Hochstapler, Schwindler, Betrüger, Fälscher, Dilettanten

* Der “Graf von Saint Germain” (auch “Aymar de Betmar” uva Namen) war ein Abenteurer, Geheimagent, Alchemist, Okkultist und Komponist im Frankreich des 18. Jh. Um ihn ranken sich zahlreiche Legenden, die teilweise von ihm selbst geschaffen wurden, angefangen bei seinem Namen

* „Baron“ Hieronymus von Münchhausen, ein deutscher Adliger aus dem Kurfürstentum Braunschweig-Lüneburg, 18. Jh, dem legendäre Lügengeschichten zugeschrieben werden. Ende dieses Jh. brachte ein Rudolf Raspe die erste literarische Verarbeitung dieser heraus

* Frank Abagnale. Leonardo di Caprio, der ihn im Film darstellte, ist ein Erwachsener, der wie ein Jugendlicher aussieht, bei Abagnale war es umgekehrt

Frank Abagnale

* Franziska Schanzkowska aus Westpreussen (aus einer polnisch-deutschen Ehe), die sich später Anna Anderson nannte, behauptete ab 1922 (zunächst in Berlin), die Tochter des letzten russischen Zaren, Anastasia Romanova, zu sein und die Exekution der Zaren-Familie überlebt zu haben. Ein Teil der russischen Monarchisten glaubte ihr. 1991, in der Endphase der Sowjetunion, fand die Bergung der Leichen der Romanov-Familie in Jekaterinburg statt; 7 Jahre nach dem Tod von Schanzkowska/Anderson in der USA. ’94 wurde die DNA der Romanovs mit jener der angeblichen Prinzessin verglichen, seither sind die Ansprüche eigentlich vom Tisch.

1605/06 gab es einen russischen Zaren, Dimitri II., der die Verwandtschaft mit den damals herrschenden Rurikiden wahrscheinlich nur behauptete, und den Thron usurpierte, zuvor hiess er Grigorij Otropeyev. Kuckuckskinder in Familien herrschender Adeliger, ausser-familiäre Usurpatoren, falsche Prinzen (wie Karl W. Naundorff) und Adelige gab es immer wieder durch die Jahrhunderte, rund um die Welt. Kaspar Hauser hat eine adelige Herkunft selbst nie behauptet, heute scheinen aber die Zweifel an seiner Kerker-Erzählungen und den Attentaten auf ihn zu überwiegen; da man aber nicht sicher sein kann, wird er hier nicht als Betrüger gelistet.

* Han van Meegeren, einer der bedeutendsten Kunstfälscher der Geschichte

* Charles Ponzi, der italienisch-amerikanische Betrüger, liess u.a. Leute Geld in den Handel mit internationalen Antwortscheinen investieren. Das System brach zusammen, als mehrere Leute gleichzeitig ihre Gewinne ausbezahlt haben wollten. Eigentlich etwas anderes als ein Pyramidenspiel oder Schneeballsystem (> Albanien 97), wird Ponzi-Schema auch als Synonym dafür verwendet

* Lafayette R. Hubbard, Sektengründer, davor SF-Autor und Seemann. Die eigentliche religiöse „Lehre“ bei Scientology ist unbedeutend, es ging bei der Schaffung als „Religion“ um Steuervermeidung. Hubbard ist daher noch mehr Scharlatan bzw falscher Prophet als Joseph Smith oder „David Koresch“

* Günter Guillaume, eine der berühmtesten Ostblock-Spione im Kalten Krieg

* Wilhelm Voigt, der „Hauptmann von Köpenick“

* Frédéric Bourdin

* Konrad Kujau, Fälscher der Hitler-Tagebücher

* Der Briefträger Gert Postel schaffte es mehrmals, als Arzt angestellt zu werden. Wenn er in Talkshows eingeladen wird und darüber redet, stapelt er wiederum hoch, übertreibt maßlos… Arzt scheint für Hochstapler einer der attraktivsten Beruf zu sein. Leander Tomarkin, Ferdinand Demara, Gerald Barnbaum sind einige andere falsche Ärzte

* Alessandro di Cagliostro vulgo Giuseppe Balsamo

* Hugo Baruch (“Jack Bilbo”, Deutschland 1907-1967)

* Edward Kelley, England 16. Jh, wird auch mit der Produktion des Voynich-Manuskripts in Zusammenhang gebracht

* Victor Lustig wurde bekannt als der Mann, der den Eiffelturm verkaufte

* Arnaud du Tilh gab sich im Frankreich des 16. Jh als der verschwundene Martin Guerre aus, täuschte alle und führte dessen Leben…bis der echte zurückkehrte. Oft künstlerisch verarbeitet

* Claude Khazizian hat sich bei hochrangigen Veranstaltungen immer wieder unter die geladenen Gäste geschmuggelt

* Charles und Frederick Gondorff zogen im frühen 20. Jh in der USA mehrmals einen Trick ab, der als „The Wire“ bekannt wurde: Betrug mit Pferderennen-Wetten über den zeitlichen Vorsprung bei der Weitergabe der Ergebnisse mit Telegraphie; dies wurde von David Maurer im Buch „The Big Con“ geschildert, der Film „The Sting“/“Der Clou“ basiert teilweise darauf

* Johann Böttger, 17./18. Jh, HRR, war Miterfinder des europäischen Hartporzellans, hat sich lange daran versucht, Gold herzustellen

* Sarah Edmonds nahm als “Franklin Thompson” auf Seite der USA (bzw Nordstaaten) am amerikanischen Bürgerkrieg teil

* Alves dos Reis, portugiesischer Geldfälscher

* Harry Domela: Der Baltendeutsche, im Russischen Zarenreich geboren, gab sich in der Weimarer Republik als Hohenzollern-Prinz aus; wechselte öfters die politischen Lager und seine Heimatländer

* Enric Marco, falsches Nazi-Opfer; > Tania Head, falsches 9/11-Opfer

* Frank Farian/Franz Reuther sang für von ihm produzierte Bands wie Milli Vanilli oder Boney M. zT selbst

* Zauberkünstler wie “David Copperfield” oder Uri Geller, irgendwie

* Mary Toft hat im England des 18. Jh behauptet, Hasen zur Welt gebracht zu haben

* Der 1912 in England gefundene Piltdown-Schädel ist erwiesenermaßen eine Fälschung, offen ist, wer dafür verantwortlich war; möglicherweise der Finder, Charles Dawson

* Erich von Däniken vielleicht und so mancher andere aus dem esoterisch-pseudo-wissenschaftlichen Bereich; wobei das Pseudowissenschaftliche nicht auf die Esoterik begrenzt ist

* Doug Bower und Dave Chorley sind zumindest für einige Kornkreise verantwortlich; Robert Wilson hat das berühmte “Nessie-Foto” gestellt

* Dilettanten: Florence Foster-Jenkins, die „schlechteste Sängerin aller Zeiten”; Robert Coates (Möchtegern-Schauspieler); Paris Hilton; Hubertus (von) Hohenlohe;

* Falsche Akademiker, solche die ihre Abschlussarbeit plagiierten und denen der Titel bzw der Abschluss daher aberkannt wurde, wie Karl-Theodor zu Guttenberg

* Der iranische Einwanderer Anoushirvan Fakhran gab sich in USA als Sohn von Steven Spielberg aus

* Weiters: Nicholas Leeson, Fritz Rössler, Gregor MacGregor, Steven J. Russell, George Psalmanazar, Robin van Helsum, Phineas T. Barnum, Christian Gerhartsreiter, William Thompson, Madhura Nagendra (Olympia-Eröffnung 12), Georges Manolescu,…

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Die wichtigsten Westblock-Überläufer im Kalten Krieg

Es geht hier also um prominente Überläufer in den Ostblock zur Zeit des Kalten Kriegs. Als Überläufer sind nur jene zu werten, die in ihrem Staat/System eine Funktion inne hatten (und sei es eine als einfacher Soldat)! Und natürlich nur Aufgeflogene bzw “Bekennende”, nicht solche, die nur verdächtigt wurden/werden. “Maulwürfe”, also Personen, die in eine Organisation verdeckt eindringen, und nicht überlaufen, sind auch dabei. Reine Deserteure sind nicht berücksichtigt, solche die in ein neutrales “Lager” überliefen.

Auch Überläufer vor und nach dem Konflikt (Kalter Krieg) werden nicht gezählt, also zB Rosenblum/Reilly, der aus dem Russischen Reich nach Grossbritannien ging, Geheimdienst-Arbeit für Russland, GB, Deutschland, Japan leistetet, 1925 starb. Oder Günter Schabowski, der Mitglied des Zentralkomitees der SED in der DDR war, nach dem Aufgehen der DDR in der BRD die CDU untersützte. Guillaume wäre nur dann ein Überläufer gewesen, wenn er in der BRD nach seiner Enttarnung gewendet worden wäre; er war aber immer auf Seite der DDR. Die Meisten machten es aus Überzeugung, Andere aus Geld oder Liebe. Und: Des Einen Verräter ist immer des Anderen Helden. Bezüge zur Gegenwart sind viele da, etwa dass Edward Snowden auf den Spuren von Lee Oswald oder Kim Philby wandelt

Das geteilte Berlin beim Brandenburger Tor, die Welt z Zt des Kalten Kriegs

 

* Der Brite Harold “Kim” Philby wurde Kommunist, nicht zuletzt durch Begegnungen als Journalist mit dem Faschismus, in Spanien und Österreich. Als solcher trat er noch während des Weltkriegs (und damit vor Ausbruch des Kalten Kriegs) dem MI6 bei. Er war ein lupenreiner Doppelagent, der hauptsächlich auf die Sowjetunion “angesetzt” war, tatsächlich aber für deren Geheimdienst KGB (bzw Vorgänger NKWD) arbeitete. Stalin fürchtete, dass Philby ein Triple-Agent war. Ab 1956 arbeitete er, als “Nahost”-Korrespondent des „The Economist“ getarnt, als Agent des MI6 im Libanon. Er war dort auch an der Begleitung des (letztlich misslungenen) Kriegszugs von Grossbritannien, Frankreich und Israel gegen Ägypten (wegen des Suez-Kanals) beteiligt.

Flora Solomon, geborene Benenson, aus Russland stammende britische Jüdin, Mutter des AI-Gründers, einflussreiche Zionistin, Rothschild-Verwandte, war für das Auffliegen Philbys verantwortlich. Sie empörte sich, 1962 in Tel Aviv, über Philbys “pro-arabische” Artikel, etwa anlässlich des Kriegs gegen Ägypten 1956. Der MI5 in London wurde “informiert”, später sagte Solomon auch, dass Philby  versucht habe, sie zu rekrutieren. Victor Rothschildt von der MI5 (später Berater konservativer Politiker) wurde geschickt, um Philby zu befragen. Während der Befragungen setzte sich dieser 1963 in die SU ab. Ein Spionage-Ring um ihn, die Cambridge Four oder Five, flogen währenddessen auf, Leute in MI5 oder 6. Philby starb 1988 in der SU.

* Rudolf Fischer (Abel, Goldfus) wurde in GB als Sohn eines Deutsch-Russen geboren. Nach den Revolutionen 1917 ging die Familie um den überzeugten Kommunisten in die entstehende SU. Von dort ging Fischer/Abel als getarnter Agent u.a. nach GB, mit diversen Decknamen. Nach dem 2. WK wurde er in der USA eingesetzt, nachdem er der stalinistischen Eliminierungswelle entgangen war. Atomwaffen wurden Hauptaugenmerk seiner Spionage; er hatte Kontakt u.a. mit Theodore A. Hall aus dem Los Alamos National Laboratory und dem Kreis von Lona und Morris Cohen, bzw war ihr Führungsoffizier. Fischer wurde 1957 enttarnt, dann verurteilt. Er wurde 1962 auf der Glienicker Brücke zwischen West-Berlin (BRD) und Potsdam (DDR) gegen den amerikanischen Kampf-Piloten Francis G. Powers ausgetauscht. Dieser war 1960 während eines Spionagefluges von der sowjetischen Luftverteidigung bei Swerdlowsk abgeschossen worden. Fischer ging in die SU.

* Theodore A. Hall dürfte von Jenen, die im amerikanischen oder britischen Atom(waffen)programm für die Sowjetunion spionierten, der Bedeutendste gewesen sein, bzw die wichtigsten Informationen geliefert haben. Der Wissenschaftler (Physiker) war in Los Alamos (New Mexico) im Manhattan-Projekt beschäftigt. Er wurde erst 1995 als Informant bzw Spion für die Sowjetunion (SU) enttarnt. Er starb 1999, ohne verurteilt worden zu sein. Verrat half der SU bei ihrem Atomwaffenprogramm. Bald nach dem 2. WK hatte auch die SU Atomwaffen, war das USA-Atommonopol gebrochen, wurde der Kalte Krieg ein potentieller atomarer Konflikt.

* 1960 reisten zwei Kryptologen der US-amerikanischen National Security Agency (NSA), William H. Martin and Bernon F. Mitchell, in die Sowjetunion. Ob sie auch davor Informationen weiter gaben und welche Beweggründe sie hatten, habe ich nicht recherchiert. Beide wurden sowjetische Staatsbürger und heirateten dort. Martin bereute sein Überlaufen anscheinend nach ein paar Jahren, auch seine Ehe wurde geschieden; er ging schliesslich nach Mexico. Mitchell starb 2001 in Sankt Petersburg.

* David Greenglass ist im Zusammenhang mit den Rosenbergs bekannt geworden. Aus dem beteiligten Personenkreis arbeitete nur Ethel Rosenbergs Bruder David Greenglass im Manhattan-Projekt, der amerikanischen Atombomben-Entwicklung. Greenglass trat 1943 in die USA-Armee ein, war zu diesem Zeitpunkt schon Mitglied der Young Communist League USA, die der Kommunistischen Partei der USA, der CPUSA, nahe stand. In der Armee wurde Greenglass, als Maschinenschlosser, nicht etwa als Wissenschafter, zum geheimen Manhattan-Projekt kommandiert. Er war zunächst in dem Uran-Anreicherungsprojekt in Oak Ridge (Tennessee) beschäftigt, dann in den geheimen Laboratorien in Los Alamos in New Mexico.

Julius Rosenberg war Elektroingenieur, der in der Armee arbeitete, bevor er nach der Entdeckung seiner Verbindung zur CPUSA 1945 entlassen wurde. David Greenglass hat ab November 1944 bis zu seinem Ausscheiden aus dem Militär 1946 geheime Informationen die nukleare Forschung betreffend gesammelt und sein Schwager Julius Rosenberg diese an die sowjetischen Geheimdienste GRU und NKWD weiter gegeben. Ethel war eigentlich nur loyal zu ihrem Mann und ihrem Bruder. Rosenberg hatte zur Zeit der Weitergabe keine Funktion in einer staatlichen Stelle inne; ob Greenglass Maulwurf oder Überläufer war, ist diskutabel. Jedenfalls lag seine Aktivität eigentlich vor dem Beginn des Kalten Kriegs, der meist mit 1947 angesetzt wird (Truman-Doktrin,…).

Nach dem Krieg betrieben Greenglass und Julius Rosenberg eine Maschinen-Reparaturwerkstatt. Sie flogen durch das VENONA-Projekt auf, ein Gemeinschaftsprojekt der Geheimdienste der USA und des britischen Auslandsgeheimdienstes MI6, zur Entschlüsselung von Geheimnachrichten offizieller sowjetischer Stellen in den USA, die in der Zeit von 1938 bis 1945 aufgezeichnet wurden. 1950 wurde aufgedeckt, dass Klaus Fuchs in GB als Spion für die Sowjetunion gearbeitet hatte. Fuchs’ Geständnis ergab, dass er über seinen amerikanischen Kontaktmann Harry Gold Informationen an einen sowjetischen Agenten übergeben hatte. Die Spur von diesem führte zu Greenglass und den Rosenbergs, die ihn ebenfalls als Kurier benutzt hatten.

Greenglass wurde im Juni 1950 vom FBI wegen Spionage verhaftet, belastete Julius Rosenberg, ging eine Immunitäts (Kronzeugen)-Übereinkunft mit der Justiz ein. Er wurde zu 15 Jahren Gefängnis verurteilt, von denen er 10 absass. Seine Belastungsaussage bewirkte die Todesstrafe gegen seine Schwester und seinen Schwager. Julius und Ethel Rosenberg bekamen 1951 ihren Prozess, wurden 1953 am elektrischen Stuhl hingerichtet. Die Rosenbergs sind bis heute die Letzten, die in der USA wegen Spionage hingerichtet wurden. Diese Fälle von Atomspionage im frühen Kalten Krieg heizten die Jagd auf (tatsächliche/vermeintliche) Kommunisten in der USA der 1950er, der Eisenhower-Zeit, an.

* Der ehemalige SS-Obersturmführer Heinz Felfe war ein Maulwurf/Doppelagent im BND. Der KGB soll ihn mit dem Wissen über seine Verstrickungen in NS-Verbrechen “angeworben” haben. Diese beging er als Mitarbeiter des RSHA, bestanden zT in Drangsalierungen gegen Sorben – kamen wahrscheinlich aus Gegnerschaft zu seinem sorbischen Vater. Der BND verlor durch seine Informations-Weitergabe einen Grossteil seiner geheimen Quellen im Ostblock. 1961 als “Verräter” enttarnt und verhaftet, wurde Felfe 1963 zu 14 Jahren Haft verurteilt. 1969 kam er durch einen Agentenaustausch in Freiheit bzw in den Ostblock. Der Austausch erfolgte gegen Widerstand des damaligen BND-Chefs Gerhard Wessel (wie Vorgänger Gehlen aus der Abteilung “Fremde Heere Ost” im Oberkommando des Heeres in der Wehrmacht) und  Bundeskanzler Kiesinger. Felfe lebte und arbeitete einige Jahre in der SU, dann in der DDR. 1986 veröffentlichte er seine Memoiren unter dem Titel “Im Dienst des Gegners”. Er starb 2008 in Berlin.

* Der Physiker Klaus Fuchs unterstützte die KPD in der Weimarer Republik, ging in der Nazi-Zeit nach GB, arbeitete an dessen Atomwaffenprogramm, und an jenem der USA (Manhattan-Projekt) mit, gab Infos darüber an die SU weiter  (über das Netzwerk mit dem auch Richard Sorge arbeitete). 1950 durch das VENONA-Projekt aufgeflogen, wurde er zu 14 Jahren Gefängnis verurteilt. 1959 wurde er begnadigt und reiste in die DDR aus, wo er im Jahr vor der Wende starb.

* Noel Field: Der Quäker vertrat die USA in der Zwischenkriegszeit als Diplomat, war dann beim Völkerbund tätig, während des 2. WK für eine US-amerikanische Hilfsorganisation für Flüchtlinge. Irgendwann war er Kommunist geworden, und von da war es zur Tätigkeit als Informant für die Sowjetunion (SU) nicht mehr so weit. Das war er auch im beginnenden Kalten Krieg. 1949 wurde er in der Tschechoslowakei verhaftet und nach Ungarn gebracht; er war den Ostblock-Machthabern verdächtig, als anti-stalinistischer Kommunist mit West-Hintergrund. So wurde er der Spionage für die USA beschuldigt, wurde Opfer der stalinistische Tschistki (“Säuberungen”), wie auch seine Frau und seine Adoptivtochter. Rudolf Slansky und viele Andere damals getötete oder gefolterte Kommunisten im Ostblock wurden mit von Field unter Folter erpressten „Geständnissen“ belangt oder weil sie mit Field Kontakt gehabt hatten. Beinahe auch Erich Mielke. Field selbst überlebte das Martyrium, wurde freigelassen, blieb Kommunist, lebte 1955-70 in Ungarn. Eigentlich war er vor Beginn des Kalten Kriegs übergelaufen, und in Ungnade zu fallen war für Überläufer eigentlich ein seltenes Schicksal, ihn ereilte es in den frühen Jahren dieses Konfliktes.

* Li Zongren war einer der Überläufer im Konflikt zwischen den beiden Chinas. Er war Kriegsherr im Chinesischen Bürgerkrieg, auf Seite des Staates bzw des KMT, war in der Republik China vor und nach Niederlage und Exil hoher Funktionär, als Vizepräsident, amtierender Präsident,… War im Kreis v Chiang, wurde Konkurrent von diesem, wollte Verhandlungen mit der Volksrepublik bzw der KP. Er ging ins Exil und 1965 in die VR China.

* Stig Svante Eugén Bergling arbeitete für den schwedischen Geheimdienst Säkerhetspolisen (Säpo) und die Polizei. Und er gab, hauptsächlich in den 1970ern, Informationen an den Ostblock bzw die SU weiter. 1979 wurde er von Israel verhaftet und im selben Jahr in Schweden wegen Spionage zu lebenslanger Haft verurteilt. Die Bergling-Affäre ging weiter, als er 1987 während eines Sexualbesuchs im Gefängnis fliehen konnte. Er lebte dann in der Sowjetunion oder auch im Libanon. 1994 kehrte er wegen angeschlagener Gesundheit nach Schweden zurück, musste wieder ins Gefängnis, ehe er 1997 begnadigt wurde. Er starb 2015.

* Über Dieter Gerhardt habe ich hier einiges geschrieben.

* Christopher Boyce

* Philip B. F. Agee (1935-2008) war ein Agent der CIA, wandte sich, noch im Kalten Krieg, öffentlich von ihr ab und kritisierte ihre Praktiken, hauptsächlich von Cuba aus, wo er sich niederliess.

* Aldrich Ames gab als CIA-Agent Informationen an den KGB weiter. 1994 wurde er verhaftet, er sitzt nach wie vor im Gefängnis.

* Otto John war Jurist, ein Bruder von ihm war beim Stauffenberg-Umsturzversuch  gegen Hitler involviert. 1950 wurde er erster Präsident des Bundesamtes für Verfassungsschutz (BfV). 1954 verschwand er nach einer Gedenkfeier für den 20. Juli 1944, tauchte Tage später in Ost-Berlin wieder auf. Er kritisierte im DDR-Rundfunk die BRD, konkret Adenauers Westbindung, welche die deutsche Wiedervereinigung behindere. Ausserdem die Beschäftigung von Ex-Nazis in Führungspositionen dieses Staates. Er wurde auch in die SU gebracht und verhört. Nach fast 1 1/2 Jahren im Ostblock kehrte er Ende 1955 zurück, nach West-Berlin, wo er verhaftet wurde. Johns Beweggründe für sein zeitweiliges Überlaufen sind nicht ganz klar. 1956 wurde er in der BRD wegen Landesverrats verurteilt, 1958 zur Hälfte seiner Strafe von Bundespräsident Heuss begnadigt. Er zog nach Österreich.

* Jeffrey Carney war im Kalten Krieg ein Überläufer, mit dem nach Ende desselben abgerechnet wurde. Der Luftwaffen-Unteroffizier arbeitete für die NSA in Berlin, aufgrund seiner Deutsch-Kenntnisse, an der Radaranlage Marienfelde. Diente sich 1982 dem MfS (“Stasi”) der DDR an. Als er zurück in die USA versetzt wurde, und er verdächtigt wurde, floh er über Mexiko und Kuba in die DDR. Er bekam dort eine neue Identität. Das MfS wollte zur Zeit der Wende Unterlagen über Spione wie ihn vernichten, schaffte aber nicht alles, weil die Verbrennungsöfen überlastet waren. Die CIA spürte ihn 1991 in Berlin auf, entführte ihn nach Tempelhof, von dort in die USA. Er machte ein Geständnis, bekam einen Geheimprozess (ungefähr zur selben Zeit, als die Spähstationen der Amerikaner in Berlin abgerissen wurden), wurde zu 38 Jahren Haft verurteilt, von denen er 12 absass.

* Der Berliner Heinz Lippmann hatte als “Teil-Jude” u.a. das “KZ” Auschwitz/Oświęcim zu überstehen. In der DDR war in der FDJ Stellvertreter Honeckers. 1953 fuhr er über West-Berlin nach Hamburg, mit der Kasse, wegen Meinungsverschiedenheiten mit dem Chef. Wegen der Unterschlagung gab es in der BRD ein Verfahren gegen ihn. Er war dann als Journalist tätig, auch für den Staatssender “Deutsche Welle”.

* George Blake (Behar), 1922 in der NL geboren, als Sohn eines ägyptisch-türkischen jüdischen Vaters (mit britischer Staatsbürgerschaft) und einer protestantischen Niederländerin, war während des Korea-Kriegs an der britischen Botschaft in Süd-Korea. Von der vorrückenden nord-koreanischen Armee gefangen genommen, entschied er sich in Gefangenschaft, künftig dem kommunistischen Ostblock Informationen zu liefern. Und das tat er dann, als MI6-Agent. 1961 flog er auf, wurde verurteilt. 1966 gelang ihm aber die Flucht aus dem Gefängnis! Er floh in die SU, wo er auf Kim Philby und andere “Kollegen” traf.

* Robert Thompson, USA-Luftwaffen-Angehöriger, der in den 1950ern in Berlin-Tempelhof stationiert war und damals der SU Infos weiter gab, flog in den 1960ern auf; seine Gefängnisstrafe kam 1978 zu einem Ende, als er ausgetauscht wurde, gegen einen amerikanischen Studenten der DDR-Bürgern zur Flucht verhelfen wollte, und einen israelischen Kampfpiloten, der dem Apartheid-Regime Südafrikas geholfen hat und dabei in/von Mozambique gefangen genommen wurde.

* Alfred Frenzel wurde im österreichisch-ungarischen Kronland Böhmen geboren, nach dem 1. WK war die Familie Deutschböhmen bzw Sudetendeutsche in der Tschechoslowakei. Mitglied der dortigen KP, blieb er in der NS-Besatzungszeit der Tschechoslowakei treu anstatt sich den Nazis anzudienen.1 Eine Aussiedlung nach dem 2. WK blieb ihm dennoch nicht erspart. Er ging wie viele andere von dort nach Bayern und wurde in der SPD aktiv. Als Abgeordneter im Landtag und Bundestag. Rechte Exil-Sudetendeutsche in anderen Parteien hielten ihm seine Vergangenheit vor. Angeblich wurde er vom CSSR-Geheimdienst mit Wissen um eine Veruntreuung in der Zwischenkriegszeit erpresst, vielleicht kam die Zusammenarbeit aber anders zu Stande. 1960 wurde Frenzel enttarnt und festgenommen. Seine Gefängnis-Strafe endete durch einen Gefangenen-Austausch mit der CSSR.

* Karel Koecher wurde von der CSSR in die USA eingeschleust (wegen seiner Englisch-Kenntnisse), arbeitete dort für die CIA (wegen seiner Tschechisch- und Slowakisch-Kenntnisse), aber tatsächlich für den KGB. Nach dem Auffliegen 1984 wurde er 1986 auf der Glienicker Brücke gegen Anatol Nathan Scharansky ausgetauscht, der aus der SU nach Israel auswandern wollte (er wurde dort Minister). Er ist einer von den wenigen hier, die noch am Leben sind.

* Der DDR-Propagandist Karl-Eduard von Schnitzler war im 2. WK als Wehrmachts-Soldat in britische Kriegsgefangenschaft geraten, wurde in der britischen Besatzungszone in Deutschland zur Propaganda eingesetzt, lief 1947 in die SU-Zone über.

* Bruno Pontecorvo (1913 – 1993), italienischer Atomphysiker, Assistent von Enrico Fermi, lief 1950 in die SU über, wo er seine Forschungen fort setzte.

* Stefan Heym: als Helmut Flieg ging er von Chemnitz in die USA, mit dessen Militär nach Deutschland zurück, sollte Propaganda im Sinn der USA machen, fühlte sich aber dem Kommunismus verbunden, verliess die Army, ging zurück in die USA, arbeitete als Schriftsteller, aufgrund des Terrors in der McCarthy-Ära ging er 1952/53 in die DDR, wandte sich von der SED ab, aber nur halb, 1994 für die PDS in den Bundestag gewählt, erlebte er bei seiner Alterspräsidenten-Rede Feindseligkeit aus den Reihen von CDU/CSU

* George Koval: Vater Jude aus Russischem Reich der in USA einwanderte, kommunistische Familie, Übersiedlung in SU (Birobidschan), George als Agent nach USA geschickt, Studium, ins Oak Ridge National Laboratory, Mitarbeit am USA-Atomprogramm, Weitergabe Infos an SU, legale Rückkkehr in SU, dann erst aufgeflogen, starb 06 in Russland.

* Der KGB-Agent Bogdan Staschinski tötete 1959 in der BRD im Auftrag seiner Behörde den ukrainischen Nationalisten Stepan Bandera, der mit Wehrmacht und BND zusammenarbeitete. Stashinski stellte sich später in W-Berlin, wollte wegen einer Liebe überlaufen, bekam in der BRD eine milde Strafe (“nur Beihilfe”)2, dann eine neue Identität.

* Arnold Schölzel desertierte 1967 aus der Bundeswehr, lief in die DDR über, an der Humboldt-Universität hat er für die Stasi Oppositionsgruppen ausgehorcht, seine Stelle an der Uni verlor er nach der Vereinigung, er wurde Herausgeber der “Junge Welt”

* Ursel Lorenzen war eine Sekretärin in der NATO, die 1979 in die DDR über lief. Vor der Wiedervereinigung verliess sie und ihr Partner das Land, möglicherweise nach Libyen

* Fred Rose/Fishel Rosenberg: Anfang des 20. Jh im damals russischen Polen geboren, wurde er von seiner Familie im 1. WK nach Canada gebracht, wo er in der Kommunistischen Partei des Landes (CPC/PCC) aktiv war, ehe diese im 2. WK verboten wurde, für deren Nachfolgepartei Labor-Progressive Party wurde er 1943 in Quebec ins kanadische Parlament gewählt; als die SU vom Alliierten der Westmächte zu ihrem Feind wurde, nach dem Krieg, wurde Rose durch die Enthüllungen des übergelaufenen SU-Diplomaten/Agenten Gusenko der Spionage beschuldigt und verurteilt; nach seiner Freilassung aus dem Gefängnis reiste er ins kommunistische Polen aus

* Robert Soblen/ Ruvelis Sobolevicius/ Roman Well, ein Jude aus Litauen, war in der Weimarer Republik als Kommunist aktiv. Zusammen mit einigen Mitstreitern floh er 1933 in die Sowjetunion, später wurden sie als Spione in die USA geschickt. Sobolevicius/Well/Soblen arbeitete dort als Psychiater. 1957 flog der Ring durch das FBI auf, Soblen wurde zu lebenslanger Haft verurteilt. Er konnte jedoch 1962 fliehen, wollte Asyl von Israel3. Nachdem er das nicht bekam, sollte er über GB in die USA zurück überstellt werden. In London verübte er Selbstmord

* Hansjoachim Tiedge lief 1985 vom BfV (zuständig für die Abwehr der DDR-Spionage) in die DDR über

Manfred von Brauchitsch: aus schlesischer Adelsfamilie, Auto-Rennfahrer bei Mercedes-Benz; nachdem er nach dem 2. WK pleite war, diente er sich der DDR an, lief 1954 auch tatsächlich dorthin über, nachdem er in der BRD angeklagt wurde. Das war nach seiner aktiven Zeit als Rennfahrer und er wirkte in der DDR als Sportfunktionär – was im Fall des Autorenn”sports” eine mühsame Angelegenheit gewesen sein dürfte. Ansonsten sind Sportler fast ausschliesslich in die andere Richtung “gegangen”. Er ist fast ein Fall für diesen Artikel

McKinley Nolan: Soldat des USA-Militärs, 1967 zu Nord-Vietnam über gelaufen

Margaret Schlauch: US-Wissenschafterin, ging 1951 vor McCarthy-Verfolgung nach Polen)

Clarence Adams: afro-amerikanischer US-Soldat, Kriegsgefangener Korea-Krieg, danach einer von 21 USA-Soldaten die nach China gingen, 66 Rückkehr (weil er Sehnsucht nach seiner Mutter hatte)

Ausserdem: Mihalis Maniadakis (griechische Luftwaffe, 1970 zur SU); Richard Tannimura (US-Militär, 1968 nach Schweden); Theo van Eijck (NL-Militär, 1964 nach Libyen); Gerald A. Eckert (RZA-Militär, 1983 nach Mozambique); Cheng Yi-Ming (Geheimdienst Rep. China, 1964 zur VR); Hede Massing, Alexander Koral, Gerhart Eisler, Ian Milner, Michael Peri, Harold Koch,

Beim konstruktives Misstrauensvotum der CDU/CSU gegen Willy Brandt 1972 (de facto wegen seiner Ostaussöhnung) versprachen die Mehrheitsverhältnisse im Bundestag aufgrund der Wahl 1969 und durch diverse Übertritte von SPD und FDP zu CDU/CSU oder zur Fraktionslosigkeit ein Gelingen. Nach dem knappen Scheitern kamen Gerüchte über Stimmenkauf auf. Julius Steiner (CDU) und Leo Wagner (CSU) sollen von der DDR (MfS) und/oder der SPD bestochen worden sein. Dies ist nicht gesichert. Umstritten ist die “Schuld” auch bei Gunvor Galtung-Haavik, norwegische Aussenministeriums-Angestellte, sie wurde 1977 der Spionage für die SU beschuldigt, starb vor einem Prozess. Arne Treholt, norwegischer sozialdemokratischer Aussenminister, saß einige Jahre wegen Spionage für den Ostblock im Gefängnis. Der USA-Regierungsbeamter Alger Hiss wurde Ende der 40er, Anfang der 50er beschuldigt und verurteilt, kommunistischer/sowjetischer Spion zu sein

Dann gibt es die Kategorie jener, wo nicht ihr Handeln bzw der Wahrheitsgehalt von Vorwürfen unklar ist, sondern ob ihr Handeln als Überlaufen oder Maulwurf-Tätigkeit für den Ostblock einzustufen ist. Lee H. Oswald zB war nach dem Militär am Höhepunkt des K.K. 59-61 in der SU, kam dann aber zurück, mit seiner russischen Frau. Abgesehen von seiner fraglichen Schuld am Mord an JFK, spricht einiges dagegen, ihn als Ostblock-Überläufer zu kategorisieren; u.a. dass er keine Funktion im Staatsapparat der USA inne hatte, privat reiste. Renfrew Christie hat Infos das Militär des Apartheid-Systems betreffend an dessen Gegner weiter gegeben, und dieser war mit der SU verbündet (so wie das Apartheid-Regime Südafrikas immer irgendwie Teil des Westens war), aber gerade bei ihm zeigt sich die die Relativität der Einteilung “Ostblock-Spion”. Henri Maillot hat in Algerien den Unabhängigkeitskampf unterstützt, der auch von der SU unterstützt wurde.

Erwin Borchers war Sohn eines preussischen Offiziers und einer elsässischen Weingutstochter, ging vor dem 2. WK aus Deutschland nach Frankreich, dort in die Fremdenlegion, kam nach Indochina. Bald brach dort der Unabhängigkeitskrieg aus, in diesem “1. Vietnam-Krieg” lief Borchers 1945 zum Viet Minh über. Er bekam den Namen Chien Si, heiratete eine Vietnamesin, wurde Kommunist, war auch beim Sieg von Dien Bien Phu dabei.4 Nazim Hikmet (Ran) ging zwar in den Ostblock, hatte aber in der Türkei keine offizielle Funktion (gehabt). Martha Dodd, Tochter eines früheren amerikanischen Botschafters, spionierte im frühen KK und davor für die SU, war dabei aber ebenfalls “privat” unterwegs.5 Das lässt sich auch von Ana Maria Silva Pais (Tochter des Chefs des portugiesischen Geheimdienstes PIDE, 1965 nach Cuba), Wolfgang Kieling oder JoAnne Deborah Byron (Assata Shakur) sagen

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

  1. Oder sich als Auswärtiger an dieser Besatzung zu beteiligen, wie H. M. Schleyer
  2. Als Staschinski-Fall bekannt gewordene Entscheidung des Bundesgerichtshofs
  3. > Meir Lansky, Samuel Sheinbein, Shmuel Flatto-Sharon, Salomon Morel,…
  4. Ein Jacques Doyon hat über die Franzosen und Fremdenlegionäre, die in diesem Krieg überliefen, das Buch “Les Soldats blancs de Ho Chi Minh” geschrieben
  5. 1957 gingen sie und ihr Partner in der Tschechoslowakei, wo Dodd 1990 starb. Sie entging dem Schicksal von Susanne Albrecht

Die bedeutendsten Amateurhistoriker

Es geht um bedeutende Historiker, die eigentlich keine sind, keine abgeschlossene Ausbildung dafür haben. Die Gründe dafür, diese Ausbildung nicht zu haben, sind vielfältig – wie man auch am Ersten in dieser Liste sieht. Wobei Geschichte spät eine eigene wissenschaftliche Disziplin mit genormter Ausbildung geworden ist. Die meisten Hobby-Historiker erarbeiten und veröffentlichen etwas im kleinen Rahmen; andere haben grosse Ansprüche, manche setzen diese auch durch. Welche “Amateur-Arbeiten” ernst genommen werden, hat oft nicht so viel mit ihrer Qualität zu tun. Amateurhistoriker sind meist in der Erforschung lokaler/regionaler Geschichte aktiv, in Militärgeschichte (nicht zuletzt Offiziere), in der Familienforschung. Gerne nehmen sie sich auch Rätseln aus der Geschichte an, von den Kennedy-Morden bis zum Loch Ness, wo das Obskure ins Parawissenschaftliche übergeht.

In diesen Bereichen sind Amateur-Historiker oft “Konkurrenz” zu professionellen. Das sind oft Bereiche, wo besonderes Interesse von Laien für Geschichte da ist. Oft ist ein Ehrgeiz gegeben, die Experten “auszumanövrieren”1. Das Internet hat auch hier die Schwelle für Veröffentlichungen niedriger gemacht. Nicht relevant hierfür sind populärwissenschaftlich agierende ausgebildete Historiker, Historiker die in anderen Gebieten tätig sind, und solche die wie Propagandisten werken.

* John Edward Bruce wurde 1856 in USA als Sohn von Sklaven geboren, ein Studium war ihm nicht vergönnt; er gründete die Negro Society for Historical Research, die sich der Erforschung afro-amerikanischer Geschichte widmete, wurde ein Mitstreiter von Marcus Garvey. In dieser insgesamt doch sehr westlich dominierten Liste Einer an der Spitze, der die Relativität westlicher “Progressivität” vor Augen führt – zumal wenn man bedenkt dass er in vielen Bundesstaaten der USA auch noch in den 1950ern enorme Schwierigkeiten gehabt hätte, etwas zu studieren

* Sebastian Haffner: eigentlich Raimund Pretzel, Jurist, u.A. als Beamter tätig, wegen der jüdischen Herkunft seiner Frau ins britische Exil, hier das Pseudonym zugelegt und mit dem Geschichte-Schreiben begonnen, behandelte v.a. NS-Themen, wurde international von Bedeutung

* Winston Churchill hat Geschichte gemacht und (u.a.) darüber geschrieben. Seine Geschichtsphilosophie und sein Erzählstil waren einflussreich. Der Adelige ist bei seinen Tätigkeiten als Journalist, Militär, Politiker und Amateurhistoriker davon ausgegangen, dass den Angelsachsen aufgrund ihrer “einzigartigen Grösse” eine Führungsrolle zukomme. Dass er als britischer Premier Nazi-Deutschland bekämpfen liess, ändert nichts an seiner Mit-Verantwortung für die Hungersnot in der Präsidentschaft Bengalen (Bengal Presidency) im britisch beherrschten Indien 1943 (3 Mio. Tote). Wie entscheidend seine Verantwortung dafür war, ist umstritten, es geht um die Zurückhaltung von Nahrungsmitteln, bzw die Abzweigung dieser für britische Truppen.2

Seine historischen Schriften umfassen solche über seine Familie, Autobiographisches, und, am wichtigsten, mehrbändige Arbeiten über die Weltkriege: “The World Crisis” sowie “The Second World War”, ab 1945 geschrieben (teilweise als Oppositionsführer, teilweise als Premier), 1948–53 heraus gekommen. Den Nobelpreis für Literatur 1953 bekam er ja hauptsächlich dafür. Auch “A History of the English-Speaking Peoples” (1956–58 erschienen) ist ein mehrbändiges Werk und in gewisser Hinsicht autobiografisch. Im Squire-Sammelband „If it had happened otherwise“ mit kontrafaktischen Geschichten träumte der Alkoholiker von einem anderen Ausgang der Gettysburg-Schlacht (und des USA-Bürgerkriegs in Folge) und der Entstehung einer (noch mächtigeren) Anglo-Weltpolizei als Konsequenz.

* David Irving: hat diverse Studien angefangen, diverse Jobs gemacht, dann mit historischen Publikationen begonnen, alle zum 2. WK, eine Zeit die er als Kind in GB mit erlebte. Ilan Pappe sagte über ihn, er sei ein “handwerklich” guter Historiker, seine Schlüsse weniger gut, aber Gefängnis/Strafe für die Leugnung des Massenmords an Juden nicht unbededingt angebracht.

* Gavin Menzies, ein britischer Offizier und Schriftsteller, hat revisionistische Theorien zu Entdeckungsfahrten der frühen Neuzeit aufgestellt, die in der Fachwelt abgelehnt werden, aber ein breites Publikum interessieren

* Der jüdische Mediziner Immanuel Velikovsky (Russland/ Palästina/ USA) verband Sagen, religiöse Mythen, Geschichte und Astrophysik zu revisionistischen interdisziplinären Ideen, Theorien und Spekulationen, zB in “Welten im Zusammenstoss” (1950). Er hat sich diverse “Kapitel” antiker Geschichte vorgenommen, kontrafaktische Behauptungen zu diversen Völkern, Reichen, Herrschern aufgestellt, behauptete kosmische Katastrophen, übte auch etwas Chronologiekritik. Seine weitgehende Einstufung als pseudowissenschaftlich in der Fachwelt wird von seinen Anhängern (Heinsohn scheint einer davon gewesen zu sein) als “Belastungsmaterial” gegen den Wissenschaftsbetrieb angeführt.

* Der Amerikaner Shelby Foote, Offizier, Journalist und Schriftssteller (u.a. der historische Roman “Shiloh” über den USA-Bürgerkrieg), hat mit einem 3-bändigem Werk über diesen Krieg Anerkennung geerntet.

* Patricia Roppel: Abschluss in Hauswirtschaftslehre, Publikationen zur Geschichte von Alaska

* Pierre Plantard: französischer technischer Zeichner (1920-2000), der sich mit Verschwörungen und Geheimbünden befasste (selbst welche gründete), und Behauptungen rund um die Église Sainte-Marie-Madeleine in Rennes-le-Château aufstellte, die sich stark verbreiteten

* Fritz Tobias: Mitarbeiter im niedersächsischen Innenministerium, Recherchen über die Reichstags-Brandstiftung 1933, 1959/60 Serie darüber im „Spiegel“, 1962 Buch darüber, Marinus van der Lubbe war ihm zufolge der Alleintäter, Anerkennung durch Theodor Mommsen

* Erich von Däniken: der Schweizer Autor behauptet, dass ausserirdische Lebewesen seit langem mit der Erde in Kontakt stünden, Kulturen beeinflusst haben; manche Parallelen zu Velikovsky

* Jean-Claude Pressac beschäftigte sich mit den Gaskammern des KZ Auschwitz/Oświęcim, revidierte seine früher revisionistischen Vorstellungen darüber, lieferte neue Erkenntnisse dazu

* Georg Markus versteht es, Details aus der österreichischen Geschichte für ein breites Publikum aufzubereiten

* Ronald Wyatt: der OP-Pfleger und 7-Tages-Adventist hat sich der Suche nach den Überresten der Arche Noah’s, in Durupinar nahe des Ararat, und anderen Standorten biblischer Erzählungen, gewidmet

* Selwyn Raab: “Mafia-Historiker”, USA, Buch “Five Families”, eigtl. Journalist

Robert M. Edsel (der US-amerikanische Geschäftsmann beschäftigt sich mit NS-Raubkunst); Nancy Hatch-Dupree (ist Archäologin, aber auch als Historikerin tätig); Claude Cantini (Schweizer Psychiatrie-Krankenpfleger, der aus Italien stammt, beschäftigte sich mit Rechtsextremismus, v.a. dem schweizerischen); Slavko Goldstein; Gustav von Struve (Jurist und Politiker, publizierte Historisches, knapp bevor Geschichtswissenschaft als solche entstand); Gareth Glover (der britische Offizier beschäftigt sich mit den Napoleonischen Kriegen, v.a. der Waterloo-Schlacht); Graham Phillips (BBC-Reporter, schrieb über Hl. Gral oder König Artus); Conrad Black (kanadischer Geschäftsmann); Rémi Cuisinier (Museum, Bücher); Gerald Posner (>JFK-Mord); Andreas Peham (H. Schiedel, kann sich auf ein Netz nicht zuletzt im Medienbereich stützen, darf sogar an Schulen Vorträge halten, über Rechtsextremismus, wobei er dieses Engagement in den Dienst “anti”deutscher Ideologie stellt); Şahin Ali Söylemezoğlu (Deutsch-Türke, verharmlost und verdreht den Armenier-Genozid); Heinrich Bartsch (Vertriebener, zur Geschichte Schlesiens); Jared Diamond (gewissermaßen auch im historischen Bereich aktiv); Grégoire Bernache; William Doino (im katholischen Bereich aktiv); Karl Trotzig (schwedischer Lokalpolitiker, 19./20. Jh); Richard Labunski (USA, Politologe, Jurist, Journalist); David Cundall (auch ein Hobby-Militärhistoriker); Herbert Gold (Theorie über das Bernsteinzimmer); Claus Uhlrich (Leipzig); Ernest T. Parritt (ein Buch von ihm inspirierte das Album “Homo erraticus” von Ian Anderson); Charles Guay (Abt, 1845-1922); M. C. F. Easmon (Arzt in Sierra Leone); Francis Napier (Lord, 19. Jh, im brit. Kolonialdienst); Anders Franzen (Schweden, Marine); Jacob Cove-Jones (Suche nach dem Schatz der Temeplritter); Sidney Webb (britischer Politiker & Jurist); Jeffrey Badger (“Finding Granddad’s War”); Denis Coquoz des Marécottes, Samuel Mbajum, Jacques Mésségué, John Woodforde, René Laplanche, Charles Jenkins (Australien),

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

  1. So etwas gibt es aber auch innerhalb der akademischen Historiographie
  2. Zu der Hungerkatastrophe gibt es den historischen Roman “Ashani Sanket” (“Ferner Donner”) von Bibhutibhushan Bandyopadhyay, der auch verfilmt wurde. Die Inderin Madhusree Mukherjee brachte 2010 das Buch “Churchill’s Secret War” heraus

Das Ende der Macht

Es gab Despoten, die ein schlimmes Ende verdient hätten, aber weder im eigenen Land noch von einer anderen Macht zur Rechenschaft gezogen wurde, eines natürlichen Todes starben. Andere kamen unverdient zu einem bösen Ende. “Stalin” ist der Grösste der Despoten, die ungestraft davon kamen, zumindest aus neueren Zeiten. Auch Franco, Mao, Dschingis Khan starben “im Amt”; das geschah natürlich auch mit weniger Schlimmen, von Tito bis Victoria (of Saxe-Coburg-Gotha). Pinochet, Churchill oder Ben Gurion (Grün; der Hauptverantwortliche der Nakba) hatten einen ruhigen Lebensabend, nachdem sie die Macht abgegeben hatten. Buonaparte, der freilich auch für einiges Positive verantwortlich war, wurde immerhin verbannt. Hitler entging durch Selbstmord einer Strafe.

* Der Offizier Samuel Doe stand 1980 an der Spitze eines Putsches in Liberia, mit dem Präsident Tolbert gestürzt wurde (dieser und seine Minister wurden erschossen), was das Ende von 133 Jahren Herrschaft der Americo-Liberianer brachte – und den Beginn von politischer Gewalt, die Liberia möglicherweise jetzt verlässt. Diese Americo-Liberianer, aus Amerika (USA und Karibik) im 19. Jh nach Afrika “zurückgekehrte” Schwarze bzw ihre Nachfahren, machen 2 bis 5% der Bevölkerung Liberias aus. Das ist so wenig, dass diese Gruppe bei der Absicherung ihrer Herrschaft immer auf  “einheimische Schwarze” angewiesen war, als Soldaten oder Polizisten. Und genau aus diesen Sicherheitskräften gab es 1980 die Erhebung, unter Doe.

1989 begann eine neue Erhebung, gegen Doe und sein Regime, der Beginn eines Bürgerkriegs. 1990 nahm die Miliz von Prince Johnson die Hauptstadt Monrovia ein, spürte auch Noch-Präsident Doe auf. Doe wurde unter Anleitung Johnsons zu Tode gefoltert (anscheinend wurden ihm verschiedene Körperteile abgeschnitten und er verblutete), die Sache wurde gefilmt. Johnson unterlag in diesem Bürgerkrieg dann der Miliz von Charles Taylor; er ging ins Exil nach Nigeria und soll dort religiös geläutert worden sein. Nach seiner Rückkehr nach Liberia entschuldigte er sich bei der Familie Does und trat vor der Wahrheits- und Versöhnungskommission auf. Der ehemalige Warlord wurde dann ins Parlament Liberias gewählt. Kopien des Videos von der Ermordung Does zirkulierten in Westafrika, auch auf Youtube finden sich Ausschnitte davon. Der ivorianische Schriftsteller Ahmadou Kourouma schrieb über Does Ermordung im Roman “Allah n’est pas obligé” (2002).

Auch Libyens Herrscher Ghadaffi wurde zu Tode gefoltert, als er mit seinem Auto-Konvoi zum Abschluss des Aufstandes gegen ihn 2011 in Sirte (mit westlicher Hilfte) in die Hände von Aufständischen fiel. Er wollte anscheinend nach Niger fliehen. Auch davon gibt es Film-Aufnahmen, etwa wie ihm ein Messer in den Anus gestochen wird.

Ermordet im Rahmen oder in Folge von einem Umsturz wurden auch Abdelkarim Kasim im Irak 1963, Gaius Julius Caesar 44 vC (Römische Republik), Nikolai (II.) Romanov (die Geschehnisse von 1918 sind heute weitgehend aufgeklärt), Patrice Lumumba oder Benito Mussolini. Mussolinis Fall stand freilich im Zusammenhang mit einer militärischen Entscheidung, aber da italienische Kräfte an diesem Kampf gegen ihn und Nazi-Deutschland beteiligt waren, ist es etwas Anderes als ein Sturz durch eine Invasion/Besatzung gewesen. Mussolini wurde von Widerstandskämpfern gegen sein Regime gefangen genommen und exekutiert, dann ausgestellt.

Mussolini (zweiter von links)

* Infolge eines Umsturzes oder einer Besetzung abgeurteilt und exekutiert wurden etwa Amir-Abbas Howeida, Nicolae Ceausescu (Foto), Adnan Menderes, Nazis wie Ernst Kaltenbrunner, Zulfikar A. Bhutto oder Saddam Hussein. So unterschiedlich diese Fälle sind, vom Charakter des betreffenden Regimes bis zu den Umständen der Aburteilung, wenn man die Kategorie so definiert, gehören sie alle zu ihr. Hussein wurde von der Besatzungsmacht gefangen genommen und unter der “Nachfolge”-Regierung vor Gericht gestellt. Angesichts der Menge an (hauptsächlich) Irakern, die unter ihm getötet wurden, braucht man hier nicht anfangen, nach der Angemessenheit der Todesstrafe zu fragen oder über das Verhalten der anscheinend schiitischen Wärter bei der Exekution (https://www.youtube.com/watch?v=eqwTvHIU43c) diskutieren. Louis (XVI.) de Bourbon wurde 4 Jahre nach dem Umsturz verurteilt (durch das Parlament) und hingerichtet (durch die Guillotine).

25. 12. 1989, Targoviste, kurzer Prozess mit den Ceaucescus
25. 12. 1989, Targoviste, kurzer Prozess mit den Ceausescus. Innerhalb von 3 Tagen verlor der Despot Macht und Leben

* Der römische Kaiser (253 bis 260) Valerian (Publius Licinius Valerianus) bemühte sich um die Wahrung der Reichs-Grenzen, gegen Goten wie Perser, und liess Christen verfolgen. 53 vC fand das erste Aufeinandertreffen der Heere des Römischen Reichs und Persiens statt, in Mesopotamien, danach brachen bis zur arabisch-islamischen Expansion über Jahrhunderte hinweg immer wieder Kämpfe statt, in Mesopotamien, Syrien, und Armenien. Die Grenze der Reiche verlief meist am Euphrat. Valerian kümmerte sich selbst um die Abwehr in Syrien. 260 unterlag er mit seinen Truppen bei Edessa (Syrien) gegen die Perser unter dem Sasaniden Schapur I. Kaiser Valerian wurde dabei gefangen genommen, ein einmaliger Vorgang in der römischen Geschichte, auch die dort anwesenden römischen Politiker und Offiziere. Es zirkulieren diverse Geschichten über Valerians Gefangenschaft, etwa dass er jedesmal wenn der persische König ein Pferd bestieg, diesem als „Leiter“ dienen musste – wie es in einem “Triumphrelief” für Schapur in Naqsch-e Rostam dargestellt ist. Sicher ist, dass Valerian nie mehr frei kam und in der Gefangenschaft starb.

Odenathus/Udhainat von Palmyra griff die Perser auf ihrem Rückweg vom Edessa-Sieg an, siegte. In weiterer Folge wurde der Stadtsstaat (de facto) unabhängig vom Römischen Reich, übernahm die Herrschaft über Teile seines Orients. Palmyra wurde für einige Jahre Rivale der Perser in Syrien bzw an seiner Westgrenze.

Infolge eines Umsturzes oder einer militärischen Niederlage eingesperrt/verurteilt wurden auch Nawaz Sharif, Erich Honecker, Mohammed Nashid, Karl Dönitz, Slobodan Milosevic, Hosni Mubarak, Jorge Videla (lange nach der Demokratisierung), Miklos Horthy oder Philippe Petain. Napoleon (III.) Bonaparte musste infolge eines verlorenen Kriegs abtreten und ins Exil gehen, seinem Onkel war es ähnlich gegangen.

* Im Amt befindlich ermordet wurden u.a. Abraham Lincoln, der saudisch-arabische König Faisal al Saud (1975 von seinem Neffen im Palast), JFK, Hendrik Verwoerd, Yizak Rabin, Anwar Sadat, Rafik Hariri, Luis Carrero. In diesen Fällen war der Mord nicht mit einem Umsturz verbunden und wurde daher als Verbrechen geahndet. Engelbert Dollfuss wurde im Rahmen eines Putschversuchs getötet, gehört auch in diese Kategorie.

* Im Rahmen einer militärischen Aktion getötet wurden Ahmed Yassin (in Gaza), Osama Bin Laden oder Salvador Allende. Allende verübte wahrscheinlich Selbstmord im Präsidentensitz Moneda, der angegriffen wurde, kurz zuvor wurde ein Foto von ihm gemacht.

* Abgesetzt worden und dabei Exekution, Gefängnis und Exil entgangen sind zB Alexander Dubcek, Mohammed Mossadegh, Sukarno, Nikita Chrustchow, Necmettin Erbakan. Und Romulus August(ul)us, der letzte Kaiser des Weströmischen Reichs.

Die Krise des Römischen Reichs im Westen hatte schon vor der Reichsteilung begonnen, durch den Einfall germanischer Stämme infolge der Völkerwanderung.  Im Weströmischen Reich dominierte am Ende das Heer, und darin spielten Germanen eine wichtige Rolle. Die Umstände der Erhebung von Romulus Augustus zeigen schon die Machtlosigkeit des Kaisertums gegenüber dem Heer. Nachdem Heermeister Orestes 475 Romulus’ Vater als Kaiser Westroms abgesetzt hatte, erhob er diesen zu seinem Nachfolger. Dieser war damals 15 Jahre alt, sein Spottname “Augustulus” gibt seine Bedeutungslosigkeit und Unerfahrenheit wieder. Das Ende kam im Jahr darauf, mit einem Aufstand der “Barbaren” im römischen Heer wegen Benachteiligungen gegenüber den “echten Römern” dort, nachdem Heermeister Orestes die Forderungen abgelehnt hatte. Anführer war Odoaker, einer der Militärherrscher Westroms, in deren Schatten die Kaiser standen. Orestes, der sich den Aufständischen mit seinen Truppen entgegen stellte, wurde im Kampf getötet.

Der Putsch war erfolgreich, der Kaiser wurde abgesetzt. Für Romulus Augustus wurde kein Nachfolger mehr ernannt. Der Anführer der meuternden Germanen im weströmischen Heer, Odoaker, unterstellte sich dem Oströmischen Reich, wurde von diesem einstweilen als eine Art Lokalherrscher anerkannt. Romulus wurde aus der Hauptstadt Ravenna verbannt, auf ein Landgut bei Neapel, bekam eine Pension ausbezahlt. Es heisst, er habe sich dann der Gartenarbeit gewidmet. Die Abschaffung des Kaisertums wird meist als Ende des Weströmischen Reichs gesehen und als eines der Ereignisse, die das Ende der Antike markieren.

Odoaker wurden dann von den Ostgoten abgesetzt, dann griff Byzanz direkt in Italien ein, das Frankenreich dehnte vom Norden seinen Machtbereich aus,… Zu Beginn des Hoch-Mittelalters hatten sich dann in Italien (ein rein geografischer Begriff damals) die Verhältnisse ausgebildet, die die Region für Jahrhunderte prägen sollten: Byzantinische Herrschaft im Süden (Einfälle der Araber,…), der Kirchenstaat in der Mitte, das Ost-Frankrenreich im Norden (Bildung lokaler Herrschaften dort).

* Von einer gegnerischen Macht entführt und verurteilt wurden etwa Adolf Eichmann (lange nach seiner Machtausübung), Abdullah Öcallan (der relativ wenig Macht ausübte; auch hier war Israel beteiligt), Manuel Noriega.

* Ermordet nach der Zeit der Machtausübung, von privater oder staatlicher Seite wurden Talat Pascha, Haupt-Verantwortlicher für den osmanischen Völkermord an den Armeniern (wurde in der Zwischenkriegszeit in Berlin von einem solchen getötet), Schapour Bachtiar (ebenfalls im Exil; hatte sich nichts zu Schulde kommen lassen; Untertauchen bzw Rücktritt war erzwungen gewesen), Mohammed Najibullah (im Rahmen eines neuen Umsturzes; auch zu Tode gefoltert).

* “Normal” gestürzt wurden zB Tunesiens Ben Ali (> Exil Saudi-Arabien), Ferdinand Marcos (Exil USA), Georgios Papadopoulos (durch Demokratisierung; >Gefängnis), Manuel (II.) de Bragança (letzter König Portugals), Mehmet (VI.) Osmanoglu (der letzte Sultan des Osmanischen Reichs, 1918-1922, von der Atatürk-Regierung zu Rücktritt und Exil gezwungen),…

* Harold Holt verschwand im Meer als er australischer Premier war, starb wahrscheinlich eines Unfall-Tods (Ertrinken). Beim marokkanischen Oppositionellen Mehdi Ben Barka wurde das “Verschwinden” sicher vom Regime des Landes herbei geführt.

* Ohne Umsturz abgeurteilt und eingesperrt wurde Mosche Kazav, wegen sexuellen Vergehen. Philippiniens Ex-Präsident Joseph Estrada, ein früherer Schauspieler, wurde wegen Korruption verurteilt. Er wurde dann von seiner Nachfolgerin begnadigt und ist seither wieder als Politiker aktiv. Bettino Craxi entging einer Verurteilung, indem er nach Tunesien ging. Bei Strauss-Kahn kam der Rücktritt (als IWF-Direktor) aufgrund von Verhaftung und Anklage. Ivo Sanader trat wie Kazav vor seiner Verurteilung (zu einer Gefängnisstrafe) zurück.

* “Normale” Rücktritte: Wulff, Köhler, Profumo, Thatcher, Mbeki, Ter-Petrossian, Ratzinger, Edward (VII.) Windsor, Juan Carlos (I.) de Borbon, Ramiz Alia (er im Rahmen einer politischen Umwälzung),… Nixon kam mit seinem Rücktritt einer Amtsenthebung zuvor. Torontos Bürgermeister Robert Ford wurde “entmachtet”, nachdem 2013 bekannt wurde, dass er Crack geraucht hatte, er blieb aber de jure im Amt. Erst mit dem Ende seiner Amtszeit Ende 2014 änderte sich das. Zu dem Zeitpunkt war bereits seine schwere Tumor-Erkrankung bekannt, an der er vor kurzem starb. Nuri al Maliki wurde mehr oder weniger zum Rücktritt gezwungen. Auch Karl (von) Habsburg-Lothringen, letzter Kaiser Österreich-Ungarns, wurde zum Abtritt gedrängt. Alberto Fujimori ging ins Exil und erklärte von dort seinen Rücktritt. Belgiens König Baudouin/Boudewijn/Balduin I. trat 1990 aus Protest gegen ein Abtreibungsgesetz (bzw um seine Zustimmung zu diesem Gesetz nicht gegen zu müssen) für einen Tag zurück.

* In Australien gibt es eine Tradition der Abwahl von Regierungschefs durch die eigene Parlamentsfraktion, zuletzt erging es Anthony Abbott so. Öfters kommt es vor, dass Politiker vom Elektorat abgewählt werden. Von Silvio Berlusconis 4 Amtszeiten als italienischer Premier endete nur eine durch eine Abwahl, die anderen durch Rücktritte. Jedesmal wurde er danach wieder politisch aktiv.

* Dann gibt es Fälle, die in keine der angeführten Kategorien ganz passen:

Michail Gorbatschow trat am 25. Dezember 1991 als Präsident der Sowjetunion zurück, erklärte das Amt für aufgelöst. Am nächsten Tag erklärte sich das sowjetische Parlament, der Oberste Sowjet, für aufgelöst und anerkannte die Unabhängigkeit der 12 Staaten, die die GUS bildeten. SU-Regierung hatte es schon lange keine eigene mehr gegeben. Der grösste Teil der Macht war bereits vorher, in den Monaten seit dem Putschversuch im Sommer dieses Jahres, an den russischen Präsidenten Jelzin übergegangen. Gorbatschow verlor seine Macht weil sich der Staat, dessen Präsident er (gewesen) war, auflöste; oder anders herum: sein Rücktritt war einer der Schritte, die diesen Staat auflösten. Er, der am Ende des Kalten Kriegs Führer der kommunistischen Welt gewesen war, musste sich nun in einem Russland, das zur Marktwirtschaft überging, behaupten. Es heisst, dass sein Ansehen im Westen höher ist als im Russland. Einige Versuche, in der russischen Politik Fuss zu fassen, waren erfolglos. Im Westen verdient er sich etwas zu seiner “sowjetischen” Pension dazu, mit Vorträgen, Auftritten wie bei den “World Awards” oder der Mitarbeit an einer Kinder-CD, mit Bill Clinton.

Lothar de Maiziere verlor seinen Posten als Ministerpräsident der DDR auch, indem dieser Staat “abgeschafft” wurde – was er freilich maßgeblich mit betrieben hat. Seine politische Karriere im vereinten Deutschland war bald zu Ende, da Vorwürfe bezüglich “Stasi”-Mitarbeit erhoben wurden.

George VI. war der letzte britische König, der auch über (ganz) Irland herrschte; nachdem er diese Funktion verlor, behielt er genug andere. Nicht wirklich ein Fall.

Der letzte griechische König, Konstantin II. (aus dem Haus Glücksburg, das aus Dänemark stammt), arbeitete mit der Militärjunta, die sich 1967 an die Macht geputscht hatte, zusammen, ging nach einem versuchten Gegenputsch ins Exil, fiel bei den Offizieren im Laufe der Jahre in Ungnade und wurde abgesetzt, was nach der Demokratisierung in einem Referendum bestätigt wurde. Er gehört zu jenen Ex-Monarchen, die lange Kämpfe um die Möglichkeit der Rückkehr in ihr ehemaliges Herrschaftsland sowie um Restitution von Immobilien und mobilen Gütern führten. Wie auch Mihai de Hohenzollern, der einst zu Rücktritt und Exil gezwungen wurde

Mahatma Gandhi war nie ein Herrscher, eigentlich nur ein Aktivist des INC, als solcher aber doch sehr bedeutend. Er von einem “Eigenen” ermordet, einem hinduistischen Inder. In seinem letzten Lebensjahr musste er damit fertig werden,  dass die Unabhängigkeit Indiens in Form einer Teilung zu Stande kam, und kämpfte gegen die damit verbundene Gewalt an.

Viktor Yanukovichs Abtritt als ukrainischer Präsident 2014 passt auch in keine der Kategorien hier.

Der Präsident der von der USA abgespaltenen CSA (Konföderierte Staaten Amerikas; “Südstaaten”), Jefferson Davis, verlor durch die Niederlage im amerikanischen Bürgerkrieg “seinen” Staat und seine Freiheit. Sein Fall passt irgendwie zu dem Honeckers oder aber Chrustschows, i-wie auch zu Eichmann (aus der Sicht jener, für die die CSA legitim waren), aber irgendwie auch nicht ganz. Davis, der Afro-Amerikaner “human beings of an inferior race” nannte, war am Kriegsende auf dem Weg ins Ausland, um eine Exilregierung zu bilden. Er wurde mit seiner Familie und weiteren Begleitern am 10. Mai 1865 nahe Irvinville, Georgia, von USA-Truppen gefangen genommen. Er wurde wegen Verrats angeklagt und blieb 2 Jahre in Untersuchungshaft in Fort Monroe, Virginia. Papst Pius IX., der sich selbst nach der Gründung Italiens als “Gefangener im Vatikan” sah, schrieb dem Episcopalisten Davis einen Brief. 1867 wurde Davis gegen Kaution freigelassen, die u.a. der Eisenbahn- und Schiffs-Magnat Cornelius Vanderbilt zahlte.

Es gab lange Diskussionen über Verrats-Prozesse gegen Davis und andere Führer der CSA, unter Präsident Johnson, der dem getöteten Lincoln nachgefolgt war. Es gab letztendlich keine. Ein Grund war, dass man (im Norden) nach Abspaltung und Krieg auf Versöhnung setzte. Dann setzte sich auch die Ansicht durch, dass der Norden bzw die Union dabei nur verlieren könne. Ein Freispruch würde diese(n) blamieren, ein Schuldspruch würde aus Davis oder General Lee Märtyrer machen. Manche Nord- UND Südstaatler wollten Prozesse, um ihre Sache zu argumentieren. Davis wurde angeblich freigelassen, nachdem Oberrichter Chase festgestellt hatte, dass es in der Verfassung der USA nichts gab, das die Sezession von Bundesstaaten verbat. 1868 erliess Präsident Johnson eine Amnestie für alle CSA-Führer, was Hochverrat betraf. Es hatte Todesstrafen für Deserteure gegeben und eine für Kriegsverbrechen, für den aus der Schweiz stammenden Gefängnisdirektor Henry Wirz. Das Verfahren gegen Davis wurde erst 1869 eingestellt, die Anklage blieb einige Monate über die Amnestie aufrecht.

1872 wurden Wahl- und andere Bürgerrechte von Kriegsteilnehmern wieder hergestellt, ausgenommen blieben militärische und politische Führer. Davis wurde einige Jahre später wieder in den Senat (der USA) gewählt, durfte den Sitz aber nicht einnehmen. Anscheinend hat er auch seine Plantage verloren. Um seine materielle Existenz musste er sich dennoch keine Sorgen machen. Die Zustände im Süden der USA bezeichnete er als “Yankee and Negros Rule”, aber “leise”. Er schrieb ein Buch über die CSA. Die Milde, die die Regierenden der USA über die Sezessionisten walten liessen, war eine auf Kosten der Schwarzen, deren echte Befreiung weitere 100 Jahre auf sich warten liess!

Es gibt zwei gute Bücher zur “Abrechnung” mit Davis und anderen CSA-Führern nach dem Krieg, von Albert T. Bledsoe’s “Is Davis A Traitor? or Was Secession a Constitutional Right Previous to the War of 1861” (1866) und “Why Didn’t The North Hang Some Rebels?” von William Blair; soviel ich weiss, nicht auf deutsch übersetzt.

Übrigens, die USA steckte einst hinter der Sezession eines Teils der mexikanischen Region Coahuila y Tejas, der als “Republic of Texas” zunächst 1836 als unabhängig proklamiert wurde und 1845 von der USA annektiert wurde. 1846 folgte auf das ein Krieg, infolge dessen Mexiko weitere Teile seines Gebiets an USA verlor. Auch die Sezession Panamas von Kolumbien wurde von der USA betrieben Und, als sich die USA von Grossbritannien abspaltete, war der spätere Nationalheld George Washington in der Rolle von Davis, mit dem Unterschied, dass diese Sezession gelang.

Auch Irland entstand durch einen Unabhängigkeitskampf (wieder), der aber keiner zwischen Kolonisten und Mutterland, sondern zwischen Autochthonen und Besatzern war. Der spätere Staats- und Ministerpräsident Eamon De Valera beteiligte sich am Osteraufstand in Dublin gegen die britische Herrschaft 1916 (mit dem der Kampf begann), wurde nach dessen Scheitern verhaftet und zum Tode verurteilt. Da er jedoch in der USA geboren war und deren Staatsbürgerschaft besaß, wurde dieses Urteil in eine lebenslange Gefängnisstrafe umgewandelt (die er allerdings nur stark verkürzt verbüßte).

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

NHL/IIHF

Die beiden Listen hier sind komplementär zueinander. Die richtig guten Nordamerikaner kamen erst ab Ende der 1970er zu WM und Olympia (davor entweder nur Amateure oder gar nicht), aus sportpolitischen Gründen; Osteuropäer erst ab Ende der 1980er in die NHL (davor nur in Ausnahmefällen, Geflüchtete), aus weltpolitischen Gründen. Mit der Pausierung der NHL während Olympia ab 1998 (und der daraus resultierenden Teilnahme der besten Eishockey-Spieler beim Olympia-Turnier) sind die beiden Parallelwelten einander weiter näher gekommen.

Die Summit Series ab 1972 sowie die Nachfolgeturniere Canada Cup und World Cup sind hier inkludiert als Turniere welche von Nationalmannschaften bestritten wurden (auch wenn sie nicht von der IIHF veranstaltet wurden). Somit scheinen zB “Gordie” Howe und Frank Mahovlich nicht in oberer Aufzählung auf. Jene, die in beiden Welten gespielt haben, wie Gretzky oder Fetisov, scheinen natürlich in keiner der beiden auf.

Die besten Eishockey-Spieler bis jetzt, die nie für eine Nationalmannschaft bzw ein Turnier spielten:

sind hauptsächlich Nordamerikaner, deren Spielzeit vor den 1970ern (Summit Series) lag

* Jean Béliveau (1950-71 in der NHL)

* Maurice Richard

* “Red” Kelly

* Alex. Delvecchio

* Henri Richard

* Timothy Horton

* Terry Sawchuk

* Jacques Lemaire (zur Summit Series 72 nicht einberufen)

* John Bucyk

* Doug Harvey

* Jacques Plante

* “Dave” Keon

* Frank Brimsek (jener US-Amerikaner, der neben lauter Kanadiern hier am ehesten Berücksichtigung verdient)

Gipfeltreffen im Kalten Krieg: Summit Series 1972. Vor Spiel 1, die Kapitäne Boris Mihailov & Phil Esposito, mit Kanadas Premier Trudeau
Gipfeltreffen im Kalten Krieg: Summit Series 1972. Vor Spiel 1, die Kapitäne Boris Mihailov & Phil Esposito, mit Kanadas Premier Trudeau

Die besten Spieler, die nie in der NHL spielten:

sind hauptsächlich Osteuropäer (Sowjetunion, Tschechoslowakei), die vor dem Fall der dortigen kommunistischen Systeme 1989/90 spielten, bzw nicht flüchten wollten oder konnten (was zB Stastny oder Mogilny getan haben); ausserdem Schweden oder Finnen vor den 1980ern, als diese erst zahlreich in die NHL kamen; sowie Spieler aus kleinen EH-Nationen (wozu auch Deutschland gehört) vor Ende der 1990er, als sich für sie die Türen in diese Liga erst richtig zu öffnen begannen

* Vladislav Tretjak (SU/Rus)

* Valeri Charlamov (SU)

* Alexander Maltsev (SU)

* Vjacheslav Bykov (SU)

* Boris Michailov (SU)

* Valerij Vasiljev (SU)

* Jiri Holecek (CS/Cze)

* Vladimir Petrov (SU)

* Alexander Ragulin (SU)

* Alexander Yakushev (SU)

* Sven “Tumba” Johansson (Swe)

* Michael Eruzione (USA)

* Vladimir Dzurilla (CS/Svk)

* Erich Kühnhackl (BRD)

* Mika Nieminen (Fin)

* Anatoli Firsov (SU)

* Rudolf Hiti (YU/Slo; wohl der beste Slowene im EH bevor Anze Kopitar daherkam, stand knapp vor einem Engagement bei den Chicago Blackhawks)

* Herbert Hohenberger (Öst; eher als Josef Puschnig; spielte in der Quebec Major Junior Hockey League/ Ligue de hockey junior majeur du Québec)

* Richard Torriani (CH; vor und nach 2. Weltkrieg aktiv)

* Sergej Kapustin (SU)

* Vaclav Nedomansky (CS)

* Harold Watson d. Ä. (Can)

* Harry Sinden (Can; als Trainer & Manager schon, davor mit Amateur-Klub-Teams bei WM und Olympia)

Trainer: Viktor Tichonov

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Die besten Fussballspiele bis jetzt

* Brasilien-Italien 4:1, Finale WM 1970, Pelés dritter WM-Sieg

* Frankreich-Deutschland 3:3 n.V., Sieg für Deu. n.E., Semifinale WM 1982; Rummenigge: “Die Franzosen wollten uns, als es 3:1 stand, eine Lehre erteilen” – wahrscheinlich haben sie dadurch die Führung verspielt; neben damatischem Spielverlauf und Elferdrama blieb Schumachers gefährliches Spiel gegen Battiston in Erinnerung.

* Frankreich-Brasilien 3:0, Finale WM 1998

* Argentinien-Deutschland 1:1 n.V., 2:4 Elfer, Viertelfinale WM 2006

* England-Deutschland 4:2 n.V., Finale WM 1966, umstrittenes Tor von Hurst

* Brasilien-Deutschland 2:0, Fin. WM 02

* Brasilien-Niederlande 3:2, Viertelfinale WM 1994

* Argentinien-Niederlande 3:1 n.V., Finale WM 1978

* Brasilien-Italien 2:3, Zwischenrunde WM 1982, die “Wiederaufstehung” von Paolo Rossi

* Manchester United – Bayern München 2:1, Finale EC I 1999

* Niederlande-Italien 0:0 n.V., 1:3 Elfer, Semifinale EM 2000

* Italien-Argentinien 1:1 n.V., 3:4 Elfer, Semifinale WM 1990

* Frankreich-Brasilien 1:1 n.V., 3:4 Elfer, Viertelfinale WM 1986

* Brasilien-England 2:1, Viertelfinale WM 2002

* Brasilien-Niederlande 1:1 n.V., 4:2 Elfer, SF WM ’98

* Argentinien-Deutschland 3:2, Finale WM 1986

* Niederlande-Deutschland 1:2, Finale WM 1974

* England-Deutschland 1:1 n.V., 5:6 Elfer, Semifinale EM 1996

* Italien-Deutschland 4:3 n.V., Semifinale WM 1970

* Belgien-Sowjetunion 4:3, Achtelfinale WM 1986

* Italien-Deutschland 3:1, Finale WM 1982

* Niederlande-Sowjetunion 2:0, Finale EM 1988

* Italien-Deutschland 2:1, Semifinale EM 2012

* Deutschland-Italien 0:2, SF WM 06

* Argentinien-England 2:2 n.V., 4:3 Elfer, Achtelfinale WM 1998

* Spanien-Russland 3:0, Semifinale EM 2008

* Brasilien-Schottland 4:1, Vorrunde WM 1982

* AC Milan-FC Barcelona 4:0, Fin. EC I 1994

* Spanien-Deutschland 1:0, SF WM 10

* Deutschland-Ungarn 3:2, Finale WM 1954 (“Wunder von Bern”; deutsche Mannschaft gedopt?; ein blutjunger Joseph Blatter war unter den Zusehern)

* Niederlande-Deutschland 1:2, WM 90 AF

* Liverpool-AC Milan 3:3 nV, Sieg nE, CL-Fin. 05

* Ghana-Uruguay 1:1 n.V., 2:4 Elfer, Viertelfinale WM 2010

* Brasilien-Argentinien 0:1, AF WM 90

* Real-Benfica 3:5, Fin. EC I 62

* Schweden-Rumänien 2:2 n.V., 5:4 Elfer, Viertelfinale WM 1994

* Brasilien-Italien 3:3, Tournoi de France 1997

* Kamerun-England 2:3 n.V., VF WM 1990

* Brasilien-Argentinien 2:2 n.V., 4:2 Elfer, Fin. Copa America 04

* Brasilien-Schweden 5:2, Finale WM 1958

* Spanien-Südkorea 0:0 n.V., Elfer 3:5, Viertelfinale WM 2002

* Deutschland-England 5:1, WM-Qu. 01

* Brasilien-Niederlande 0:2, ZR WM 74

* Tschechoslowakei-BRD 2:2 nV, Sieg nE, Fin. EM 76

* Uruguay-Brasilien 2:1, Finalrunde WM 1950

* Brasilien-Mexiko 1:2, Fin. Olympia 12

* Australien-Kroatien, VR WM 06

* Sowjetunion-Brasilien, Fin. Ol. 88

* Dortmund-Juve 3:1 ECI-Fin 97

* Ita.-Fra., Fin. WM 06

* Liverpool-M’gladbach 3:1, Fin. ECI 77

* Bra-Deu 4:1, Mini-WM 80/81 VR

* Mex-Bra CC-Fin 99

* Bra-Col VF WM 14

* Ita-Esp EM 12