Tabak

Tabak ist wahrscheinlich die akzeptierteste und verbreitetste Droge auf der Welt, zumal es anders als beim Alkohol hier keine grosse Religionsgemeinschaft gibt, die seinen Anhängern den Konsum (Rauchen) verbietet.1 Wobei, er wird in der Regel nicht als Droge gesehen, sondern als “Genussmittel”. Tabak-/Rauchverbote, die es in zunehmenden Umfang gibt, beziehen sich auf bestimmte Örtlichkeiten (Verkehrsmittel, Lokale,…), nicht den Gebrauch an sich. Kaum eine andere Droge hat “indirekt” (also nicht durch Überdosen sondern durch Folgeerkrankungen) so viele Menschen getötet (bzw diese sich durch den Konsum). Ihre Verbreitung ist engstens mit der europäischen globalen Ausbreitung in der Neuzeit verbunden. Am Ende dieser Kulturgeschichte gibt es einen Österreich-Schwerpunkt.

Die Tabak-Pflanze ist eine Staude, gehört zu den Nachtschattengewächsen, es gibt verschiedene Arten davon. Viele Arten erzeugen in den Wurzeln das Alkaloid Nikotin, das sie in den Blättern einlagern, zur Abwehr von Frassfeinden. Von (wirtschaftlicher,…) Bedeutung sind somit hauptsächlich die Arten Nicotiana tabacum und Nicotiana rustica, von denen es wiederum zahlreiche Sorten gibt und aus deren Blättern Tabakwaren (nicht ganz gleichbedeutend mit Rauchwaren) hergestellt werden. In vielen Teilen Amerikas (den wärmeren) werden getrocknete Tabak-Blätter von den Ureinwohnern (“Indianern”) schon seit Jahrtausenden geraucht, gekaut, seltener ein Auszug in Wasser (Tabakwasser) getrunken.2 Vermutlich geschah der Schritt von der Nutzung des wild gewachsenen Tabaks zur Kultivierung schon vor der europäischen Inbesitznahme Amerikas. Die Indianer rauchten Arten von Zigarren, zusammengerollte Tabakblätter oder (eine Proto-Zigarette) in Maispapier eingerollte, oder aber durch (meist aus Holz hergestellte) Tabak(s)pfeifen. Die indigenen Völker Amerikas haben Tabak meist in sakralen Ritualen konsumiert; das Rauchen der “Friedenspfeife”/ Kalumet/ Chanunpa Wakan3 war eher ein politisches Ritual. Auch wurde Tabak als Heilmittel verwendet.

Von der Existenz der Tabakpflanzen und ihrer Verwendung erfuhr man in Europa infolge der Entdeckungsfahrten nach Amerika an der Schwelle vom Mittelalter zur Neuzeit. Bei der ersten Erkundungs-Reise unter Führung von Cristoforo Colombo4, 1492 in spanischem Auftrag, kam Rodrigo de Jerez aus der Besatzung eines der Schiffe auf der dann “San Salvador” genannten Bahamas-Insel5 wahrscheinlich als erster Europäer in den Genuss von Tabak-Rauchen. Er hatte die Taino-“Indianer” beobachtet, wie sie Tabakblätter in Mais- oder Palmen-Blättern rollten, das “Gerät” anzündeten und den Rauch inhalierten. De Jerez wurde Raucher, behielt diese Gewohnheit/ Vorliebe/ Sucht auch zurück in Spanien bei. Er wurde von den Inquisitionsbehörden dafür gefangen genommen, da man sein Rauchen als sündhaft und unheimlich auffasste. Es heisst, als er nach 7 Jahren frei gelassen wurde, war das Rauchen in Spanien bereits akzeptiert und etabliert. Anfangs herrschten in Europa “moralische” Bedenken gegen das “berauschende” Rauchen vor.

Tabakblätter und Tabaksamen wurden von europäischen, zunächst v.a. iberischen, Schiffen, nach Europa gebracht, zunächst vereinzelt, dann plamäßig. Und Tabak breitete sich aus, im 16. Jahrhundert, in die Nachbarländer Portugal (selbst eine aufstrebende Kolonialmacht) und Frankreich, in das Heilige Römische Reich Deutscher Nation, England,… In Europa kannte man zuvor nur das Rauchen von Hanfsamen oder Lavendel. Tabak wurde bald Europäern in verschiedenen Teilen Amerikas, das nun unterworfen wurde (v.a. im zirkum-karibischen Raum) in Plantagen kultiviert, mit “Hilfe” von versklavten und deportierten Afrikanern, und über den Atlantischen Ozean nach Europa verschifft. Es wurde auch mit dem Anbau in Europa begonnen.6 

Und Tabak wurde etwas später auch in europäischen Kolonien anderswo angebaut (v.a. in Asien). Der von den “Indianern” übernommene Tabak trieb den Kolonialismus an, und die damit verbundenen Sklaverei. Der französische Gesandte in Portugal Jean Nicot sorgte für die Einführung des Tabaks (als Heilpflanze) in Frankreich, nach ihm wurde später der lateinische Name der Tabakpflanze gewählt, Nicotiana, und gleichzeitig der wichtigste Inhaltsstoff, Nikotin, benannt. In Europa wurde der Tabak zunächst vorwiegend als Heilpflanze angebaut und verwendet. Man legte Tabakblätter auf offene Wunden, bei Magenbeschwerden sollte der Kranke Tabaksaft trinken,…7

“Walter Raleighs erste Pfeife in England”

Tabak-Rauchen wurde in Folge der europäischen Entdeckung und Unterwerfung Amerikas in der frühen Neuzeit weltweit verbreitet. Die verbreitetsten Arten, Tabak zu konsumieren, waren in der frühen Neuzeit das Rauchen in Pfeifen oder von Zigarren, daneben das Schnupfen und Kauen von anders verarbeitetem Tabak. Das spanische Wort “Cigarro” leitete sich vom Maya-Wort “zicar” ab, das “Tabak” oder “Rauchen“ bedeutet. In dieser Phase wurde in manchen Reichen (etwa in England) zeitweise versucht, das Tabak-Rauchen zu bekämpfen, zu illegalisieren. Der Tabak wurde ein Welterfolg, wie Kartoffeln, Tomaten, Mais, Coca – Pflanzenteile die auch aus Amerika stammen und von Europäern verbreitet wurden. Ein Welterfolg von dem Indianer nichts hatten und den sie nicht wollten, von dem das Ursprungsland (“Amerika”) nichts hatte. Kautabake waren das billigste Tabakprodukt, daher jenes armer Leute, die es gegen Arsen tauschten, das in früheren Jahrhunderten in Europa gekaut wurde.

Nikotin (Nicotin), der (Haupt-) Wirkstoff des Tabak, ist also eigentlich ein natürliches Pestizid/Insektizid.8 Es wurde, unter der Bezeichnung Nicotianin, erstmals 1828 durch den Chemiker Karl L. Reimann und den Mediziner Christian W. Posselt im Rahmen eines Wettbewerbs der Universität Heidelberg isoliert; die Benennung wählten sie wie erwähnt nach Jean Nicot. Die chemische Struktur wurde von Adolf Pinner und Richard Wolffenstein aufgeklärt, ebenfalls in Deutschland, an der Wende vom 19. zum 20. Jh. Mit Aufnahme von Nikotin sind verschiedene schlechte und gute Wirkungen auf die menschliche Gesundheit verbunden. Diese lassen sich schwer vom Rauchen, dem am weitesten verbreiteten Applikationsweg, trennen. Auch, weil der Konsum von Tabak bzw Nikotin über den Verdauungsweg oder die Haut bei weitem nicht so gut erforscht ist. Nikotin bewirkt eine Ausschüttung des Hormons Adrenalin sowie der Neurotransmitter Dopamin und Serotonin – der Nikotin-“Flash” bei der (Wieder-) Aufnahme. Dieser dürfte hauptverantwortlich für das Suchtpotential von Tabakerzeugnissen sein. Eine Stimmungsaufhellung, wie sie 1563 der Schweizer Arzt Conrad Gesner beschrieben hat.9

In der Neuzeit entstanden also hauptsächlich im Karibik-Raum Tabak-Plantagen, bewirtschaftet von versklavten Afrikanern. Auf Anbau und Ernte erfolgt eine Fermentation der Tabakblätter10, dann weitere Verarbeitungsschritte, zB Schneiden der Blätter. So entstanden Zigarren, Pfeifentabak, Kau- und Schnupftabak. Ein Zentrum der Zigarrenproduktion und des Zigarrenhandels wurde die spanische Kolonie Kuba. In den Südstaaten (eigentlich den Südoststaaten) der USA11, die dem zirkumkaribischen Raum zuzurechnen sind, entstanden auch Plantagen. Die Kunst der Zigarren-Herstellung verbreitete sich über britische Seeleute dorthin. Auch im spanischen Hauptland wurden Zigarren gedreht, hauptsächlich in Sevilla, dem Hauptumschlagplatz des spanischen Seehandels. Hauptsächlich Händler aus den Niederlanden (1556 bis 1581 spanisch) haben Zigarren in Europa verkauft. Der Dreissigjährige Krieg (1618-1648) hat die Verbreitung des Rauchens in Europa voran getrieben. 

Aber Tabak und seine Produkte breiteten sich global aus, unter europäischer Kontrolle. Ausser in Amerika wurde Tabak auch in Teilen von Afrika, Asien und Ozeanien angebaut (meist in Zusammenhang mit europäischen Kolonialunternehmen), aber auch in Europa. Prinzipiell wächst Tabak überall dort, wo sich auch Weinreben wohlfühlen, in fruchtbaren trockenen Böden, er bevorzugt warmes Klima. Mitte des 17. Jh haben Hugenotten, die unter dem Kurfürsten von Brandenburg, Friedrich Wilhelm von Hohenzollern, dort angesiedelt wurden, mit dem Tabakanbau begonnen. Es entstanden im HRR Tabak-Anbau, -Verarbeitung, -Handel, auch in Österreich (s.u.). Im (“zweiten”) Deutschen Reich auch in den Kolonien (Schutzgebieten), hauptsächlich in Deutsch-Ostafrika (Tanganjika) und Deutsch-Neuguinea12. Die Obrigkeit in den Reichen duldete den Tabakhandel und das Rauchen, regulierte und besteuerte es. Die fiskalische Bedeutung des Tabakkonsums wurde so hoch, dass er ab dem beginnenden 18. Jh bis kaum noch bekämpft wurde. Als Endabgeber entstanden Tabak-Geschäfte, zum gemeinsamen Konsum entstanden  Rauchzimmer in Lokalen sowie eigene Clubs. Die oft Versammlungsorte von Liberalen wurden.

Im Koran findet sich kein Kommentar von Mohammed über Tabak13, daher ist er im Islam erlaubt. Ein Blick auf das Persien, das unter den Safawiden in der Neuzeit neu entstand. Tabak dürfte dort um 1600 von den Portugiesen eingeführt worden sein.14 Der safawidische Schah Abbās I. (regierte 1588-1629) versuchte zunächst, das Tabak-Rauchen in Persien “auszurotten”, mit harten Strafen, gab später aber nach bzw besteuerte den Handel damit kräftig15. Manche schiitische Geistliche versuchten nachzuweisen, dass Rauchen “haram” (islamisch verboten) sei (da eine unnütze Aktivität), setzten sich aber nicht durch.16

Es entstanden verschiedene Arten von Tabak-Pfeifen, hauptsächlich Copoq und Galyan (Wasserpfeife).17 Diese wurden zu Hause oder in “Kaffeehäusern” benutzt. Polak (s.u.) beschrieb verschiedene Aspekte des Rauchens, die im Persien des 19. Jh noch zu beobachten waren. Etwa das “high” werden durch das Rauchen von Tabak mit hohem Nikotin-Gehalt, der lange in den Atemwegen “gelassen” wurde. Manchmal wurde der Tabak mit Opium oder Haschisch gemischt. Schnupf- und Kautabak wurde teilweise mit Teilen der Meerträubchen-Pflanze oder Teeblättern gemischt. Anfänglich wurde der Tabak importiert (durch europäische Kolonialmächte, die es anderswo anbauen liessen), ab dem 17. Jh dürfte es einen Anbau in Persien gegeben haben.18

Eine vergleichbare Entwicklung (Einführung des Tabaks durch Europäer, Widerstand des Staates dann Besteuerung, Verbreitung und Entstehung einer eigenen Raucher-Kultur samt eigenen Anbau) gab es in den anderen beiden islamischen Reichen der Neuzeit, dem Osmanischen (das ja auch die arabischen bzw arabisierten Länder umfasste) und jenem der Moguln (Indien). Der osmanische Sultan Murad IV. (1623-1640) verbot Tabak neben Alkohol und Kaffee, sein Nachfolger Ibrahim sah eine Möglichkeit, daran zu verdienen. Auch ein Tabak-Anbau entstand. In diesen Reichen wurde Tabak, wie in Europa und Amerika, in früheren Zeiten auch für medizinische Zwecke benutzt. In China hielten noch unter den Ming-Kaisern Tabak- und Opium-Rauchen Einzug, auch hier verdienten europäische Mächte mit. Ein vom letzten Ming-Kaiser erlassenes Tabak-Verbot setzte sich nicht durch. In (bzw auf) Australien war eine Tabak-Sorte heimisch, jedoch dürfte das Rauchen dort durch indonesische Fischer an der Nordküste eingeführt worden sein, nachdem die Niederländer Tabak nach Indonesien (Niederländisch-Indien) gebracht hatten, und als die Briten Australien beherrschten.

Tabak wurde das wertvollste Exportgut der 13 britischen Nordamerika-Kolonien, später der frühen USA19. Es wurde zu Pfeifentabak, Schnupf- und Kautabak, Zigarren verarbeitet, im eigenen Land konsumiert wie auch exportiert. Die USA wurde zu einem wichtigen Anbau- und Produktionsland für Tabak, ist es bis heute. Wenn man so will, hat sich ein Kreis geschlossen, der älteste archäologische Fund im Zusammenhang mit Tabakrauchen stammt von “Indianern” aus dem heutigen Arizona. Thomas Jefferson, einer der Gründungsväter der USA, Präsident 1801–1809, erbte durch seine Heirat eine Tabak-Plantage in Virginia, samt den vielen afrikanisch-stämmigen Sklaven.20 Schwerpunkt des Tabak-Anbaus in der USA blieb der Südosten. Dominierend wurde Ende des 19. Jh, durch den Zusammenschluss mehrerer Produktionsfirmen, die American Tobacco Company. Im Grenzgebiet Kentucky-Tennessee kam es zu Beginn des 20. Jh zu einem Aufstand von “unabhängigen” Tabakpflanzern gegen das Quasi-Monopol der American Tobacco Company, der sich zum Black Patch Tobacco War “auswuchs”. 

Zigaretten wurden zum ersten Mal um 1850 in Zigarrenfabriken in Südspanien aus Tabakresten hergestellt – von Arbeiterinnen der Fabriken in Papier gewickelt und geraucht. Also nicht lange bevor Georges Bizet seine Oper “Carmen” schrieb, die in einer Zigarettenfabrik in Sevilla spielt. Es gab diverse “Vorläufer”. Die Zigarette (“kleine Zigarre”) setzte sich bekanntlich durch, verdrängte Pfeifen, Zigarren, Schnupftabak.21 Wie die Autorin einer unten zitierten Diplomarbeit schreibt, spiegelt die Entwicklung der Art des Tabak-Konsums die allgemeine gesellschaftliche Entwicklung dieser Zeit wieder, von der Pfeife über die handgerollte Zigarre hin zur (industriell produzierten Fertig-) Zigarette, ob das den Zeitaufwand für den Konsum betrifft oder die Produktion der Rauch-/Tabakware. Die (teurere) Zigarre  wurde zum Statussymbol für Macht, Ansehen und Geld. Für Zigaretten muss der Tabak (fein) geschnitten werden, Aromen werden beigemengt, es wird in ein Papier gerollt. In Deutschland dürfte 1861 eine erste Zigarettenfabrik entstanden sein, in Dresden. In den nächsten Jahrzehnten entstanden viele weitere, während Zigarren-Fabriken zusperren mussten. Damit verbunden war auch eine Umstellung von Manufaktur-Betrieben auf auf maschinelle Produktion. Zigaretten wurden in den ersten Jahrzehnten noch hand-gerollt, dann von Maschinen.22

Auch in Ägypten entstand im (späteren) 19. Jh eine Zigaretten-Industrie. Ägypten war ab dem frühen 19. Jh, ab Mohammed Ali, de facto ausserhalb des osmanischen Machtbereichs, nur de jure dem Sultan unterstellt. Somit galt auch das staatliche osmanische Tabakmonopol dort nicht. Viele osmanische Tabakhändler, hauptsächlich ethnische Griechen23 kamen daher nach Ägypten. Am bedeutendsten war Nestor Gianaclis, der um 1870 in Kairo mit seiner Fabrik begann, mit aus Anatolien importiertem Tabak. Die Briten, die gegen Ende dieses Jahrhunderts (inoffiziell) die Oberherrschaft über Ägypten etablierten, förderten den Export ägyptischer Zigaretten (u.a.) nach GB. Griechen in der USA importierten ägyptische Zigarettenmarken wie “Egyptian Deities”. Als 1913 die „Camel“-Zigaretten auf den USA-Markt kamen, waren diese von ihrer Aufmachung (Packung, Werbung) eine Imitation ägyptischer Motive (Kamel bzw Dromedar, Pyramide, Palme, Wüste)… Der Inhalt aber aus amerikanischen Tabaken (v.a. Virgina), der Beginn der “American Blend”.

Nach Persien24 kamen Zigaretten Ende des 19. Jh aus den benachbarten Osmanischen und Russischen Reichen. Bald verdrängten die Glimmstengel (auch hier) grossteils Pfeifen; Mullahs blieben diesen zB treu. Noch vor der Jahrhundertwende wurden Zigaretten auch in Persien hergestellt, aus eigenem Tabak, zunächst manuell. Die Verbreitung des Tabak-Rauchens an sich in der frühen Neuzeit war untrennbar verbunden mit dem Aufkommen des europäischen Kolonialismus, aber dann auch mit jenem des Kapitalismus und der Aufklärung. Das Aufkommen des Zigaretten-Rauchens in der späten Neuzeit wiederum hatte viel mit Industrialisierung und Technisierung zu tun. 

Tabakfeld Niederländisch-Indien (Indonesien)

Im 19. Jh stieg Tabak in Europa zum wichtigsten kolonialen Rohstoff auf. Die Tabakindustrie als solche, mit Zigaretten als Hauptprodukt, mit maschineller Herstellung, und mit US-amerikanischer Dominanz, bildete sich nach dem 1. WK heraus. Die Arbeit der Tabakkonzerne umfasst zT auch Anbau, Kultivierung, Ernte sowie den frühen Verarbeitungsprozess (Trockung, Fermentation), zT wird der “halbfertige” Tabak auch von Zulieferern eingekauft. Virginia-Tabak wurde der dominierende für diese Industrie, verdrängte die Orient-Tabake. Die “Camel”, eine Mischung aus amerikanischem und türkischem Tabak25, wurde ein Marktführer in der USA. Die Marke war wahrscheinlich die erste, die in einer Schachtel mit 20 Zigaretten verpackt und verkauft wurde. 

Richard J. Reynolds, der von Virginia aus den nach ihm benannten Tabak-Konzern aufbaute, der u.a. “Camel” produziert, begann auch 1931 als Erster damit, die Zigaretten in der Box mit Cellophan zu umhüllen, um das Aroma besser zu bewahren. Reynolds Tobacco soll auch damit begonnen haben, Zigaretten-Stangen mit 10 Schachteln zu verkaufen. Was von der (griechisch dominierten) ägyptischen Tabakindustrie noch übrig war, wurde nach dem Umsturz dort 1952 verstaatlicht – ohne Folgen für den globalen Tabakhandel. In den 1950ern kamen manche Marken mit Filter auf den Markt, “Winston” (damals Reynolds Tobacco) dürfte die erste Filterzigarette gewesen sein, in den 1960ern wurden diese dominant. Zum Geschäft mit dem Rauchen gehören auch Streichhölzer26, Aschenbecher, Feuerzeuge, Zigarettenetuis,… Auch in der Sowjetunion entstand eine Tabak-Industrie, mit dem Anbau in den wärmeren Teilen von Russland, Ukraine, Weissrussland, Moldawien, dem Kaukasus und Zentralasien.

Der 1873 gestorbene englische Tabakhändler Philip Morris wurde zum Namensgeber für die 1902 in New York gegründete Philip Morris & Co. Ltd. 1924 brachte Philip Morris die Marke “Marlboro” heraus, (es gab gewisse “Vorläufer”), die sich in den Jahrzehnten nach dem 2. WK in der USA und weltweit zur meistverkauften entwickelte, “Camel”, “Lucky Strike” oder “Chesterfield” verdrängte. Dies fiel mit dem Aufkommen der Gesundheits-Bedenken bezüglich des Rauchens zusammen. In den 1950ern begann Philip Morris, “Marlboro” mit Filtern zu produzieren. Dies half dem Verkauf der Marke nicht, im Gegenteil, Filterzigaretten galten damals gewissermaßen als “Frauen-Zigaretten”. Dagegen kam der Konzern mit Werbe-Kampagnen an, mit der Werbefigur des “Marlboro Man”, eines abgebrühten Cowboys. Dann auch auf Formel 1 – Rennautos,… Mindestens ein Darsteller dieses Marlboro Man, Wayne McLaren, starb an einer Raucher-Krankheit. Dass Philip Morris mit dem Ku Klux Klan unter einer Decke steckt, dürfte eine Grossstadtlegende sein. Der Konzern ging im neuen Jahrtausend im Mischkonzern Altria auf, aus dem er 08 wieder heraus gelöst wurde. Morris ist nach China National Tobacco Co. der grösste Tabakhersteller der Welt. Nach Recherchen des “Spiegels” lässt Philip Morris in Kasachstan Tabak anbauen, der auch von Minderjährigen geerntet wird.

Bis die Gesundheitsschädigung des Rauchens auch in den Industriestaaten voll (an-) erkannt war, dauerte es. Es dürfte Nazi-Deutschland gewesen sein, das als erster Staat diverse “Anti-Tabakrauch-Maßnahmen” erliess. Gleichwohl wurde in dem von diesem Staat vom Zaun gebrochenen Krieg geraucht wie in keinem anderen, von allen Seiten, nicht zuletzt in der Wehrmacht. Und im Nachkriegsdeutschland waren Zigaretten am Schwarzmarkt sowohl (Ersatz-) Währung als auch (begehrte) Ware. Spätestens mit dem 2. WK muss der Siegeszug der Zigarette als global bevorzugte Rauchform als abgeschlossen betrachtet werden. Rauchen von Frauen kam auch im Westen erst nach diesem Krieg wirklich auf, zumindest im öffentlichen Raum. Die Studie des britischen Physiolgen Richard Doll, die 1948 veröffentlicht wurde, war die erste ernst zu nehmende, die den Zusammenhang zwischen Rauchen und diversen Krankheiten aufzeigte. Es folgten viele weitere Untersuchungen, und in den 1960ern (erst) war die Gefährlichkeit des Rauchens allgemein bekannt, v.a. durch den Terry-Report aus der USA. Aber die Konzerne der Tabakindustrie (v.a. in der USA) gaben und geben viel Geld für eine Art Gegenaufklärung aus.

Heute sind über 4 Millionen Hektar Land weltweit dem Anbau von Tabak gewidmet, bringen eine jährliche Ernte von etwa 7,5 Millionen Tonnen ein.27 Virginia-Tabak macht heute beinahe die Hälfte der gesamten Welttabakproduktion aus. Die wichtigsten Anbauländer sind USA, China, Cuba, Brasilien, Russland, Indien, Türkei, Japan, Zimbabwe, Bulgarien, Kasachstan,… Weltweit grösster Tabakkonzern ist die China National Tobacco (中国烟草总公司), die Marken produziert, die hier keiner kennt, wie “Hongtashan”. Dahinter kommen Philip Morris, British American Tobacco (“Dunhill”, “Lucky Strike”, “Kent”, “Pall Mall”,…), Imperial Tobacco, Japan Tobacco (zu der zB Austria Tabak gehört). Verarbeitet wird Tabak zu Zigaretten, Zigarren, Zigarillos, Pfeifentabak, Schnupftabak, Mundtabak, Eine Zigarette besteht heute aus unterschiedlichen Tabaken verschiedener Länder (und Aromen). Bei Zigaretten sind Filter längst die Norm.

“Light”-Zigaretten kamen in den 1970ern auf den Markt, die “Marlboro light” könnten 1972 die ersten gewesen sein. Die Hersteller vermarkten sie als weniger schädlich. “Light“-Zigaretten unterscheiden sich von “normalen” durch den Filter, der kleine Löcher enthält und damit den eingeatmeten Rauch mit Luft verdünnt bzw ihn ventiliert. So entstehen die niedrigeren Nikotin- und Teerwerte, die auf den Packungen angegeben werden. Teer ist im Gegensatz zum Nikotin kein Stoff, den die Tabakpflanze an sich enthält, und auch (anders als beispielsweise Menthol) kein Stoff, der der Zigarette bewusst zugesetzt wird. Teer entsteht vielmehr bei der Verbrennung des Tabaks aus einer Vielzahl anderer Stoffe. Die Messung der Nikotin- und Teerwerte geschieht durch Raucher-Maschinen. Man raucht aber gerne mehr von den “leichten” Zigaretten, man zieht stärker daran – um an’s Nikotin zu kommen, und sie sind ja nicht so schädlich hiess es, und sie schmecken ja tatsächlich milder… Bewusst/Unbewusst hält man auch die Löcher auf der Aussenseite des Filters zu bzw bedeckt sie beim Ziehen mit dem Mund.28 Die Tabak-Konzerne (und die Wiederverkäufer bzw Trafikanten) freuen sich, dass man mehr Packungen zum selben Preis kauft; weniger gesundheitsschädlich sind die “leichten” eigentlich nicht.

Daher dürfen diese Marken zB im EU-Raum nicht mehr als “light” oder “mild” bezeichnet werden; verwendet wird noch ein gewisser Farbencode zur Kennzeichnung, hellere Farben… Eine spezielle Sorte Zigaretten sind auch jene aus dunklem, “schwarzen” Tabak – der Gegenpol zu den leichten gewissermaßen. Zigarren-Raucher greifen, wenn sie auf Zigaretten ausweichen, bevorzugt auf schwarze zurück, die vergleichbar schmecken. Bzw, sie taten das, da in der EU keine Zigaretten mehr verkauft werden, welche mehr als 1,0 mg Nikotin enthalten, 10 mg Teer oder 10 mg Kohlenmonoxid produzieren, gibt es in diesem Raum kaum noch welche. Die “Roth-Händle” beispielsweise29 gibt es heute nicht mehr in der früheren starken Form.

Auch beim Drehtabak (Feinschnitt-Tabak, Shag) gibt es den dunklen, geschmacksintensiven. Generell wird dieser lose Tabak von der Tabaksteuer geringer belastet als die fertigen, verpackten Zigaretten, so dass selbst gerollte Zigaretten günstiger sind. Zum Tabakpreis kommen aber noch die Kosten für Papierchen, Feuerzeuge und ggf für Filter und Rollmaschinen. Manche dieser Konsumenten haben auch das Gefühl, weniger der Tabakindustrie ausgeliefert zu sein. Aromatisiert sind fast alle Tabakmarken, bei einigen wurde das Aroma aber das hervorstechende Merkmal. Das betrifft die Mentholzigaretten, aber auch die (in Südostasien beliebten) “Gewürzzigaretten” (Kretek), die geschrotete Gewürznelken und/oder andere Kräuter- und Fruchtextrakte enthalten.  

Zigarren sind ja etwas “Exklusives” geworden – während früher (spätes 19. Jh) Zigaretten etwas für Wohlhabendere waren (und gerne mit hölzernem Mundstück geraucht wurden). Für “Gutsituierte” und für Geniesser. Hier dürften die kubanischen noch immer die Nase vorne haben, als die Besten gelten. Die teureren Marken der Habano werden ausschließlich per Hand gerollt, die preiswerteren teilweise auch maschinell. Zigarrenfachgeschäfte, die etwas auf sich halten, haben grosse begehbare Humidore, in denen die Luftfeuchtigkeit auf die Zigarren abgestimmt ist, damit diese ihr Aroma behalten. Zigarillos sind dünne und kurze Zigarren, Virginiazigarren oder Virginier sind lang und dünn, haben ein Mundstück. Pfeifentabak gibt es in verschiedenen Sorten, mit verschiedenen Aromen, zugeschnitten für die jeweiligen Pfeifen (bürgerlich/englisch, älplerisch, alternativ, exotisch,…). Was das (klassische) Pfeifenrauchen betrifft: Carr schreibt in seinem Nichtraucher-Buch, wer einmal versehentlich die braune Brühe geschluckt hat, die sich im Pfeifenkopf bildet, muss sich normalerweise übergeben, egal wo er sich gerade befindet.

Zu den rauchlosen Tabak-Produkten gehören Schnupftabak/Nasentabak, Mund-/Kautabak (Priem), E-Zigarette, Tabakwasser. Beim Konsum dieser gibt es zumindest nicht die mit dem Rauchen von Tabak verbundenen Gesundheitsschädigungen. Beim Kau- wie Schnupftabak wird Nikotin über die Schleimhäute aufgenommen. Ein besonderer Mundtabak ist das schwedische “Snus”. Zu seiner Herstellung wird Tabak luftgetrocknet (nicht feuer-getrocknet wie die anderen Mund- oder Nasentabake), gemahlen, mit Wasser und Aromen versehen. Snus wird zwischen Zahnfleisch und Oberlippe geklemmt. Die führende Marke ist „Ettan“, die heute von „Swedish Match“ prodziert wird. Im EU-Raum darf Snus nur in Schweden und Dänemark verkauft werden. Konsum von klassischem Kautabak ist seit dem ausgehenden 18. Jh stark zurückgegangen, er wird kaum noch produziert.

Kombiniert wird Tabak in erster Linie natürlich mit alkoholischen Getränken, rund um die Welt, aber hauptsächlich im Westen, wo diese 2 Drogen (neben verschiedenen Arzneimitteln) die legalen sind.30 Daneben werden auch gerne Cannabis-Extrakte (Marihuana, Haschisch) mit Tabak gemischt geraucht, als Joints, oder seltener als Blunts. Um 1900 wurden mit Cannabis “ergänzte” Zigaretten in Europa in Trafiken verkauft, Marken wie die heute noch produzierte Zigarettenmarke “Nil” (bis Ende der 1920er mit diesem Zusatz). Cannabis kann natürlich auch anders (über Pfeifen) geraucht werden, also ohne Tabak. Selten wird es anders ausfgenommen. Kokain-Zigaretten gab es ungefähr zur Zeit der Cannabis-Zigaretten auch im Handel. Opium wird normalerweise nicht mit Tabak geraucht, Heroin-Zigaretten werden (privat) gelegentlich gerollt. Was immer wieder aufgebracht wird, ist dass Tabakrauchen ein Schrittmacher für den Konsum anderer Drogen ist, eine Einstiegsdroge.31

Wie bei allen Drogen ist es auch beim Tabak so, wenn man keine Toleranz hat, wirkt er stark, wenn schon, braucht man sie für eine Art Normalität. Der Wirkung von Nikotin am dopaminergen System wird ein angenehmes Gefühl aus Entspannung und Anregung, Konzentration wie Zerstreuung gleichzeitig, zugeschrieben. Etwas das Allen Carr (s.u.) bezweifelte, eine Substanz könne nicht sowohl einen Zustand und sein Gegenteil bewirken. Jedenfalls, Raucher greifen (verstärkt) zur Zigarette, wenn es Grund zum Jubilieren gibt, aber genau so, wenn man sich trösten muss. In Einsamkeit und gegen Leere eben so wie in Gesellschaft und Geselligkeit. Die Krankheiten, die durch Rauchen, egal ob die 1 Pkg (20 Zigaretten)/ Tag, Kettenrauchen oder Passivrauchen, entstehen können, sind bekannt, betreffen natürlich hauptsächlich die Atemwege, aber auch Pankreas, Blase,… Schliesslich werden beim Rauchen von Tabak Teer, Blausäure, Cadmium freigesetzt.

Was die oft tödlichen Wirkungen von Tabak-Rauchen und Alkohol-Trinken von jenen von illegalen Drogen unterscheidet, ist dass diese meist über längere Zeiträume zu Stande kommen, über Langzeitwirkungen, Krankheiten wie Krebse, nicht durch akute Überdosierungen.32 Wenn einer infolge von Rauchen an einem Herzinfarkt stirbt, hat er auch einige Jahre darauf “hingearbeitet”. Was eine Überdosis (Vergiftung) infolge Rauchens (Nikotinvergiftung) betrifft, eine leichte solche Vergiftung kennen Viele, sie tritt zB dann auf, wenn man nach längerer Pause wieder eine Zigarette raucht – beim Rauchen spielt das Kohlenmonoxid natürlich auch eine Rolle. Die Symptome sind hauptsächlich leichter Schwindel, leichte Übelkeit, teilweise absackender Blutdruck. Bei einer stärkeren Überdosis sind die Symptome entsprechend heftiger. Eine schwere Nikotinvergiftung kann auch tödlich sein. Um eine Trance zu erreichen wie (v.a. früher) manche Indianer, muss man vermutlich so viel Nikotin aufnehmen, dass man schon eine Art Vergiftung hat. 

Nikotin wirkt im Milligramm-Bereich tödlich, allerdings “braucht” ein durchschnittlich gesunder Erwachsener dafür etwa 500 Milligramm (0,5 g). Das bedeutet, dass man an einem Tag rund 500 Zigaretten rauchen müsste, um eine tödliche Nikotinvergiftung zu erleiden. Die tödliche Wirkung kommt dann über die Nikotin-Wirkung auf das Nervensystem zu Stande. Häufiger als so zu so einem “monströsen” Rauchen kommt es vermutlich zu Verzehr von Tabak, Verschlucken von Zigaretten oder Ähnliches. Unabsichtlich durch Kinder, oder in Selbstmord-Absicht. 1851 wies der belgische Chemiker Jean Servais Stas nach, dass Hippolyte Visart de Bocarmé sein Opfer Gustave Fougnies mit Nicotin vergiftet hatte. In “Die Kammer” sagt der von Gene Hackman dargestellte Charakter, “Hoffentlich bringen mich diese Zigaretten um, bevor ich in die Gaskammer komme”. Dazu müsste er sie aber essen, oder lange darauf hin rauchen. Im zweiten Fall wäre es dann nicht das Nikotin (dass ihn tötet), sondern das Rauchen an sich (bzw seine Nebenprodukte).

Es gibt auch den Verdacht, das Tabak-Rauchen Schizophrenie hervorrufen oder begünstigen kann. Und, es gibt Pellagra, eine Erkrankung, die durch Mangel an Nikotinsäure (ein Vitamin aus dem B-Komplex), ausgelöst wird. Sie tritt bei gewissen einseitigen Ernährungen auf.  Die Behandlung beinhaltet üblicherweise eine direkte Gabe von Nikotinsäure oder Nicotinamid, sowie eine Umstellung der Ernährung. Lebensmittel, die reich an Nicotinsäure sind: Eier, Kleie, Erdnüsse, Fleisch (Geflügel, Fisch, rotes Fleisch), Hülsenfrüchte und verschiedene Samen. Mit Rauchen kann man hier natürlich auch eine gewisse Abhilfe schaffen. Tabak ist ja in früheren Jahrhunderten als Medizin eingesetzt worden, in verschiedenen Kulturen, auch jenen “indianischen”, die diese Pflanze zuerst kennen lernten und kultivierten. Transdermal, oral,… 

Die grauenhafte Flüssigkeit (Tabakwasser) der Wasserpfeife etwa gegen asthmatische Beschwerden und als Emetikum, liest man. Schnupftabak gegen Kopf- und Augenschmerzen. Der Tabak-Rauch von Pfeifen soll von Quacksalbern zu einer Rauchbehandlung von Syphilis benutzt worden sein. Im Begriff “Pharmakon” ist Heilung und Vergiftung auch semantisch verquickt. Hier sind wir nun bei der schwierigen Abgrenzung (bzw bei der Überschneidung) von Rauschmittel, Medizin, Genussmittel, Gift.33 Was sind “Genussmittel” eigentlich, leichtere Rauschmittel? Bekömmlichere? Tabak, Tee, Kaffee, Kakao (bzw die aus ihm hergestellte Schokolade) gelten global als Genussmittel; gefährlich hier von ist v.a. der Tabak. Regional gelten auch Maté, Guarana, Betel, Kola-Nüsse (“Samen”), Muskat, Kratom, Qat, Kanna, Kawa, psychoaktive Pilze,…34 als solche, mancherorts auch alkoholische Getränke. Teilweise werden auch Gewürze oder Zucker zu Genussmitteln gerechnet.

Der Fliegenpilz (enthält u.a. Muscimol) gilt als Gift, kann aber auch als Rauschmittel genutzt werden, wird das noch im sibrischen Russland. Muskat kann Gewürz sein, aber auch Droge (im Sinne von Rauschmittel). Opium gilt als Droge, kann aber auch als Genuss- oder Heilmittel gesehen bzw genutzt werden. Im Westen sind alte „Hausmittel“ (Pflanzen mit Heil- und zT auch Genusswirkungen) stark zurückgedrängt worden, wie Stechapfel und andere Nachtschattengewächse, Alraune, Bilsenkraut, Tollkirsche,… Die in einigen Teilen dieser Pflanzen vorkommenden Alkaloide wie Scopolamin wirken v.a. aufputschend (aber auch Brechreiz unterdrückend), wurden früher zB in Liebestränke gemischt, werden nur noch in “Nischen” verwendet.35

In Rituale eingebundener Rauschmittelgebrauch mit religiösem Charakter (Indianer Mescal,…) ist stark zurückgedrängt worden, mit der Unterwerfung der “Naturvölker”. Das Religiöse ist beim Tabak-Konsum längst eine absolute Ausnahme, wird nur noch von kleinen Gruppen wie im afro-brasilianischen Candomblé-Kult zelebriert. Johann S. Bach schrieb noch darüber, dass der Genuss seiner Tabakpfeife seine Beziehung mit Gott unterstützte. Rauchen ist längst “gezähmt”, ist etwas Profanes, Akzeptiertes, ob öffentlich oder häuslich. Wolfgang Schivelbusch unterscheidet eine protestantisch-bürgerlich-nordische “Drogenkultur” (Energetica wie Kaffee, für die Arbeit) und eine katholisch-feudal-südliche (Zigaretten, Phantastica, Genuss); das Konfessionelle schliesst auch hier kein Ritual oder eine kultische Verwendung ein.

Das internationale Drogenregime (der „Krieg gegen Drogen“, wenn man so will)  begann mit dem britischen Opiumkrieg gegen China, der die ganze Widersprüchlichkeit und Heuchelei der westlichen Drogenpolitik zeigt. Dies war, als sich die westliche Weltherrschaft einem Höhepunkt näherte. Durch die Entstehung/Verbreitung der neuen, konzentrierten Drogen wie Heroin und Kokain wurden spätestens ab Anfang des 20. Jh auch Einschränkungen notwendig, die Stossrichtung war aber eine andere (Cannabis, Opium oder Coca wurden verboten, Heroin dagegen zB lange verschont, Medikamente, Tabak und Alkohol sowieso). Nach dem 2. WK ging die britische Dominanz auch hier in eine amerikanische über. Und lange vor Nixon gab es Harry Anslinger, der 1930 zum ersten Chef (Commissioner) der Anti-Drogen-Behörde FBN ernannt wurde, eine Art Vorläuferin der DEA.36 Mit dem Ende der Alkohol-Prohibition 1933 widmete sich das FBN anderen Drogen, begann Anslingers Drogenkrieg.  

In den meisten Gesellschaften rauchen ca. 25% der Bevölkerung, in manchen mehr, manchen weniger.37 Zigaretten sind ein Wirtschaftsfaktor, beeinflussen gelegentlich die Politik. In harten Zeiten (s.o.) oder in Gefängnissen sind sie ein Zahlungsmittel, ihr Schmuggel (am Zoll vorbei) ein profitables Geschäft, so dass sich auch staaliche Vertreter (wie Montenegros Milo Djukanovic) gelegentlich daran beteiligen. Auch illegale (unversteuerte) Zigarettenproduktion (zT in Tateinheit mit Produktpiraterie) ist ein wichtiges Geschäft, kommt zB in der Ukraine vor, für den Schwarzmarkt vielerorts. In der Nähe von St. Pölten ist kürzlich eine illegale Zigarettenproduktion aufgeflogen, in einer von einem Unternehmen angemieteten Lagerhalle, mit Rohtabak aus Indien, der über Polen kam, dort mit Aromastoffen wie Kakao angereichert und getrocknet wurde; zur Fertigung der Zigaretten wurde der bearbeitete Tabak nach zu einem Standort in Lettland transportiert.38

 Der “228-Vorfall” von 1947 in Taiwan zeigt, dass Vorgehen gegen angebliches Zigaretten-Schmuggeln auch kleine Unruhen auslösen kann. In Persien hat Schah Nasir ad Din Kajar zunächst 1872 dem Briten Julius de Reuter eine Konzession eingeräumt, die diesem die Kontrolle über grosse Teile der Wirtschaft des Landes gegeben hätte. Nach etwa einem Jahr nahm der König dies auf Druck der eigenen Bevölkerung sowie des Russischen Reichs zurück. 1890 überliess er das Tabakmonopol für Persien an eine britische Firma, wiederum gab es Proteste gegen den Ausverkauf, diesmal noch massivere. Auch der schiitische Klerus unterstützte diesen, Ajatollah Schirazi erliess eine Fatwa gegen das Rauchen an sich, was in diesem Fall ein Boykott-Aufruf war. Die meisten Perser kamen dem nach; etwas derartiges hatte es 1848 beim “Mailänder Zigarrenrummel” gegeben, das Rauchen demonstrativ bleiben lassen, um das Tabakmonopol bzw den (dort österreichischen) Fiskus zu schädigen. 1891 musste der Schah die Konzession zurücknehmen. Nasiraddins Nachnachfolger, der vorletzte Kajar-Schah Mohammed Ali, hat 1909 ein staatliches Tabak-Monopol für Persien verfügt.

Gibt es eigentlich beim Rauchen so etwas wie Genuss? “Rauchen ist mein einziges Laster” oder “einziges Vergnügen“, hört man manchmal. Es geht schon (auch) um die Befriedigung eines Rauschbedürfnisses; auch um orale Befriedigung oder aber Gruppenzwang (Rauchen als kommunikativ-sozialer Akt oder Teil des Erwachsenwerdens) gelegentlich. Der amerikanische Rapper “Ty Dolla $ign” sagte über Lean: „Ich glaube, die Leute wissen genau, wie schlimm das Zeug ist. Es ist ihnen nur scheissegal. Es schmeckt so gut und du fühlst dich so gut an, scheiss drauf. Es ist wie Zigaretten. Jeder weiss, wie beschissen Zigaretten sind und trotzdem rauchen alle.“ Rauchen kann schon ein Genuss sein; bei der nächtlichen Arbeit am PC zB, nach dem Sex oder Essen. Für jene Uruguyaner, die 1972 in den Anden im chilenisch-argentinischen Grenzgebiet nach einem Flugzeugabsturz viele Wochen festsaßen, war es ein Segen, als sie den hinteren Teil des Flugzeugs fanden, und darin (neben etwas Schokolade, Comic-Heften, Rum) Zigaretten.39 Wie im biblischen Märchen von der Wanderung durch die Wüste, bei der das Manna vom Himmel kam.

Und, bei zum Tode Verurteilten, die letzte Zigarette vor der Hinrichtung, in der Realität wie im Film. Und andererseits: die Asche im “Becher”, kalter Rauch im Zimmer nach dem Aufwachen, Raucher-Mundgeruch (bei Anderen), spät noch bei Regen zum Automaten gehen müssen, jemanden mit mobilem Beatmungsgerät auf der Strasse sehen, weggeworfene Stummeln,… Es geht auch um eine philosophische Frage. Soll ich mein Geld für etwas Gescheites ausgeben? Was ist gscheit? Für meine Bedürfnisse… Was sind die? Ist nicht manches, das als hehres Ziel dasteht, auch eine Art Ersatzbefriedigung? Erfolgreich im Beruf? Oft ist genau das mit Stress verbunden und somit auch gesundheitsschädigend. Es gibt auch nicht-stoffgebundene Süchte/Drogen/Räusche, wie Glücksspiel, Sport, Einbrechen. Und: wenn Leute aus einer inneren Not heraus rauchen, mehr als ihnen gut tut, ist dann der Tabak, die Zigaretten, das Rauchen das eigentliche Problem oder nicht die zu Grunde liegenden Probleme? Gilt auch für andere Drogen.

Die meisten Prostituierten rauchen, die meisten Taxifahrer, viele Studenten.40 Zum Kartenspielen bzw allgemein zu Männerrunden gehört Rauchen meist dazu, zum Alkohol-Trinken oft. Tabak bzw Zigaretten ist/sind üblicherweise die einzige Droge, die in Gefängnissen zugelassen ist, neben gewissen Psychopharmaka allenfalls. Im weltweiten Durchschnitt rauchen 85% bis 90% der Inhaftierten, liest man; nicht Wenige fangen dort erst an. Auch Soldaten sind eine gesellschaftliche Gruppe, in der überdurchschnittlich viel geraucht wird. In Kriegszeiten wahrscheinlich mehr als in Friedenszeiten. Eines der “legendärsten” Zeugnisse davon ist das Foto des US-Amerikaners Ivan Babcock, der sich im Juni 1945 bei Siegen die falsche Reichskrone auf den Kopf setzte, in einer Hand eine Zigarette hielt.

Was weniger bekannt ist: Nikotin wird auch für Sport-Doping verwendet, aufgrund seiner stimulierenden Wirkung, und weil es nicht verboten ist. Bevorzugt sind rauchfreie Produkte wie Kautabak, Schnupftabak oder Snus. Eine Untersuchung bei der Eishockey-Weltmeisterschaft 2009 zeigte, dass mehr als die Hälfte (53 Prozent) der Spieler kurz vor oder gar während des Spiels Tabakprodukte einnahmen. Es gibt aber auch jene Sportler, die (in ihrer aktiven Zeit) rauchen, nicht unbedingt zur Leistungssteigerung. Der brasilianische Fussballer „Socrates“ war Raucher, starb aber an seinem Alkoholismus. Auch Andreas Ogris, “Wim” van Hanegem, Oliver Neuville, Robert Prosinecki, Klaus Augenthaler, Radja Nainggolan,… rauch(t)en schon während ihrer Karriere, möglicherweise Mario Basler.

Auch Annemarie Moser-Pröll war als Sportlerin schon eine Raucherin, wenn auch keine starke, der Radsportler Cipollini soll auch am Rad geraucht haben, der Sprinter Andreas Berger wurde ebenfalls mit Zigaretten gesehen. Johan Cruyff (Hendrik Johannes Cruijff) war schon als Jugendlicher ein sehr starker Raucher, soll auch in Halbzeitpausen geraucht haben. Als er Trainer war, erlitt er einen Herzinfarkt und bekam eine Bypass-Operation. Danach stellte er das Rauchen ein und beteiligte sich an Anti-Raucher-Kampagnen. Dennoch starb er an den Spätfolgen des jahrzehntelangen Rauchens. “Jesse” Owens, Ernst Happel41, Lew Yashin, Milena Foltýnová waren auch Sportler, die an den Folgen des Rauchens starben.

Der Entzug vom Nikotin ist eine schwierige Angelegenheit, normalerweise mit Rückfällen, Stress, Selbstbetrug, empfundener Leere,    … verbunden. Manche schaffen es von 40 auf 0 in 1 Tag, andere  brauchen Jahre, um ihren Verbrauch überhaupt zu reduzieren. Es gibt Nikotin-Pflaster und -Kaugummis, mit denen man seine Rauch-Gewohnheiten abgewöhnen kann, ohne vorerst auf den Wirkstoff zu verzichten; bei Kräuterzigaretten wiederum muss man das Nikotin absetzen, aber nicht auf das Rauchen verzichten; es gibt Hypnose, Akupunktur, Aversionstherapie; Ayahuaska soll auch helfen42,diverse esoterische Maßnahmen wie Steine. Allen Carr, der über das Rauchen-Aufhören ein sehr bekanntes Buch geschrieben hat (s.u.), hat diesbezüglich eine Kernaussage: Man gibt nichts auf damit, im Gegenteil, man gewinnt Vieles. Der englische Buchhalter hatte selbst mit 18 während seines Militärdienstes mit dem Rauchen begonnen, mit 48 aufgehört. Er schrieb auch über Flugangst und Anderes, konnte sich eine Villa an der spanischen Costa del Sol leisten, starb aber an Lungenkrebs – schliesslich hatte er 30 Jahre lang fest geraucht, und den Teilnehmern in seinen Seminaren auch gestattet, bis zum Ende dieser weiter zu rauchen.

Für internationales Aufsehen sorgte 2010 ein 2-jähriger Indonesier namens Ardi Rizal, weil er 40 Zigaretten am Tag rauchte… Ohne einmal zu husten oder so; wenn er seine Zigaretten nicht bekam, weinte und tobte er. Mit gerade einmal 18 Monaten hatte er seinen ersten Glimmstängel geraucht, danach stieg sein Konsum täglich, hiess es. Drei weitere Jahre qualmte das stark übergewichtige Kind was das Zeug hielt. Ehe dann seine Eltern mithilfe von Behörden und Ärzten (erfolgreich) einen Entzug einleiteten.

Der internationale Trend geht seit einigen Jahren klar in eine je nach Perspektive raucherfeindliche oder gesundheitsbewusste Richtung. Höhere Besteuerungen (daher höhere Zigaretten-Preise), Rauchverbot in immer mehr Örtlichkeiten (zB öffentliche Verkehrsmittel)43, Werbeverbote, Abschreckungsbilder auf den Packungen, verpflichtende Warnhinweise, Nichtrauch-Kampagnen, Abschaffung Raucherzimmer in Schulen, Anhebung von Altersgrenzen,…44 In vielen älteren Kinderbüchern und -filmen (v.a. aus den 1970ern und 1980ern), wie der TV-Serie „Meister Eder und sein Pumuckl“, werden Alkohol und Zigaretten nicht als Problem dargestellt, sondern als Teil des Alltags der Erwachsenen. Auch das hat sich geändert. Seit den 1980ern wird auch „Lucky Luke“ in seinen Comics (die es seit 1946 gibt) ohne Zigarette gezeichnet. Teilweise werden sogar die alten Produktionen abgeändert. Ich bin mir nicht sicher, ob das positiv oder negativ ist.

Vor nicht allzu langer Zeit rauchten Piloten im Cockpit, Politiker im manchen Ländern im Sitzungssaal des Parlaments,… das ist “undenkbar” geworden. Bezüglich der Haltungen politischer Lager zum Thema Rauchen gibt es jede Menge Querfronten. Ein italienisches Sprichwort lautet “Fumare come un turco”, jemand der viel raucht, rauche wie “ein Türke”. Türkeis Präsident Erdogan wiederum, der eigentlich als Gegner “sozialer Medien” gilt, hat seine erste offizielle Nachricht beim Twitter anlässlich des türkischen Anti-Tabak-Tags abgesetzt, seine Landsleute zum Nichtrauchen aufgefordert. Ungarn (bzw Janos Lazar, Beauftragter des Ministerpräsidenten für Nichtraucherschutz) prüft Maßnahmen, um komplett rauchfrei zu werden. Noch sensationeller: Der Philipp Morris-Konzern wirbt in Grossbritannien dafür, mit dem Rauchen aufzuhören. 
Cancer Research warf dem Konzern vor, seine speziellen E-Zigaretten damit vermarkten zu wollen. Es entstehen wieder Raucher-Klubs, wie zu Anfangszeiten des Rauchens in Europa, weil dies in vielen Lokalen inzwischen verboten ist. In der USA werden, aufgrund der gestiegenen Preise, einzelne Zigaretten auf der Strasse von Privatpersonen verkauft, was illegal ist. 2014 starb ein Eric Garner in New York, als ihn Polizisten verdächtigten, “loosies” zu verkaufen und bei der “Amtshandlung” am Boden fixierten.

In den letzten Jahren aufgekommen ist ja die elektrische Zigarette, in der eine Flüssigkeit (“Liquid”, meist mit Nikotin, ohne Tabak) zum Verdampfen gebracht wird, der dabei entstehende Nassdampf wird inhaliert oder gepafft; es findet kein Verbrennungsprozess statt. Das Konzept war bereits in den 1960ern patentiert worden, ging allerdings nicht in Produktion. Anfang der 00er entwickelte ein Chinese die heutige Version, brachte sie in seinem Land auf den Markt. Die Firma Ruyan exportierte elektrische Zigaretten auch bald, es folgten andere Firmen mit neuen Modellen. Menschen, die vom Tabak-Rauchen zum Dampfen von Nikotin-Lösungen gewechselt haben, beschreiben eine Verringerung des Suchtverlangens dadurch, weshalb es nun als wahrscheinlich gilt, dass die suchterzeugende Wirkung von Nikotin durch Begleitstoffe des Rauchens verstärkt wird. Tabakkonzerne sind auf den Zug aufgesprungen, versuchen (auch) in dem Geschäft mitzumischen, British American Tobacco hat etwa Highendsmoke übernommen. Parallel zu dieser Entwicklung fand die Shisha/ Wasserpfeife im Westen neuen Anklang.

Tabak in Österreich? Ab dem 16. Jh wurde Tabak auch hier vielerorts (hauptsächlich im Osten und Süden) angebaut, für Heil- und Genusszwecke. Im 17. Jh gab es mit den Tabakappalten der habsburgischen Kaiser für ihre österreichischen Erblande eine Vorstufe zum staatlichen Tabakmonopol. Im frühen 18. Jh wurde unter Kaiser Leopold I. für das Erzherzogtum Österreich und die anderen Erbländer mit dem Generalpatent das österreichische Tabakmonopol begründet, den Tabakanbau (ausserhalb von Hausgärten für den privaten Gebrauch), die -Verarbeitung und den Handel betreffend. Dies und Importe liessen den Anbau stark zurückgehen. In Hainburg entstand 1723 eine erste Tabakmanufaktur, in der hauptsächlich Tabak aus Österreich und Ungarn verarbeitet wurde (zu Kau-, Pfeifen- und Schnupftabak). 1784 wurde unter Kaiser Joseph II. die Österreichische Tabakregie als Tabakmonopol-Behörde für alle österreichischen Länder gegründet. Manche schreckte das Monopol nicht vom Tabak-Anbau für den Eigenbedarf ab. Bis ins 19. Jh hinein gab es regionale Streits zwischen Tabakbauern und Behörden, die sich u.a. um die Definition von “Eigenbedarf” drehten. Zumeist handelte es sich aber um “Bauerntabak” minderer Qualität.

Bei der Zuteilung der Verkaufsstellen (Trafiken) wurden Kriegsinvaliden bevorzugt45, während (ehemalige) Offiziere in den Grosshandel einsteigen konnten. In Fürstenfeld entstand Ende des 18. Jh eine Fabrik, in der hauptsächlich Zigarren hergestellt wurden. Im 19. Jh entstanden Tabak-Verarbeitungsbetriebe in Schwaz, Klagenfurt (der sich nicht lange hielt), Hallein (1940 eingestellt), Krems (bestand 1850-1989). Die ersten Zigaretten in Österreich wurden Mitte des 19. Jh hergestellt. In dieser Zeit liess die Tabakregie auch Fabriken in Wien errichten, Ende des Jh begann sie mit ihrem Tabakmuseum. 

1918 verlor die Tabakregie den Grossteil ihrer Anbaugebiete und Fabriken, durch die “Reduktion” Österreichs nach dem Ersten grossen europäischen Krieg im 20. Jh46. 1929 ging die Tabakfabrik in Linz in Betrieb. Verarbeitet wurden österreichische und importierte (amerikanische/orientalische) Tabake. Zu einer effektiven Wiederbelebung des Tabakanbaus in Österreich kam es erst nach dem Anschluss an Nazi-Deutschland 1938. Das nationalsozialistische Regime wollte eine Autarkie (des “Grossdeutschen Reichs”) auch bei der Tabakversorgung erreichen, liess am Neusiedler See und der Ost-Steiermark Tabak anpflanzen, und u.a. in Wien zu Zigaretten verarbeiten. Die Tabakregie wurde 1939 in die Austria Tabak AG umgewandelt, also da als der Zweite grosse europäische Krieg im 20. Jh vom Zaun gebrochen wurde. 

Nach dem Hitler-Stalin-Krieg entstanden mehrere Entwicklungsstränge. US-amerikanische Soldaten brachten Zigaretten aus ihrem Land nach Österreich – die auf dem Schwarzmarkt florierten. Den die alliierte Militärpolizei zu bekämpfen versuchte. Die Austria Tabak wurde der Republik Österreich unterstellt (die freilich erst 1955 voll unabhängig war). Die Monopolverwaltung förderte den heimischen Anbau, da Importe für die Republik damals sehr teuer waren. Aus dem Tabakmangel heraus nahm auch Selbstanbau zu. Der Tabakanbau breitete sich auch in Teilen von Niederösterreich und Oberösterreich aus, Wenige waren reine Tabakbauern, die Meisten kultivierten es zu ihrer restlichen Landwirtschaft dazu. Verkauft wurde an die Austria Tabak. Es gab in der Nachkriegszeit Zigaretten auf Lebensmittelkarten. Die Austria Tabak brachte ab 1947 die Marken “Austria Spezial”, “Austria 1”, “Austria 2” und “Austria 3” (stark und schwarz) heraus. 

Importtabake setzten sich aber aufgrund ihrer besseren Qualität und wegen der verbesserten Wirtschaftslage in Österreich durch. Die AT kaufte (u.a. mit ERP-Geldern) amerikanische Virginia-Tabake, verarbeitete diese u.a. zur “Johnny” (später mit Filter), ab 1958 zur “Smart” (mit Filter) – die Ende der 1960er die “Austria 3” als beliebteste Zigarette Österreichs verdrängte. In den 1960ern kamen die “Falk”, die “Hobby”, die “Milde Sorte”, die „Memphis“47 auf den Markt. „Memphis“ wurde recht erfolgreich im Export und Marktführer in Österreich – bevor sie von „Marlboro“ überholt wurde (die in Lizenz von der Austria Tabak erzeugt wurde). Die Produktpalette dieser Marke wurde von der Austria Tabak suksessive erweitert (leichte, lange,…).

Josef “Beppo” Mauhart wurde 1988 Vorstands-Vorsitzender der Austria Tabak (bis 1995), prägte den Staatskonzern aber ab den 1970ern. Die AT wurde Sponsor vom FK Austria Wien, der auch als “Austria Memphis” firmierte. Mauhart, der von 1984 bis 2002 auch Präsident des Österreichischen Fussball-Bundes (ÖFB) war, musste dem neuen dem gesellschaftlichen Gesundheitsbewusstsein Rechnung tragen, neue Marketingstrategien konzipieren. 1996 bis 2001 wurde die Austria Tabak privatisiert, dann von der britischen Gallaher übernommen. Ihr Monopol wurde infolge des EU-Beitritts Österreichs aufgeweicht. Gallaher wurde ’07 von der Japan Tobacco (International) geschluckt. In den 00ern und 10ern wurde nicht nur die Austria Tabak praktisch aufgelöst, auch ihre Produktions-Standorte schlossen nacheinander: Schwaz, Fürstenfeld, Wien, und 2011 schliesslich Hainburg. “Österreichische” Zigaretten werden heute zB in Polen hergestellt. Und, auch die heimische Produktion kam zu einem Ende. Bis Mitte der 00er-Jahre wurden in Österreich etwas unter 200 hektar von etwas unter 200 An-bauern mit Tabak bestellt (hauptsächlich der Sorte Burley), in der Südost-Steiermark, Nord-Burgenland, im nordöstlichen Niederösterreich (Weinviertel), Oberösterreich.

Die Gesamt-Erntemenge belief sich zuletzt auf 300 bis 400 t. So lange die Austria Tabak eigene Fermentationsanlagen betrieb, die Tabakverarbeitung selbst übernahm, war sie (bzw die Republik Österreich) an einer Fortsetzung des Tabakanbaus und der -verarbeitung interessiert, aus wirtschafts- und beschäftigungspolitischen Gründen. Nachdem die Verarbeitungs-Standorte der Austria Tabak nach und nach geschlossen wurden, gingen die Tabakblätter nach der Trocknung in der Regel zum Erstverarbeiter Rotac nach Karlsruhe, wo sie fermentiert wurden. Die restliche Verarbeitung zu Zigaretten wurde von der Austria Tabak übernommen, in Fürstenfeld, Wien oder Hainburg. Die Qualität dieses Tabaks war u.a. aufgrund des Klimas nicht “überragend”, wurde hauptsächlich in eigenen, billigen Marken verwendet. Er deckte weniger als 10% des österreichischen Bedarfs, der Rest (> 10 000 t) musste importiert werden.

Mitte der 00er kürzte die EU aus gesundheitspolitischen Gründen Subventionen für Tabakbauern, in Folge dessen “fiel” praktisch der gesamte verbliebene Tabakanbau in Österreich (zusammen geschlossen in der Erzeugergemeinschaft “Rohtabak Österreich”) “um”. Die meisten Bauern stellten auf andere Pflanzen um bzw hatten diese schon davor in geringerem Maß kultiviert. Im “Standard” wurde 05 ein Bauer aus Nikitsch zitiert, er wolle sich aber nach den Vorgaben für den privaten Anbau von Tabakpflanzen erkundigen, “Eine Zigarre aus eigenem Tabak – vielleicht wäre das etwas.” Der nicht-gewerbliche Tabakanbau ist in Österreich eigentlich nicht geregelt. Und mancherorts wurde dieser Anbau wieder belebt. Und in der ehemaligen Tabakfabrik in Linz werden seit einigen Jahren wieder Zigaretten produziert, wobei der Unternehmer Reinhard Leitner einen kleinen Teil des Tabaks der verarbeitet wird, auch in Österreich anbauen lässt. Die Tschickfabrik produziert die Marke “Tschick”.  

Die Globalisierung, gesundheitspolitische (inter-nationale) Kursänderungen, sinkende Raucherzahlen bewirkten die genannten “Zusammenbrüche” der österreichischen Tabakindustrie. Auch das Österreichische Tabakmuseum erwischte es in dieser Zeit, die 1873 begründete Sammlung von Raucherrequisiten und Darstellungen von Rauchkultur. Bis 1981 befand sich das Tabakmuseum im Hauptgebäude der Austria Tabak-Werke in der Porzellangasse, dann übersiedelte es dort hin, wo sich Mariahilfer Strasse und Ringstrasse treffen, im damaligen Messepalast. Um die Jahrtausendwende, mit der Entstehung des MuseumsQuartiers dort, bekam das Tabakmuseum einen Relaunch und neue Räumlichkeiten. Doch 03 musste es schliessen, zuletzt gab’s im Schnitt fünf Besucher pro Tag, heisst es. Das was von der Austria Tabak noch übrig war, gehörte damals zum britischen Gallaher-Konzern, und der kämpfte nicht um die Erhaltung des Museums. 05 übernahm die Schönbrunn Betriebsgesellschaft die Lagerung und Verwaltung der Ausstellungs-Objekte.48 Es gibt in Österreich noch einige kleinere Tabakmuseen.

Die Aufzählung der Prominenten, die an rauchbedingten Krankheiten starben, beginnt auch mit Österreich. Sigmund Freud bekam wegen seinem starken Zigarren-Rauchen Rachenkrebs, starb daran49. Vaclav Havel, Walter Disney, Lyndon Johnson, Patrick Swayze, Jacques Brel, “Michael Landon” (Eugene Orowitz), “Dean Martin” (Dino Crocetti), Manfred Deix, „Rudi Carrell“ (Rudolf Kesselaar), Josip Broz “Tito”, René Lévesque mussten ebenfalls für ihr Rauchen büssen50. Helmut Schmidt, der sich durch nichts vom Rauchen abbringen liess, starb mit fast 97 Jahren indirekt daran; bei Jean-Paul Sartre ist ein Zusammenhang zwischen der Krankheit die ihn tötete und seinem Rauchen nahe liegend.

Der Frontmann der US-amerikanischen Band „Morphine”, Mark Sandman, starb 1999 an einer Herzattacke, die wohl auch von seinem Rauchen herrührte. Als Georg Danzer an Lungenkrebs erkrankte, äusserte er öffentlich Reue für sein Rauchen, eben so der Journalist Kurt Kuch, der entschieden für Raucher-Rechte eingetreten war. Der (schwache) Raucher Johannes Heesters starb mit 108 mehr oder weniger an Altersschwäche, der Nichtraucher Christoph Schlingensief mit 50 an Lungenkrebs. Ingeborg Bachmann starb indirekt an dem Feuer, das durch eine nach ihrem Einschlafen weiter brennende Zigarette (Rom, 1973) ausgelöst wurde; im Krankenhaus, in das man sie aufgrund ihrer schweren Verletzungen brachte, starb sie an Entzugssymptomen von Barbituraten, von deren Sucht die Ärzte nicht wussten. Auch Stephen Marriott von den “Small Faces” schlief mit einer brennenden Zigarette ein, starb daran (direkt), 1991.

Tabakkonzerne haben jahrzehnte-lang in Spielfilmen (hauptsächlich solche aus Hollywood) ihre Produkte platziert oder zumindest das Rauchen an sich. Wobei Rauchen bis weit in die 1990er hinein, in der USA und andernorts, eine nicht hinterfragte gesellschaftliche Normalität war.51 Rauchen in Filmen transportierte ein ähnliches Image wie (andere) Zigaretten-Werbungen: Unabhängigkeit, Erfolg, Sexualität, Reichtum,… Inzwischen gibt es strengere geschriebene und ungeschriebene Regeln bezüglich offener und versteckter Zigaretten-Werbung im Kino. “Legendäre” Filmauftritte mit Zigaretten, gegen Bezahlung oder ohne, waren etwa die von James Dean in “Jenseits von Eden”, Humphrey Bogart in “Casablanca”, Audrey Hepburn in “Breakfast at Tiffany’s”, Jack Nicholson in “Chinatown”, Marcello Mastroianni in “La Dolce Vita”, Bruce Willis in “Stirb langsam”, Robert De Niro in “Casino”, Rita Hayworth in “Gilda”, Arnold Schwarzenegger in “Terminator 2”, Al Pacino in “Serpico”, Johnny Depp in “Fear and Loathing in Las Vegas”, Rourke und Johnson in “Harley Davidson and the Marlboro Man”, Robert Mitchum immer wieder, Belmondo, Zeichentrickfiguren wie “Cruella de Vil”,…52 In den Filmen “Smoke” (1995), “Thank you for smoking” (2006), “Coffee and cigarettes” (2003, Jim Jarmusch) geht es an sich um das Rauchen and sich, in “Basic Instinct” auch gewissermaßen (als Sub-Plot), in “The Insider” (1999) um die Tabakindustrie.

Und welche Songs gibt es über das Rauchen? Immerhin gehörte die Zigarette im Mund zeitweise zur Ausrüstung bzw zum Image von Rockstars, so wie bei Tom Waits. “Rock ‘n’ Roll Suicide” von David Bowie (1972, LP “The Rise and Fall of Ziggy Stardust”) mit den Zeilen “Time takes a cigarette, puts it in your mouth / You pull on your finger, then another finger, then your cigarette / The wall to wall is calling, it lingers, then you forget / Ohhh, you’re a rock ‘n’ roll suicide.” Dann “Midnight Lightning” von Jimi Hendrix. “Soul Kitchen” von The Doors, 1967.53 Otis Redding mit “Cigarettes and Coffee”, “Sunday morning comin’ down” von Johnny Cash, “Harry Rag” von den Kinks, “Stranger in the crowd” von Elvis Presley, “You just can’t win” von Van Morrison, “Cigarettes and Chocolate Milk” (Rufus Wainwright), “Cigarettes & Alcohol” (Oasis), “Sugar mountain” (Neil Young), “Been Smoking Too Long” (Nick Drake), “Nicotine Stain” (Siouxsie and the Banshees), “Rise like smoke” (Cypress hill), “Cigarette in your bed” (My bloody valentine), “Roll Me Up and Smoke Me When I Die” (Willie Nelson), “Blue Smoke” (Dolly Parton), “Nicotine” (Ani DiFranco), “Smokin’ In the Boys Room” (Brownsville Station’s),… K. D. Lang brachte 1997 die CD „Drag“ heraus, eine Art „Raucheralbum“, da die meisten Songs vom Rauchen handeln. Von Country-Sängerin Patsy Cline stammt “Three Cigarettes In An Ashtray”. In „Carmen“ (Uraufführung 1875) geht es, wie gesagt, auch um’s Rauchen. “Columbo”s Markenzeichen sind Zigarren, die in manchen Folgen auch eine inhaltliche Rolle spielen.

Weiterführend oder Zugrundeliegend

Christian Rätsch: Schamanenpflanze Tabak (2002)

Eric Burns: The Smoke of the Gods: A Social History of Tobacco (2007)

Wolfgang Schivelbusch Das Paradies, der Geschmack und die Vernunft: Eine Geschichte der Genussmittel (1980)

Melanie Baumgartner: Rauchen in Österreich nach 1945 (2009). Geschichte-Diplomarbeit Universität Wien bei Christian-Hubert Ehalt

Allen Carr: Endlich Nichtraucher (1992; 1. Auflage englisches Original 1985)

Thomas Hengartner, Christoph M. Merki (Hg.): Genussmittel. Ein kulturgeschichtliches Handbuch (1999)

Egon Corti: Geschichte des Rauchens (1986)

Jordan Goodman: Tobacco in History: The Cultures of Dependence (1993)

Roman Sandgruber: Bittersüsse Genüsse. Kulturgeschichte der Genussmittel (1986)

Richard Klein: Schöner blauer Dunst (1997)

Kathrine Baumann: Tabak: Droge der Menschen – Nahrung der Götter. Die Verwendung von Tabak im rituellen und schamanistischen Kontext am Beispiel ausgewählter Ethnien in Südamerika. Diplomarbeit Universität Wien

Regina Hriza: Tabakmonopol in Österreich (2013). Geschichte-Diplomarbeit Universität Wien bei Karl Vocelka

Jakob Eduard Polak: Persien. Das Land und seine Bewohner (1865)

www.tabakanbau.de

www.cigarettespedia.com

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

  1. Viele, wenn nicht die meisten, Religionen „blicken“ auf das Tabak-Rauchen „herunter“, kaum eine verbietet es aber; die Sikh und (pseudo-) christliche Sekten wie die Mormonen tun das. Auch, weil die meisten Religionen in einer Zeit entstanden sind (500 vC – 600 nC) als Tabak dort unbekannt war, es somit in den heiligen Schriften nicht vorkommt…
  2. Manchen Berichten zufolge war Tabak auch in Teilen Asiens bekannt bevor er sich durch die Europäer aus Amerika weltweit verbreitete
  3. Lakota
  4. Cristobal Colon, Christophorus Columbus
  5. Von den dortigen Tainos Guanahani genannt
  6. Im Gegensatz zu Kaffee, Tee, Kakao oder Rohrzucker wächst Tabak auch in Mitteleuropa; wie bei Hanf oder Mohn ist das Produkt aber nicht so gehaltvoll wie das in wärmeren Gefilden gewachsene
  7. In einem Kräuterbuch aus 1656 ist über Tabak zu lesen: „Dieses Kraut reinigt Gaumen und Haupt, vertreibt die Schmerzen und Müdigkeit, stillt das Zahnweh, behütet den Menschen vor Pest, verjagt Läuse, heilet den Grind, Brand, alte Geschwüre, Schaden und Wunden“
  8. Tabakwasser wird auch noch dafür verwendet, im kleinen Rahmen
  9. “Tabak hat die wunderbare Kraft, eine friedliche Rauschhaftigkeit zu erzeugen”
  10. Ein Gärungsprozess, mit dem aus getrocknetem Rohtabak ein verbrauchsfertiger Tabak hergestellt wird. Der Nikotingehalt wird vermindert und blatteigene Eiweissverbindungen, die beim Rauchen das charakteristische Aroma der einzelnen Sorten überdecken würden, werden abgebaut
  11. Beziehungsweise, vor 1776 dem Süden der 13 britischen Nordamerika-Kolonien
  12. Auch dort mit Zwangsarbeit (von Einheimischen) auf Plantagen
  13. Eigentlich ist nur Alkohol erwähnt
  14. Obwohl, es soll Quellen geben, aus denen hervor geht, dass Tabak in Persien schon vor seiner Einführung in Europa um 1500 bekannt war, aus China oder Indien kam. Vielleicht ging es dabei aber um eine andere Substanz die geraucht wurde
  15. Ähnlich war es später in Russland unter Peter dem Grossen
  16. Auch in sunnitischen Ländern gab es solche Versuche
  17. Dann gab es noch eine 3. Art von Pfeife, die Sebilu; die ganz primitive Art des Rauchens war durch das “Vergraben” und Anzünden von Tabak in einem kleinen Erdloch
  18. Für Copoq und Galyan wurden unterschiedliche Tabak-Arten angebaut bzw benutzt
  19. Die von etwa 1800 bis 1850 um gut das dreifache “wuchs”
  20. Jefferson war es, der “all men are created equal” in die USA-Unabhängigkeitserklärung schrieb…
  21. In Van Gogh’s Selbstporträt mit verbundenem Ohr (1889) hat er noch eine Pfeife im Mund
  22. Ein Amerikaner namens James Bonsack hat um 1880 eine Maschine dafür entwickelt. Während des Krim-Kriegs 1853-56 haben osmanische wie russische Soldaten noch hauptsächlich selbst gedrehte Zigaretten geraucht, Tabak zB in Zeitungspapier. Dieser Krieg half der Verbreitung von Zigaretten-Rauchen
  23. Ein unabhängiges Griechenland kam ab 1822 zustande, wuchs bis zum 1. WK, auf Kosten des Osmanischen Reichs; in den osmanisch gebliebenen Gebieten gab es auch viele Griechen, auch nach dem 1. WK, als aus diesen die Türkei entstand und Griechenland (mit Ausnahme des Dodekanes) seine heutigen Grenzen bekam
  24. Erst 1935 wurde der Name “Iran” offiziell
  25. Hergestellt mit einer neuen Fermentations-Methode, aufgrund derer der Rauch besser in die Lunge gelangen konnte, und somit das Nikotin schneller ins Blut
  26. Die erst im 19. Jh aufkamen!
  27. Aus einer Tonne Tabak kann man etwa eine Million Zigaretten bzw 5 000 Stangen herstellen
  28. Das Inhalieren von Zigaretten dürfte überhaupt erst spät aufgekommen sein und diese anfangs wie Zigarren oder Pfeifen benutzt worden sein
  29. Vom gleichnamigen Unternehmen im Schwarzwald hergestellt, das im Reemtsma-Konzern aufging
  30. Edmundo Morales schrieb in „Cocaine: White Gold Rush in Peru“: „Cigarette smoking is probably the most dangerous and negative cultural element that modern societies have impoised upon indigenous groups. But because of tax revenues generated by the tobacco industry, cigarette smoking, as well as consumption of alcohol, have become political sacred cows.“
  31. Christiane Felscherinow wuchs in einer Familie auf, die durch die Alkoholkrankheit ihres Vaters geprägt war
  32. Bei den Raucher-Entschädigungsprozessen in der USA zB mussten auch immer wieder die Zusammenhänge zwischen dem Rauchen und den aufgetretenen Krankheiten nachgewisen werden
  33. Im Englischen bezeichnet “Drug” Mittel aus den ersten beiden Kategorien; auch Nahrungsmittel und Gewürze können “Genussmittel” sein
  34. Pflanzen(-extrakte) die hier oft als “Ehtnobotanics” vermarktet werden
  35. Übrigens, was nirgendwo zu den Giften gerechnet wird, sind jene Substanzen, mit denen man in der USA staatliche Todesspritzen füllt, und jene mit denen Euthanasie/Sterbehilfe praktiziert wird
  36. Anslinger wurde von Präsident Hoovers Finanzminister Andrew Mellon, einem Verwandten, dazu ernannt
  37. Leute aus moslemischen Kulturen sollen überdurchschnittlich oft Raucher sein, aufgrund der Stellung des Alkohols dort
  38. Diese andere Tabakindustrie produziert ein an sich legales Produkt, verkauft dieses unversteuert; ergeben sich diverse Qualitätsmängel durch diese “Untergrund-Situation”? Bei anderen Drogen ist es so, dass diese an sich illegal sind, aber nicht unbedingt aus Gesundheitsgründen (sondern aus wirtschaftlichen, fiskalischen), und die Qualitätsmängel (und der Missbrauch) werden zur Stützung des wirtschaftlich motivierten staatlichen Verbots heran gezogen
  39. Mehr als nur psychischer Trost, Rauchen hilft gegen das Hungergefühl sowie subjektiv gegen die Kälte
  40. Auch Medizinstudenten… Aber auch Monarchen wie die dänische Königin Margrethe af Slesvig-Holsten-Sønderborg-Glücksborg (angeblich griechische Zigaretten) und Politiker wie Winston Churchill (Zigarren)
  41. Es ist mit nicht bekannt, ob er schon als Spieler oder erst als Trainer mit dem Rauchen begann; als Fussball-Trainer gibts teilweise extreme Raucher
  42. Eine Droge zum Abgewöhnen einer anderen, wenn man so will, wie Kratom zur Opiat-Entwöhnung, Downer gegen LSD-Horror
  43. Früher waren Kirchen und Krankenhäuser 2 der wenigen Orte, an denen sich Raucher zurückhalten mussten
  44. Die süssen Zigaretten für Kinder dürfen noch hergestellt werden, soviel ich weiss. In der USA haben Zigaretten-Hersteller zB Sportler-Sammelkarten, die va Teenager interessieren, Zigaretten-Packungen beilegen lassen
  45. Das hat sich in (Rest-) Österreich bis heute nicht so gross geändert. 1979 wurden Zivilbehinderte in den Kreis der bei der Trafikvergabe bevorzugten Personen aufgenommen. Die Trafikantenstellen werden auf Lebenszeit vergeben und können unter bestimmten Umständen an nahe Angehörige vererbt werden
  46. Über die Abtrennung der ungarischen Reichshälfte hinaus
  47. Der Name war auch eine Reminiszenz an die einst führenden ägyptischen Marken
  48. derstandard.at/1917695/Tabakmuseum-geschnupft-Schoenbrunn-erhaelt-Rauchwarensammlung
  49. Streng genommen kam er dem mit einer tödlichen Dosis Morphin zuvor, die er sich von seinem Arzt geben liess
  50. Wie auch die oben genannten Sportler
  51. Und in der Stummfilm-Zeit wurde Rauch(en) als Stilmittel eingesetzt
  52. Wenn aber schon von “coolem Rauchen” in Hollywood-Filmen die Rede ist, darf nicht auf “Charlie Sheen” (Carlos Estevez) vergessen werden, in “Bad Day on the Block”/ “Under Pressure”/ “The Fireman”/ “American Amok” (1997, alles verschiedene Namen für den selben Film); die Szene mit “Lyle Wilder” und einem chinesischen Amerikaner als Installateur www.youtube.com/watch?v=FkZOhPZBCiA
  53. “Well, your fingers weave quick minarets / speak in secret alphabets / I light another cigarette / learn to forget”

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

*