Aspekte des Films „Rosemary’s Baby“

Vorlage war der Roman von Ira Levin, der 1967 heraus kam.1 Eine junge Braut scheint vom Teufel schwanger geworden zu sein, durch Satanismus und Hexerei in ihrem Umfeld, Opfer einer Verschwörung. Zumindest gewinnt sie diesen Eindruck, bis sie sich sicher ist. Der Horror speist sich aus dem Übernatürlichen/Metaphysischen, aber auch aus dem Psychologischen und der Uneindeutigkeit…2 Der Regisseur/Produzent William Castle hat das Buch anscheinend gelesen, wollte es verfilmen, Paramount-Produktionschef Robert Evans war grundsätzlich einverstanden, zweifelte aber ob Castle der Richtige dafür war. Evans war damals dabei, Roman Polanski aus Frankreich in die USA zu locken, dessen “Tanz der Vampire” gerade in die Kinos gekommen war. Evans wollte ihn „Downhill Racer“ filmen lassen, gab ihm auch „Rosemary’s Baby“ (Rosemaries Baby) zu lesen.3 Der Rest ist bekannt, „Rosemary’s Baby“ wurde mit Polanski als Regisseur (der auch das Drehbuch schrieb) verfilmt, noch 1967, mit Castle als Produzent, von Paramount Pictures. Kam 1968 in die Kinos, Premiere war im Mai dieses Jahres beim Cannes-Filmfestival.4

 

Produzent Castle (Schloss) hatte einen “Cameo”, bei der Telefonzelle, als Rosemary Dr. Hill kontaktiert. Als Rosemary mit dem erblindeten Schauspieler Baumgart telefonierte, tat sie das mit Tony Curtis/Bernard Schwartz, wovon Farrow im Vorhinein nichts wusste.5 Die Szene mit dem Überqueren einer befahrenen Strasse in New York wurde improvisiert, Farrow und ein Kamerateam stürzten sich auf Anweisung Polanskis ins Verkehrsgetümmel. Farrow sang auch den Titelsong, das dafür komponierte “Wiegenlied” (“Lullaby”) des polnischen Jazzers (und Arztes) Kryzstof Komeda, selber. Komeda verletzte sich einige Monate nach der Fertigstellung des Films, wobei, darüber gibt es unterschiedliche Angaben, jedenfalls zog er sich eine Hirnblutung zu. Er starb 1969 in Polen, mit 37.6 Unter den Szenen, die rausgeschnitten wurden, ist ein Theaterbesuch Rosemarys mit einer Freundin vor dem Aufsuchen Hills, bei einer Aufführung von “The Fantasticks”, mit Joan Crawford.

S. Hatami-Foto von der Theateraufführung mit Van Johnson & Joan Crawford

Product Placements gab es für “Pall Mall” (Marke von British-American Tobacco) und, auch im Roman, für Vidal Sassoon, britischer Jude, Friseur-Unternehmer in New York. Er hat Farrow während der Dreharbeiten tatsächlich die Haare geschnitten, wie Rosemary im Film. Er nahm auf zionistischer Seite (Haganah) 1948 am Ersten Arabisch-Israelischen Krieg bzw der Nakba teil, stellte dies als „Verteidigung des Landes” dar. Als im August 1967 in der USA die Dreharbeiten für „Rosemary’s Baby“ begannen, war Israel seit einigen Wochen (etwas mehr als 2 Monate) vergrössert, durch die Besetzung weiteren palästinensischen Landes, ägyptischen und syrischen. Die Weltpolitik war damals natürlich vom Kalten Krieg dominiert. Roman und Film spielen 1965/66, thematisieren auch den Besuch von Papst Paul VI. (Giovanni Montini) im Oktober ’65 in der USA. Montini, Bischof von Mailand, wurde während des 2. Vatikanischen Konzils Papst, unternahm als erster Papst der Neuzeit Auslandsreisen. Traf 1965 in der USA auch mit Präsident Lyndon Johnson zusammen.7 Sein Tod im August 1978 war der Auftakt zum Dreipäpstejahr.

Montini & Johnson

“Rosemary’s Baby” ist ein Kunstwerk durch das Spiel mit Ängsten. Der verstörendste Horror in dem Film hat eigentlich nichts mit Hexerei oder Übernatürlichem zu tun, sondern mit Psychologie.8 Wie Guy mit den Nachbarn gemeinsame Sache gegen seine Frau macht, sich ein Ring von Verschwörern um sie bildet (Dr. Sapirstein,…), Rosemary während ihrer Schwangerschaft leidet… Und, ein Verrat anderer Art, durch Dr Hill, an den sie sich wendet als sie flieht. Der ihr zunächst Verständnis vormacht, als sie vom „Plot gegen mich und mein Baby“ erzählt, sie im Sicheren wiegt. Sie träumt beim Schlaf in Hills Praxis von den guten Leuten und ihrem Kind, davon, den bösen entronnen zu sein. Dr. Hill (Charles Grodin) “entscheidet”, dass Rosemary Wahnvorstellungen hat und schickt Sapirstein und Guy zu ihr. Rosemarys Rede über den Hexenzirkel und ihr Baby mag sich für ihn nach Wahnsinn anhören, aber sie hat Angst vor diesen Leuten, und er macht ihr Verständnis vor, liefert sie diesen dann aus, während sie schläft… Hill ist nicht Teil des Hexenzirkels, glaubt wahrscheinlich, das Beste (für sie) zu tun, als er sie verrät an ihr Umfeld (den Hexen- bzw Satanszirkel), sorgt dafür dass sie das Baby nicht in einem Krankenhaus bekommt, sondern im Kreis dieses Zirkels. Man kann Hills Verhalten aber auch so interpretieren, dass er nicht an Rosemarys Geschichte glaubte, sie für Hirngespinste hielt, und sie Hirngespinste waren…sich im Film Wahres und (von Rosemary) Phantasiertes vermischten, bis zum Ende. Dann wären Hill, Sapirstein,… die Vertreter der Vernunft. Aber selbst dann, eine Hochschwangere an Leute “auszuliefern”, vor denen sie grosse Angst hat, nachdem sie sich an Einen um Hilfe gewandt hat…

Die Polizei kommt übrigens im Film nur am Anfang, beim “Selbstmord” von Terry, vor. Sie aufzusuchen ist für Rosemary kein Thema; nun, es hätte ihr dort auch ähnlich ergehen können wie bei Dr. Hill. Hat Rosemary paranoide Verschwörungs-Phantasien oder erkennt sie die Realität – dass sie Opfer einer satanistischen Verschwörung ist? Dieser Verdacht auf etwas Böses, der sich sukzessive bestätigt, mit dem man alleine dasteht…erinnert an “Biedermann und die Brandstifter” (Drama, Max Frisch, Uraufführung 19589). Die Nachbarn sind zu freundlich und hilfsbereit; obwohl der Verdacht (auf etwas Schlimmes) immer konkreter wird, werden Erklärungen geliefert, wird versucht, Ängste zu zerstreuen. Das Spannungsfeld zwischen Paranoia und Hellsichtigkeit gibt es auch in den Filmen “Vier im rasenden Sarg” („Race with the Devil”) oder „Arlington Road“, in anderer Form auch in „Shutter Island“. Der Grat zwischen Erkenntnis und Wahn… In „Arlington Road“ geht es dabei ja auch um Nachbarn. Verschwörungstheorien haben aber auch etwas von Horror, wie man merkt wenn man zB “Das Lexikon der Verschwörungstheorien” von Robert A. Wilson liest.

Nachdem Rosemary mit einer in ein Mousse au Chocolat gemischten Droge dafür “vorbereitet” wurde, wird sie in der Nacht vom Teufel bzw Incubus geschwängert, unter “Anleitung” der Verschwörer.10 Wahrscheinlich, weil sie nicht das ganze Mousse gegessen hat (s.u.), bekommt sie etwas davon mit. “This is no dream! This is really happening!”. Die Wahrnehmung bzw der Bewusstseinszustand der in dieser Szene dargestellt wird, ist eigentlich typisch für einen LSD-Horrortrip, von der Vermischung von Traum (bzw Phantasie) und Wirklichkeit, von den Horrorvorstellungen. Aber auch die ganze “Paranoia” (?) ggü ihrer Umgebung über einen längeren Zeitraum. Dieses Mittel ging damals den Weg von der medizinisch-psychiatrischen Verwendung in den Untergrund. Der Film enthält einiges zum Gruseln, Nacktheit in 2 oder 3 Szenen, wenig Gewalt, und etwas Drogen-Gebrauch: Auf der Party wird ein Joint geraucht. Gegen Ende nimmt Rosemary die ihr verabreichten Beruhigungs-/Schlaf-Tabletten nicht ein, sammelt sie nicht um jemand Anderen damit ausser Gefecht zu setzen, wie in “Mysery” oder “Todesstille”11, sondern um der Verschwörung auf die Spur zu kommen.

Das Rosemary zur “Unterstützung” der satanischen Schwangerschaft verordnete Tannis hat etwas von einer fiktiven Droge. Vorbild dafür soll Mönchspfeffer sein. Vermeintlich ist Tannis, das Rosemary auch in den von der Nachbarin zubereiteten Drinks zu sich nehmen muss, eine natürliche Alternative zu den chemischen Mitteln, die der Medizinbetrieb sonst so bereit hält. Rosemarys Umgang mit dem Anhänger mit der Tanniswurzel spiegelt die Beziehungen zu den Leuten des Hexenzirkels (die Castevetes, deren Freunde, darunter Sapirstein, ihr Mann Guy) wieder. Als ihr bewusst wird (oder sie sich einbildet), dass ihr Mann und die Nachbarn gegen sie konspirieren, schmeisst sie den Anhänger vor dem Haus durch ein Kanalgitter.12 Bin mir nicht sicher, ob der Tannis-Anhänger ein “MacGuffin” ist, wie etwa das veruntreute Geld in „Psycho“.

Rosemary deckt am Ende ja Alles auf, bekommt die Bestätigung für ihren schrecklichen Verdacht. Das Kind, das sie austrug, sieht man nicht (man hört Rosemarys Kommentar über seine Augen), und es wird offen gelassen, ob sie es annimmt, Teil der Satanisten-Gruppe wird (dies wird angedeutet). Ein mehrdeutiger Ausgang; wie zB bei “Memento” (Hat Teddy mit seiner Erklärung Recht oder nicht?) oder “Sopranos”. Und die Interpretation, dass die ganze Verschwörung Rosemarys Phantasie bzw Wahnsinn entsprang, ist auch nicht illegitim.

Die Verbindung von Sexualität, Fortpflanzung/Schwangerschaft und Horror: Bei einem Besuch von Minnie Castevet und deren Freundin Lara-Louise in ihrer Wohnung erzählt Rosemary auf eine Frage nach ihrem Befinden, sie habe den ersten Tag ihrer Periode. Und während die 2 alten Besucherinnen zu häkeln anfangen, wird ein bisschen über Menstruation geredet, zumindest steuert Lara-Louise ihre Erfahrungen bei. So wie das Drehbuch überhaupt nahe bei der Romanvorlage ist, hat Polanski auch diese Szene übernommen. Man kann sich fragen, wie die Bloggerin Cassandra Parkin, was mit der Szene gesagt werden soll. “The only reason I can think for its existence is to establish that Ro’s in tune with her cycle, in step with the times, happy to discuss her body; in fact, part of the sisterhood.” Es ist dieser Besuch, bei dem Rosemary das Amulett von Minnie bekommt.

Einige Tage später dann der (zum Satanismus) “bekehrte” Guy: “Let’s have a baby”. Er habe auch die richtige Zeit dafür herausgefunden, 4./5. Oktober, hat diese Tage im Wandkalender markiert. Vermutlich ist der Roman hier expliziter, weiss Guy dort von Rosemarys Ovulation/Follikelsprung/Eisprung in dieser Zeit. Dann die Schwängerung durch den Teufel nach dem Mousse, die sie zT mitbekommt (oder phantasiert?). Guy sagt ihr danach ja, dass er sie im Schlaf/Ohnmacht/Rausch “bestiegen” (und gekratzt) hat. 13 Die eigentlich folgenden Szenen sind auch heraus geschnitten worden. Rosemary ist verstimmt darüber, fährt für ein paar Tage zur Hütte von Hutch nahe New York City, um allein zu sein. Nach ihrer Rückkehr wartet sie auf ihre Regelblutung, Guy wettet mit ihr dass sie schwanger ist. Nach einem Besuch bei Dr. Hill, das sieht man wieder im Film, erfährt sie von der Schwangerschaft, sie soll auch zu einer weiteren Blutabnahme kommen, zeichnet diesen Termin im Kalender als “Blood” ein. Gibt Guy, als er nach Hause kommt, eine Münze, da er die Wette gewonnen hat.

Der Gynäkologe Sapirstein, der ihr aufgedrängt wird, ist ja Teil der satanistischen Verschwörung. Das Teufelskind wächst in ihr heran, der Horror nimmt seinen Lauf. Rosemary hat fürchterliche Schmerzen im ersten Drittel der Schwangerschaft; isst rohes Tier-Fleisch. Sehen tut man Blut nur da und ein bisschen durch das Kratzen des Teufels mit seinen Klauen bei der Begattung Rosemarys. Blut wird thematisiert, aber spärlich inszeniert in dem Film. Man denke an das fontänenartige Spritzen bei Kriegsverletzungen in Filmen wie “Der Soldat James Ryan”, das Herunter-Rinnen des Menstruationsblutes in “Carrie”, die Übertragung des weiblichen Blutmysteriums auf das Männliche in Jesus-Filmen wie “Die letzte Versuchung Christi”, die ins Komische gezogene Vampir-Thematik in Polanskis “Tanz der Vampire”, die grosse Rolle die es in “Pulp fiction” spielt… weitere symbolischen und historischen Codierungen von Blut findet man in “Winnetou” (Blutsbruderschaft) oder “Der Pate” (Blutrache). In “Rosemarys Baby” geht es ja auch darum, dass Andere über den Körper einer Frau verfügen. Es war die Zeit, als sich die Antibabypille durchsetzte, Zeit der Emanzipation der Frau – der Körper der Frauen fängt an ihnen wirklich zu gehören. Rosemary ist aber nicht die unterworfene Frau, sie wehrt sich.14

Rosemary ist zwar Hausfrau, gutmütig, vielleicht gutgläubig, aber nicht dumm und hilflos. Maria „Mia“ Farrow bekam ja für den Film keinen Oscar, was mit Francis “Frank” Sinatra zu tun haben soll. Für den Golden Globe wurde sie immerhin nominiert. Ruth Gordon bekam 1969 den Oscar als beste Nebendarstellerin des abgelaufenen Jahres. Wie Rosemary Woodhouse ist Farrow katholisch, aber kein “Landei” wie diese, wuchs in Beverly Hills auf, in einem Schauspieler-Elternhaus. Farrow gelang mit dem Film, einem ihrer ersten, der Durchbruch in Hollywood. Seit 1966 mit Frank Sinatra verheiratet, hatte sie diesem eigentlich versprochen, ihre Schauspiel-Karriere aufzugeben bzw zurückzustecken. Dann nahm sie doch diese Rolle an, und die Dreharbeiten dauerten auch noch länger als erwartet. Sinatra hatte ihr die Rolle in “Der Detektiv” gegeben, der nun gedreht werden sollte. Im November 1967, als Farrow noch “Rosemarys Baby” drehte, reichte Sinatra die Scheidung ein. Im August 1968 wurde diese rechtskräftig. Farrow nannte später den Altersunterschied den Grund für die Differenzen; die Beiden blieben Freunde.15

Ihr nächster Partner, der klassische Musiker André Previn, soll Farrow als “hysterisch” bezeichnet haben. Eher so wie Jaqueline de Belfort in „Tod auf dem Nil”, bei dessen Filmen 1977 sie noch mit Previn zusammen war, oder wie Rosemary Woodhouse? 1980 wurde Farrow die Lebensgefährtin von Heywood “Woody” Allen (der seinen Namen von Allan Konigsberg auf diesen geändert hat). Mit Previn hatte sie drei Kinder (plus drei adoptierte), mit Allen ein biologisches und 7 adoptierte. Die meisten der Filme in der Zeit ihrer Partnerschaft mit Allen waren von diesem, etwa “Hannah und ihre Schwestern”. Nach der Trennung 1992 begann Allen eine Beziehung zu Farrows Adoptivtochter Soon-Yi Previn, heiratete diese. Und zum Sorgerechtsstreit um die gemeinsamen Kinder kamen Vorwürfe des sexuellen Missbrauchs von Dylan Farrow an ihren Adoptivvater Allen. Ronan Farrow, zur Zeit der Beziehung mit Allen gezeugt und geboren und als dessen Kind angesehen, soll das Kind von Frank Sinatra sein, mit dem Farrow ja “freundschaftlich” verbunden blieb.16 Mias Kinder…

John Cassavetes spielte Rosemarys Ehemann Guy Woodhouse, der für seine Schauspieler-Karriere17 einen Pakt mit dem Teufel eingeht. Dass bzw wie Guy von den Castevetes überzeugt wird, bei ihrem Satanskult mitzumachen, wird nur angedeutet; er ist jedenfalls schnell eingeweiht und überzegt. Cassavetes konnte aufgrund dieser Rolle seine Independent-Filmprojekte verwirklichen, u.a. “Eine Frau unter Einfluss” mit seiner Frau Gena Rowlands und Peter Falk, 1974.18 Auch so eine Fügung/Koinzidenz im “echten Leben”. Ira Levin ist auch der Autor von “Deathtrap”/”Todesfalle”, des am längsten gespielten Theaterstücks am Broadway, die Geschichte eines alternden Theaterautors, der plant, einen jungen Rivalen zu töten und dessen neues Stück (“Deathtrap”) zu stehlen. 1982 wurde es in Hollywood mit Michael Caine und Christopher Reeve verfilmt. Und natürlich sind wir an den Mephisto bzw den Faust-Stoff erinnert.

Mephistopheles (kurz: Mephisto), der Teufel im “Faust”, der mit Johann G. Faust einen Pakt eingeht. Etwa 150 Jahre nach Goethe, 1936, brachte Klaus Mann im niederländischen Exil “Mephisto – Roman einer Karriere” heraus.19 Darin geht es ja um einen Schauspieler, “Hendrik Höfgen”, der unschwer als “Platzhalter” für Gustaf Gründgens zu erkennen war. Der faustische Pakt hier war das Arrangement mit den nationalsozialistischen Machthabern in Deutschland, die Höfgen/Gründgens eine steile Schauspieler-Karriere ermöglicht(e). Manns Schwester Erika war kurz mit Gründgens verheiratet gewesen.20 1940 wurde, hauptsächlich in Potsdam-Babelsberg, “Jud Süss” gedreht. Die Rolle des Joseph Süss Oppenheimer hatte u.a. Gustaf Gründgens abgelehnt. In “Jud Süß – Film ohne Gewissen” (2010), dem Film über den Film, redet der von Armin Rohde gespielte “Heinrich George” (Georg Schulz), der in “Jud Süss” Herzog Karl Alexander von Württemberg gespielt hat, zu Jud Süss – Darsteller Marian/Hasch(k)owetz (in dem Film von ’10 gespielt von Moretti/Bloeb) auch über das Verkaufen der Seele des Schaupielers an den Teufel um der Karriere willen.

Roman Polanski erwog für die Rolle der Rosemary auch Tuesday Weld und seine Verlobte Sharon Tate. Was mit der passierte, stellt den Horror im Film ja leicht in den Schatten. 1965 drehte Tate “Eye of the devil”/ “Die schwarze 13”, einen Horrorfilm. 1966 kamen Polanski und Tate bei den Dreharbeiten für „The Fearless Vampire Killers“/ “Tanz der Vampire” in Hollywood (Innenaufnahmen) und Italien (Aussenaufnahmen) zusammen. Damals wurde Charles Manson gerade aus einem Gefängnis entlassen, trieb sich danach in San Francisco herum bzw dessen Hippie-Viertel Haight Ashbury. “1966” erinnerte an “666”, das “Untier” mit dieser Zahl aus der biblischen Offenbarung des Jochanan/ Johannes. Anton LaVey gründete damals in San Francisco die “Church of Satan”, erklärte 1966 zum “Jahr 1” – so hat auch Levin dieses Jahr von den Satanisten in seinem Roman deklarieren lassen. Später kam das (falsche) Gerücht auf, La Vey habe bei “Rosemarys Baby” als Berater mitgearbeitet. Und Manson, der sich sowohl zu Jesus als auch zum Teufel erklärte, stellte seine “Familie” zusammen, die eine Landkommune im San Fernando Valley bezog.

Nachdem der Musikproduzent “Terry” Melcher (Sohn von Doris Day) Manson nicht als Musiker herausbringen wollte, entzündete sich dessen Hass auf ihn und das Showbusiness-Establishment. Im März ’69 fuhr Manson zum Haus am Cielo Drive in Beverly Hills in dem Melcher gewohnt hatte (wahrscheinlich, um ihn zur Rede zu stellen), und wo nun Polanski/Tate (inzwischen verheiratet) wohnten, wurde vom iran-stämmigen Fotografen Sharokh Hatami weggeschickt, der dort zu Besuch war. Danach begannen die Morde der “Manson Family” im Raum Los Angeles, mit den von Manson angeordneten im Sommer 69 an der hoch schwangeren Sharon Tate und 4 Freunden/Gästen in der Villa in Beverly Hills als grausamer Höhepunkt.21 Wobei nicht ganz klar ist ob Manson im Glauben war, dass Melcher noch immer dort lebte oder ob das keine entscheidende Rolle mehr spielte. Polanski war damals in Grossbritannien. Zu dieser Zeit war die USA an zwei Kriegen beteiligt: in Vietnam gegen Vietcong und Nord-Vietnam, und “zu Hause” mit sich (Vertreter der bisherigen Gesellschaftsordnung gegen ihre Herausforderung). Und die “Manson Family” agierte genau so faschistisch wie das damalige Nixon-Regime. Was für die Einen die Perversion von Flower Power war, war für die Anderen sein wahres Gesicht.22

Christopher Othen schrieb über einige Querverbindungen in dieser Ära: Im Dezember 1969 in Altamont (ebenfalls California) das Rockmusik-Festival mit den Rolling Stones, Ike & Tina Turner, Grateful Dead, Jefferson Airplane, Crosby, Stills, Nash and Young,… Neben drei anderen Menschen, die an diesem Tag verunglückten, wurde ein Zuschauer vor der Bühne von einem der als Sicherheitskräfte eingesetzten Hell’s Angels erstochen. Einer der Hell’s Angels bei diesem Konzert war William Fritsch – Freund von “Bobby” Beausoleil, dem ersten aus der Manson Family der verhaftet wurde (August 69). Beide kommen im “Okkultfilm” “Lucifer Rising” von Kenneth Anger vor, der 1972 fertig war, aber erst 1980 vertrieben wurde, nachdem Beausoleil aus dem Gefängnis den Soundtrack gemacht hatte. Crowley-Anhänger Anger kannte die Rolling Stones, die in Altamont gerade spielten, als unter der Bühne die tödlichen Randale ausbrachen, soll die Inspiration für den Song “Sympathy for the devil” geliefert haben, neben dem Roman “Der Meister und die Margarita” von Michail Bulgakov.

Prominente im Raum L.A. bekamen nach den Tate-Morden Angst und trafen Vorkehrungen, darunter Frank Sinatra. Dann die Verhaftungen und Aufdeckungen dazu, der „Haupt“-Prozess 1970/71. Todesurteile der Geschworenen für Manson, Atkins, Krenwinkel, van Houten, die später umgewandelt wurden. Staatsanwalt Vincent Bugliosi: “Die ‘Familie’ hatte immer gesagt, der Tod sei was Schönes, sie hätten den Getöteten einen Gefallen getan usw, ich habe Manson aber im Prozess 9 Monate hart für sein Leben kämpfen gesehen und bei der Verlesung des Urteils zittern.” Manson saß dann im selben Gefängnis ein wie der Musikproduzent Philip Spector und Sirhan Sirhan, der 1968 Richard Nixons Herausforderer Robert Kennedy tötete. Es gibt 4 ungeklärte Mordfälle aus LA 1968/69, die auch aufs „Konto“ der Manson-Familie gehen könnten, Hippies die in Kontakt mit der „Familie“ standen… Darunter war Marina Habe, die nahe des Mulholland Drive erstochen gefunden wurde, von Thomas Noguchi begutachtet wurde, der auch die Autopsien von Sharon Tate, Robert Kennedy, “Marilyn Monroe” (Norma J. Mortenson), Natalie Wood und anderen Prominenten machte.23

Tate am Set von RB

Noch einmal zu Shahrokh Hatami (Chatami): Er war ein Freund von Polanski und Tate, fotografierte und filmte auch bei den Dreharbeiten von “Rosemarys Baby”. Dabei entstand der Kurzfilm “Mia and Roman”, der der DVD-Ausgabe von “Rosemary’s Baby” aus 2000 beinhaltet ist. Hatami sagte im Prozess gegen die Mörder Tates aus.24 Hatami hat hauptsächlich für “Life” fotografiert25, nicht zuletzt in seinem Heimatland Iran und weiteren Ländern dieser Region. Er war beim Sturz von Premierminister Mossadegh (durch dem Schah Mohammed R. Pahlevi verbundene Kräfte) dabei und auch beim Sturz dieses Schahs, war in dem Flugzeug, das Ruhollah Khomeini in den Iran brachte, jener schiitische Geistliche, der die Revolution an sich riss. Auf seiner Homepage finden sich viele seiner Aufnahmen.

Roman Polanski ist in Frankreich in einer jüdisch-polnischen Familie geboren, die zurück nach Polen ging (Krakau/Krakow), überlebte die deutsche Besetzung und den Holocaust. In der Nachkriegszeit kam er durch Andrzej Wajda zum Film; als es unter dem kommunistischen Machthaber Gomulka politisch “ungemütlich” wurde, konnte er emigrieren, 1963, ging wieder nach Frankreich. Machte dort Filme wie “Cul de sac” (“Wenn Katelbach kommt”). Mit “Tanz der Vampire” 66/67 der Durchbruch, die Frau, und das “Ticket” nach Hollywood. Dort behauptete er sich mit “Rosemarys Baby”. Der erste Film nach dem Mord an seiner Frau war “Macbeth” (1971), eine Adaption des Shakespeare-Stücks.26 Der nächste wichtige Film war “Chinatown”, 1976 kam sein letzter Hollywood-Film heraus, “The Tenant”/”Der Mieter”, in dem Polanski auch wieder eine Rolle spielt, neben Isabelle Adjani und Melvyn Douglas.27 Dann 1977 die Sache mit der 13-Jährigen, die er für Aufnahmen buchte, dann in Jack Nicholsons Villa am Mulholland Drive vergewaltigte. Der Mulholland Drive liegt oberhalb von Hollywood, der so genannte Film von David Lynch aus 2001 handelt auch von den Mechanismen und Intrigen der Filmindustrie dort. Und, Nicholson hätte “Guy Woodhouse” spielen können, machte dann “Easy Rider”. Zuerst wurde die Villa von Jacqueline Bisset erwogen, die die für Mia Farrow gedachte Rolle in Sinatras Film “The Detective” (1968) bekam. Wieder so Querverbindungen, Zufälle.

Und: “Schmeckt eigenartig…kalkiger Beigeschmack”28 sagt “Rosemary”, als sie das mit einem Mittel versetzte Mousse isst, dass sie gefügig machen soll. Polanski gab Samantha “Quaalude”, das geschmacklos ist, wenn man es nicht lutscht, aber eben auch gefügig macht. Es gelang ihm, sich nach Frankreich abzusetzen. Anscheinend ist er auch immer französischer Staatsbürger geblieben. Gut 10 Jahre hat er in Hollywood gewirkt. Sein erster Film nach seiner Rückkehr war “Tess” mit Nastassja Kinski. 1981 spielte er Theater, in “Amadeus” von Peter Shaffer, das Stück auf dem der (Hollywood-) Film von 1984 basiert. 1988 machte er “Frantic”, mit seiner neuen Partnerin Emmanuelle Seigner. Mit “Der Pianist” kehrte er Anfang des neuen Jahrtausends gewissermaßen an seine Wurzeln zurück, bekam einen Oscar für die beste Regie, den er nicht entgegen nehmen konnte, da er bei einer Einreise in die USA verhaftet werden würde. 09 wurde er bei einem Aufenthalt in der Schweiz aufgrund des amerikanischen Haftbefehls vorübergehend verhaftet, dann aber nicht ausgeliefert. Polanski bezeichnete kürzlich die “#MeToo-Bewegung” als eine Form von Massenhysterie.

Die “Rosemary”-Dreharbeiten fanden zwischen August und Dezember 1967 grösstenteils in den Paramount Studios in Los Angeles statt, wo die Innenräume der beiden Wohnungen sowie die Flure des Dakota Buildings in New York aufgebaut waren. Die wenigen Außenaufnahmen entstanden vor dem Dakota-Gebäude (das im Film nicht so heisst, sondern „Bramford House“) in Manhattan, New York City, wo der Grossteil des Films spielt. Im Film macht Woodhouse Hill vor, sie würden nach Kalifornien ziehen, als Ausrede wegen des Gynäkologen-Wechsels. New York, der Schauplatz, Kalifornien Sitz der Filmindustrie. Dabei war NY Anfang des 20. Jh Sitz der US-amerikanischen Filmindustrie. Erst die Zerschlagung des “Edison Trusts” 1912 bewirkte die Verlagerung der Industrie in die Umgebung von LA. Im Dakota Building in New York lebten in den 1970ern Ex-Beatle John Lennon und Yoko Ono. Lennon hatte den Song “Helter Skelter”, den Charles Manson (dann in Kalifornien) in seinem rassistischen Sinn interpretierte bzw verwendete, 1968 mit geschrieben. Im Dezember 1980 wurde er ja dort, vor der Eingangstüre, von einem “Verrückten”, namens Mark Chapman (dem er ein paar Stunden davor ein Autogramm gegeben hatte), erschossen.29 “…In jedem Mietshaus passieren schlimme Dinge”, so Rosemary zu Hutch, als er ihr und Guy vom Bramford House erzählt bzw davor warnt.

“Rosemarys Baby”, inzwischen über 50 Jahre alt, stand mit am Beginn des neuen Hollywood. 1976 gab es eine Art Fortsetzung, den TV-Film “Look what happened to Rosemary’s Baby” mit Ray Milland (> “Lebendig Begraben”). Sam O’Steen, einer der beiden Filmeditoren/Cutter des Originals, führte dabei Regie. 1997 brachte Ira Levin eine Roman-Fortsetzung heraus, “Rosemary’s Sohn”, über das Teufelskind. 2014 lief auf NBC unter dem Titel “Rosemary’s Baby” eine Miniserie, die von Agnieszka Holland inszeniert wurde, mit Zoë Saldaña und Patrick Adams. Anspielungen auf das Original gibt es in vielen Filmen, Serien, Romanen… aber noch kein Remake.

Monstrous Mothers and Patriarchal Evil in Rosemary’s Baby

Vermaledeit unter den Weibern. Marginalien zu Polanskis Grusical “Rosemaries Baby”

Rosemary’s Baby Wiki (Über die Serie)

James Munn: This Is No Dream: Making Rosemary’s Baby (2018)

Birgit Neger: Moderne Hexen und Wicca. Aufzeichnungen über eine magische Lebenswelt von heute (2009)

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

  1. Mehrere von Levins Romanen wurden in bzw von Hollywood verfilmt, darunter “Kuss vor dem Tode”, “Die Frauen von Stepford”, “Boys from Brazil”
  2. Und das ist vermutlich das, was die Verfilmung von anderen Horrorfilm/ -thrillern, wie “Das Omen” oder “Poltergeist” unterscheidet
  3. Es heisst, zuerst wurde Alfred Hitchcock gefragt, ob er die Filmrechte für den Roman haben wolle
  4. Roman Polanski war mit Sharon Tate dort
  5. Durch das Gespräch wird sie sicher, dass Guy in der Satanismus-Sache mit drinnen hängt, flieht, zunächst zu Sapirstein, kommt drauf dass auch dieser involviert ist, sucht Hill auf
  6. Polanski hatte Komeda in die USA geholt, die beiden haben bei mehreren Filmen zusammen gearbeitet
  7. Sidney Blackmer spielte “Roman Castevet”, den Ober-Satanisten; er hat Theodore Roosevelt im Film und auf der Bühne 10x gespielt, den vielleicht rassistischsten und imperialistischsten USA-Präsidenten
  8. Dies dürfte kennzeichnend für Ira Levin sein
  9. Als Hörspiel schon zuvor
  10. Den Teufel sieht man dabei teilweise
  11. Oder um sich umzubringen, wie der von Ruth Gordon gespielte Charakter in “Harold und Maude”
  12. Danach kommt sie noch drauf, dass auch der Frauenarzt Sapirsein beteiligt ist, und das auch durch den Tannis-Geruch
  13. Vergewaltigung in der Ehe war damals kein Delikt, und eigentlich war das Delikt Vergewaltigung durch Satan
  14. Ein Artikel auf/in “Vanity Fair”: The Devil Inside: Watching Rosemary’s Baby in the Age of #MeToo
  15. Als Rosemary auf der Couch in der Wohnung liegt und Minnie und ihre Freundin anläuten (siehe oben), liest sie “Yes I Can” von “Sammy” Davis, Sinatras langjährigem Partner. Auch der Kinsey-Report findet sich in den Bücherregalen der Woodhouse’
  16. “Er hat die Augen seines Vaters” – Kommentar von Roman Castevet über Rosemarys Baby im Film, meint den Teufel und nicht Guy
  17. Er ist hauptsächlich Theaterschauspieler
  18. ’72 hat Cassavetes mit diesem in einem “Columbo” gespielt
  19. In Deutschland erstmals 1956 in der DDR verlegt
  20. Nach dem Krieg versuchte Gründgens’ Adoptivsohn das Verbot des Romans in der BRD durchzusetzen. Er wurde 1981 durch István Szabó verfilmt
  21. Danach wurden noch Leno und Rosemary LaBianca ermordet
  22. Auch die “Zodiac-Morde” fanden in der späten Flower Power-Ära in Kalifornien statt, diese sogar in Raum San Francisco, bald nach dem Sommer der Liebe 1967
  23. Marinas Vater Hans Habe war ein Jude aus Österreich, der im Militär der USA zurück kehrte. Er war einer jener, die in Fort Ritchie (siehe hier) für künftige Propaganda- und Verhörtätigkeiten ausgebildet wurden. Bereits ab 1944 war er zuständig für die Herausgabe neuer Zeitungen in Deutschland, zusammen u.a. mit Stefan Heym, einem anderen “Ritchie Boy”, und Ernst Cramer, später im Springer-Konzern
  24. Wahrscheinlich auch in jenem gegen den eigentlichen Mörder, “Tex” Watson, der einen eigenen Prozess hatte. Dieser hat übrigens, wie sein “Guru” Manson, massenhaft Zuschriften von Frauen ins Gefängnis bekommen, beide durften intime Besuche empfangen
  25. Das Time & Life Building in NY kommt im Film ja auch vor, dort wollte Rosemary Hutch treffen
  26. Es wurde von Hugh Hefner und Playboy Productions finanziert und enthielt auch Einiges an Nacktheit sowie Gewalt
  27. Teil 3 von Polanskis “Wohnungs”-Trilogie, nach “Ekel” und “RB”
  28. “It has an undertaste… a chalky undertaste”
  29. Beim Warten auf Polizei und Rettung soll Chapman in einer Ausgabe von Jerome Salingers „Der Fänger im Roggen“ geblättert haben, während Ono den Kopf ihres Mannes in ihrem Schoß hielt. John Hinckley, der aufgrund des Films “Taxi driver” eine Obsession für Jodie Foster entwickelte, in deren Zuge er 1981 in New York versuchte, USA-Präsident Reagan zu erschiessen, hat anscheinend auch eine Vorliebe für diesen Roman gehabt

Echter Sex in Filmen

In welchen (Nicht-Porno-)Filmen gibt es echten (nicht vorgespielten) Sex? In der Regel ist Film-Sex vorgespielt, früher auch der in Pornos. Es ist normalerweise die Aufgabe eines Schauspielers, auch bei einer Sexszene möglichst echt zu wirken (ohne dass sie echt ist). So wie beim Weinen oder bei körperlichen Schmerzen.1 Die Definition von echtem Sex ist natürlich nicht so einfach (wo beginnt er?), und ein Erkennen von diesem auch nicht (Spielfilme sind schliesslich die Kunst des Vor-Spielens). Und selbst wenn es noch so offensichtlich ist, können immer noch Body Doubles oder Geschlechtsorgan-Prothesen am Werk gewesen sein.2 Daher muss man ein wenig Sekundärquellen heran ziehen. Von vielen Filmen gibt es auch verschiedene Versionen/Schnitte3. Echter Sex im Film kann verschiedene Gründe haben: Die Szene wirkt dadurch realistischer/authentischer; die Schauspieler können sich stärker mit ihrer Rolle identifizieren. Gaspar Noé sagte über die diesbezüglichen Schwierigkeiten: für einen Schauspieler könnte es schwierig sein, eine Erektion zusammen zu bekommen, wenn auch nur eine kleine Film-Crew zugegen ist; die Filmpartner können Partner im Leben haben, die Probleme damit haben. Die Akteure wissen auch, dass sie bei etwas (normalerweise) Intimem für “die Ewigkeit” aufgenommen werden. Manche Leute halten dies für “billig”, doch man kann Schauspielern, die dermaßen weit gehen, um ihre Rolle noch authentischer und glaubwürdiger zu spielen, auch Respekt entgegen bringen.

Etwas zur Abgrenzung von Porno-Filmen: Bei Pornografie geht es ja primär darum, Betrachter (durch die deutliche Darstellung von Sexualität) sexuell zu erregen.4 Echter Sex im Sinne von tatsächlich vollzogenem Geschlechtsverkehr (Penetration, welcher auch immer) gehört normalerweise zu einem Porno. Manchmal genügen aber dazu auch schon Grossaufnahmen von erregten Geschlechtsteilen (erigierter Penis bzw. geöffnete Vagina). Die Abgrenzungen von Softpornos/Erotikfilmen oder Sexploitation-Filmen zu erotischen “Mainstream”-Filmen (Handlungsfilmen?) ist natürlich auch oft schwierig. “Mainstream” bedeutet auch, dass der Film in normale Kinos kam, usw. Filme wie diese (die echte Sexszenen haben) werden hier nicht berücksichtigt, da zu sehr in der “Porno-Ecke”: “Gift” (1966, Dänemark), “99 Women” (1969, Jess Franco, gibt verschiedene Fassungen davon), “Stille Tage in Clichy” (1970, Jens J. Thorsen, Henry Miller-Verfilmung), die “Schulmädchen-Report”-Filme (bzw Verfilmungen, 1970-1980), “Slaughter Hotel” (1971), “Secret Rites” (1971, eine Pseudo-Doku), “Die Stossburg” (1973, Franz Marischka, mit Dagmar Wöhrl alias „Sandra Monte“), “A Scream in the Streets” (1973), “The Devil’s Plaything” (1973, Joseph Sarno), “Immoral Tales” (1974, Walerian Borowczyk), “L’Orgia” (1978, Spanien), “Perdida em Sodoma” (1982, Brasilien),…5

9 Songs (2004): Der Film von Michael Winterbottom besteht hauptsächlich aus unsimuliertem Sex, zwischen Kieran O’Brien und Margo Stilley, darunter “normaler” Verkehr, oraler, und eine sichtbare Ejakulation

Im Reich der Sinne (1976): Auf einer von Sada Abe verfassten Geschichte basierend, regte der Film mit tatsächlich dafür vollzogenem Sex und einem simulierten Penektomie-Ende so auf, dass sich Regisseur Nagisa Oshima dafür in Japan vor Gericht verantworten musste, Szenen wurden aus dem Film rausgeschnitten. Auch in der BRD und so gut wie allen anderen Staaten gab es Einschränkungen verschiedenster Art für die Vorführung dieses Films.

Deep Throat (1972): Eigentlich ein Pornofilm, auch weil die Darsteller und die Macher aus diesem Milieu kommen. Aber einer der in den nicht-pornografischen Vertrieb kam. Darstellerin Linda “Lovelace” (Boreman) wurde übrigens in späteren Jahren eine Aktivistin gegen das Porno-Geschäft.

Anatomie de l’enfer (2003): In diesem Film von Catherine Breillat geht es hauptsächlich um den weiblichen Körper und den männlichen Blick darauf. Der Film enthält Nahaufnahmen einer Scheide, das Einführen von Gegenständen dort hinein und in den Anus, das Bemalen dieser Körperöffnungen mit Lippenstift, und die Thematisierung der Menstruation: nicht-simulierter Sex in den Tagen dieser, das Schmieren von Menstruationsblut in das Haar des Mannes, das Trinken eines Wassers, in das ein blutiger Tampon getaucht wurde,… Hauptdarstellerin Amira Casar wurde bei einigen Aufnahmen gedoubelt, in der männlichen Rolle ist Rocco Siffredi (eigentlich ein Pornodarsteller) zu sehen.

Shortbus (2006): John C. Mitchell wollte Sex cineastisch “neu” behandeln, da er “zu interessant ist, um ihn dem Porno zu überlassen”. Die Handlung dreht sich um verschiedene Wege zur Sexualität, wenn man so will, die Sexszenen zeigen hauptsächlich Gruppensex-Parties, die grossteils mit Laiendarstellern gedreht wurden6

Sweet Sweetback’s Baadasssss Song (Sweet Sweetbacks Lied, 1971): Ein schwarzer Stricher muss sich gegen die Polizei von Los Angeles behaupten. Regisseur Melvin Van Peebles musste den Film unabhängig machen, da ihn kein Filmstudio finanzieren wollte. So schrieb er auch das Drehbuch, komponierte die Musik, produzierte den Film,… und spielte die Hauptrolle, machte dabei alle Stunts und Sexszenen selbst. Diese Szenen wurden so echt gespielt, dass er sich dabei eine Geschlechtskrankheit zuzog. Sein Sohn Mario war auch dabei.

Baise-moi – Fick mich! (2000): Der Film streift zumindest am Porno, auch wegen der Haupt-Darstellerinnen. Es beginnt mit einer Vergewaltigungsszene, die natürlich gespielt ist, aber mit echter (vaginaler) Penetration, und geht weiter mit Szenen, die nicht gespielt gespielt wurden.

Love (2015): Im Gegensatz zu früheren Filmen inszenierte Gaspar Noé hier konsensualen und warmen Sex, aber eben teilweise nicht-simulierten (den er mit gespieltem vermischt). Die körperliche Liebe, so Noé, ist hier genau so wichtig wie die Handlung. Zu den unsimulierten Sexszenen gehört eine Ejakulation, die in dem 3D-Film Richtung Kamera bzw Zuseher geht.

Blau ist eine warme Farbe (2013): In dem Film von Abdellatif Kechiche über eine lesbische Liebe gibt es ausführliche Sex-Szenen, aber mit Vagina-Prothesen. Die hat Spezialeffekt-Maskenbildner Pierre O. Persin angefertigt, er durfte Lea Seydoux und Adèle Exarchopoulos die “Fake-Pussys“ (hauptsächlich aus Haaren bestehend) anpassen.7 Seydoux: “Wir wollten ja auf der einen Seite unsere Körper ganz nackt zeigen. Alles andere wäre verlogen gewesen. Aber auf der anderen Seite mussten wir auch dem Verdacht entgegentreten, dass wir einen Porno drehen. Also haben wir diese Perücken angepasst bekommen und schon haben wir uns … nicht mehr so nackt gefühlt.” Seydoux auch: “Ich habe im echten Leben noch nie eine Frau geliebt…Durch Absprachen und die Perücken war eine Künstlichkeit hergestellt, die für diesen Film nötig war und funktioniert hat. Ohne all das hätte ich den Film nicht gemacht. Es gibt Grenzen, die man nicht überschreiten sollte”.

Pola X (1999): Die Sex-Szenen zwischen “Pierre” (Guillaume Depardieu) und “Isabelle” (Yekaterina Golubeva) wurden zT (die explizitesten) gedoubelt, aber nicht alle. Echter Sex, zT durch Andere als von Depardieu und Golubeva, zT in blaue Schatten getaucht. Hinzu kommt, in narrativer Hinsicht, dass die Beziehung eine inzestuöse ist.8

Romance (1999): Zugegeben, eher ein “Kunstfilm” (art house) als einer für das Massenpublikum; aber eben kein Porno. Catherine Breillat inszenierte Sex v.a. zwischen Caroline Ducey und Rocco Siffredi, den diese am Set auch tatsächlich vollzogen.

Ein Liebeslied (Un chant d’amour, 1950): In Jean Genets Kurzfilm geht es um einen Gefängniswärter und einen Häftling, und ihre von Gewalt und Sexualität geprägte “Beziehung”. Aufregung gab es um die explizite Darstellung von Masturbation (des Häftlings, die den Wärter erregt), aber auch wegen des homosexuellen Charakters der “Beziehung”.

Nymphomaniac (2013): Lars von Trier inszenierte einen Sexfilm mit Shia LaBeouf und Charlotte Gainsbourg in den Hauptrollen, mit Penis- und Vaginaprothesen sowie Körper-Doubles. Der Sex wurde von Pornodarstellern, die als Doubles agierten, gefilmt und dann (über Computersimulationstechnik) mit mit den Köpfen und Beinen der eigentlichen Schauspieler “versehen”. Gainsbourg: “Man sieht eine echte Vagina, in einer Nahaufnahme, wenn sie einen Orgasmus hat. Nicht meine, sondern die vom Pornodouble. Das ist ein sehr seltsames Gefühl, das zu sehen. Es ist wie ein anderes ‘Gesicht’ auf meinem. Als ich das gesehen habe, wollte ich schreien: ‘Das bin nicht ich!'”.

Frankreich privat – Die sexuellen Geheimnisse einer Familie (2012): Das erklärte Ziel von Jean-Marc Barr war es, eine alternative Wahrnehmung von Sex zu der von der Pornoindustrie zu schaffen und gleichzeitig die Energie einer leichten Komödie zu transportieren. In Frankreich erschien der Film in zwei Versionen: einer „entschärften“ Kinofassung und einer „expliziteren“ auf DVD. Alle Sexszenen sollen “echt” sein.

Der letzte Tango in Paris (1972): In Italien, dem Heimatland von Regisseur Bernardo Bertolucci, wurde der Film bei seinem Erscheinen gänzlich verboten. Es gibt eine Szene, eine anale Vergewaltigung, in der ein Stück Butter als Gleitmittel eine Rolle spielt, die etwas von echtem Sex hat. Dieser Sex war für die von Maria Schneider gespielte Filmfigur unfreiwillig, für die Schauspielerin anscheinend auch. Es war nicht echt im Sinne von Eindringen, aber das Eincremen mit Butter. Schneider wusste vor dem Dreh nichts von der Szene, sie stand auch nicht im Drehbuch; Bertolucci konspirierte dabei mit Brando, da er “nicht die Reaktion einer Schauspielerin sondern eines Mädchens wollte.” Schneider: „Es war eine unglaubliche Erniedrigung. Das waren echte Tränen. Ich fühlte mich vergewaltigt.“9

8mm 2 (2005): Viele authentische Sex-Szenen, nur für den Heimvideomarkt

Wenn die Gondeln Trauer tragen (Don’t Look Now, 1973, Nicolas Roeg): Enthält eine Liebesszene von Donald Sutherland und Julie Christie, in Zwischenschnitten erzählt, von der die explizitesten Teile meist herausgeschnitten sind, er leckt sie, sie haben Verkehr, scheinbar echten; Christies damaliger Partner Warren Beatty soll versucht haben zu intervenieren, Sutherland hat die Authentizität dementiert

Antares (2004): In dem Film von Götz Spielmann geht es um 3 miteinander verknüpfte Geschichten/Beziehungen; der Sex zwischen Petra “Morze” (Kogelnik) und Andreas Patton ist jedenfalls sehr explizit dargestellt, scheint tatsächlich vollzogen worden zu sein (“klassische” Penetration)

The Brown Bunny (2003): Enthält eine Szene, in der Regisseur Vincent Gallo (als Darsteller) von seiner damaligen Partnerin Chloë Sevigny oral befriedigt wird. Eine Regisseurin (die mit „Brown Bunny“ nichts zu tun hat) hat behauptet, in der fraglichen Szene eine Prothese erkannt zu haben. In Cannes 03 stritt Gallo mit Filmkritiker Roger Ebert über den Film

Die Idioten (1998): In Lars von Triers Film gibt es eine Gruppensex-Szene, in der auch echter Sex zu sehen ist, der allerdings von Pornodarstellern aufgeführt wurde

Lust, Caution (2007): Im Erotik- und Spionagethriller von Ang Lee mit Tang Wei und Tony Leung gibt es einen Verkehr, der echt gewesen sein dürfte10

Hundstage (2001): Wie bei Robert Altman geht es in diesem Ulrich-Seidl-Film um verschiedene Handlungsstränge, die miteinander verwoben sind. Und wie eigentlich immer bei Seidl um verschiedene österreichische Realitäten. Am Beginn des Films eine Sexclub-Szene mit Claudia Martini mit verschiedenen echten sexuellen Aktivitäten. Was aber nichts gegen die Sexualität und Gewalt ist, die dann kommt, in verschiedenen Formen. Die “Lehrerin” uriniert wahrscheinlich echt, wovon das Geräusch zeugt. In dieser Episode stellt sich auch die Frage nach der Definition von echtem Sex; wenn ihr “Wickerl” mit den Fingern an (in?) das Geschlecht fährt und kommentiert “Saftelst aber ordentlich”. Es folgen ein Erbrechen das echt sein könnte und eine Misshandlung der Frau, die sehr echt wirkt (im Gegensatz zu der, die “Lucky” dann an “Wickerl” ausübt). Auch der “Eifersüchtige” (Rene Wanko) mit seinen verbalen und handgreiflichen Aggressionen gegen eine andere Frau (Franziska Weisz) wirkt beunruhigend authentisch. Bei der “Autistin” (Maria Hofstätter) wird Sexualität und Intimität verbal thematisiert, ggü jenen Autofahrern, die sie mitnehmen (zB “Kriagst du no d’Regel?”). Auch Senioren-Sex kommt vor

Caligula (1979): Malcolm McDowell als der römische Kaiser, der als sex-besessen dargestellt wird, was historisch fragwürdig ist.11 Der Film drückt sehr den Geist der 1970er aus, hat etwas von einem “Trash-Film” und auch von einem Porno, zumindest die ungeschnittene Version

Pink Flamingos (1972): Der Film von John Waters enthält eine Nahaufnahme vom Oralverkehr 2er Männer

Intimacy (2001): Darin geht es um eine rein sexuelle Beziehung, die auch Oralverkehr umfasst, den die Schauspieler tatächlich aneinander vollzogen

Paradies: Liebe (2012): Im ersten Teil von Ulrich Seidls “Paradies”-Trilogie12 geht es um eine österreichische Sextouristin in Kenia, zwischen ihren Gelüsten, ihrer Verzweiflung, Barmherzigkeit, Ausgenützt-werden,… Die Frage, wie authentisch die Sache ist, stellt man sich bei Seidl-Filmen des Öfteren. Das betrifft auch die Sexszenen hier, es gibt diverse davon, aber keinen Vaginal-, Oral- oder Analverkehr oder eine sichtbare Ejakulation, aber zB eine halbe Erektion13

Lucia und der Sex (Lucía y el sexo, 2001): Unter den entsprechenden Szenen ist eine, die in der Filmhandlung für einen Pornofilm gemacht wird, Cunnilingus von “Lorenzo” an “Lucia” (Paz Vega)

Die Erben (1983): In der “längeren” Fassung wird bei der Szene mit Roger Schauer und Evelyn Faber14 klar, dass sie für den (bzw beim) Dreh echten Sex hatten. Es gibt 2 weitere Szenen, die nicht “gefaked” sein könnten. In “Herzklopfen”, dem nächsten Film von Nikolas Vogel, könnte der Sex auch teilweise echt sein

Der Fremde am See (2013): Der üppige nicht-simulierte Sex wurde zT von Doubles durchgeführt

Triumphmarsch (La Marche triomphale, 1976): Der Film mit Patrick Dewaere und “Miou-Miou” war ursprünglich als Porno konzipiert, wurde dann “umgeschnitten”, enthält aber immer noch viel “graphische” Darstellung von Sex15

Heimliche Spiele (Choses secrètes, 2002, Jean-Claude Brisseau): Zeigt zB die öffentliche Masturbation einer Frau

1900 (1976): Eine Szene in der eine Prostituierte Hand an Depardieu und De Niro anlegt (bevor sie einen epileptischen Anfall bekommt)

Wilde Orchidee (1989): Die Schauspieler “Mickey” Rourke und Carre Otis waren damals ein Paar und taten vor der Kamera nicht nur so als ob, heisst es. Besagte Szenen sind jedoch nur in der “Heimkino”-Version zu sehen

Flesh (1968): Von Andrew Warhola, mit Joseph D’Allesandro

Spetters (1980): Ein Frühwerk von Paul Verhoeven mit einigen Hardcore-Sexszenen

Dogtooth (2009): Der Sex unter Geschwistern, die von den Eltern an der Nase herumgeführt werden, wird “semi-explizit” gezeigt

Ken Park (2002): Eine Begebenheit in diesem Film qualifiziert ihn für diese Aufreihung, männliche Masturbation

Wetlands (2013): Am Ende eine Szene, in der 4 Männer auf eine (Spinat-) Pizza masturbieren (und ejakulieren)

Emmanuelle (1974): Eine Szene mit einer asiatischen Tänzerin, die sich eine brennende Zigarette in die Vagina steckt und den Rauch hinterher von dort “ausbläst”16

Sade (2000): Behandelt den Gefängnisaufenthalt von Donatien de Sade während der Terrorherrschaft Maximilien de Robespierres 1794, basiert auf dem Roman “La terreur dans le boudoir”. In einer Szene dringt Daniel Auteuil mit Fingern in Isild Le Besco ein (oder in ihr Körper-Double)

W.R. – Mysterien des Organismus (1971): In dem jugoslawischen Film geht es hauptsächlich um die Beziehung zwischen Politik und Sexualität; es soll eine Szene darin geben, die ihn für diesen Artikel eignet

Weiters: All About Anna (2005, von Frauen für Frauen), Q (2011), Now & Later (2009),…

Little Ashes (2008): Robert Pattinson hat es sich vor der Kamera selbst besorgt, sagte er danach in einem Interview, aufgenommen wurde dabei aber nur sein Gesicht, das einen authentischen Orgasmus-Ausdruck bekommen sollte. Ein Grenzfall. Die Masturbationsszene in „Bad Lieutenant“ (1992) zeigt auch nicht das Glied und Harvey Keitel dürfte so getan haben als ob17 Nicht geklärt ist, ob bestimmte Sexszenen in diesen Filmen echt oder nur gut gespielt sind: “Leap year” (2010), “The diary of a teenage girl” (2015), “Der Liebhaber” (1992), “Cruising” (1980, Homosexualität), “Monster’s Ball” (2001), “Pornopung” (2013), “Nacktschnecken” (2004). Tom Cruise und Rebecca De Mornay waren 1982 beim Drehen von “Risky Business” ein Paar, die Sexszenen sollen eine gewisse Authentizität haben.18 In bzw für “Wild” mit Reese Witherspoon (2014) gab es keinen echten Sex, entgegen entsprechender Medienmeldungen. Bei den Dreharbeiten für “Spring Breakers” (2012) kam kam der Rapper Gucci Mane bekifft zum Set und schlief ein, während sich zwei Filmpartnerinnen einige Minuten lang auf ihm austobten (aber nur an Zehen und so).19 In “Drei” (2010) geht es relativ offen um Sex, aber nichts wurde explizit gemacht bzw gefilmt.

Sexualität kann in Filmen natürlich auch anders als durch Authentizität und Nacktheit dargestellt/ umgesetzt werden. In “Brokeback Mountain” waren nicht Sex-Szenen oder Nacktheit der “Aufreger”, sondern die gleichgeschlechtliche Beziehung. In “Lolita”, “American beauty” und “La Joven” ging es um Formen von Hebephilie. In der “Feuchtgebiete”-Verfilmung um die deutliche Sprache. In “Wolke 9” um Sex im Alter. In “Sleepers” um sexuellen Missbrauch (von Jugendlichen). In “Mississippi Masala” oder “Hochzeit in Galiläa” um Paarungen zwischen Angehörigen unterschiedlicher Ethnien. In “Herzflimmern” (1971) um eine ödipale Beziehung. In “Das Appartment” (1960) dreht sich im Grunde Alles um Sex, jedoch ist keine Haut unterhalb des Halses zu sehen. Auch in “Rosemary’s Baby” spielt sich Sexualität auf einer subtilen Ebene ab. In “Damage” oder “Die Klavierspielerin” gibt es expliziten (und realistisch simulierten) Sex, doch der ist “überschattet” von anderen Verstrickungen. In Filmen wie “Vom Winde verweht” oder “Frauenträume” (Ingmar Bergman) geht es um (die Sex manchmal zu Grunde liegenden) Liebesbeziehungen. In “The Sessions” geht es um die wahre Geschichte eines durch Kinderlähmung behinderten Erwachsenen (Mark O’Brien) und seine Sexualbegleiterin (dargestellt von Helen Hunt).20 In der “Name der Rose”-Verfilmung gibt es eine Sexszene, zwischen Mönch Adso von Melk (Christian Slater) und dem Bauernmädchen (Valentina Vargas), die sich weniger durch Nacktheit oder realen Sex auszeichnet (obwohl er sehr real wirkt)21. Die Szene stellt eine Konfrontation zwischen Trieb und Ratio dar, bzw zwischen Natur und Glauben; sie führt weg vom Hauptstrang der Erzählung (am Ende kommt es noch einmal zu einer wichtigen Konfrontation der Beiden).

Was Nacktheit ohne sexuelle Aktivität im (Mainstream-) Film betrifft, in der Hollywood war dies von den 1930ern bis in die 1960er durch den “Hays Production Code” geregelt. Daneben gab/gibt es in der USA anderen Staaten Regelungen bezüglich Freigabe bzw Zensur von Spielfilmen. “Die Sünderin” (1951) sorgte für Aufregung in der jungen BRD; aber nicht nur wegen der Nacktszene mit Hildegard Knef, sondern auch wegen der Thematisierung von wilder Ehe, Prostitution, Vergewaltigung, Sterbehilfe und Selbstmord. „Psycho“ (1960, Hitchcock) wurde ein Meilenstein der Filmgeschichte, wegen noch nie gezeigten Szenen von Gewalt sowie angedeuteter Sexualität: die Toilettenspülung, die Dusch-/Mordszene, Norman Bates’ Neigungen. Marli Renfro, ein Nacktmodel, machte jene Aufnahmen der Duschszene, in der “Janets” Gesicht nicht zu sehen ist. 1962 wurde “Something’s Got to Give” mit “Marilyn Monroe” gedreht, es sollte ihr letzter Film werden und er wurde nicht vollendet. Der Film sollte eine Neuverfilmung der Komödie “Meine Lieblingsfrau” aus 1940 werden. Für die Nacktszene im Schwimmbad nahm die Schauspielerin eine hautfarbene Badehose. Nach dem Drehen wurde Monroe noch darin und ohne fotografiert. In den Tagen nach dieser Szene meldete sie sich erneut krank, wurde daher gefeuert.

So wurde “Promises! Promises!” mit Jayne Mansfield 1963 der erste Mainstream-Film mit einem Nacktauftritt. In den 1960ern etablierten sich Nacktheit und Sex in Filmen, USA (Hollywood) mehr oder weniger der Vorreiter, echter Sex sowie männliche Nacktheit und Erektion blieben aber die Ausnahme.22 Bollywood ist heute noch prüde; “Kama Sutra” ’95 wurde in Indien als “Pornografie” gesehen, für den Westen war da “zu wenig”. Herausragend war “Prêt-à-Porter” (1994), bzw sein Ende, mit den nackten Models und der schwangeren Ute Lemper. In der Verfilmung von “Das Parfum” (06 in die Kinos) gibt es am Ende ja die Orgien-Szene angesichts der vermeintlichen Exekution, mit 750 Menschen die sich auszogen; Regisseur Tom Tykwer sagte in einem Interview dazu, “Wir wollten … keinen infernalischen Höllenrausch fickender Leiber zeigen, sondern ein überwältigendes Liebes- und Umschlingungsgefühl…Nach ein paar Tagen waren alle so an ihre Nacktheit gewöhnt, dass sich niemand mehr zur Mittagspause angezogen hat. Es war wie in einem Nudistencamp…Keiner hat ein Problem, sich auszuziehen, wenn sowieso alle nackt sind. Aber fass mal jemanden an, den du nicht kennst. Du stehst da und sollst inmitten von Hunderten Nackten jemandem an den Busen fassen.” Sienna Miller musste für den (auch unveröffentlichten) Film „Hippie Hippie Shake“, welcher in der Hippie-Zeit spielt und 2007-09 gedreht wurde, für einige Nacktszenen nachträglich am Computer mit Schamhaaren versehen werden. Da zu jener Zeit die heute unter Jugendlichen häufige Entfernung der Schamhaare noch nicht verbreitet war, hätten die Szenen sonst unauthentisch gewirkt.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

  1. Echte Gewalt in Filmen, zum Vergleich, ist beschränkt auf Snuff-Filme und Dokus
  2. Gesicht und Genitalien zusammen sind heikel
  3. Eine Möglichkeit der Entschärfung ist auch, bestimmte (Körper-) Teile zu verpixeln
  4. Oder irgendwelche Moralisten, anders. Oder Voyeuristen anzuziehen
  5. Mainstream-Filme mit (gestelltem) Sex und/oder Nacktheit fast wie in Pornos sind zB „Basic Instinct“ (1992), “American Pie”, “Don Juan 73”, “Henry & June”, “Showgirls”, “Walkabout”, “Piranha 3D”, “American Psycho”, “Eyes wide shut”, “Antichrist”, “Striptease”, “Heavens Gate”, “The Garden”, “Belle de jour”, “Lady Henderson präsentiert”, “Lady Chatterley” (Pascal Ferran), “Fifty Shades of Grey”, “Der Pool”, “Die Träumer”, “Last Picture Show”, “Turks Fruit” (Niederlande 1972, Paul Verhoeven, mit Rutger Hauer und Monique van de Ven), “Die 120 Tage von Sodom” (“Salò o le 120 giornate di Sodoma”, 1975, Pier P. Pasolinis letzter Film, basiert auf dem Buch “Die 120 Tage von Sodom” des Marquis de Sade, Handlung in das Italien des Faschismus verlegt, offene aber simulierte Darstellung von Gewalt und erzwungenem Sex), “Blue Movie” (1969, Andy Warhol, soll “Letzter Tango von Paris” beeinflusst haben), “Es brennt in mir” (2003, Laura Smet), “A Real Young Girl” (1976, mit Charlotte A. Seeley, Regisseurin Catherine Breillat, bis um 2000 war der Film in den meisten Ländern verboten, aufgrund der deutlichen Zur-Schau-Stellung von Geschlechtsorganen und der Entladung diverser Körperflüssigkeiten), “Solo für Klarinette” (1998, eine Szene mit Götz George und Saskia Vester), „Die Liebhaberin“ (2016, Argentinien), „Betty Blue – 37,2 Grad am Morgen“ (1986), “Atemlos”, die “Nathalie-Babystrich”-TV-Filme mit Anne-Sophie „Briest“ (besonders die Teile 1 und 2)
  6. “Statist” ist ein dehnbarer Begriff
  7. Das Filmen dieser Arbeit bzw das Making-of des Films hätte “es” in sich gehabt
  8. So etwas wurde auch in “Close my Eyes” thematisiert, auch ziemlich “deutlich”
  9. Suzanne Moore schrieb dazu im „Guardian“: „Last Tango’s abuse reveals the broken promise of the 1970s sexual revolution“
  10. Auf gutefrage.net antwortete Einer: “Die Szenen wirken erstaunlich echt (z. B. Hautrötungen, zusammengezogener Hodensack) und in einigen Einstellungen sieht es ganz danach aus, als ob er (Tony Leung) erigiert in sie (Tang Wei) eindringt.”
  11. Es gibt zwar derartige zeitgenössische Beschreibungen, doch in der römischen politischen Kultur gingen politische Gegnerschaft oft Hand in Hand mit Zuschreibungen von Verrücktheit und sexueller Abartigkeit
  12. > 2012: Paradies: Glaube, 2013: Paradies: Hoffnung
  13. Und den Kommentar “So an Hoibwachen kriagt da Kurt a no zom”
  14. Erzählt als Rückblick eines Beobachters
  15. Ähnlich war es bei “Alice in Wonderland” (1976), “Café Flesh” (1982) oder “Stocks and Blondes” (1984, ursprünglich als “Wanda Whips Wall Street” raus
  16. Die “Emmanuelle”-Nachfolgefilme bzw Fortsetzungen sind wahrscheinlich als Pornofilme zu klassifizieren
  17. www.youtube.com/watch?v=B2WuD4zRlaY
  18. Manchmal stehen Paare gemeinsam vor den Kameras, wie Basinger und Baldwyn in “Getaway” (1994), oder ist echte Liebe dabei im Entstehen, wie zwischen Polanski und Tate in “Tanz der Vampire” oder Cruise und Kidman in “Days of thunder”
  19. “We were working 12-hour days, and then I was going out at night. The last scene I shot was my big sex scene, and by that point I was exhausted. There had been pounds of this fake herbal weed on set, but that junk gave me a headache, so I stuck to smoking Kush . . . It was 4 in the morning, and even with these two naked bitches on me — one was riding me while the other sucked my toes — I couldn’t keep my eyes open. I was knocked out, snoring . . .”
  20. Hunt in einem Interview: “Ich hatte ehrlich gesagt noch nie von diesem Job gehört. Anfangs dachte ich das Gleiche, was auch der Priester in unserem Film denkt: Im Grunde ist das nichts anderes als eine Prostituierte. Aber dann habe ich die Frau getroffen, auf deren Leben meine Figur basiert, und ich habe auch mit Menschen gesprochen, mit denen sie arbeitet: Prostatakrebs-Überlebende, Frauen, die ihren Körper für entstellt halten, 70-jährige Männer, die nie Sex hatten, weil sie sich ihr Leben lang geschämt haben. Als diesen Menschen hat Cheryl Cohen-Greene geholfen, zu einer eigenen Sexualität zu finden. Das hat mit einer Prostituierten nichts zu tun.”
  21. Wenn Slater beim Dreh einen “Ständer” bekommen hat, ist der Sex i-wie echt geworden
  22. Erektionen (ohne sexuellen Akt) in Nicht-Porno-Filmen gibt es u.a. in: “Boys in the Sand” (1971), “Die Mysterien des Organismus” (1971), “Score” (1974), “Im Lauf der Zeit” (1976), “Loads” (1980), “Taxi zum Klo” (1980), “Hard” (1998), “Killing Me Softly (2002), “Lie with me” (2005), “Destricted” (2006), “Chloe” (2009), “Marfa Girl” (2012), „Spies & Glistrup“ (2013)

Monotheismus, Patriarchat und die trübe Milch heiliger Schriften

Abraham, für dessen Existenz es ausserhalb der biblischen Erzählungen und davon abhängigen Traditionen keine Nachweise gibt, gilt in der jüdischen Tradition und teilweise auch für die anderen abrahamitischen Religionen (Christentum, Islam) retroaktiv als der Begründer des Monotheismus. Die Zeit, in welcher die Abraham-Erzählungen des jüdischen Tanach (entspricht dem Textbestand nach dem christlichen Alten Testament und enthält als Kernstück die Thora, die fünf Bücher Mose) stattfinden, wird im Allgemeinen mit dem Beginn des 2. Jahrtausends vor Christus angesetzt. Die Israeliten unterwarfen um 1000 v. Chr. die Kanaaniter, den biblischen Dichtungen nach nach dem Auszug aus Ägypten (“Exodus”), der eine Rückkehr gewesen sei. Noch im 8. Jh. v. C. wurde Jahwe in den Königreichen Israel und Judäa als einer von mehreren Gottheiten verehrt.

Wahrscheinlich vollzog sich die Wandlung der jüdisch-israelitischen Religion zum Monotheismus erst im 6. Jh. v.C. in Judäa. Im Alten Ägypten sind Vorformen des Monotheismus („Henotheismus“) im 14. Jahrhundert v. C. nachweisbar, unter der Regentschaft von Pharao Echnaton (Amenophis IV.), der Aton zum alleinigen Gott erhob, jedoch nicht die Existenz der anderen Gottheiten bestritt und deren Kult nur teilweise verbieten ließ.1 Der Weg zum Eingottglauben/Monotheismus, den auch andere Kulturen im 2. und 1. Jahrtausend v. C. beschritten, dürfte mit dem Weg zum gesellschaftlichen Patriarchat einhergegangen sein, zumal der übriggebliebene Gott ein männlicher war und die weiblichen ausgeschaltet oder zurückgedrängt wurden.

Auch der Zoroastrismus dürfte dahingehend umgeformt worden sein, so dass Ahura Mazda als Gott übrigblieb („Abstufung“ der ihm nun zugeordneten und unterstützenden Gottheiten wie Anahita, wie auch des bösen Gegenpols Ahriman). Im babylonischen Mespotamien lässt sich mit der Erhöhung von Marduk und der Abwertung anderer Gottheiten eine Zwischenstufe am Weg vom Polytheismus zum Monotheismus erkennen. Der letzte Herrscher des Neu-Babylonischen Reichs vor der persischen Invasion, Nabonid, dürfte aber mit der Umformung der babylonischen Religion zuungunsten Marduks und zugunsten anderer Götter beschäftigt gewesen sein und Kyros, mit dem die Ära der Fremdherrschaften in Mesopotamien begann, stellte sich, nicht zuletzt vor der babylonischen Priesterschaft, als von Marduk zur Wiederherstellung von Ordnung usw. beauftragt dar. Möglicherweise begann Marduks Erhöhung bereits mit der Zurückdrängung der Verehrung seiner mythologischen Mutter Ishtar (um 1500 v. C. ?). Hammurabi (1792 bis 1750 v C) schaffte im Zusammenhang mit Erhebung Marduks das Amt der Oberpriesterin ab, um nicht mehr der matrilinearen Thronfolge unterworfen zu sein.2

In den mesopotamischen Kulturen von Sumer, Assur und Babylon spielte Hierogamie3, die Hochzeit zweier Götter, eine bedeutende religiöse Rolle. Diese Heilige Hochzeit gab es in der Antike auch im Kult der Griechen, besonders zwischen Zeus und Hera, oder bei den Kelten. Dabei konnte es sich um Aspekte von Götter-Mythen handeln oder um Liebesrituale im Tempel, die ein Herrscher, der als irdischer Vertreter einer Gottheit galt, mit einer Göttin, die durch eine Priesterin oder Tempeldienerin „vertreten“ wurde, vollzog. Den wichtigeren „Rang“ hatte dabei die Frau inne, die Kulthandlung, der Sex, fand zu Ehren der Göttin statt. Die Heilige Hochzeit war Teil der Inthronisation eines Herrschers, der sich über sie zu legitimieren hatte. In dieser religiösen Struktur waren Frauen die Verbindung zwischen Sexualität und Fruchtbarkeit, und die Göttin das Tor zu Geburt und Tod zugleich. Die Fruchtbarkeit des Landes hing vom heiligen sexuellen Akt ab zwischen dem göttlichen Paar ab. In Mesopotamien verlagerte sich der Fokus des Rituals mit der Ablösung der Vorherrschaft der Sumerer durch die Akkader und dann durch die Babylonier weg von Fruchtbarkeit auf die Bestätigung der Herrschaft. Teile der für die mesopotamische Göttin Inana/Ishtar im Zusammenhang des Hieros Gamos bestimmte erotische Liebeslyrik finden sich im Hohen Lied in der Bibel/im Tanach wieder.

Das Christentum wurde in der Spät-Antike vorherrschende Religion im Kernbereich des heutigen islamischen Orients, der damals unter römischer Herrschaft stand (nicht allerdings der Maghreb, Mesopotamien und die Arabische Halbinsel) und blieb das bis zur Islamisierung dieser Länder im Früh-Mittelalter infolge der arabischen Invasionen. Zur Zeit der Entstehung und Ausbreitung von Christentum und Islam am bzw. nach Ende der Antike war die Patriarchalisierung/Monotheisierung in den Religionen der Region schon abgeschlossen. Die Trinität (Vater, Sohn, Heiliger Geist) im Christentum kann als Aufweichung des Monotheismus aufgefasst werden, bzw. als Glaube an drei Gottheiten.

 

Material zu dem Themenkreis:

Der Kult der grossen Mutter

Hatte Gott eine Frau?

Hans Kloft: Mysterienkulte der Antike. Götter, Menschen, Rituale (2010)

Nawal El Saadawi: Woman is the Origin (1971)

Anton Grabner-Haider und Franz M. Wuketits: Erotik und Religion (2015)

Shahrukh Husain: Die Göttin (1998)

Gerhard Bott: Die Erfindung der Götter (2 Bände, 2009 & 2014)

Johannes Bertram: Echnaton der Grosse im Schauen. Eine religionsphilosophische Studie (1956)

Vera Zingsem: Der Himmel ist mein, die Erde ist mein. Göttinnen großer Kulturen im Wandel der Zeiten (1995)

Edward Whitmont: Die Rückkehr der Göttin (Original 1984)

James G. Frazer: Der goldene Zweig (Original 1926)

Bernd Hercksen: Vom Urpatriarchat zum globalen Crash? Der Aufstieg einer verkehrten Welt und die Suche nach der richtigen (2010)

Marija Gimbutas: Die Sprache der Göttin (1996)

Petra Schönbacher: Das Feuer des Baba-Jaga (2006)

Doreen Valiente: Natural Magic (1975)

Bettany Hughes: Göttliche Frauen/Divine Women (Film-Doku 2012)

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

  1. Echnaton und seine religiöse Entscheidung wird auch mit dem “Exodus der Israeliten” aus Ägypten in Verbindung gebracht, nicht zuletzt von Sigmund Freud in “Der Mann Moses und die monotheistische Religion”
  2. Der Purim-Mythos mit seiner Geschichte von Mordechai und Esther, die Juden vor dem Perser-König retten, dürfte auf die babylonischen Gottheiten Marduk und Ishtar sowie auf persische Einflüsse zurückgehen. Theodor Gaster präsentierte mehrere Theorien dazu
  3. Von alt-griechisch “ierogamía” oder “ierós gámos”, „die “heilige Hochzeit“; auch als “Theogamie” oder “Tempelprostitution” bezeichnet