoben wurde. Leary gründete 1966 (10 Tage nach dem LSD in Kalifornien illegal wurde) in seinem Anwesen in Millbrook eine eigene Kirche / Religionsgemeinschaft, die Brotherhood of Eternal Love, die sich natürlich um LSD drehte. Zu ihm und seinen Kreis stiessen immer wieder neue Anhänger, die sich bei seinen Aktivitäten einbringen wollten. In diesem Jahr (oder 67) zerschlug das FBI das Treiben in Millbrook, Leary und sein “Tross” zogen nach Laguna Beach in Kalifornien.

Er lernte dort neue Leute kennen, darunter auch welche aus Hollywood. Leary und die “Brüderschaft” eröffneten in Laguna Beach einen Hippie-“Zubehör”-Shop, verlegten sich dann aber auf Drogen dealen. Zunächst Cannabis, von Mexiko und von Afghanistan. Dann begann der Kreis um Leary mit der Herstellung und dem Vertrieb von LSD. Von Owsley Stanley in San Francisco hergestelltes LSD wurde verkauft, bis dieser ’67 verhaftet wurde. Die Brotherhood heuerte Stanleys Assistenten “Tim” Scully und “Nick” Sand an. So begann die LSD-Herstellung der Brotherhood of Eternal Love, u.a. in Untergrund-Laboren in St. Louis, der Vertrieb erfolgte u.a. durch die Hell’s Angels. Man brachte LSD als “Sunshine Explosion”, “Sunshine Acid” (1968), “Orange Sunshine Express” (1969) oder “Orange Sunshine” heraus, die sich weltweit verbreiteten.

1969 starb John Griggs aus dem Leary-Umfeld an einer Überdosis PCP, “Chefkoch” Scully verliess die Brotherhood, und diese war zunehmend mit den Gesetzeshütern im Konflikt. In dieser Phase tauchte ein Ronald Stark bei der Gruppe auf, eine geheimnisvolle Person. Der Name war möglicherweise nicht sein wirklicher und er soll Verbindungen zur CIA gehabt haben. Er wurde Chefchemiker der Brotherhood, bis Anfang der 70er, aber auch ihr Banker bzw Buchhalter. Leary wurde 1970 wegen zwei Marihuana-Joints in seinem Auto (1968) zu zehn Jahren Gefängnis verurteilt, hinzu kamen weitere 10 Jahre für das Vergehen von 1965. In diesem Jahr wollte Leary eigentlich bei der Gouverneurs-Wahl in Kalifornien kandidieren, gegen Amtsinhaber Reagan.

Den LSD-Anhängern zufolge könne das Mittel der Menschheit zu einer friedlicheren Zusammenleben verhelfen. Aber auch seine Verwendung in der Manson Family stellt das in Frage. Charles Manson selbst nahm bei “LSD-Orgien” in seiner Kommune weniger oder nichts, um die Kontrolle zu behalten, setzte es gewissermaßen zur “Gehirnwäsche” ein, wie auch die CIA. Auch Mansons Auffassung von “freier Liebe” und seine Vernichtungs-Unterstellungen gegenüber den Afro-Amerikanern sagen einiges darüber aus, was alles unter “Flower Power” lief. Im Sommer 1969, als die Brotherhood of Eternal Love Millionen Dosen LSD in der USA und andernorts verkaufte, töteten Mitglieder der “Familie” 5 Leute im Polanski/Tate-Haus in Los Angeles, dort auch ein ungeborenes Kind, sowie davor und danach weitere Menschen. Zumindest am Abend der Tate-Morde nahmen “Tex” Watson und die anderen Mörder kein LSD, sondern Kokain und andere Aufputschmittel.

Ihre Opfer in diesem Haus haben ebenfalls harte und weiche Drogen genommen, mehr oder weniger dieselben wie ihre Mörder (von LSD bis Koks). Und, während des Prozesses gegen die “Manson-Familie” 1970/71 spielte LSD auch eine Rolle. Ein Ex-Mitglied der Familie, Barbara Hoyt, sollte dort als Zeugin aussagen. Die nicht inhaftierten “Familien”-Mitglieder um Lynnette Fromme luden sie in dieser Situation zu einer Reise nach Hawaii ein. Dort liess man sie einen mit LSD gespickten Hamburger essen, mischte man ihr “Acid” ins Essen… Hoyt überlebte (siehe dazu auch unten). Der “Angriff” überzeugte Hoyt dann, im Prozess auszusagen.

Leary wurde noch 1970 von den linksradikalen Weatherman aus dem Gefängis befreit, flüchtete ins Ausland, nach Algerien, wo er bei den (ebenfalls aus der USA) exilierten Black Panthers Unterschlupf fand. Von dort reiste er dann in die Schweiz, die ihm zwar kein politisches Asyl gewährte, aber auch (1971) einen Auslieferungsantrag der US-amerikanischen Behörden ablehnte und ihn nach 1 Monat aus der Haft entliess. In der Schweiz wurde er u. a. von Sergius Golowin unterstützt, lernte eine neue Frau kennen – und traf sich mit LSD-Erfinder Albert Hofmann. Die beiden “Schlüsselfiguren der LSD-Geschichte” (Schmidbauer/vom Scheidt), der Bürgerliche und der Freak, begegneten sich zwei Mal, 1971 und 1972. Hofmann schrieb in seinen Lebenserinnerungen über die Treffen (Leary sei “…durchdrungen vom Glauben an die Wunderwirkungen der psychedelischen Drogen und dem daraus resultierenden Optimismus…”). Albert Hofmann war gegen das Verständnis von LSD wie es Leary propagierte. Er setzte sich für eine kontrollierte Verwendung unter wissenschaftlicher Aufsicht ein. Dies hat er auch in seinem 1979 veröffentlichtem Buch “LSD – Mein Sorgenkind“ formuliert. Seinen letzten “Trip” soll Hofmann 1972 mit Ernst Jünger unternommen haben. Hofmann starb 08.

Während dessen bezeichnete USA-Präsident Richard Nixon Leary als den “gefährlichsten Mann Amerikas”. Und, 1972 wurde die Brotherhood in der USA in Learys Abwesenheit von den Behörden auseinander genommen, und viele Mitglieder verhaftet. Nach kurzen Aufenthalten in Wien und Beirut reiste Leary weiter nach Afghanistan. Dort wurde er auf US-amerikanischen Druck hin verhaftet und in die USA ausgeliefert, 1972 oder 1973. Im Folsom-Gefängnis in Kalifornien hatte er eine Zelle neben jener von Charles Manson, und die Beiden konnten sich nicht sehen, aber miteinander reden. Natürlich ging es um LSD, und Manson bekräftigte, dass er es als ein Mittel zur Kontrolle von Menschen sah… Leary wurde u.a. für seinen Drogenhandel verurteilt; 1976 wurde er, im Geist der 70er, von Kaliforniens Gouverneur Edmund “Jerry” Brown (Reagans Nachfolger) begnadigt. Er beschäftigte sich danach mit Weltraum-Fahrt, Computertechnik, Esoterik und religiösen Themen, schrieb einen SF-Roman,…wenn man so will, alles Spin-Offs seiner Beschäftigung mit LSD. Daneben hielt er Kontakte zu John Lennon und manchen Hollywood-Akteuren. Er erlebte Reagans “konservative Revolution” der 1980er und zog sich etwas in die innere Emigration zurück. Leary starb 1996 im Alter von 75 an Prostatakrebs; 1997 wurden sieben Gramm der Asche seines Körpers und Überreste von 24 anderen Personen darunter Star Trek-Schöpfer Gene Roddenberry in den Weltraum geschossen.

LSD wurde im Westen (oder anderswo) keine in die Gesellschaft integrierte Droge (wie Alkohol), auch kein akzeptiertes Mittel zur Erleuchtung, wie es Leary angestrebt hatte. Schmidbauer/vom Scheidt25 weisen darauf hin, dass LSD eine gegenläufige Entwicklung durchlief als viele andere Drogen die aus einem religiösen Kontext herausgelöst wurden – es bekam in der (bzw durch die) 1960er-Subkultur eine quasi-religiöse Bedeutung, die es in den letzten Jahren aber weitgehend verloren hat. Und, manche Experten sehen in Learys Aktivitäten die Schuld für die Diskreditierung von LSD und anderen psychedelischen Drogen in Psychiatrie und Wissenschaft. Die Forschung dazu war durch die Verbote weltweit zum Erliegen gekommen.

Psychiater wie Oscar Janiger haben in den 1950ern und 1960ern den Einfluss von LSD auf die Kreativität durch Einfluss untersucht. Seither ist unter LSD-Einfluss viel an Kunst entstanden und LSD in der Kunst oft thematisiert worden. Es begann mit den “Happenings” von Ken Kesey und seinen Merry Pranksters, mit von Leary organisierten psychedelischen Slide shows in städtischen Kinos, der Blotter Art eines Mark McCloud oder Thomas Lyttle. “The Company of Us,” abgekürzt zu USCO, war ein Künstler-Kollektiv der 1960er, mit Gerd Stern oder Stan VanDerBeek. 1966, kurz vor der Illegalisierung von LSD, veranstalteten sie im New Yorker Riverside Museum eine Show mit Licht-Gärten, Klanglandschaften,… Das “LIFE”-Magazin widmete dem damals eine Titelgeschichte.

“Life” 9. 9. 1966

Musikgruppen wie die Beatles beeinflussten ihre Arbeit durch erlebte Erfahrungen mit LSD, die wiederum als “Soundtrack” für solche Erfahrungen ihres Publikums diensen. Der Song “Lucy in the Sky with Diamonds” (LP “Sgt. Pepper’s Lonely Hearts Club Band”, 1967) wird häufig mit LSD in Zusammenhang gebracht, wobei Lennon diesen immer bestritt und eine Inspiration durch Lewis Carroll’s “Alice in Wonderland” behauptete. Die Lieder “She Said She Said”26 und “Tomorrow never knows” sowie “Strawberry Fields Forever” sollen von LSD-Trips handeln. Die Rolling Stones und Freunde hielten 1967 in Redland in Sussex eine Party mit LSD und Anderem ab, die von der Polizei gestört wurde. Auch Beach Boy Brian Wilson hat gelegentlich LSD genommen.

Ende der 1960er entstand wie gesagt Psychedelic rock oder Acid rock, wobei zweiteres als “extremeres” Sub-Genre des ersteren gesehen werden kann. Vertreter waren/sind Grateful Dead27, Jefferson Airplane, Jimi Hendrix, Pink Floyd,… Auch hier waren/sind Referenzen auf das Mittel im Text meist kryptisch. LSD spielte beim Woodstock-Festival 1969 beim Publikum und bei Künstlern eine Rolle, und tut es seither bei vielen solchen Veranstaltungen. Mike Oldfield hat in seiner frühen Zeit in den 1970ern angeblich LSD verwendet, möglicherweise “Tubular bells” unter dessen Einfluss komponiert/eingespielt. Einer der stärksten expliziten Drogensongs handelt vom Meskalin, “Happy Nightmare” von der niederländischen Band Focus.28

Der erste Hollywood-Film, in dem LSD eine wichtige Rolle spielte, war “The Trip” aus 1967, mit Peter Fonda und Dennis Hopper, geschrieben von Jack Nicholson. Diese 3 wirkten ja auch in dem 1969 veröffentlichten Film “Easy Rider” mit, in dem es gegen Ende einen genial dargestellten LSD-Trip auf einem Friedhof in New Orleans gibt. In den Musical-Verfilmungen “Tommy” (1975) und “Hair” (1978) wird (u.a.) LSD konsumiert, eben so in “Apocalypse Now” (1979), “Dazed and Confused” (1993), “The Acid House” (1998), “Contact High” (2009) oder “Magic Trip” (2011). In “Pink Floyd-The Wall” (1982) kommt das Mittel nicht direkt vor, das zu Grunde liegende Album wird aber gerne als unter LSD-Einfluss entstanden gesehen, und als zu dessen Einnahme animierend. Im Tatsachen-Film “Im Namen des Vaters” wird ein in LSD getauchtes Puzzle erwähnt, das ins Gefängnis geschmuggelt wird.

In “The Big Lebowski” (1998) wird der “Dude”, ein passionierter Drogen-Konsument, vom Film-Produzenten Treehorn mit einer Droge “ausser Gefecht” gesetzt; der folgenden “Traum”-Sequenz zufolge war das LSD, zumal dazu “Just Dropped In (To See What Condition My Condition Was In)” von Kenny Rogers (1968) läuft, in dem es ebenfalls andeutungsweise und gerüchteweise um das Mittel geht. Hunter Thompson hat viele Drogen genommen, seine Räusche literarisch verabeitet, in 1997 verfilmten “Fear and Loathing in Las Vegas” unter anderen auch LSD und Meskalin. In der Zeichentrickserie “Die Simpsons” kommt LSD in einigen Folgen vor, auch in “South Park”, dessen Macher 2000 in Frauenkleidern und angeblich unter Wirkung des Mittels zur Oscar-Verleihung kamen.

Ernst Jünger unter-nahm zusammen mit Albert Hofmann mehrere Trips, wie dieser auch in seinem “Sorgenkind”-Buch wiedergab. Jünger nahm neben LSD auch Kokain, Opium, Meskalin, Cannabis, Äther, Psilocybin. Der Roman “Besuch auf Godenholm” (1952) ist von den Experimenten mit LSD und Meskalin beeinflusst. In “Annäherungen” (1970) widmet er sich dem Thema Drogen und Rausch ohne erfundene Handlung. In seinem “Heliopolis” (1949) spielen Drogen ja auch eine Rolle. Der britische Autor Robert Graves nahm LSD, empfahl es auch Anderen. Zu den Malern/Grafikern für die LSD eine Rolle spielt(e), gehören Robert Mapplethorpe und Will Burtin.

Auch Kreativität im naturwissenschaftlichen Bereich kann durch LSD gefördert werden. Das Silicon Valley in Kalifornien wurde ab den 1960ern bedeutendster Standort der Computer- und High Tech-Industrie. Bei vielen Entwicklungen dort soll LSD eine Rolle gespielt haben, auch bei der Entstehung des IT. Steve Jobs hat über “Bill” Gates mal gesagt: “He’d be a broader guy if he had dropped acid once.” Douglas Engelbart war bei technischen Problemlösungen wie der Erfindung der Computer-Maus und der Copy & Paste-Technik von LSD inspiriert, heisst es. Der US-amerikanische Biochemiker Kary Mullis hat angegeben, während seines Studiums in Berkeley oft LSD genommen zu haben, und dass es ihm bei wissenschaftlichen Problemlösungen half; ob es ihm auch bei der Entwicklung der Polymerase-Kettenreaktion half (wofür er 1993 den Chemie-Nobelpreis bekam), sei dahin gestellt. Der amerikanische Biophysiker/-chemiker Gerald Oster nutzte seine Photochemie-Entdeckungen und LSD, um eine Kunst-Karriere einzuschlagen, verbrachte seinen Lebensabend in Haiti. Bei Francis Crick, einem Mit-Entdecker der Struktur der DNS (1953), kam nach dem Tod die Behauptung auf, Crick hätte die Entdeckung im LSD-Rausch gemacht.29

Was Horrortrips betrifft, diese sind von Set (psychische Verfassung des Konsumenten) und Setting (die jeweilige Umgebung, in der der Trip durchgeführt wird) bedingt. Manche LSD-Konsumenten vertrauen einem Tripsitter, der nüchtern bleibt und der gegebenenfalls eingreift – eine Supervisison, wie bei der psychotherapeutischen Verwendung von LSD. Etwa durch beruhigendes Einreden (talk down). Medikamente zum Mildern bzw Abbrechen bei halluzinogenen Horror-Trips (v.a. auf LSD) sind in erster Linie Benzodiazepine, bevorzugt Diazepam (“Valium”) oder Lorazepam (“Tavor”).30 Ein Gegenmittel sind auch Neuroleptika/ Antipsychotika, etwa Haloperidol (“Haldol”) oder Chlorpromazin („Thorazine“, “Megaphen”, “Largactil“); es heisst aber, dass sie das Erleben gegebenenfalls auch noch verstärken können. Schliesslich sind hier auch, weniger bekannt, hochpotente Opioide eine Option. Manche Sachkundige meinen, das man nur im äussersten Notfall zu diesen Mitteln greifen sollte, weil es für die Verarbeitung des Trips und seines Horrors besser sei, ihn in seiner “Negativität” durchzustehen und das Erlebte in sein nüchternes Bewusstsein zu integrieren bzw es da zu verarbeiten – anstatt den Trip abzubrechen. Es heisst, in Kulturen in denen Halluzinogene wie Meskalin integriert sind, werden “Horrortrips” als wichtige tiefenpsychologische bzw mystische Erfahrungen willkommen.

Es gibt aber Konsumenten von LSD und anderen Halluzinogenen, bei denen Angst und ihre körperlichen Symptome ein sehr hohes Maß erreichen und/oder die für sich oder Andere eine Gefahr darstellen. Der Filmregisseur James Toback nahm als Harvard-Student 1964, als LSD legal war, eine massive Überdosis des Mittels – weil er nicht auf den Eintritt der Wirkung warten wllte, der etwa eine halbe Stunde dauert, legte er nach der Einnahme des ersten beträufelten Zuckerwürfels noch und noch nach. Er blieb nach seinen Angaben für etwa eine Woche unter LSD-Einfluss, nach ein paar Tagen sei der Spass zu Ende gewesen, begann die Qual, die Angst dass der Zustand niemals enden würde. Er dachte an Selbstmord, suchte aber schliesslich Hilfe, beim Psychiater Max Rinkel. Der verabreichte ihm ein “Gegengift”, eine Combo aus den Neuroleptika Chlorpromazin, Trifluoperazin und Thioridazin, sowie Morphin. Die Mischung war riskant (und wahrscheinlich hätten schon ein oder zwei Bestandteile gereicht), aber sie half schliesslich. Toback sagt, er hat infolge dieses Trips jede Angst vor dem Tod verloren. Die Erfahrung hat er in “Harvard Man” verarbeitet.

Manche LSD-Konsumenten sagen auch, dass die Einnahme von einer geringen Menge (des verwandten) Cannabis den Trip “sanfter” und “klarer” machen würde, dass man sich so “runterrauchen” könne. Ein Joint kann einen Trip aber auch verstärken. Auch Vitamin C soll die halluzinogene Wirkung dämpfen, vielleicht aber auch nur als Placebo.

Gibt es Todesfälle infolge von LSD, kann man davon sterben? Ein gewisser Bezug dazu ist bei Trips durch die Reise in seelische Abgründe, das Erforschen anderer Welten und bei schlechten Trips durch Todesängste, gegeben. Grof hat gesagt, bei Trips das Gefühl gehabt zu haben, sich in Regionen jenseits des Todes aufzuhalten. Und durch die Verwendung durch Sterbenskranke. Dann gibt es die Gefahr bzw die Fälle von Selbst- oder Fremdgefährdung, im Grössen- oder Verfolgungswahn. Siehe Frank Olson oder James Toback fast. Es gibt aber keine bestätigten Vorfälle über eine tödliche Überdosierung. Der kanadische Psychiater Stanley Barron berichtete von einem Dealer, der 40 000 Mikrogramm LSD ver-schluckte, weil er eine Polizeikontrolle fürchtete, er er-lebte und über-lebte einen 3-Tages-Rausch/Psychose. LSD kann Herzprobleme verstärken. Ein Richard Alfredo in der USA starb 1990 mit 61 an Herzproblem; Gerüchte dass “nachgeholfen” wurde, führten zu einer Autopsie. Die Lebensgefährtin soll ihn mit LSD “vergiftet” haben, es in ein Gelatine-Dessert (der Marke “Jell-O”, der Fall wurde unter dem Namen bekannt), wurde ’92 dafür verurteilt. Nach einer Wiederaufnahme wurde sie 99 frei gesprochen > die Autopsie auf LSD-Rückstände sei fehlerhaft gewesen, ausserdem wurde von der Verteidigung in Frage gestellt, ob LSD wirklich Herzprobleme tödlich „verstärken“ kann. Der Todesfall ist aber nicht zu 100% geklärt.

Der Wrba-Hof in Wien

Im April 95 gab es in Wien einen Todesfall unter LSD-Einfluss, in “Wiener/Basta” brachte Thomas Köpf im Juni 1995 darüber eine Reportage. Helmut V. (17) und 2 Freunde kauften im Stadtpark LSD, auf buntes Papier getropft, für alle war es das erste Mal. Am Heimweg in den 10. Bezirk nahmen die Freunde das Mittel ein. Helmut hatte Probleme; als die Wirkung bei ihm anflutete, war sie schon von Unruhe und Angst dominiert. Im Karl-Wrba-Hof am Wienerberg in Favoriten (der Hof mit dem futuristisch anmutenden Terrassenbau) war die Wohnung von Helmuts Familie sowie ein Jugendzentrum. Weitere Freunde kamen. Anscheinend war von den 3 nur der Eine auf Horror. Die Freunde und eine Sozialarbeiterin versuchten ihn heraus zu holen. Jemand verabreichte ihm das Schlafmittel “Rohypnol”, ein Benzodiazepin – während sich die Sozialarbeiterin mit der Drogen-Beratungsstelle “Ganslwirt” telefonisch beriet. Helmut wurde ruhiger, ging mit ein paar Freunden in ein Auto und schlafen. Und wachte nicht mehr auf. Möglicherweise ist er aufgrund der muskel-relaxierenden Wirkung des “Rohypnol” an seiner Zunge erstickt. Weitere Details oder Erkenntnisse sind mir nicht bekannt.

1962 wurde auf Initiative der CIA ein Tier-Versuch durchgeführt, von einem Dr. West an der University of Oklahoma; einem Elefanten (“Tusko” genannt) wurden 297 mg LSD injiziert, man wollte den Einfluss auf sein Verhalten studieren. Der Elefant wand sich bald unter Krämpfen, bekam daher ein Beruhigungs- und dann ein Schlafmittel injiziert – und starb. Es ist (auch hier) fraglich, ob LSD für den Tod verantwortlich war, oder eher die “Downer”. Albert Hofmann erfuhr von dem Versuch und kommentierte ihn inhaltlich; er war einverstanden mit solchen Experimenten. Auch mit Delphinen oder Spinnen wurden solche durchgeführt. Viele Tiere sind nach hohen LSD-Dosen an Lungenversagen gestorben.

War es Missbrauch von LSD (Leary, die Hippies,…), der zum Verbot von LSD geführt hat? Dadurch wurden jedenfalls auch Medizin und Wissenschaft des LSDs “beraubt”. David Nutt meinte, dass LSD aufgrund von in den 1950ern und 1960ern durchgeführten Experimenten, als hilfreich bei der Behandlung von vielen Krankheitsbildern anzusehen sei, insbesondere der Behandlung von Alkoholismus. In manchen Ländern geben Behörden vereinzelte Zulassungen für die Forschung mit und Verwendung der Substanz. Und, möglicherweise geschieht hier eine “Trendumkehr“. Einige Organisationen, wie die Albert Hofmann Foundation oder das Heffter Research Institut, setzen sich für die medizinische Verwendung von LSD ein. 2007 wurde dem Schweizer Psychotherapeut Peter Gasser bewilligt, eine Studie zur psychotherapeutischen Behandlung mit LSD von Patienten, die Krebs im Endstadium haben, durchzuführen. In der Paleativmedizin könnte LSD auch gegen Schmerzen helfen, vor allem aber soll es eine Veränderung der Einstellung zum Tod (und zum Leben) bewirken können, eine Versöhnung mit der Todesaussicht. LSD und verwandte Mittel, wie Psilocybin-Pilze, werden, dort wo es möglich ist, auch gegen Cluster-Kopfschmerzen, Süchte, Ängste,… eingesetzt bzw die diesbezügliche Wirkung erforscht, wie bei einem Projekt an der Hopkins-Uni in Baltimore. Aber die legitime medizinische Verwendung von LSD ist noch nicht anerkannt. Und der Weg zu einem Comeback in der Psychotherapie noch ein langer.

Jedenfalls ist nur ein schmaler Grat zwischen der medizinischen Verwendung (besonders der psychotherapeutischen) und jener aus spirituellen oder hedonistischen Motiven, so eindeutig lässt sich das nicht trennen. Damit müssen sich Befürworter, Skeptiker, Gegner auseinandersetzen. Die Wirkung des LSD, die einem Krebspatienten neue Horizonte eröffnen lässt, ist im Grunde die selbe, die auch ein Gesunder schätzt und brauchen kann… Der eine sieht den Trip als Abenteuer, eine andere braucht ihn als Medizin, manche sehen ihn als “Sakrament”. Beim jährlichen “Burning Man”-Wüstenfestival in Nevada wird man vorwiegend LSD-Konsumenten der ersten Kategorie antreffen, aber auch jene die (auch) spirituelle Aspekte darin sehen. Auch bei Opiaten oder Aufputschmitteln gibt es diese unscharfen Grenzen zwischen Gebrauch und Missbrauch.

 

Literatur und Links

Albert Hofmann: LSD – mein Sorgenkind (1979)

Mathias Bröckers, Roger Liggenstorfer: Albert Hofmann und die Entdeckung des LSD. Auf dem Weg nach Eleusis (2006)

Stanislav Grof: Topographie des Unbewussten (1975)

Günter Amendt: Die Legende vom LSD (2008)

Timothy Leary: Politik der Ekstase (1970). Seine Autobiografie

Alexander Fromm: Acid ist fertig. Eine kleine Kulturgeschichte des LSD (2016)

Tom Wolfe: Der Electric Kool-Aid Acid Test (2009)

Ernst Jünger: Annäherungen (1970)

Paul-Philipp Hanske, Benedikt Sarreiter: Neues von der anderen Seite – Die Wiederentdeckung des Psychedelischen (2015)

Carlos Castaneda: Die andere Realität (1972)

Nicholas Schou: Orange Sunshine: The Brotherhood of Eternal Love and Its Quest to Spread Peace, Love, and Acid to the World (2011)

Richard Alpert, Sidney Cohen and Lawrence Schiller: LSD (1966)

Albert Hofmann, R. Gordon Wasson,‎ Carl Ruck: Der Weg nach Eleusis. Das Geheimnis der Mysterien (1995)

Claudio Naranjo: Die Reise zum Ich: Psychotherapie mit heilenden Drogen. Behandlungsprotokolle (1987)

David Nichols: A Scientist Reflects on the Discovery and Future of LSD (1995). Essay

Egmont Koch, Michael Wech: Deckname Artischocke. Die geheimen Menschenversuche der CIA (2003)

Aldous Huxley: Die Pforten der Wahrnehmung (1954), Himmel und Hölle (1956)

Martin Lee und Bruce Schlain: Acid Dreams: the Complete Social History of LSD, the CIA, the Sixties and Beyond (1985; ursprünglicher Titel: Acid Dreams: The CIA, LSD, and the Sixties Rebellion)

Tom Shroder: LSD, Ecstasy, and the Power to Heal (2014)

Stanislav Grof: LSD-Psychotherapie (2000)

J. Harold Ellens,Thomas B. Roberts: The Psychedelic Policy Quagmire: Health, Law, Freedom, and Society (2015)

Jay Stevens: Storming Heaven: LSD and the American Dream (1998)

John G. Fuller: The Day of St. Anthony’s Fire (1968); deutsch: Apokalypse 51; über die „Affäre des verfluchten Brotes“

Sidney Cohen: The beyond within: The LSD story (1964)

Jesse Jarnow: Heads: A Biography of Psychedelic America (2016)

Richard Bunce: Social and political sources of drug effects: The case of bad trips on psychedelics. In: E. Zinberg and W. M. Harding (Hg.): Control Over Intoxicant Use: Pharmacological, Psychological, and Social Considerations (1982)

Alexander Shulgin, Ann Shulgin: Tihkal (1997). Darin auch über LSD

Omer C. Stewart: Peyote Religion: A History (1993)

John C. Lilly: The Center of the Cyclone (1972)

Wolfgang Schmidbauer, Jürgen vom Scheidt: Handbuch der Rauschdrogen (1. Auflage 1971)

Claude Levi-Strauss: Traurige Tropen (1960). Über Meskalin

Jeannie Moser: Psychotropen – Eine LSD-Biographie (2013)

Weston La Barre: The Peyote Cult (1976)

Kurt Beringer: Der Meskalinrausch (1927)

J. S. Slotkin: The Peyote Religion (1956)

Magaly Tornay: Zugriffe auf das Ich. Psychoaktive Stoffe und Personenkonzepte in der Schweiz, 1945 bis 1980 (2016)

Constance Newland: Me, myself and I (1962). Angeblich unkritische LSD-Erfahrungsberichte

George K. Aghajanian und Oscar Bing: Persistence of lysergic acid diethylamide in the plasma of human subjects. In: Clinical Pharmacology & Therapeutics, Volume 5, Issue 5, September 1964

Stanley Barron, Paul Lowinger, Eugene Ebner: A clinical examination of chronic LSD use in the community. In: Comprehensive Psychiatry, Volume 11, Issue 1, January 1970

On Acid: LSD and the Sorcerer’s Apprentices

http://realitysandwich.com/177154/mystic_chemist_part_2/

https://belhistory.weebly.com

LSD-Erfahrungsberichte und Tips

https://www.erowid.org/chemicals/lsd/lsd.shtml

Über Ronald Stark

Urban Legends about LSD

www.youtube.com/watch?v=Vdsz2_X3YjE (LSD-Doku)

The Substance: Albert Hofmann’s LSD. Dokumentarfilm 2011

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

  1. Diese These kam erstmals in einer Ausgabe des “Science magazine” 1976, in einem Artikel von Linnda Caporael. Dramatisiert hat Arthur Miller diese Ereignisse ja in „Hexenjagd“ (1953 veröffentlicht)
  2. Hofmanns Dissertation, 1929, galt der Strukturaufklärung des Chitins
  3. Der Schauspieler Jenke von Wilmsdorff in der RTL-Sendung “Das Jenke-Experiment” 2016 bei seinem LSD-Experiment etwa; “Der Spiegel” darüber: “Neben drolligen Erfahrungen … werden … auch die Grenzen zum psychotischen Abgrund gestreift, wenn den Probanden die Paranoia oder die Sentimentalität überkommt.”
  4. Unbesehen von möglichen Erfolgen/Misserfolgen dabei
  5. Der bei seiner Arbeit in Peenemünde und Nordhausen über Zwangsarbeiter verfügen konnte
  6. Zunächst war Dustbin in Paris
  7. Forschung mit Kriegsgefangenen die in eiskalte Badewannen gelegt wurden
  8. Auch das Militär der USA soll daran beteiligt gewesen sein
  9. Die Amerikaner hatten bereits im Korea-Krieg 1950-1953 mit derartigen Mitteln experimentiert, an Kriegsgefangenen aus Nordkorea
  10. Gottlieb soll das Vorbild für den “Dr Strangelove” in Stanley Kubrik’s Film von 1964 gewesen sein
  11. Er kam 1952 aufgrund von Depressionen nach einer Scheidung in ein psychiatrisches Institut in New York, wo mit ihm Versuche mit Meskalin und MDA durchgeführt wurden
  12. Es gab in der Folge noch zwei parlamentarische Untersuchungskommissionen, im Church-Komitee 1977 gaben Vertreter der Behörde zu, dass die Tests kaum einen wissenschaftlichen Sinn hatten und die für die Beaufsichtigung der Experimente eingesetzten Agenten keinerlei wissenschaftliche Qualifikation
  13. Im britischen Militär wurden 1963 oder 1964 ebenfalls LSD an Soldaten getestet: reset.me/video/army-gave-soldiers-lsd-experiment-happened-next-hilarious
  14. Erprobt und beobachtet wurde der Rausch dazu hauptsächlich von Ärzten und Studenten
  15. “The Doors of Perception” > The Doors
  16. Und auch wenn er manchmal mit Peyote-Auszügen hergestellt wurde. Tequila ist eine Sonderform des Mescal. Und der Wurm im Mescal/Tequila hat auch keinen Zhg mit Meskalin/Peyote
  17. George Clooney, US-amerikanischer Schauspieler: “Ich liebte Acid während meiner Collegezeit. Es war eine Flucht. Ich mochte Pilze. Sie waren wie schwächeres Acid”
  18. Dabei war Hofmann wahrscheinlich noch nicht bewusst, dass es erginhaltige Pflanzen gibt, die seit Jahrhunderten genutzt wurden
  19. Synthetische Mittel, die man zu den Halluzinogenen/ Psychedelika zählen kann oder auch nicht, sind Ketamin (gehört eher zu den Dissoziativa) oder PCP (Phencyclidine), das auch nicht so leicht in eine Kategorie passt
  20. Das FBN war eine Vorläufer-Behörde der DEA
  21. “Don’t take LSD unless you are very well prepared, unless you are specifically prepared to go out of your mind. Don’t take it unless you have someone that’s very experienced with you to guide you through it. And don’t take it unless you are ready to have your perspective on yourself and your life radically changed, because you’re gonna be a different person, and you should be ready to face this possibility.”
  22. Es heisst, es wird seither noch in sehr kleiner Menge für Forschung und Anderes hergestellt
  23. Aus Protest dagegen gab es im Jänner 1967 im Golden Gate Park in San Francisco eine grosse Veranstaltung mit Timothy Leary, Autor Allen Ginsberg, der Band Jefferson Airplane,…
  24. So wie William L. Pickard oder Casey Hardison in jüngerer Zeit
  25. Ihr Buch ist eigentlich drogen-pessimistisch
  26. Die Zeile: “Ich weiss wie es ist, tot zu sein” soll von einem LSD-Trip der Beatles mit dem Schauspieler Peter Fonda stammen
  27. Jerry Garcia in einem Interview 1989: “My feelings about LSD are mixed. It’s something that I both fear and that I love at the same time. I never take any psychedelic, have a psychedelic experience, without having that feeling of, ‘I don’t know what’s going to happen.’ In that sense, it’s still fundamentally an enigma and a mystery”
  28. Ansonsten kommt Meskalin in der Populärkultur sehr selten vor, etwa in den Filmen “Blumen ohne Duft” (1970) oder “Even Cowgirls Get the Blues” (1993)
  29. Und, man lese und staune, auch im Sport wurde LSD eingesetzt. Es gibt den Fall des Dock P. Ellis, eines amerikanischen Baseball-Spielers. Ellis spielte 1970 in einem Match seiner Pittsburgh Pirates in der MLB gegen die San Diego Padres einen No-Hitter, liess also keinen gültigen Schlag des Gegners zu – nach eigenen Angaben stand er unter Einfluss von LSD
  30. Auch bei ungünstig verlaufender Speed-Wirkung sowie Speed-Halluziongen-Kombi, wie einem “Candyflip”

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